{"id":722666,"date":"2026-01-16T11:21:17","date_gmt":"2026-01-16T11:21:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/722666\/"},"modified":"2026-01-16T11:21:17","modified_gmt":"2026-01-16T11:21:17","slug":"lehrplan-sehr-sehr-problematisch-abiturienten-in-berlin-muessen-nichts-mehr-ueber-ddr-geschichte-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/722666\/","title":{"rendered":"Lehrplan: \u201eSehr, sehr problematisch\u201c \u2013 Abiturienten in Berlin m\u00fcssen nichts mehr \u00fcber DDR-Geschichte lernen"},"content":{"rendered":"<p>In Berlin sollen sich Abiturienten nicht mehr zwingend mit der SED-Diktatur und der Mauerfall auseinandersetzen m\u00fcssen \u2013 das ist die Folge eines neuen Rahmenlehrplans f\u00fcr die Oberstufe. Geschichtslehrer sind entsetzt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ausgerechnet in Berlin m\u00fcssen sich bald viele Sch\u00fcler in der gymnasialen Oberstufe k\u00fcnftig nicht unbedingt mit der DDR, die SED-Diktatur und deren Folgen auseinandersetzen. Hintergrund ist eine geplante \u00c4nderung im Rahmenlehrplan f\u00fcr die Oberstufe, die derzeit f\u00fcr Diskussionen sorgt und von Kritikern als Ausdruck von Geschichtsvergessenheit gewertet wird.<\/p>\n<p>Lea Honor\u00e9 vom Verband der Geschichtslehrer bezeichnete die neuen Vorgaben im Gespr\u00e4ch mit WELT TV als \u201esehr, sehr problematisch\u201c \u2013 insbesondere f\u00fcr Berlin, wo \u201eDDR-Geschichte vor der Haust\u00fcr zu finden ist\u201c. Honor\u00e9 f\u00fchrt diese Entwicklung auf seit Jahren schrumpfende Unterrichtszeit im Fach Geschichte zur\u00fcck. Dieser werde \u201eeigentlich seit Jahren in Berlin ganz stark gek\u00fcrzt\u201c. <\/p>\n<p>Vor allem in der Mittelstufe fehle schlicht die Zeit, \u201eum Themen unterrichten zu k\u00f6nnen\u201c, so Honor\u00e9. Das liege unter anderem daran, dass Geschichte ohnehin an vielen Schulen als Gesellschaftswissenschaften (GeWi) zusammengefasst wird.<\/p>\n<p>Durch den neuen Rahmenlehrplan f\u00fcr die Oberstufe m\u00fcssen Sch\u00fcler nun nur noch das erste und zweite Kurshalbjahr im Fach Geschichte verpflichtend belegen. In diesen Semestern seien aber andere Themen fest vorgegeben \u2013 darunter \u201eZeitalter der Revolution\u201c, \u201eWeimarer Republik\u201c und \u201eNationalsozialismus\u201c. <\/p>\n<p>Das dritte und vierte Semester sei dagegen entweder freiwillig oder nur aufgrund bestimmter Kurskonstellationen zu belegen. In der Folge werde \u201eDDR-Geschichte nicht mehr verpflichtend unterrichtet\u201c, sagte Honor\u00e9. Damit sei \u201enicht mehr sichergestellt, dass alle Berliner Abiturienten eben DDR-Geschichte erfahren haben\u201c, so Honor\u00e9. Besonders problematisch sei die Entwicklung aus ihrer Sicht, weil Geschichte das \u201eDemokratiebildungsfach\u201c sei. Gerade vor dem Hintergrund bereits gek\u00fcrzter Unterrichtszeiten in der Mittelstufe k\u00f6nne so eine zentrale Epoche deutscher Geschichte bei vielen Sch\u00fclern vollst\u00e4ndig wegfallen. <\/p>\n<p>Schon zuvor hatte der Verband die Berliner Bildungssenatorin Katharina G\u00fcnther-W\u00fcnsch (CDU) <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bundesstiftung-aufarbeitung.de\/de\/stiftung\/aktuelles\/offener-brief-zur-geplanten-aenderung-der-belegungspflicht-im-fach-geschichte-der-gymnasialen-oberstufe-berlin\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bundesstiftung-aufarbeitung.de\/de\/stiftung\/aktuelles\/offener-brief-zur-geplanten-aenderung-der-belegungspflicht-im-fach-geschichte-der-gymnasialen-oberstufe-berlin&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">in einem offenen Brief aufgefordert, den Schritt zur \u00c4nderung des Rahmenlehrplans zu \u00fcberdenken<\/a>. \u201eDie Auseinandersetzung mit Diktatur, Teilung und demokratischem Neubeginn ist kein beliebig disponibler Stoff, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil historisch-politischer Bildung\u201c, hei\u00dft es darin. <\/p>\n<p>Honor\u00e9 sagte, ihr Verband hoffe nun auf Gespr\u00e4che und eine Korrektur \u2013 auch mit Blick auf Brandenburg, das denselben neuen Rahmenlehrplan erhalte. Dort seien aber \u201evier Pflichtsemester durchgehend Geschichte\u201c vorgesehen. Eine offizielle R\u00fcckmeldung aus der Senatsverwaltung gebe es bislang nicht; man habe aus der Presse von den \u00dcberlegungen erfahren. \u201eWir hoffen nat\u00fcrlich ganz stark, dass diese Entscheidung noch mal \u00fcberdacht wird und dass es da Gespr\u00e4chsangebote geben wird\u201c, sagte Honor\u00e9.<\/p>\n<p>kami<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Berlin sollen sich Abiturienten nicht mehr zwingend mit der SED-Diktatur und der Mauerfall auseinandersetzen m\u00fcssen \u2013 das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":722667,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,81286,124613,29,30,166327,110,1978],"class_list":{"0":"post-722666","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-ddr-ks","10":"tag-deutsche-geschichte-ks","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-lehrplaene-ks","14":"tag-newsteam","15":"tag-schueler"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115904517789103231","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/722666","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=722666"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/722666\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/722667"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=722666"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=722666"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=722666"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}