{"id":721470,"date":"2026-01-16T00:06:13","date_gmt":"2026-01-16T00:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/721470\/"},"modified":"2026-01-16T00:06:13","modified_gmt":"2026-01-16T00:06:13","slug":"rackles-ueber-bessere-bildung-in-bremen-hauptprioritaet-ist-qualitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/721470\/","title":{"rendered":"Rackles \u00fcber bessere Bildung in Bremen: &#8222;Hauptpriorit\u00e4t ist Qualit\u00e4t&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\nInterview<\/p>\n<p>Standdatum: 15. Januar 2026.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nLea Reinhard<\/p>\n<p class=\"article-intro\">Seit 100 Tagen ist Mark Rackles Bildungssenator. Bald will er ein Strategiepapier vorstellen. Im Gespr\u00e4ch mit buten un binnen umrei\u00dft er die Punkte, an denen er ansetzen wird.<\/p>\n<p>Marode Schulen, \u00fcberf\u00fcllte Klassen und letzter Platz im L\u00e4ndervergleich: Bildungssenator Rackles hat vor knapp 100 Tagen kein leichtes Amt \u00fcbernommen. Dementsprechend hoch waren und sind die Erwartungen bei Sch\u00fclern, Eltern und Lehrern. Von Anfang an hatte Rackles um Zeit gebeten. Schon bald will er ein Strategiepapier vorstellen.<\/p>\n<p>Herr Rackles, das Strategiepapier ist immer noch nicht ver\u00f6ffentlicht. Kann es sein, dass Sie in den vergangenen Monaten doch mehr Baustellen im Bremer Bildungswesen festgestellt haben als zun\u00e4chst gedacht?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Ich habe angek\u00fcndigt, dass ich mich bis Weihnachten mit dem System vertraut mache und danach ein Papier anlege. Nach Weihnachten ist f\u00fcr mich Januar und im Januar kommt auch ein Papier, da brauchen Sie keine Angst haben und die Stadt auch nicht. Es wird erst ein Papier zur Qualit\u00e4t geben. Das ist die Reaktion auf den sogenannten IQB-Bildungstrend, wo Bremen ja erneut auf dem 16. Platz ist. Da bin ich nicht bereit einfach weiterzumachen. Das ist auch nicht trivial, das sind gro\u00dfe Herausforderungen, und die bed\u00fcrfen ein bisschen Zeit. Also ich bin f\u00fcr mich im Plan und ich glaube, neue Ideen werden bald auf dem Tisch liegen.<\/p>\n<p>Welche Priorit\u00e4ten haben Sie denn in diesem Papier gesetzt?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Die Hauptpriorit\u00e4t ist Qualit\u00e4t. Wir m\u00fcssen besser werden. Das hei\u00dft besserer Unterricht und mehr Lernzeit. Was nicht zwingend eine zus\u00e4tzliche Stunde hei\u00dfen muss. Stattdessen kann es weniger Unterrichtsausfall und mehr Pr\u00e4senz hei\u00dfen, daran werden wir aktiv arbeiten. Personalversammlungen am fr\u00fchen Morgen versuchen wir zu vermeiden, solche kleinen Punkte sind es. Aber tats\u00e4chlich geht es auch darum, die Ausfallzeiten bei Krankheiten zu minimieren.<\/p>\n<p>Zwei Milliarden Euro Bau- und Sanierungsstaus gibt es \u2013 35 Millionen Euro haben Sie vom Bund zur Beseitigung bekommen. Wo soll der Rest herkommen? <\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Also erstens sind die zwei Milliarden Euro ein bisschen aus der Luft gegriffen. Keiner wei\u00df genau, was es kostet. Ein Bildungssystem ist dauerhaft in der Sanierung. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn in den letzten Jahrzehnten mehr investiert worden w\u00e4re, damit es nicht so marode ist. Die 35 Millionen Euro sind Bundesmittel, die wir jetzt auch konkret in Schulen verbauen, zum Beispiel f\u00fcr Toilettensanierungen und Sporthallen. Jenseits davon l\u00e4uft noch ganz viel Neubau von Schulen und Sanierungen des Bestands. Wir haben dreistellige Millionenbetr\u00e4ge j\u00e4hrlich im System.<\/p>\n<p>Trotzdem haben Eltern Angst davor, dass das Kind keinen Platz in einer Schule bekommt. Weil die Schulen jetzt schon so \u00fcberquellen, m\u00fcssen Sie auf Abstellkammern ausweichen.<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Abstellkammern sind es nicht, es sind ehemalige Fachr\u00e4ume. Wir haben einen hohen Druck und viele Kinder im System. Das ist an sich f\u00fcr eine Stadt wie Bremen und Bremerhaven sch\u00f6n. Und wir bauen praktisch hinter den Kindern her. Wir haben diesen Druck weniger im Grundschul- und Kitabereich, sondern im Sekundarbereich I. Wir haben genug Pl\u00e4tze f\u00fcr alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, aber nicht immer genau an dem Ort, an dem sie sein wollen. Deswegen wird es wahrscheinlich wie letztes Jahr auch den Bedarf geben, dass l\u00e4ngere Wege in Anspruch genommen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Thema Unterrichtsqualit\u00e4t: Beim IQB-Bildungstrend ist Bremen bundesweit wieder auf dem letzten Platz. Wann wird sich das \u00e4ndern?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Ich wei\u00df nicht, wann sich das \u00e4ndert. Die Wirtschaft hat gesagt in sechs oder vier Jahren m\u00fcssen wir mindestens auf Platz 10 kommen. Ich f\u00e4nde es einfach gut, wenn wir uns verbessern w\u00fcrden. Hamburg hat daf\u00fcr 15 Jahre gebraucht, das \u00e4ndern sie nicht mit einem Switch. Es ist ein bisschen die Haltungsfrage, und dass die richtigen Stellschrauben gedreht werden. Das wiederum h\u00e4ngt mit dem Qualit\u00e4tskonzept insgesamt zusammen. Das hei\u00dft: Mehr Sprachbildung und mehr Konzentration auf die Grundbildung, also Rechnen, Schreiben und Lesen. Das sind die Punkte, auf die wir uns konzentrieren wollen.<\/p>\n<p>(Das Interview f\u00fchrte Lea Reinhard. Aufgeschrieben, gek\u00fcrzt und redigiert hat es Jonathan Garbers.)<\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quelle<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nbuten un binnen, 15. Januar 2026, 19:30 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Interview Standdatum: 15. Januar 2026. Autorinnen und Autoren: Lea Reinhard Seit 100 Tagen ist Mark Rackles Bildungssenator. 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