{"id":721588,"date":"2026-01-16T01:13:12","date_gmt":"2026-01-16T01:13:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/721588\/"},"modified":"2026-01-16T01:13:12","modified_gmt":"2026-01-16T01:13:12","slug":"daenemark-koennte-im-groenland-ernstfall-beistand-verlangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/721588\/","title":{"rendered":"D\u00e4nemark k\u00f6nnte im Gr\u00f6nland-Ernstfall Beistand verlangen"},"content":{"rendered":"<p>15.01.2026, 20:1815.01.2026, 20:18<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Im Fall eines gewaltsamen Konflikts um Gr\u00f6nland k\u00f6nnten Deutschland und die anderen EU-Staaten auf Antrag D\u00e4nemarks hin Beistand leisten m\u00fcssen. Das stellte eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas jetzt nach den ergebnislos verlaufenen Gespr\u00e4chen \u00fcber die aus europ\u00e4ischer Sicht ungerechtfertigten US-Besitzanspr\u00fcche auf die Arktisinsel in Washington klar.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4128910531636709.webp\" loading=\"lazy\" width=\"7891\" height=\"4303\" alt=\"epa12600221 European High Representative of the Union for Foreign Affairs Kaja Kallas attends the EU Council Summit in Brussels, Belgium, 18 December 2025. EU leaders are meeting to discuss the latest ...\" data-image-id=\"4128910531636709\"\/><\/p>\n<p>EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas.Bild: keystone<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Gr\u00f6nland sei Teil des Hoheitsgebiets des K\u00f6nigreichs D\u00e4nemark und fiele daher grunds\u00e4tzlich unter die gegenseitige Solidarit\u00e4tsklausel in Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags, sagte die Sprecherin gegen\u00fcber der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich betonte sie, dass sich die Frage einer Anwendung derzeit nicht stelle. Grunds\u00e4tzlich gilt eine milit\u00e4rische Konfrontation als sehr unwahrscheinlich, weil sich vermutlich niemand mit der m\u00e4chtigsten Milit\u00e4rmacht der Welt anlegen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Deutliche Ansage nach langem Schweigen<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Brisant ist die \u00f6ffentliche Festlegung dennoch. Zuvor waren EU-Vertreter der Frage lange ausgewichen, ob D\u00e4nemark im Fall einer gewaltsamen Einverleibung Gr\u00f6nlands durch die USA theoretisch den Beistand anderer Mitgliedstaaten anfordern k\u00f6nnten. Als Grund gilt unter anderem, dass die Gr\u00f6nl\u00e4nder 1982 in einem Referendum f\u00fcr den Austritt aus der damaligen Europ\u00e4ischen Gemeinschaft (EG) gestimmt hatten. Zugleich ist Gr\u00f6nland aber weiterhin Teil des K\u00f6nigreichs D\u00e4nemark. Unter Juristen wird zum Teil auch die Auffassung vertreten, dass die Solidarit\u00e4tsklausel vermutlich nicht f\u00fcr Gr\u00f6nland gilt.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">In ihr heisst es konkret: \u00abIm Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterst\u00fctzung (&#8230;).\u00bb<\/p>\n<p>Auf Nato kann D\u00e4nemark im Streit nicht z\u00e4hlen<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Artikel 42 Absatz 7 ist damit noch sch\u00e4rfer formuliert als Artikel 5 der Nato. Nach diesem liegt es im Ermessensspielraum der B\u00fcndnisstaaten, wie sie im Fall eines Angriffs Alliierten zu Hilfe kommen. Den Nato-B\u00fcndnisfall k\u00f6nnte D\u00e4nemark zudem ohnehin nicht ausrufen, weil dazu auch die USA zustimmen m\u00fcssten.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Die Klarstellung erfolgte kurz nach erfolglos geendeten Gr\u00f6nland-Gespr\u00e4chen am Mittwoch in Washington. Bei diesen hatten der d\u00e4nische Aussenminister Lars L\u00f8kke Rasmussen und die f\u00fcr Aussenpolitik zust\u00e4ndige gr\u00f6nl\u00e4ndische Ministerin Vivian Motzfeldt versucht, den Amerikanern klarzumachen, dass die USA keinen Anspruch auf Gr\u00f6nland haben und dass die gr\u00f6sste Insel der Welt nicht zum Verkauf steht.<\/p>\n<p>Trump l\u00e4sst nicht locker<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Schon direkt vor dem Treffen mit US-Aussenminister Marco Rubio und Vizepr\u00e4sident JD Vance hatte US-Pr\u00e4sident Donald Trump noch einmal deutlich gemacht, dass er nicht daran denke, sein Interesse an dem rohstoffreichen Gr\u00f6nland aufzugeben. Er verwies dabei erneut auf strategische Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten, die sich angeblich nicht \u00fcber die Nato sch\u00fctzen liessen.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">F\u00fcr Aufsehen und Beunruhigung sorgt Trumps \u00c4usserungen vor allem, weil er bislang auch milit\u00e4rischen Zwang nicht ausschliesst, um Kontrolle \u00fcber Gr\u00f6nland zu erlangen. Die Insel ist zu vier F\u00fcnfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so gross wie Deutschland, hat aber nur knapp 57&#8217;000 Einwohner.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Rasmussen konstatierte nach dem Austausch mit Rubio und Vance \u00abfundamentale\u00bb Meinungsverschiedenheiten. Als Zeichen der Solidarit\u00e4t mit D\u00e4nemark und Gr\u00f6nland haben Deutschland und andere EU-Staaten eine Milit\u00e4rmission f\u00fcr das Land angek\u00fcndigt. Die Bundeswehr beteiligt sich mit 13 Soldaten an dem mehrt\u00e4gigen Erkundungseinsatz auf der Arktisinsel. (hkl\/sda\/dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"15.01.2026, 20:1815.01.2026, 20:18 Im Fall eines gewaltsamen Konflikts um Gr\u00f6nland k\u00f6nnten Deutschland und die anderen EU-Staaten auf Antrag&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":721589,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-721588","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115902126961630829","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/721588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=721588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/721588\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/721589"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=721588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=721588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=721588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}