{"id":723093,"date":"2026-01-16T15:17:11","date_gmt":"2026-01-16T15:17:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/723093\/"},"modified":"2026-01-16T15:17:11","modified_gmt":"2026-01-16T15:17:11","slug":"es-gibt-ganz-wenige-diven-hier-hot-spot-show-im-gop-variete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/723093\/","title":{"rendered":"&#8222;Es gibt ganz wenige Diven hier&#8220;: &#8222;Hot Spot&#8220;-Show im GOP-Variet\u00e9"},"content":{"rendered":"<p>Hoffentlich ist die Deutsche Bahn kein Spielverderber. Der Moderator der neuen Show im M\u00fcnchner GOP-Variet\u00e9-Theater, Andreas Wessels, hat nur einmal in der Woche spielfrei, am Montag, und da f\u00e4hrt er gerne nach Hause, nach Berlin. Am Dienstagabend muss er allerdings wieder p\u00fcnktlich am Arbeitsplatz sein, jedenfalls bis zum 12. April. So lange l\u00e4uft die Show &#8222;Hot Spot&#8220;. Da gilt es, einen zeitlichen Sicherheitspuffer einzuplanen, wie jeder wei\u00df, der schon mal mit der Bahn zu wichtigen Terminen unterwegs war.<\/p>\n<p>&#8222;Ich mag viele, viele Prozente&#8220;<\/p>\n<p>Das ist die Schattenseite eines Berufs in der Showbranche: Die K\u00fcnstler sind selten daheim, st\u00e4ndig auf Achse. &#8222;Ich glaube, mein Beruf, das ist eine Leidenschaft&#8220;, sagt Wessels. &#8222;Und dann verdiene ich sogar noch mein Geld damit. Man kann nat\u00fcrlich irgendwann sagen, man ist sehr viel von zu Hause weg, aber jeder Beruf hat irgendwelche Nachteile: Der eine arbeitet sehr lange, der andere muss sehr fr\u00fch aufstehen. Also jeder hat irgendeinen Beruf, wo er sagt: Da gibt es vielleicht zehn Prozent, was er nicht so daran mag. Aber ich mag viele, viele Prozente an meinem Beruf.&#8220;<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstler der aktuellen Variet\u00e9-Show kommen aus Italien, der Ukraine, aus Brasilien, Finnland und Asien, sind teilweise sehr weit weg von Familie und Freunden und k\u00f6nnen nicht einfach mal zwischendurch ein paar Tage pausieren.<\/p>\n<p>&#8222;Wirklich auch Familienersatz&#8220;<\/p>\n<p>Gespielt wird t\u00e4glich au\u00dfer montags, am Wochenende sogar zweimal t\u00e4glich, da ist wenig Platz f\u00fcr private Empfindsamkeiten wie Heimweh, so Regisseur Karl Heinz Helmschrot: &#8222;F\u00fcr viele K\u00fcnstler ist es dann wirklich bei uns wie in einer Familie, f\u00fcr die drei Monate. Es entstehen immer total enge Freundschaften. Es gibt ganz wenige Diven, ganz wenige Leute, die irgendwie rumzicken. Alle sind sehr bodenst\u00e4ndig und meistens connecten die auch unglaublich flott. Und es ist dann f\u00fcr die drei oder vier Monate &#8211; oder wie lange auch immer die Spielzeit l\u00e4uft &#8211; wirklich auch ein Familienersatz.&#8220;<\/p>\n<p>Das mag \u00fcberraschen, dass ausgerechnet im Variet\u00e9-Betrieb keine Diven gebraucht werden. Show ist Teamarbeit, auch im M\u00fcnchner GOP. &#8222;Hot Spot&#8220; \u00fcberzeugt mit beeindruckender Akrobatik wie der Rollschuh-Nummer des italienischen Duos Medini, der atemberaubenden Kartenspielmagie von Anson Lee und der Ukrainerin Anastasia Shokolova, die zum Finale nur an ihren langen Haaren h\u00e4ngend in der Luft allerlei poetische Figuren performt.<\/p>\n<p>&#8222;Flexible und modulare B\u00fchnenbilder&#8220;<\/p>\n<p>Die Moderation von Andreas Wessels ist typisch berlinerisch, ziemlich schnoddrig und betont l\u00e4ssig. Davon war wom\u00f6glich nicht jeder M\u00fcnchner von Anfang an \u00fcberzeugt. Er jongliert mit Feuerzeug und Zigaretten, was der eine f\u00fcr nostalgisch, der andere f\u00fcr ziemlich altmodisch halten mag: Geschmackssache im eigentlichen Sinn des Wortes. <\/p>\n<p>Allerdings dominiert der Moderator die Show, so Regisseur Karlheinz Helmschrot: &#8222;Hier ist es sicherlich die Person Andreas Wessels, um den herum das alles gestrickt ist. Ich arbeite au\u00dferdem gerne mit B\u00fchnenbildern, wo man aus wenig viel machen kann. Sprich, die flexibel sind, die modular sind. Und ich finde, wir haben mit kleinem Aufwand einen ganz gro\u00dfen Nutzen, was unterschiedliche B\u00fchnenbilder angeht.&#8220;<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Kulissen passen sowieso nicht auf die vergleichsweise intime B\u00fchne des M\u00fcnchner GOP. Also belassen es Karlheinz Helmschrot und sein B\u00fchnenbildner Sebastian Drozdz bei ein paar wei\u00dfen Kisten und vier dekorativen Laternen. Den Rest erledigen die titelgebenden Spots, also die Lichtregie. Das Publikum spendet freundlichen Beifall &#8211; und war teilweise zum Mitmachen aufgefordert. So gelang es auf die B\u00fchne gerufenen Zuschauern, zun\u00e4chst eine Zigarette aus gr\u00f6\u00dferer Entfernung mit dem Mund aufzufangen und schlie\u00dflich zw\u00f6lf B\u00e4lle, teilweise rotierend, zu balancieren. Akrobatik scheint also ganz einfach &#8211; wenn ein Jongleur wie Andreas Wessels zur Seite steht und etwas Hilfestellung gibt.<\/p>\n<p>Bis 12. April im GOP Variet\u00e9 M\u00fcnchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hoffentlich ist die Deutsche Bahn kein Spielverderber. 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