{"id":722011,"date":"2026-01-16T05:18:13","date_gmt":"2026-01-16T05:18:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/722011\/"},"modified":"2026-01-16T05:18:13","modified_gmt":"2026-01-16T05:18:13","slug":"frankreichs-opposition-wird-zur-belastung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/722011\/","title":{"rendered":"Frankreichs Opposition wird zur Belastung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1ee7f6fd-dfbd-4762-8c66-30a3b8ae0615.jpeg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  undefined\"  width=\"6000\" height=\"4000\" alt=\"\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p class=\"font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Frankreich ist strikt gegen den Handelsvertrag der EU mit dem Mercosur. Das ist nicht der einzige Konflikt zwischen dem m\u00e4chtigen Mitgliedstaat und der EU. Auch sonst wird er zunehmend zur Belastung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2d0a43ea-64bf-4248-b286-c11b2faa7e58.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"7644\" height=\"5096\" alt=\"Wirtschaftspolitik, Aussenhandel oder \u00f6ffentliche Finanzen: Frankreichs wirtschaftliche Einstellung stellt f\u00fcr die EU ein Problem dar.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" \/>Wirtschaftspolitik, Aussenhandel oder \u00f6ffentliche Finanzen: Frankreichs wirtschaftliche Einstellung stellt f\u00fcr die EU ein Problem dar.<\/p>\n<p>Ludovic Marin \/ Reuters<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jf0i4lua0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Aussenpolitisch erwirbt sich Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron um Europa zwar gerade grosse Verdienste. Er hat die <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/macron-und-putin-neue-diplomatische-signale-im-ukraine-krieg-ld.1917605\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abKoalition der Willigen\u00bb<\/a> initiiert, die eine allf\u00e4llige Waffenruhe oder gar einen Frieden in der Ukraine milit\u00e4risch sichern soll. Aber leider ist es das schon. Sonst tanzt Frankreich in der EU st\u00e4ndig aus der Reihe, und gerade wirtschaftspolitisch isoliert sich der m\u00e4chtige Mitgliedstaat zunehmend. F\u00fcr die EU wird das zum Problem.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Am Samstag wird die EU-Kommissions-Pr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen nach Paraguay reisen, <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/eu-einigung-weg-fuer-mercosur-handelsabkommen-ist-frei-ld.1919533\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">um dort das Handelsabkommen der EU mit dem Mercosur zu unterzeichnen.<\/a> Dieser Wirtschaftsorganisation geh\u00f6ren Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay an.<\/p>\n<p>In der Geiselhaft der Landwirte<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jf0loqhe0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Das Abkommen mag nicht perfekt sein, vor allem auf die Landwirte kommen Zumutungen zu. Sie m\u00fcssen mit leicht h\u00f6heren Agrarimporten leben, die zu niedrigeren Z\u00f6llen oder gar abgabefrei in die EU gelangen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jf0mhmuk1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der Staatenbund hat allerdings eine G\u00fcterabw\u00e4gung zu treffen, und sie f\u00e4llt f\u00fcr das Mercosur-Abkommen aus. Den Industriefirmen winken in Lateinamerika neue Gesch\u00e4ftschancen. Die EU n\u00e4hert sich zudem Staaten an, die wie sie neue Verb\u00fcndete suchen. Die kraftmeierische Aussenpolitik der USA hat nicht nur die Europ\u00e4er erschreckt, sondern auch die Lateinamerikaner. Damit ist der Zeitpunkt g\u00fcnstig, um die Beziehung zu ihnen zu vertiefen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1a06b8f6-ee40-4329-9325-23c59152df49.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"4665\" height=\"3111\" alt=\"Die EU-Kommissions-Pr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen einigte sich vor einem Jahr mit den Pr\u00e4sidenten vier lateinamerikanischer Staaten auf einen Handelsvertrag. Am Samstag soll er unterzeichnet werden.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Die EU-Kommissions-Pr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen einigte sich vor einem Jahr mit den Pr\u00e4sidenten vier lateinamerikanischer Staaten auf einen Handelsvertrag. Am Samstag soll er unterzeichnet werden.<\/p>\n<p>Sofia Torres \/ EPA<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jf0loqhf0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Eine Mehrheit der EU-L\u00e4nder sieht das auch so, nicht aber Frankreich. Von ganz links \u00fcber die politische Mitte bis ganz rechts reicht dort die Ablehnung des Vertrags. Die Politiker bef\u00fcrchten, dass viele heimische Bauern mehr internationalen Agrarhandel nicht \u00fcberleben werden.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jf0loqhg0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dabei w\u00fcrde Frankreichs Industrie ebenfalls vom Mercosur-Vertrag profitieren. Selbst f\u00fcr gewisse Agrarproduzenten er\u00f6ffneten sich Chancen, etwa f\u00fcr die K\u00e4se- und die Weinhersteller. Aber einzelne Segmente des Agrarsektors haben das Land in Geiselhaft genommen: Das sind in erster Linie Rinderz\u00fcchter und Milchbauern sowie Hersteller von Zucker und Ethanol. Sie wollen keine Konkurrenz aus Lateinamerika, auch weil sie teilweise nicht konkurrenzf\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>Frankreich will die EU in h\u00f6here Schulden treiben<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jf0loqhg1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Leider ist der Handel nicht das einzige Thema, bei dem Frankreich f\u00fcr die EU ein Hemmnis darstellt \u2013 oder gar eine Gefahr. Frankreichs Finanzen befinden sich in einem dramatisch schlechten Zustand. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/frankreichs-parlament-verabschiedet-notloesung-fuer-haushalt-ld.1917925\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Noch immer hat das Land f\u00fcr 2026 kein regul\u00e4res Budget,<\/a> und dabei sollte es das Defizit auf Geheiss der EU schleunigst reduzieren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jf0mq4v80\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Am Kapitalmarkt kann sich Frankreich noch finanzieren. Aber das kann sich rasch \u00e4ndern. Die Welt ist instabil geworden. Halbwegs solide Finanzen sind jetzt n\u00f6tiger denn je, um Turbulenzen zu \u00fcberstehen. Frankreich scheint das nicht zu bek\u00fcmmern, die EU muss es aber: Ernsthafte budget\u00e4re Probleme des Landes schwappten rasch auf sie \u00fcber.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jf0loqhg2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auch finanzpolitisch \u00f6ffnet sich ein Graben zwischen Frankreich und anderen EU-L\u00e4ndern. Frankreich m\u00f6chte etwa, dass sich die EU st\u00e4rker verschuldet. Die soliden EU-Staaten riechen den Braten. Offenbar trachtet das finanziell klamme Frankreich danach, die EU als Bancomat zu missbrauchen. Gibt die EU bei gemeinsamen Schulden nach, steht sie finanziell in einigen Jahren m\u00f6glicherweise so schlecht da wie Frankreich heute.<\/p>\n<p>Industriepolitik hat in Frankreich nur beschr\u00e4nkt funktioniert<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jf0sahlp1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Industriepolitisch vertritt das Land ebenfalls eine Minderheitsposition. Nach einheimischer Tradition verlangt es mehr staatliche Eingriffe in die Wirtschaft der EU, um so Wachstum zu schaffen. Industriepolitik hat in Frankreich aber nur beschr\u00e4nkt funktioniert \u2013 sonst st\u00fcnde das Land heute besser da. Zu Recht neigt die EU-Kommission daher dazu, mittels Liberalisierung den Binnenmarkt zu vertiefen. Das ist das pure Gegenteil von Industriepolitik.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jf0loqhi0\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-paragraph=\"true\">Frankreich muss seine Hausaufgaben machen und darf Probleme nicht auf die EU abw\u00e4lzen. Als Gr\u00fcnderstaat w\u00e4re dies Frankreich der EU eigentlich schuldig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreich ist strikt gegen den Handelsvertrag der EU mit dem Mercosur. 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