{"id":720295,"date":"2026-01-15T13:28:11","date_gmt":"2026-01-15T13:28:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/720295\/"},"modified":"2026-01-15T13:28:11","modified_gmt":"2026-01-15T13:28:11","slug":"lokstoff-laedt-zu-zugfahrt-auf-schienen-in-die-vergangenheit-wege-der-erinnerung-gibt-ns-opfern-stimme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/720295\/","title":{"rendered":"Lokstoff l\u00e4dt zu Zugfahrt: Auf Schienen in die Vergangenheit: \u201eWege der Erinnerung\u201c gibt NS-Opfern Stimme"},"content":{"rendered":"<p>Das Stuttgarter Theaterkollektiv Lokstoff ist mit einer besonderen Bahnfahrt zur KZ-Gedenkst\u00e4tte in Vaihingen\/Enz an der bundesweiten Initiative \u201eKultur gegen das Vergessen\u201c beteiligt.<\/p>\n<p>Wie h\u00e4lt man die Erinnerung an die NS-Zeit und ihre menschenverachtenden Verbrechen lebendig, wenn immer weniger Zeitzeugen davon berichten k\u00f6nnen? Der K\u00fcnstler Andreas Lechner hat sich diese Frage zur Aufgabe gemacht und rund um den internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocausts am 27. Januar eine Veranstaltungsreihe initiiert. \u201eKultur gegen das Vergessen\u201c hei\u00dft sie. Auftakt war 2025, als sich die Befreiung des Konzentrationslagers von Auschwitz zum 80. Mal gej\u00e4hrt hatte; es gab Ausstellungen, Lesungen und Filmvorf\u00fchrungen in Berlin.<\/p>\n<p>In Zukunft will Andreas Lechner \u201eKultur gegen das Vergessen\u201c ausweiten. In diesem Jahr ist jenseits von Berlin, wo sich Schauspielgr\u00f6\u00dfen wie Martin Feifel und Angela Winkler engagieren, allerdings nur das Stuttgarter Theater-Kollektiv Lokstoff mit dabei \u2013 stellvertretend f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p>Theaterensemble Lokstoff spielt in der Region Stuttgart gegen das Vergessen an <\/p>\n<p>\u201eAndreas Lechner kam auf die Empfehlung der Bertold-Leibinger-Stiftung auf uns zu, die uns seit vielen Jahren f\u00f6rdert. Auch ihm hat unsere intensive Arbeit zur Erinnerungskultur im \u00f6ffentlichen Raum gefallen\u201c, sagt Kathrin Hildebrand, die k\u00fcnstlerische Leiterin von Lokstoff. Theater an ungew\u00f6hnlichen Orten als niederschwelliges Angebot zu spielen, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.theatergruppe-lokstoff-wird-20-gefeiert-wird-im-stall.96f21b1d-9654-460d-a0a8-ab57f7d442e5.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ist seit mehr als 20 Jahren das Markenzeichen des Ensembles<\/a>. Auch f\u00fcr \u201eKultur gegen das Vergessen\u201c hat Lokstoff schnell passende Ideen und zum Gl\u00fcck auch F\u00f6rdermittel gefunden.<\/p>\n<p>Neben der Berthold-Leibinger-Stiftung erm\u00f6glichen Stolperkunst und die W\u00fcstenrot-Stiftung das Lokstoff-Projekt \u201eWege der Erinnerung\u201c, das am 27. Januar zu einer \u201eperformativen Bahnfahrt gegen das Vergessen\u201c einl\u00e4dt und Lesung, Ausstellung sowie Theater bietet. Start ist in Stuttgart, Ziel ist die KZ-Gedenkst\u00e4tte in Vaihingen\/Enz, ein Au\u00dfenlager des KZ Natzweiler-Struthof. Die Teilnahme ist kostenlos, dabei sein k\u00f6nnen rund 35 Personen aus Stuttgart, in Vaihingen\/Enz sto\u00dfen nochmals 20 dazu.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.3f4c1b25-d060-48d5-8e3b-964fad94101a.original1024.media.jpeg\"\/>     Katrin Hildebrand in der Lokstoff-Produktion \u201eFamilienabend \u2013 Eine Erinnerung f\u00fcr die Zukunft\u201c    Foto: Lichtgut\/Julian Rettig    <\/p>\n<p>Bereits auf dem Weg zum Zug, w\u00e4hrend der Fahrt und beim Fu\u00dfmarsch zum Friedhof des KZ sowie zur Gedenkst\u00e4tte lesen Kathrin Hildebrand und Simon Kubat aus Biografien und Texten von deportierten Stuttgarter NS-Opfern, \u00fcber Kopfh\u00f6rer h\u00f6rt die Lokstoff-Reisegruppe zu. \u201eWir haben uns bei der Suche nach diesen Erinnerungsst\u00fccken auf den Moment fokussiert, wenn jemand seine Wohnung verl\u00e4sst und wei\u00df, dass er nicht mehr zur\u00fcckkommen wird\u201c, sagt Kathrin Hildebrand zu ihrer Auswahl. Auch wenn die meisten in den Tod fuhren, gebe es doch einige Quellen, erl\u00e4utert Kathrin Hildebrand ihre Recherche und f\u00fcgt an: \u201eAlles, was wir gefunden haben, deutet darauf hin, dass die Menschen das Gef\u00fchl hatten, dass sie nicht zur\u00fcckkehren werden.\u201c <\/p>\n<p>Andreas Lechners Veranstaltungsreihe will aufr\u00fctteln <\/p>\n<p>Genauso wie \u201eWege der Erinnerung\u201c, also vielstimmig und sinnlich erfahrbar, w\u00fcnscht sich Andreas Lechner die Veranstaltungen, die er f\u00fcr \u201eKultur gegen das Vergessen\u201c versammelt. \u201eIn Zeiten zunehmender rechter Ideologien und wachsendem Antisemitismus will das Projekt R\u00e4ume schaffen, in denen Kunst nicht nur unterh\u00e4lt, sondern aufr\u00fcttelt\u201c, sagt der Initiator zu seiner Idee.<\/p>\n<p>\u201eWege der Erinnerung\u201c muss man sich erlaufen <\/p>\n<p>Texte \u00fcber die Tage des Abschieds, das Packen, das Verlassen der Wohnungen, den Marsch zum Sammelplatz und den Beginn der Deportation haben die Lokstoff-Rechercheure f\u00fcr \u201eWege der Erinnerung\u201c aufgesp\u00fcrt. Wer sie h\u00f6ren will, muss daf\u00fcr selbst rund 35 Minuten an Fu\u00dfweg auf sich nehmen. \u201eAlles findet drau\u00dfen statt\u201c, sagt Kathrin Hildebrand. \u201eWer mitkommt, sollte sich warm anziehen und eine Taschenlampe mitbringen, denn der Weg vom Bahnhof zum Friedhof ist nicht beleuchtet.\u201c<\/p>\n<p>An der Gedenkst\u00e4tte selbst spielen vier Mitglieder aus dem Lokstoff-Jugendensemble die 2021 mit 20 jungen Menschen entwickelte Produktion \u201eGegen das Vergessen \u2013 Erinnern f\u00fcr das Morgen\u201c, die sich aus der Geschichte zweier \u00dcberlebender und Franck Pavloffs Fabel \u201eDer braune Morgen\u201c zusammensetzt, begleitend dazu sind Fotografien aus dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Holocaust\" title=\"Holocaust\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Holocaust<\/a>-Gedenkprojekt des italienischen Fotografen Luigi Toscano zu sehen. \u201eDurch eine F\u00f6rderung hatten wir 2025 nochmals die M\u00f6glichkeit, das St\u00fcck mit einem neuen Ensemble einzustudieren\u201c, sagt Kathrin Hildebrand. Lokstoff hat es auch f\u00fcr Schulvorstellungen im Repertoire.<\/p>\n<p> Startpunkt ist am Hauptbahnhof Stuttgart <\/p>\n<p>\u201eWege der Erinnerung\u201c startet am 27. Januar um 18.30 Uhr am Stuttgarter Hauptbahnhof und dauert inklusive R\u00fcckfahrt rund zwei Stunden. Nach der Auff\u00fchrung besteht Gelegenheit, die KZ-Gedenkst\u00e4tte zu besichtigen. Die Teilnahme ist kostenlos, bedarf aber eines g\u00fcltigen Fahrscheins und einer Anmeldung per Mail an: nicola.merkle@lokstoff.com<\/p>\n<p> Lokstoff <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Repertoire<\/strong><br \/>Das Theaterkollektiv Lokstoff hat bereits 2018 mit dem St\u00fcck \u201eFamilienabend \u2013 Eine Erinnerung f\u00fcr die Zukunft\u201c an deportierte Stuttgarter erinnert. Die Produktion, die ausgehend von hier verlegten Stolpersteinen entwickelt wurde, ist aus aktuellem Anlass auch im Februar, Juni und Juli zu sehen. 2021 kam das mit dem Lokstoff-Jugendensemble erarbeitete St\u00fcck \u201eGegen das Vergessen \u2013 Erinnern f\u00fcr das Morgen\u201c dazu, bei dem Jugendliche Luigi Toscanos Portr\u00e4ts von Holocaust-\u00dcberlebenden bespielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Stuttgarter Theaterkollektiv Lokstoff ist mit einer besonderen Bahnfahrt zur KZ-Gedenkst\u00e4tte in Vaihingen\/Enz an der bundesweiten Initiative \u201eKultur&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":720296,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[165750,1634,3364,29,35146,30,9681,80,165751,165752,1441,85897,165753],"class_list":{"0":"post-720295","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-andreas-lechner","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-gedenktag","13":"tag-germany","14":"tag-holocaust","15":"tag-kultur","16":"tag-kultur-gegen-das-vergessen","17":"tag-lokstoff","18":"tag-stuttgart","19":"tag-textmanager","20":"tag-wege-der-erinnerung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115899354788973821","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/720295","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=720295"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/720295\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/720296"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=720295"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=720295"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=720295"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}