{"id":722438,"date":"2026-01-16T09:13:19","date_gmt":"2026-01-16T09:13:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/722438\/"},"modified":"2026-01-16T09:13:19","modified_gmt":"2026-01-16T09:13:19","slug":"iraner-in-wuppertal-bangen-um-die-familie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/722438\/","title":{"rendered":"Iraner in Wuppertal bangen um die Familie"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Lage im Iran ist weiterhin ernst. Vor allem Studenten und junge Menschen sind seit Ende Dezember auf die Stra\u00dfen gegangen, um auf die katastrophale wirtschaftliche Situation aufmerksam zu machen und f\u00fcr die Achtung der Menschenrechte und Gerechtigkeit zu demonstrieren. Die iranische Regierung geht mit aller H\u00e4rte gegen die Demonstranten vor. Es gab Tausende Verhaftungen, nach offiziellen Angaben sind \u00fcber 2000 Menschen get\u00f6tet worden &#8211; die Dunkelziffer d\u00fcrfte laut Amnesty International deutlich h\u00f6her liegen. Die in Wuppertal lebenden Iranerinnen und Iraner sorgen sich um ihre Angeh\u00f6rigen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Hadi Mohammadi (39) hat erst k\u00fcrzlich den \u201eTeheran Supermarkt\u201c gemeinsam mit Zahra Abedini am Werth er\u00f6ffnet. Seit 2018 leben sie in Deutschland. \u201eIch sorge mich nicht nur um meine Familie, sondern um alle Menschen dort\u201c, erz\u00e4hlt er. Das Regime schaltete in der Nacht zum 9. Januar Telefonleitungen und das Internet ab. Eine zerm\u00fcrbende Zeit f\u00fcr Hadi Mohammadi und seine Familie. Anrufe gingen nicht durch, Nachrichten wurden nicht \u00fcbermittelt. Erleichterung kam erst jetzt. \u201eIch habe heute Morgen endlich mit meinem Vater sprechen k\u00f6nnen, er konnte mich endlich anrufen\u201c, berichtet er.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nur er und seine Familie sind in Deutschland, alle anderen Geschwister, Verwandten und Angeh\u00f6rigen sind im Iran. Die Angst h\u00e4lt ihn wach. \u201eIch habe in den letzten f\u00fcnf N\u00e4chten nicht mehr als vier Stunden geschlafen\u201c, sagt er. \u201eMeiner Familie geht es gut, aber es macht uns traurig, dass so viele Menschen gestorben sind. Und das sind auch unsere Br\u00fcder und Schwestern.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aus Solidarit\u00e4t mit den Menschen im Iran gab es gestern auch eine Kundgebung auf dem Johannes-Rau-Platz vor dem Rathaus. Die Organisatoren hatten einen kleinen Pavillon aufgebaut, Infomaterial verteilt und Passanten \u00fcber die Lage im Land aufgekl\u00e4rt. Laut Polizei seien in der Spitze 18 Teilnehmer dort gewesen. Die Kundgebung verlief friedlich.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Laut den Berichten seines Vaters seien zurzeit kaum noch Menschen auf der Stra\u00dfe, erz\u00e4hlt Mohammadi. \u201eDie Menschen haben alle Angst\u201c, sagt er. Dar\u00fcber hinaus ginge es den Menschen auch wirtschaftlich nicht gut. \u201eDie haben f\u00fcr ihre eigenen Kinder kein Essen. Die k\u00f6nnen die Miete f\u00fcr ihre Wohnungen nicht bezahlen.\u201c Wie es nun weitergeht, sei ungewiss. \u201eIch w\u00fcnsche mir, dass sich die Situation \u00e4ndert, aber ich mache mir keine Hoffnung.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Hamid (Name ge\u00e4ndert, er ist der Redaktion bekannt) ist Informatik-Student an der Bergischen Uni. Er berichtet von der Angst um seine Familie und Freunde in der Heimat, aber auch von der Wut und dem Stress, den die Ungewissheit ausl\u00f6st. \u201eSeit sieben Tagen herrscht ein Shutdown\u201c, sagt er. \u201eWir wissen nicht, ob unsere Freunde noch am Leben sind.\u201c Erst vor zwei Tagen habe der 29-J\u00e4hrige die Gelegenheit gehabt, f\u00fcr nicht einmal eine Minute mit seiner Familie zu telefonieren. Aber: Telefonate werden abgeh\u00f6rt. Und nicht nur das: Es kursieren Falschinformationen, oftmals verbreitet durch das Regime selbst. \u201eWir versuchen, an verifizierte Informationen zu kommen, aber es gibt kaum verl\u00e4ssliche Quellen\u201c. Die Abschaltung des Internets erschwert es, eine \u00dcbersicht \u00fcber die Lage zu bekommen. Das Regime versuche mit Falschinformationen, die Stimmen des Widerstands verstummen zu lassen. Und dennoch und genau deshalb wollen Hamid und seine Mitstreiter an der Bergischen Uni auf die Lage im Iran aufmerksam machen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Lage im Iran ist weiterhin ernst. Vor allem Studenten und junge Menschen sind seit Ende Dezember auf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":722439,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[18929,56904,3364,29,553,30,345,166246,166247,64254,10347,72168,1209,10144,11983,4418],"class_list":{"0":"post-722438","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-angst","9":"tag-aufmerksam","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-familie","13":"tag-germany","14":"tag-iran","15":"tag-iraner","16":"tag-iranerinnen","17":"tag-iranische","18":"tag-lage","19":"tag-mohammadi","20":"tag-nordrhein-westfalen","21":"tag-situation","22":"tag-verhaftungen","23":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115904014234641679","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/722438","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=722438"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/722438\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/722439"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=722438"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=722438"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=722438"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}