{"id":722409,"date":"2026-01-16T08:57:24","date_gmt":"2026-01-16T08:57:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/722409\/"},"modified":"2026-01-16T08:57:24","modified_gmt":"2026-01-16T08:57:24","slug":"reform-der-erbschaftssteuer-euregio-aktuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/722409\/","title":{"rendered":"Reform der Erbschaftssteuer &#8211; Euregio Aktuell"},"content":{"rendered":"<p>Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen und die Handwerkskammer (HWK) Aachen lehnen die von der SPD-Bundestagsfraktion vorgeschlagenen \u00c4nderungen bei der Erbschaftssteuer ab: Nach ihrer Einsch\u00e4tzung w\u00fcrden die Pl\u00e4ne die \u00dcbertragung von Betriebsverm\u00f6gen deutlich verteuern, insbesondere mittelst\u00e4ndische Familienunternehmen in der Region weiter belasten und damit Investitionen sowie Arbeitspl\u00e4tze gef\u00e4hrden. Allein im Bezirk der IHK und HWK Aachen werden innerhalb der n\u00e4chsten zehn Jahre rund 10.000 wirtschaftlich attraktive Unternehmen mit 70.000 Arbeitspl\u00e4tzen zur \u00dcbergabe bereitstehen. <a>Nahezu jeder zweite Inhaber eines in der IHK organisierten Unternehmens in Nordrhein-Westfalen ist inzwischen \u00e4lter als 55 Jahre. Im Handwerk liegt dieser Wert bei rund einem Drittel.<\/a><\/p>\n<p>\u201eDie Unternehmen bilden das Fundament unserer Gesellschaft, indem sie Arbeitspl\u00e4tze schaffen und die Staatsausgaben zu erheblichen Teilen durch Steuern und Abgaben finanzieren\u201c, betont IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael F. Bayer. \u201eDieses br\u00f6ckelnde Fundament m\u00fcssen wir wieder festigen und grundlegend entlastende Reformen auf den Weg bringen. Der aktuelle Entwurf der SPD w\u00fcrde genau das Gegenteil bewirken.\u201c<\/p>\n<p>HWK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Georg Stoffels macht deutlich: \u201eGerade im Mittelstand werden langfristig Arbeitspl\u00e4tze geschaffen, Ausbildungspl\u00e4tze bereitgestellt, regionale Wertsch\u00f6pfung gesichert und Ertr\u00e4ge h\u00e4ufig substanziell im eigenen Betrieb reinvestiert. Eine verl\u00e4ssliche und planbare Unternehmensnachfolge ist daher nicht nur ein privates Anliegen der Eigent\u00fcmerfamilien, sondern ein zentrales Thema f\u00fcr Besch\u00e4ftigte, die Region und das Steueraufkommen und damit von gesamtgesellschaftlichem Interesse.\u201c<\/p>\n<p>Der von der SPD vorgesehene Freibetrag f\u00fcr Unternehmen von f\u00fcnf Millionen Euro w\u00e4re nach Ansicht der beiden Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig niedrig, sodass in den meisten F\u00e4llen erhebliche Steuerzahlungen f\u00e4llig w\u00fcrden. Allein aufgrund der laufenden Ertr\u00e4ge w\u00fcrden nach aktuellem Stand schon rund 1.700 Unternehmen in der Region aus der Befreiung herausfallen. Hinzu kommen all die Betriebe, bei denen die Bewertung der Substanz oberhalb des Freibetrags liegt. Gewerbegrundst\u00fccke, Fabrik- oder B\u00fcrogeb\u00e4ude, Fertigungsanlagen, Lagerhallen und -best\u00e4nde oder auch ein Fuhrpark treiben den Unternehmenswert schnell in die H\u00f6he.<\/p>\n<p>Die Ziele einer fairen Besteuerung und der Vermeidung missbr\u00e4uchlicher Steuergestaltungen bewerten IHK Aachen und HWK Aachen als grunds\u00e4tzlich nachvollziehbar. Aus ihrer Sicht zeigen die Vorschl\u00e4ge jedoch, dass die SPD-Fraktion bei diesem Thema wenig bis kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Mittelstand und die Unternehmensstruktur in Deutschland hat.<\/p>\n<p>Zudem weisen IHK und HWK darauf hin, dass die Behauptung, f\u00fcr gro\u00dfe Betriebsverm\u00f6gen w\u00fcrden systematisch weniger Erbschafts- und Schenkungssteuer anfallen als f\u00fcr kleinere, nicht durch die Praxis gedeckt ist. Auch die vorgesehenen Stundungsm\u00f6glichkeiten bieten keine nachhaltige Entlastung f\u00fcr die n\u00e4chste Generation von Unternehmerinnen und Unternehmern: \u00dcber mehrere Jahre abzutragende Steuerschulden erh\u00f6hen die Finanzierungskosten von Investitionen \u2013 selbst mit der M\u00f6glichkeit, zu stunden \u2013 deutlich.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig k\u00f6nnen die Steuerschulden nicht aus liquiden Eigenmitteln beglichen werden, sodass zus\u00e4tzliche Kredite aufgenommen werden m\u00fcssten. Die damit verbundenen Zinslasten schw\u00e4chen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der betroffenen Unternehmen weiter. Die IHK und HWK Aachen fordern deshalb, auf zus\u00e4tzliche Belastungen zu verzichten und stattdessen Reformen auf den Weg zu bringen, die Unternehmerinnen und Unternehmer sp\u00fcrbar entlasten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen und die Handwerkskammer (HWK) Aachen lehnen die von der SPD-Bundestagsfraktion vorgeschlagenen \u00c4nderungen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":722410,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1853],"tags":[126710,1424,84409,3364,29,90206,548,663,3934,30,13,166236,14,15,1209,12,166237],"class_list":{"0":"post-722409","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aachen","8":"tag-handwerkskammer-aachen","9":"tag-aachen","10":"tag-ablehnung","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-erbschaftssteuer","14":"tag-eu","15":"tag-europa","16":"tag-europe","17":"tag-germany","18":"tag-headlines","19":"tag-ihk-aachen","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-nordrhein-westfalen","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-spd-vorschlag"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115903951296523877","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/722409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=722409"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/722409\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/722410"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=722409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=722409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=722409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}