{"id":720606,"date":"2026-01-15T16:17:12","date_gmt":"2026-01-15T16:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/720606\/"},"modified":"2026-01-15T16:17:12","modified_gmt":"2026-01-15T16:17:12","slug":"die-linke-praesentiert-neue-ideen-zur-unterstuetzung-der-muenchner-kulturszene-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/720606\/","title":{"rendered":"Die Linke pr\u00e4sentiert neue Ideen zur Unterst\u00fctzung der M\u00fcnchner Kulturszene &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Kultur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kultur<\/a> wiegt schwer. 30 Kilogramm in diesem Fall.\u00a0 Eine massive Platte aus Carrara-Marmor, festgezurrt auf einer Sackkarre, die Alfons Hefter nun zum M\u00fcnchner Marienplatz schiebt. In einer Sitzung der neu gegr\u00fcndeten Arbeitsgruppe Kultur von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Die_Linke\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Linke<\/a> in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> hat ein Parteimitglied ob der vielen Ideen zur Rettung der K\u00fcnste gesagt: \u201eDas m\u00fcsste man in Stein mei\u00dfeln!\u201c\u00a0\u2013 \u201eDas mache ich euch!\u201c, sagte zur \u00dcberraschung der anderen Hefter, den die meisten als Schlagzeuger kannten, weniger als Steinmetz. Alfons Hefter ist, was in dem Fall interessant ist, aber politisch nicht ins Gewicht f\u00e4llt, der Zwillingsbruder von Roland Hefter, dem SPD-Stadtrat und ebenfalls Musiker.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Jedenfalls freut man sich bei der Linken derzeit nicht nur \u00fcber mehr als 1000 neue Mitglieder, darunter etliche K\u00fcnstler und Kulturarbeiter, und \u00fcber die neue AG, sondern auch \u00fcber eine von Hefters Hand gravierte Steinplatte. Darauf: zehn Gebote, was die Stadt unter F\u00fchrung der Linken f\u00fcr die Kultur tun soll, hinter r\u00f6mischen Ziffern und in Versalien.\u00a0 Wo die Moses\u2019sche Tafel sp\u00e4ter prangen soll, muss noch besprochen werden. Erst mal soll sie f\u00fcr eine Fotoaktion vors M\u00fcnchner Rathaus. So wie Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche Wittenberg schlug, will die Linke hier einen Wechsel in der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Kulturpolitik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kulturpolitik<\/a> anzeigen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das sei grundlegend wichtig f\u00fcr seine Partei, erkl\u00e4rt der Fraktionsvorsitzende und OB-Kandidat Stefan Jagel: \u201eDie Rettung der Kultur ist ein elementarer Bestandteil im Kampf gegen den Rechtsruck.\u201c Auf einem Wahlplakat steht: \u201eKultur oder Faschismus\u201c. Man habe sich daher entschlossen, im gestarteten Kommunalwahlkampf auch ein \u201elinkes Angebot f\u00fcr die Kulturschaffenden\u201c anzubieten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das ist insofern auch bemerkenswert, als die Kultur momentan mitten im Fokus des Wahlkampfes steht. Erstmals stellt sich ein breit aufgestelltes \u201eB\u00fcndnis Kultur\u201c zur Wahl. Und seit Donnerstag ist klar, dass diese W\u00e4hlerliste die zur Zulassung ben\u00f6tigten 1000 Unterschriften tats\u00e4chlich eingesammelt hat (1226). \u201eErleichtert\u201c gab das die Initiatorin Christiane Pfau bekannt, die dank weiterer 1076 Unterschriften nun offiziell auch als Oberb\u00fcrgermeisterin kandidieren darf. Hier auch ein pikantes Detail: Auf B\u00fcndnis-Listenplatz 5 findet sich der Kulturmanager Thomas Lechner, der bisher als Parteiloser die Fraktion der Linken im Stadtrat st\u00e4rkte, der er aber dann nicht mehr angeh\u00f6ren wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/a4015a6a-153f-4fdd-a8b4-ff0293cb99a9.jpg\"   alt=\"Freut sich \u00fcber mehr als 1000 neue Mitglieder bei der Linken in M\u00fcnchen: der Fraktionsvorsitzende und OB-Kandidat Stefan Jagel.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Freut sich \u00fcber mehr als 1000 neue Mitglieder bei der Linken in M\u00fcnchen: der Fraktionsvorsitzende und OB-Kandidat Stefan Jagel. (Foto: Johannes Simon)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Man wolle die Fraktion diesmal mit Parteimitgliedern zusammenstellen, sagt Jagel. Und etwa f\u00fcnf der zehn Spitzenpl\u00e4tze sind mit Kulturmenschen best\u00fcckt. Auch das zeigt, dass Die Linke neben den Mietfragen vor allem mit der Kulturpolitik die anderen Parteien herausfordert, gerade die Gr\u00fcnen um Kulturb\u00fcrgermeister Dominik Krause. Dass der sich angesichts eines angedrohten Kahlschlag-Szenarios r\u00fchme, f\u00fcnf Millionen Euro f\u00fcr den Kulturetat 2026 gerettet zu haben, reiche lange nicht: \u201e18 Millionen Euro K\u00fcrzung sind eine Schande\u201c, sagt Johannes K\u00f6nig.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Cellist war Mitglied des Bundesvorstandes der Linken, zog sich dann aber aus der aktiven Politik zur\u00fcck. Die \u201eaktuelle K\u00fcrzungspolitik\u201c habe ihn nun motiviert, wieder zu kandidieren, erkl\u00e4rte er bei einer Pressekonferenz zum \u201e10-Punkte-Aktionsplan\u201c. Er erl\u00e4uterte zwei Aktions-Punkte: einen \u201everbindlichen mehrj\u00e4hrigen Finanzierungsplan\u201c (Punkt III.), denn zum Teil seien freien und st\u00e4dtischen Kulturinstitutionen im laufenden Spielplan Gelder gestrichen worden. Und als fest angestellter Musiker der M\u00fcnchner Symphoniker verlangte er \u201eTarifl\u00f6hne\u201c (IV.) und Aufkl\u00e4rung dar\u00fcber, wer in M\u00fcnchen (au\u00dfer seinem Orchester) unter Tarif bezahle.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auch f\u00fcr freiberufliche K\u00fcnstler sollten st\u00e4dtisch bezuschusste Betriebe oder Projekte faire \u201eMindesthonorare\u201c bezahlen, verlangte Erwin Aljuki\u0107. Der Kammerspiele- und Fernseh-Schauspieler sagte, er habe sich selbstverst\u00e4ndlich schon lange als \u201eSprachrohr\u201c f\u00fcr die Kultur eingesetzt. \u201eAber es reicht mir nicht mehr, aktivistisch zu sein, ich muss dorthin, wo die Entscheidungen getroffen werden.\u201c Auf Listenplatz 8 k\u00e4mpft er f\u00fcr die Kultur \u201eals Versicherungsraum unserer selbst\u201c und als Homosexueller mit Behinderung und Sohn bosnisch-muslimischer Gastarbeiter besonders f\u00fcr eine \u201eDiversit\u00e4tsquote\u201c (X.): Wer Mitglieder marginalisierter Gruppen in der Kultur besch\u00e4ftige, solle aus einem F\u00f6rdertopf belohnt werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/9dc1ffac-4775-40b4-a0c2-bae4dd106c9d.jpg\"   alt=\"Der Schauspieler Erwin Aljukic\u00a0 m\u00f6chte nicht mehr nur aktivistisch agieren, er will auch in die Politik, \u201ewo die Entscheidungen getroffen werden\u201c.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Der Schauspieler Erwin Aljukic\u00a0 m\u00f6chte nicht mehr nur aktivistisch agieren, er will auch in die Politik, \u201ewo die Entscheidungen getroffen werden\u201c. (Foto: Johannes Simon)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Weiter verlangen die Linken: VI. einen \u201eM\u00fcnchenausgleich\u201c f\u00fcr Freischaffende \u00fcber die K\u00fcnstlersozialkasse. VIII. eine \u201est\u00e4dtische Agentur f\u00fcr Zwischennutzungsprojekte\u201c, die daf\u00fcr sorge, dass Leerstand nicht kommerziellen Veranstaltern zur Verf\u00fcgung gestellt werde. Statt im stadteigenen Gel\u00e4nde an der Buttermelcherstra\u00dfe so weiterzumachen wie im alten Gasteig mit dem Fat Cat, kann sich Jagel etwa vorstellen, dass junge Techno-Kollektive Partys im einstigen Rischart-Backhaus veranstalten. Punkt IX.: U30- und Sozialtickets, damit junge und \u00e4rmere Mitb\u00fcrger f\u00fcr drei Euro Eintritt Museen und etwa \u201edie halbleeren R\u00e4nge\u201c der Kammerspiele f\u00fcllen, so\u00a0Aljuki\u0107. Und nat\u00fcrlich, VII., \u201ebezahlbare R\u00e4ume statt kultureller Verdr\u00e4ngung\u201c, wie sie zum Beispiel im Kreativquartier durch die Mieterh\u00f6hung der M\u00fcnchner Gewerbeh\u00f6fe geschehe.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auch M\u00f6glichkeiten, dies zu finanzieren (auch die Gasteig-Sanierung, zu der man nach wie vor stehe), beinhaltet der Zehn-Punkte-Plan schon, wie die Kulturmanagerin Katharina Horn, Listenplatz 1, vorschlug: eine Zwei-Euro-Kultur-Abgabe auf Tickets bei Gro\u00dfveranstaltungen (I.), wie sie die Gr\u00fcnen l\u00e4ngst fordern aber der Freistaat verhindert. Und, das ist neu, eine \u201eKulturtaxe\u201c f\u00fcr Touristen von bis zu f\u00fcnf Euro pro \u00dcbernachtung (II.). Dar\u00fcber hinaus, so Jagel, solle die Stadt bei \u201ePrestigeveranstaltungen\u201c (etwa Sport-Events) sparen und durch eine Gewerbesteuererh\u00f6hung f\u00fcr die Kultur Geld einsammeln. Alles daf\u00fcr, dass es die Kultur eines Tages wieder leichter haben wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Kultur wiegt schwer. 30 Kilogramm in diesem Fall.\u00a0 Eine massive Platte aus Carrara-Marmor, festgezurrt auf einer Sackkarre,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":720607,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,536,86867,30,80,2392,402,1268,2339,1181,149],"class_list":{"0":"post-720606","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-die-linke","11":"tag-die-linke-bayern","12":"tag-germany","13":"tag-kultur","14":"tag-kultur-in-muenchen","15":"tag-kulturpolitik","16":"tag-muenchen","17":"tag-oberbayern","18":"tag-politik-bayern","19":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115900019275574536","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/720606","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=720606"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/720606\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/720607"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=720606"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=720606"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=720606"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}