{"id":720136,"date":"2026-01-15T12:04:11","date_gmt":"2026-01-15T12:04:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/720136\/"},"modified":"2026-01-15T12:04:11","modified_gmt":"2026-01-15T12:04:11","slug":"leipzig-nach-dem-angriff-auf-das-koschere-cafe-hamakom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/720136\/","title":{"rendered":"Leipzig: nach dem Angriff auf das koschere Caf\u00e9 \u00bbHaMakom\u00ab"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herr Haas, <a href=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/politik\/kinder-greifen-koscheres-cafe-an\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/politik\/kinder-greifen-koscheres-cafe-an\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vor Ihrem Caf\u00e9 haben vergangene Woche mehrere Kinder volksverhetzende Parolen gerufen. Eine Mitarbeiterin des Kaffeehauses ist durch den Wurf gef\u00fcllter Plastikflaschen leicht verletzt worden<\/a>. Wie geht es den Angestellten?<\/strong><br \/>Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht es gut. Nat\u00fcrlich war es erst einmal ein Schreckmoment, den man verarbeiten muss.<\/p>\n<p><strong>Wie haben Sie von dem Vorfall erfahren?<\/strong><br \/>Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich direkt bei uns und bei der Polizei gemeldet, und wir waren vor Ort. Wir waren \u00fcbrigens selbst \u00fcberrascht von der Medienberichterstattung, die durch den Polizeibericht ausgel\u00f6st wurde. Wir haben den Vorfall selbst nicht an die Medien gegeben.<\/p>\n<p><strong>Hatten Sie bereits Vorf\u00e4lle dieser Art im oder in der N\u00e4he des Caf\u00e9s?<\/strong><br \/>Uns ist es erst einmal wichtig zu betonen, dass wir st\u00e4ndig positive, wertvolle und ber\u00fchrende Begegnungen in unserem Caf\u00e9 erleben. Seit der Er\u00f6ffnung im Oktober 2022 haben wir \u00fcberw\u00e4ltigend viel Wertsch\u00e4tzung von j\u00fcdischen und nichtj\u00fcdischen Besuchern und Freunden bekommen. Im Vergleich dazu gab es wenige hasserf\u00fcllte, aggressive oder sogar gewaltbereite Begegnungen.<\/p>\n<p><strong>Ist das Caf\u00e9 Teil der IRG Leipzig?<\/strong><br \/>Das HaMakom besteht aus einer Ausstellung und dem koscheren Caf\u00e9. Die Ausstellung \u00bbAufdecken, Entdecken, Das Schweigen brechen\u00ab besch\u00e4ftigt sich mit j\u00fcdischem Leben und der Schoa in Leipzig \u2013 und mit grunds\u00e4tzlichen Fragen um Antijudaismus und Antisemitismus. Das Herzst\u00fcck ist dabei die Einladung zur pers\u00f6nlichen Familienaufarbeitung der NS-Zeit. Diese Ausstellung wurde zuerst 2019 im Rahmen der J\u00fcdischen Woche in einem Zelt in der Innenstadt von Leipzig ver\u00f6ffentlicht und hatte dabei innerhalb von vier Tagen 1600 Besucher. Dann wurde daraus eine Dauerausstellung. Das HaMakom ist aus der internationalen \u00bbMarsch des Lebens\u00ab-Bewegung heraus entstanden, zu der wir als evangelische Freikirche \u00bbTOS Gemeinde Leipzig\u00ab geh\u00f6ren und mit der wir uns in Leipzig und anderen St\u00e4dten in Mitteldeutschland seit 2012 f\u00fcr diese Themen einsetzen. Es wurde in freundschaftlicher Beziehung mit der IRG Leipzig in Existenz gebracht, ist aber eigenst\u00e4ndig. Tr\u00e4ger des HaMakom ist der Verein \u00bbChristlich-soziale Dienste TOS Leipzig\u00ab. Das Projekt finanziert sich allein aus Spenden.<\/p>\n<p><strong>Weshalb haben Sie sich entschlossen, das Caf\u00e9 koscher zertifizieren zu lassen?<\/strong><br \/>Wir hatten zun\u00e4chst erg\u00e4nzend zur Ausstellung an einen kleinen Caf\u00e9bereich gedacht, um die M\u00f6glichkeit zum Nachdenken und Gespr\u00e4ch \u00fcber die Ausstellung zu geben. Die Idee, das Caf\u00e9 koscher zu gestalten, kam aus einer Begegnung mit Gemeinderabbiner Zsolt Balla, der auch selbst die Koscher-Lizenz ausstellt und uns von Anfang an zusammen mit Jakow Kerzhner ber\u00e4t und begleitet. Gemeinderabbiner Zsolt Balla hat auch den Namen \u00bbHaMakom\u00ab vorgeschlagen. Viele unserer j\u00fcdischen Besucher und Freunde sch\u00e4tzen es sehr, dass das Caf\u00e9 koscher ist. Es ist f\u00fcr sie ein besonderer Ausdruck von Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr j\u00fcdisches Leben.<\/p>\n<p><strong>Was planen Sie f\u00fcr das Caf\u00e9?<\/strong><br \/>Unser \u00f6ffentliches Statement nach dem Angriff war: Gestern gab es einen spontanen Angriff von Jugendlichen auf unser Caf\u00e9 \u2013 verbunden mit Gewaltbereitschaft und Israel\u00adhass. Wir sind dankbar f\u00fcr viel Schutz. Wir stehen weiterhin in Freundschaft an der Seite j\u00fcdischen Lebens und gegen jeden Juden- und Israelhass. Dieser Hass galt nicht uns. Es ist die Atmosph\u00e4re, die unsere j\u00fcdischen Freunde leider h\u00e4ufig in unterschiedlicher Weise von den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppierungen erleben. Jeder Hass macht blind.<\/p>\n<p>Die Fragen an den Vereinsvorsitzenden des \u00bbHaMakom\u00ab stellte Katrin Richter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herr Haas, vor Ihrem Caf\u00e9 haben vergangene Woche mehrere Kinder volksverhetzende Parolen gerufen. 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