{"id":722748,"date":"2026-01-16T12:07:14","date_gmt":"2026-01-16T12:07:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/722748\/"},"modified":"2026-01-16T12:07:14","modified_gmt":"2026-01-16T12:07:14","slug":"was-tun-gegen-die-hohen-lebensmittelpreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/722748\/","title":{"rendered":"Was tun gegen die hohen Lebensmittelpreise?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/einkaufsbeleg-supermarkt-100.jpg\" alt=\"Ein Mann h\u00e4lt seinen Einkaufsbeleg vor einem Warenregal in einem kleinen Lebensmittelgesch\u00e4ft hoch.\" title=\"Ein Mann h\u00e4lt seinen Einkaufsbeleg vor einem Warenregal in einem kleinen Lebensmittelgesch\u00e4ft hoch. | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 16.01.2026 10:09 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Die Preise f\u00fcr Lebensmittel sind seit 2020 um rund ein Drittel gestiegen. Trotzdem hat die Politik dem Thema lange wenig Beachtung geschenkt. Nun kam mit einem Vorschlag der SPD etwas Bewegung in die Sache.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/bianca-schwarz-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Bianca Schwarz\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/bianca-schwarz-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am Anfang steht bei der SPD die Selbsterkenntnis. In den vergangenen Monaten habe man vielleicht zu wenig dar\u00fcber gesprochen, dass die Lebensmittelpreise die Haushalte stark belasten, sagt SPD-Generalsekret\u00e4r Tim Kl\u00fcssendorf bei einer Pressekonferenz. Die Sozialdemokraten w\u00fcrden das Thema jetzt zum Schwerpunkt ihrer Politik f\u00fcr dieses Jahr machen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Damit reagiert eine von drei Regierungsparteien auf ein Problem, das viele Menschen in Deutschland seit Jahren belastet. Um 35 Prozent sind die Lebensmittelpreise seit 2020 laut Statistischem Bundesamt gestiegen. Dem Bundesverband Verbraucherzentrale liegen Zahlen aus repr\u00e4sentativen Umfragen vor, wonach knapp zwei Drittel der Deutschen sp\u00fcrbar merken, dass die Lebensmittelpreise stark angezogen haben. Knapp die H\u00e4lfte der Menschen gibt an, sich beim Lebensmitteleinkauf deutlich einschr\u00e4nken zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das k\u00f6nnte auch Auswirkungen auf eine gesunde Ern\u00e4hrung haben, gibt die Vorst\u00e4ndin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Ramona Pop, zu bedenken. Gesunde Ern\u00e4hrung d\u00fcrfe aber keine Frage des Geldbeutels sein, sagt sie dem ARD-Hauptstadtstudio.<\/p>\n<p>    Der &#8222;Deutschlandkorb&#8220; der SPD<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die SPD bringt nun einen Vorschlag ein, mit dem sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen m\u00f6chte, den &#8222;Deutschlandkorb&#8220;. Die Idee: Grundnahrungsmittel aus Deutschland soll der Einzelhandel freiwillig g\u00fcnstiger anbieten. So k\u00f6nne man die Verbraucher entlasten und gleichzeitig die deutschen Erzeuger st\u00e4rken, erl\u00e4utert der SPD-Bundestagsabgeordnete Esra Limbacher.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Viel Beifall erntet die SPD daf\u00fcr allerdings nicht. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer von der CSU erteilt der Idee des Koalitionspartners noch am selben Tag eine Absage. Er verweist auf die verg\u00fcnstigten Wochenangebote von vielen H\u00e4ndlern, an denen Verbraucher sich orientieren k\u00f6nnten. Einen gesetzlich verordneten Warenkorb lehnt Rainer ab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Pop zeigt sich skeptisch. Zwar begr\u00fc\u00dft sie grunds\u00e4tzlich den Vorsto\u00df, allerdings habe man in den letzten Jahren mit freiwilligen Selbstverpflichtungen des Einzelhandels keine guten Erfahrungen gemacht.<\/p>\n<p>    Ablehnung aus der Opposition<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei den Oppositionsparteien trifft der SPD-Vorschlag ebenfalls auf wenig Gegenliebe. Die AfD lehnt ihn ab, der Bundestagsabgeordnete Peter Felser nennt ihn eine &#8222;Warenkorb-Schnapsidee&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Linke hat selbst schon \u00f6fter \u00fcber eine vergleichbare Idee nachgedacht, kommt aber am Ende zu einem anderen Schluss. Linken-Parteichefin Ines Schwerdtner schl\u00e4gt vor, alternativ die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Obst, Gem\u00fcse, Brot und H\u00fclsenfr\u00fcchte zu senken oder gleich ganz abzuschaffen. Die Krise sei so akut, dass eine Streichung der Mehrwertsteuer viel unkomplizierter und unb\u00fcrokratischer sei, so Schwerdtner.<\/p>\n<p>    Was br\u00e4chte eine Preisbeobachtungsstelle?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch die Gr\u00fcnen und der Verbraucherzentrale Bundesverband unterst\u00fctzen die Senkung oder Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Und bei einer anderen Idee sind sie sich ebenfalls mit der Linkspartei einig: Sie w\u00fcnschen sich eine staatliche Preisbeobachtungsstelle.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dort soll transparent gemacht werden, wenn Preise steigen, Packungsgr\u00f6\u00dfen kleiner werden oder pl\u00f6tzlich billigere, aber gleichzeitig minderwertigere Zutaten benutzt werden. In anderen EU-L\u00e4ndern wie Italien oder Frankreich gibt es bereits staatliche Preisbeobachtungsstellen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die Preisbildung im Lebensmittelbereich ist eine Black Box&#8220;, meint Verbraucherzentrale-Vorst\u00e4ndin Pop. Auch die Monopolkommission hat in einem Gutachten Ende 2025 festgestellt, dass der Lebensmittel-Einzelhandel in Deutschland in der Hand von nur vier gro\u00dfen Konzernen liegt, deren Marktmacht immer weiter zunimmt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Supermarktketten Aldi, Edeka, Rewe und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland beherrschen demnach rund 88 Prozent des Lebensmittelhandels. 1995 lag ihr Marktanteil noch bei 55 Prozent. Nur mit einer Preisbeobachtungsstelle k\u00f6nne man diese Marktmacht durchbrechen, argumentiert die Linke.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch wenn Linkspartei wie SPD die Lebensmittelpreise in diesem Jahr zu einem Schwerpunkt ihrer Politik machen wollen: Noch zeichnet sich keine Initiative im Bundestag ab. F\u00fcr die meisten Menschen sind die Preise im Supermarkt schon l\u00e4nger ein Dauerthema. Bleibt abzuwarten, ob sich in einem Jahr mit f\u00fcnf Landtagswahlen etwas daran \u00e4ndert.<\/p>\n<p>Niedrigere Inflation, aber h\u00f6here Preise &#8211; wie geht das?<\/p>\n<p>            Seit 2020 sind allein die Lebensmittelpreise um rund ein Drittel gestiegen &#8211; das war ein wesentlicher Grund f\u00fcr die hohen Inflationsraten von bis zu 7 Prozent in den vergangenen Jahren. Inzwischen liegt die Inflationsrate nur noch bei knapp 2 Prozent und damit in der Gr\u00f6\u00dfenordnung, die die Europ\u00e4ische Zentralbank f\u00fcr angemessen h\u00e4lt. Nur: Das bedeutet, dass die Preise im Schnitt immer noch um fast 2 Prozent steigen und nicht, dass sie sinken. <br \/>Gleichzeitig hat fast jeder Verbraucher noch die Preise von vor f\u00fcnf, sechs Jahren im Kopf &#8211; und hat daher das Gef\u00fchl, dass die Inflation weiterhin viel h\u00f6her ist. <\/p>\n<p><strong>Manches wird teurer, anderes billiger &#8211; warum ist das so?<\/strong><br \/>Dass Butter zuletzt billiger geworden ist, Schokolade aber immer teurer &#8211; das wissen die meisten Kunden aus den K\u00e4ufen im Supermarkt. Diese Entwicklung l\u00e4sst sich auch in langen Zahlenreihen des Statistischen Bundesamtes nachlesen. <br \/>Egal ob f\u00fcr Brot, Fisch, Kaffee oder Obst &#8211; f\u00fcr jeden Monat zeigt die Statistik, wie sich die Preise entwickeln. Kaffee zum Beispiel kostet wegen Ernteausf\u00e4llen heute 40 Prozent mehr als 2020, Schokolade sogar gut 70 Prozent mehr &#8211; eine Entwicklung, die manchmal durch kleinere Packungsgr\u00f6\u00dfen verdeckt wird. Es zeigt sich aber auch so manches Auf und Ab, zum Beispiel beim Preis von Sonnenblumen\u00f6l, der sich nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine verdoppelte und dann wieder nachgab. Der zwischenzeitliche Preisanstieg bei Molkereiprodukten hat dagegen f\u00fcr eine h\u00f6here Produktion gesorgt &#8211; mit der Folge, dass die Preise f\u00fcr Butter und Joghurt schon fast wieder auf dem Niveau von 2020 sind. <\/p>\n<p><strong>H\u00f6here Preise &#8211; wie stark belastet das die Verbraucher? <\/strong><br \/>Auf den ersten Blick bedeuten h\u00f6here Preise, dass man sich weniger leisten kann. Doch ob die Kaufkraft wirklich sinkt, das h\u00e4ngt von der Einkommensentwicklung ab. Vereinfacht l\u00e4sst sich sagen: Steigt der Lohn st\u00e4rker als die Preise, kann man sich mehr leisten, steigen die Preise dagegen schneller als der Lohn, weniger. Jahre mit so genannten Reallohnverlusten sind eigentlich sehr selten, doch 2022 war ein solches Jahr, mit seiner hohen Inflation von fast 7 Prozent, und das wirkt nach. Auch wenn es seitdem wieder Reallohngewinne gab. Von Hans-Joachim Vieweger, ARD-Hauptstadtstudio<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 16.01.2026 10:09 Uhr Die Preise f\u00fcr Lebensmittel sind seit 2020 um rund ein Drittel gestiegen. 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