{"id":72008,"date":"2025-04-30T01:40:11","date_gmt":"2025-04-30T01:40:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/72008\/"},"modified":"2025-04-30T01:40:11","modified_gmt":"2025-04-30T01:40:11","slug":"berlin-neukoelln-drogen-drohungen-angst-ihnen-gehoert-die-kreuzung-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/72008\/","title":{"rendered":"Berlin-Neuk\u00f6lln: Drogen, Drohungen, Angst &#8211; &#8222;Ihnen geh\u00f6rt die Kreuzung&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Eine eigentlich ganz normale Stra\u00dfenecke in Berlin-Neuk\u00f6lln. In den beiden Stra\u00dfen lauter Wohnh\u00e4user mit vielen Anwohnern, an der einen Ecke ein Sp\u00e4ti gegen\u00fcber einem Caf\u00e9. Man k\u00f6nnte meinen, die Menschen, die hier leben, haben alles in ihrer N\u00e4he, was das Leben in Berlin angenehm macht. Der S- und U-Bahnhof <a href=\"https:\/\/www.berlin-live.de\/themen\/neukoelln\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neuk\u00f6lln<\/a> nur wenige Gehminuten entfernt und direkt nebenan die Karl-Marx-Allee, die mit ihrem Angebot an <a href=\"https:\/\/www.berlin-live.de\/themen\/restaurants-clubs\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Restaurants<\/a>, Bars und Gesch\u00e4ften, diesem Teil der Hauptstadt richtig viel Leben einhaucht.<\/p>\n<p>Alles da also \u2013 k\u00f6nnte man meinen. Doch die Anwohner in der Wipperstra\u00dfe Ecke Braunschweigerstra\u00dfe k\u00f6nnen diese eigentlich so begehrenswerte Wohnlage nicht so richtig genie\u00dfen. Denn in dieser Gegend herrschen Zust\u00e4nde, die diese Stra\u00dfenecke in Berlin-Neuk\u00f6lln zu einer Kreuzung machen, die alles andere als normal ist.<\/p>\n<p>Berlin-Neuk\u00f6lln: Wenn der Kiez von Drogenh\u00e4ndlern beherrscht wird<\/p>\n<p>Als unsere Reporterin sich auf den Weg an diesen Ort in Neuk\u00f6lln macht, f\u00e4llt ihr zuerst auf, wie dreckig es hier ist \u2013 selbst f\u00fcr Berliner Verh\u00e4ltnisse wirklich au\u00dfergew\u00f6hnlich dreckig. Neben \u00fcberf\u00fcllten M\u00fclltonnen liegt M\u00fcll auf den Gehwegen \u2013 mitten auf dem Kopfsteinpflaster liegt ein kaputter Schuh. Doch das ist nicht der Grund, warum sie hier ist. Vielmehr geht es um ein paar M\u00e4nner, die auf einem kleinen Zaun um einen Baum sitzen und plaudern. Dass unsere Reporterin nicht hier hingeh\u00f6rt, scheinen sie sofort bemerkt zu haben. Warum? \u201eIhnen geh\u00f6rt die Kreuzung\u201c.<\/p>\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.berlin-live.de\/freizeit\/erlebnisse\/baeder-berlin-freibad-preis-schock-sommer-reiche-id410507.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Freib\u00e4der in Berlin nur noch f\u00fcr Reiche? Hier wird der Sommer zum Luxus erkl\u00e4rt<\/a><\/p>\n<p>R. (von der Redaktion anonymisiert) ist Anwohner der Wipperstra\u00dfe und leidet, wie er im Gespr\u00e4ch mit unserer Reporterin erz\u00e4hlt, bereits seit zweieinhalb Jahren unter dem Drogenhandel an dieser Kreuzung \u2013 denn dieser ist alles andere als ein Geheimnis. \u201eDie Problematik rund um den Drogenhandel und den -konsum in diesem Bereich ist mir bekannt\u201c, schreibt die Berliner Abgeordnete Derya \u00c7a\u011flar (SPD \u2013 Wahlkreis Neuk\u00f6lln) auf Nachfrage.<\/p>\n<p>Zwischen Politik und Polizei<\/p>\n<p>Und auch die Polizei ist bestens informiert. Denn sie ist immer wieder vor Ort. \u201eLaut Auskunft der Polizei wurden allein in den letzten 14 Monaten [Stand April 2025, Anm. d. Red.] Ma\u00dfnahmen im Umfang von \u00fcber 1.600 Einsatzkr\u00e4ftestunden durchgef\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus wurde ein umfangreiches Bandenstrukturverfahren wegen gewerbsm\u00e4\u00dfigen Handels mit Bet\u00e4ubungsmitteln eingeleitet, das gezielt gegen die Szene im Bereich der Braunschweiger Stra\u00dfe gerichtet war.\u201c<\/p>\n<p>Wie R. erz\u00e4hlt, scheint das aber wenig Wirkung zu zeigen. Denn er und seine Nachbarn begegnen t\u00e4glich den immer gleichen M\u00e4nnern auf dieser einen Kreuzung in Berlin-Neuk\u00f6lln. \u201eMindestens eine Person ist immer da, manchmal sind es auch f\u00fcnf, selten 15. Und dann sind da gro\u00dfe teure Autos, die da einfach stehen.\u201c Er vermutet, dass in ihnen die Drogen gebracht werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/imago810147140.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-430224\"  \/>An dieser Kreuzung in Berlin-Neuk\u00f6lln geh\u00f6ren Drogen, \u00dcbergriffe und Drohungen zum Alltag. Das berichtet ein Anwohner. Credit: IMAGO\/Funke Foto Services<\/p>\n<p>Zwar sei die Polizei immer f\u00fcr die Anwohner in der Nachbarschaft verf\u00fcgbar. R. hat sie bereits ein paar Mal gerufen \u2013 so auch andere Nachbarn. \u201eAber mir wurde immer der Satz dazu gesagt: \u201aWir k\u00f6nnen sonst nichts machen. Ich kann jetzt eine Streife schicken, aber danach wird nichts passieren. Selbst wenn wir sie festnehmen, kommen die morgen wieder frei.&#8217;\u201c Die Polizei verweise auf die Politik und die zur\u00fcck auf die Polizei. Ein Teufelskreis, dessen Schlinge sich immer weiter um die Nachbarschaft zieht.<\/p>\n<p>Von \u00dcbergriffen und Morddrohungen<\/p>\n<p>Die Anwohner berichten auch von sexualisierten \u00dcbergriffen auf weibliche Nachbarn. Eine von ihnen lebt bereits seit \u00fcber f\u00fcnf Jahren hier. Auch sie \u201ewird von ihnen sehr oft angepfiffen, bel\u00e4stigt und ihr wird hinterher geguckt.\u201c Wie auch andere vor ihm geht R. direkt auf die M\u00e4nner zu und spricht sie an. Doch was sie von ihnen zur\u00fcckbekommen, ist die Meinung, sie seien immer hier gewesen und w\u00fcrden das auch bleiben. Sie machten hier ihre Sache, die Anwohner sollen sie einfach in Ruhe lassen und das andere Stra\u00dfenende entlanggehen.<\/p>\n<p>Doch damit nicht genug! Auch Morddrohungen w\u00fcrden hier ausgesprochen. \u201eDann hat der Typ zu mir gesagt \u2013 das hat er aber auch zu anderen schon gesagt: \u201aWenn ich herausfinde, dass du ein Bulle bist, dann t\u00f6te ich dich.&#8217;\u201c R. ist Sanit\u00e4ter. Er hat Angst, seine Uniform \u00f6ffentlich im Kiez zu tragen.<\/p>\n<p><strong>Mehr Nachrichten:<\/strong><\/p>\n<p>Auch P. (von der Redaktion anonymisiert) wohnt in der Wipperstra\u00dfe in Neuk\u00f6lln. Sie best\u00e4tigt die vielen Polizeieins\u00e4tze in ihrer Stra\u00dfe. Und auch sie kennt die M\u00e4nner, die hier immer sind. Bel\u00e4stigt wurde sie von ihnen aber noch nie \u2013 auch wisse sie nichts von solchen Vorf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Von den sexualisierten \u00dcbergriffen habe auch die zust\u00e4ndige Politikerin \u00c7a\u011flar nichts gewusst, schreibt sie, nehme dieses Anliegen aber sehr ernst und stellt klar: \u201eDie Menschen vor Ort d\u00fcrfen nicht allein gelassen werden. Wenn wir die Anliegen b\u00fcndeln, sichtbar machen und beharrlich nachhaken, k\u00f6nnen wir wirklich etwas bewegen.\u201c<\/p>\n<p>Das ist genau das, was R. und viele andere Anwohner der Wipperstra\u00dfe in Berlin-Neuk\u00f6lln sich w\u00fcnschen. \u201eIch will in Frieden leben \u2013 will meine Arbeit machen, ich will Sanit\u00e4ter sein und meine Uniform tragen d\u00fcrfen. Aber das ist hier nicht m\u00f6glich.\u201c In Zukunft hoffentlich schon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine eigentlich ganz normale Stra\u00dfenecke in Berlin-Neuk\u00f6lln. 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