{"id":723783,"date":"2026-01-16T21:37:26","date_gmt":"2026-01-16T21:37:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/723783\/"},"modified":"2026-01-16T21:37:26","modified_gmt":"2026-01-16T21:37:26","slug":"85-jahre-seit-finnlands-buendnis-mit-nazi-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/723783\/","title":{"rendered":"85 Jahre seit Finnlands B\u00fcndnis mit Nazi-Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/911e4f92-b65b-4de9-8857-f3b4f03f09f0.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Feldmarschall Mannerheim, Adolf Hitler und Risto Ryti [Photo: SA-kuvat]<\/p>\n<p>Am 22. September 1940 trafen die ersten Schiffe mit Soldaten der Wehrmacht aus Nazi-Deutschland in Finnland ein. Der \u00fcberraschte Polizeichef der Hafenstadt Vaasa rief das Innenministerium an, um Anweisungen zu erhalten. Der ebenso verwirrte finnische Innenminister Ernst von Born wandte sich an den damaligen Ministerpr\u00e4sidenten Risto Ryti, der ihnen auftrug, die Truppen willkommen zu hei\u00dfen, da sie auf seine Einladung gekommen waren. Dies war der Beginn des katastrophalen Milit\u00e4rb\u00fcndnisses Finnlands mit Nazi-Deutschland. Es war von einer kleinen Clique um Ministerpr\u00e4sident Ryti und Feldmarschall Gustaf Mannerheim ausgehandelt worden. In den folgenden vier Jahren unterst\u00fctzte die finnische Regierung aktiv die Nazi-Herrschaft \u00fcber Europa und beteiligte sich bewusst am Holocaust, bevor sie einen separaten Frieden mit der Sowjetunion unterzeichnete.<\/p>\n<p>Diese dunkle Episode wirft einen langen Schatten auf die heutige finnische Politik. Heute geh\u00f6ren 85 Prozent der Abgeordneten im finnischen Parlament Parteien an, die aus der Regierung w\u00e4hrend des Milit\u00e4rb\u00fcndnisses mit den Nazis hervorgegangen sind. Die Rolle Finnlands im Zweiten Weltkrieg wird keineswegs als Schande angesehen, sondern von f\u00fchrenden finnischen Politikern wie Au\u00dfenministerin Elina Valtonen gepriesen. Sie prahlte in einer Rede im M\u00e4rz letzten Jahres:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wir Finnen kennen Russland. Russland hat Landgrenzen zu 14 L\u00e4ndern. Nur eines davon ist w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Krieges stets eine unabh\u00e4ngige Demokratie geblieben: Finnland.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In Wirklichkeit unterwarf sich Finnland Nazi-Deutschland nicht in einem demokratischen Rahmen, sondern durch eine Reihe von Verschw\u00f6rungen, die sich in erster Linie gegen die finnische Arbeiterklasse richteten. Unter dem Vorwand, dass Einheit (yksimielisyys) notwendig sei, um die Unabh\u00e4ngigkeit Finnlands zu bewahren, schlossen sich alle gro\u00dfen Parteien, von der Sozialdemokratischen Partei (SDP) bis zur faschistischen IKL, zusammen, um die Kontrolle \u00fcber die finnische Au\u00dfenpolitik an die eingesetzten, nicht demokratisch gew\u00e4hlten Vertreter Ryti und Mannerheim zu \u00fcbergeben. Diese Verschw\u00f6rung lud dann Deutschland ein, Teile des Landes zu besetzen, und versprach Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Vernichtungskrieg der Nazis gegen die Sowjetunion. Die herrschende Klasse stellte diese Politik f\u00e4lschlicherweise als Verteidigungsma\u00dfnahme gegen eine sowjetische Aggression dar.<\/p>\n<p>Die schicksalhafte Entscheidung der finnischen Regierung, sich der neuen Ordnung der Nazis in Europa anzuschlie\u00dfen, wurde zwar innerhalb von nur sechs Monaten nach dem Ende des Winterkriegs mit der Sowjetunion im M\u00e4rz 1940 getroffen, aber sie war die unvermeidliche Folge einer miserablen politischen Bilanz der finnischen Bourgeoisie. W\u00e4hrend des gesamten Unabh\u00e4ngigkeitskampfes Finnlands suchte die Bourgeoisie stets nach einem imperialistischen Oberherrn, der sie vor der \u00e4u\u00dferst militanten finnischen Arbeiterklasse sch\u00fctzen sollte. Die Tatsache, dass Finnlands Unabh\u00e4ngigkeit aus der Machtergreifung der Bolschewiki in der Oktoberrevolution hervorgegangen war, verst\u00e4rkte nur noch die Sehnsucht der Kapitalisten nach einem ausl\u00e4ndischen Schutzschild gegen den Sozialismus. Vor allem aufgrund des nationalistischen Verrats von Sozialdemokratie und Stalinismus war diese verfaulte Bourgeoisie in der Lage, die Opposition der Arbeiterklasse zu unterdr\u00fccken, w\u00e4hrend sie sich in zunehmendem Ma\u00dfe mit Nazi-Deutschland verb\u00fcndete.<\/p>\n<p>Erst j\u00fcngst ist Finnland der NATO beigetreten, um sich f\u00fcr einen Krieg gegen Russland und China zu r\u00fcsten. Damit bereiten sich die Erben der finnischen Kollaboration erneut darauf vor, die finnischen Arbeiter in einen verheerenden Angriffskrieg zu st\u00fcrzen, alles im Namen der \u201enationalen Verteidigung\u201c. Es ist notwendig, die groben historischen Verf\u00e4lschungen aufzudecken, die hinter der aktuellen Propagierung der \u201eDemokratie\u201c Finnlands im Zweiten Weltkrieg stehen, um die finnischen Arbeiter gegen die gegenw\u00e4rtigen Kriegsbestrebungen zu wappnen.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngigkeit und B\u00fcrgerkrieg <\/p>\n<p>Finnland, das seit Beginn des 19. Jahrhunderts Teil des Russischen Reiches war, erlangte erst mit der Oktoberrevolution 1917 und dem Sieg der Bolschewiki seine Unabh\u00e4ngigkeit. In \u00dcbereinstimmung mit Lenins Politik, das Selbstbestimmungsrecht der vom brutalen zaristischen Regime unterdr\u00fcckten Nationen zu unterst\u00fctzen, gew\u00e4hrte die Sowjetregierung Finnland Anfang Dezember 1917, etwas mehr als einen Monat nach ihrer Macht\u00fcbernahme, die Unabh\u00e4ngigkeit. Diese prinzipielle Politik stand in krassem Gegensatz zur vorausgegangenen b\u00fcrgerlich-demokratischen Provisorischen Regierung in Russland, die mit Unterst\u00fctzung der Menschewiki im Sommer 1917 russische Truppen nach Finnland entsandt hatte, um das finnische Parlament mit Gewalt aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/09ed1212-8562-4136-819e-9cea0a6b21cd.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Arbeitermiliz im Vorort Maaria von Turku w\u00e4hrend des Generalstreiks im Mai 1917  [Photo: Turun museokeskus]<\/p>\n<p>Fast zeitgleich mit der Macht\u00fcbernahme der Bolschewiki in Petrograd brach ein Generalstreik der finnischen Arbeiter aus. Dass die Arbeiterklasse in Finnland nicht zusammen mit ihren Klassenbr\u00fcdern und -schwestern im \u00fcbrigen zaristischen Reich an die Macht kam, war vor allem auf die verr\u00e4terische Rolle der Sozialdemokratischen Partei Finnlands (SDP) zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Sozialdemokraten hatten sich im Stil der Zweiten Internationale geweigert, die politische Macht f\u00fcr die Arbeiterklasse zu \u00fcbernehmen, und stattdessen systematisch daran arbeitete, die revolution\u00e4re Arbeiterbewegung zu demobilisieren. Dieser Verrat verschaffte den konterrevolution\u00e4ren b\u00fcrgerlichen Kr\u00e4ften wertvolle Zeit, um sich auf den B\u00fcrgerkrieg vorzubereiten. Zweieinhalb Monate sp\u00e4ter sah sich die SDP gezwungen, unter den Bedingungen eines rasch eskalierenden B\u00fcrgerkriegs die Macht in der Hauptstadt Helsinki zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die Wei\u00dfen Truppen unter Mannerheim luden Deutschland ein, in Helsinki einzumarschieren und die Stadt zu besetzen, was sich als entscheidend f\u00fcr die Niederschlagung der finnischen Arbeiterklasse erwies. Nach dem Sieg im Mai 1918 behielten die deutschen Soldaten General R\u00fcdiger von der Goltz als faktischen Milit\u00e4rdiktator Finnlands bei. Das finnische Parlament feierte seine \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c, indem es Deutschland bat, einen Prinzen als K\u00f6nig \u00fcber sich zu setzen. Erst die deutsche Revolution im November 1918 st\u00fcrzte den deutschen Kaiser und machte die Pl\u00e4ne der finnischen Bourgeoisie zunichte, ihre r\u00fccksichtslose Klassenausbeutung der Arbeiter mit einem eisernen preu\u00dfischen Helm zu kr\u00f6nen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2c0cf814-83eb-486e-aadc-61f10e3797d8.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Deutsche Soldaten der Ostseedivision besetzen Helsinki, 1918  [Photo: Unknown]<\/p>\n<p>Die Regierung, die in Finnland entstand, war stramm antikommunistisch. W\u00e4hrend des B\u00fcrgerkriegs wurden knapp 6.000 Rotgardisten im Kampf get\u00f6tet, aber etwa 10.000 wurden im Rahmen des Wei\u00dfen Terrors hingerichtet, und weitere 12.000 starben in Gefangenenlagern. Diese Zahlen sind umso entsetzlicher, wenn man bedenkt, dass Finnland damals nur etwas mehr als 3 Millionen Einwohner hatte. Die Politiker, die sp\u00e4ter das B\u00fcndnis mit den Nazis schmiedeten, etablierten sich im B\u00fcrgerkrieg. Carl Gustaf Mannerheim, ehemaliger Offizier des Zarenreichs, war der Anf\u00fchrer der Wei\u00dfen Armee, die Massaker an finnischen Arbeitern ver\u00fcbte. V\u00e4in\u00f6 Tanner war der rechtsgerichtete Sozialdemokrat, der sich w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkriegs versteckte und danach hervortrat, um die \u00dcberreste der SDP nach rechts zu f\u00fchren und daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen, die finnischen Arbeiter mit den Kapitalisten zu vers\u00f6hnen, die gerade ihre Freunde und Nachbarn massakriert hatten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/38cef761-156d-419b-9f32-e59e95efb43e.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Deutsche Offiziere [oben links] beaufsichtigen nach dem B\u00fcrgerkrieg das finnische Restparlament  [Photo: National Board of Antiquities on the Finna service hosted by the Finnish Ministry of Education and Culture]<\/p>\n<p>Nachdem sich der Staub des B\u00fcrgerkriegs gelegt hatte, diente Finnland als Operationsbasis f\u00fcr konterrevolution\u00e4re Angriffe der Wei\u00dfen und ihrer imperialistischen Unterst\u00fctzer auf den ersten Arbeiterstaat. Nach dem Sieg der Sowjets im russischen B\u00fcrgerkrieg gab es zwischen Finnland und der Sowjetunion trotz ihrer langen Grenze nur sehr wenig diplomatischen oder wirtschaftlichen Austausch. Schlie\u00dflich eskalierte die Krise des europ\u00e4ischen Kapitalismus erneut zu einem Weltkrieg.<\/p>\n<p>Der Stalin-Hitler-Pakt und der Winterkrieg<\/p>\n<p>Der unmittelbare Hintergrund f\u00fcr Finnlands B\u00fcndnis mit Nazi-Deutschland waren die wilden Zickzackkurse in Stalins Au\u00dfenpolitik. Ausgehend von der Ablehnung des marxistischen Internationalismus durch die stalinistische B\u00fcrokratie und der Bef\u00fcrwortung des \u201eSozialismus in einem Land\u201c verwandelten sich die kommunistischen Parteien weltweit von revolution\u00e4ren Organisationen zu erg\u00e4nzenden Instrumenten in Stalins diplomatischen Bem\u00fchungen mit kapitalistischen L\u00e4ndern. Als Reaktion auf den Sieg der Nazis in Deutschland zog sich die stalinisierte Komintern von der katastrophalen ultra-linken Politik der Dritten Periode zur\u00fcck, in der sie die Sozialdemokraten zu \u201eSozialfaschisten\u201c erkl\u00e4rt und die Notwendigkeit einer Einheitsfront der Arbeiterklasse gegen den Faschismus abgelehnt hatte. Stattdessen verabschiedete die stalinistisch dominierte Komintern die ebenso katastrophale Volksfrontpolitik und bestand darauf, dass die Arbeiter die \u201edemokratischen\u201c Kapitalisten unterst\u00fctzen sollten. Um ihre b\u00fcrgerlichen Partner nicht zu ver\u00e4rgern, unterdr\u00fcckte der stalinistische Apparat revolution\u00e4re Bewegungen der Arbeiterklasse in Spanien und Frankreich und ordnete die kommunistischen Parteien international im Kampf gegen den Faschismus der \u201edemokratischen\u201c Bourgeoisie unter.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/c363abb3-9c14-4609-b5ad-ac5f7feedcf6.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Der sowjetische Au\u00dfenminister Molotow und der Nazi-Au\u00dfenminister Ribbentrop geben sich 1940 die Hand  [Photo by Bundesarchiv, Bild]<\/p>\n<p>Das M\u00fcnchner Abkommen vom September 1938, mit dem die Volksfrontregierung Frankreichs zusammen mit Gro\u00dfbritannien trotz sowjetischer Einw\u00e4nde Hitlers Annexion des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei zustimmte, f\u00fchrte zu einer abrupten Wende in Stalins Au\u00dfenpolitik. Weniger als ein Jahr sp\u00e4ter, im August 1939, verabschiedeten Hitler und Stalin den ber\u00fcchtigten Molotow-Ribbentrop-Pakt, der Osteuropa in ihre jeweiligen Einflusssph\u00e4ren aufteilte, die potenziellen Auswirkungen einer Seeblockade auf die Kriegsmaschinerie der Nazis durch einen stark ausgeweiteten Handel zwischen den beiden L\u00e4ndern minimierte und Deutschland die H\u00e4nde f\u00fcr die Eroberung Westeuropas frei machte. Im Rahmen des Abkommens wurde Polen zwischen den beiden L\u00e4ndern aufgeteilt, und die Sowjetunion erhielt freie Hand in Finnland und im Baltikum.<\/p>\n<p>Diese v\u00f6llige Kehrtwende in der Anti-Nazi-Politik der Komintern st\u00fcrzte die kommunistischen Parteien in ganz Europa in eine Krise und l\u00e4hmte die Arbeiterklasse, als Deutschland am 1. September 1939 in Polen einmarschierte und damit den Beginn des Zweiten Weltkriegs signalisierte.<\/p>\n<p>Seit Anfang 1938 hatte die Sowjetunion Finnland gegen\u00fcber Andeutungen gemacht, Gebiete austauschen zu wollen, damit die Sowjets die Zufahrtswege nach Leningrad, das nur 30 Kilometer von der finnischen Grenze entfernt lag, besser verteidigen konnten. Im Oktober 1939 fanden ernsthafte Verhandlungen statt, die jedoch schnell scheiterten. Die Sowjetunion marschierte am 30. November in Finnland ein.<\/p>\n<p>Unter dem Eindruck von Stalins S\u00e4uberungen war die Rote Armee schlecht auf die Offensive vorbereitet und hatte keinen Bezug zur Stimmung in der finnischen Arbeiterklasse. W\u00e4hrend des Gro\u00dfen Terrors von 1937-38 vernichtete die stalinistische B\u00fcrokratie in einem politischen Genozid \u00fcber eine Million Menschen, darunter die verbliebenen alten Bolschewiki, die in der F\u00fchrung der Oktoberrevolution von 1917 zum Sieg beigetragen hatten, und Anh\u00e4nger der Linken Opposition unter der F\u00fchrung von Leo Trotzki, dem Mitanf\u00fchrer der Russischen Revolution neben Lenin. Stalin entlie\u00df, verhaftete oder exekutierte die meisten hochrangigen Milit\u00e4rs. Der sowjetische Soziologe Wadim Rogowin vermittelt in seinem Werk \u201eDie Partei der Hingerichteten\u201c einen Eindruck von den Auswirkungen auf das Milit\u00e4r: \u201eVon 837 Personen, die im November 1935 milit\u00e4rische R\u00e4nge verliehen bekommen hatten (vom Oberst bis zum Marschall), waren 720 Repressalien unterworfen. Von 16 Personen, die man zum Armeekommandeur bzw. Marschall ernannt hatte, waren von der gro\u00dfen S\u00e4uberung nur Woroschilow, Budjonny und Schaposchnikow verschont geblieben. (Wadim S. Rogowin, Die Partei der Hingerichteten, Essen 1999, S. 213).<\/p>\n<p>Die stalinistische B\u00fcrokratie f\u00fchrte auch Repressionen gegen ausl\u00e4ndische Kommunisten durch, darunter auch Finnen. Das finnische Nationalarchiv enth\u00e4lt Aufzeichnungen \u00fcber mehr als 6.000 Finnen, die zwischen 1935 und 1939 in der Sowjetunion verfolgt wurden, darunter viele Mitglieder der Kommunistischen Partei.<\/p>\n<p>In der Anfangsphase der Invasion versuchte die Sowjetunion, eine Marionettenregierung zu bilden, die Finnische Demokratische Republik. Weit davon entfernt, die finnischen Arbeiter auf ihre Seite zu bringen, erm\u00f6glichte die Invasion Finnlands nach dem Abkommen mit Nazi-Deutschland und der Invasion Polens der F\u00fchrung der SDP unter Tanner, die finnische Arbeiterbewegung zu entmachten und die SDP endg\u00fcltig zum Juniorpartner des finnischen Kapitalismus zu machen. Stalins Ann\u00e4herung an Hitler gab Tanner die Gelegenheit, seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr den finnischen Staat so darzustellen als sei dies ein Kampf gegen Hitler und seine Verb\u00fcndeten. Dies hinderte Tanner jedoch nicht daran, weniger als zwei Jahre sp\u00e4ter selbst zu einem prominenten Nazi-Kollaborateur zu werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ai.wsws.org\/?utm_source=wsws&amp;utm_medium=in-article-ad&amp;utm_campaign=socialism-ai-launch&amp;utm_content=de-top-third-banner\" class=\"db avenir f6 lh-title pa1 br2 tc mw6 mw-75rem-m bg-black-05 mt3 center\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"dn db-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/25ec0a66-6196-494a-b37c-21128d5af4ea.png\"\/><img decoding=\"async\" class=\"db dn-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/757eb3bc-3c41-4c7f-a951-5eff14906863.png\"\/><\/a><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst gelang es der finnischen Armee, den sowjetischen Vormarsch aufzuhalten. Doch die Desorganisation der Roten Armee wurde \u00fcberwunden, und die immense Ungleichheit in Bezug auf Industrie und Arbeitskr\u00e4fte machte sich bemerkbar. Mannerheim lehnte Hilfsangebote der Alliierten ab, da er erkannte, dass ihr prim\u00e4res Ziel darin bestand, die Nickelminen von Petsamo zu erobern und eine nordische Front gegen Deutschland zu er\u00f6ffnen. Angesichts des stetigen Vormarsches der \u00fcberlegenen sowjetischen Streitkr\u00e4fte akzeptierte Finnland im M\u00e4rz 1940 die Friedensbedingungen und trat deutlich mehr Land ab, als die Sowjetunion vor dem Krieg zum Tausch angeboten hatte.<\/p>\n<p>Shachtman und finnische \u201eLandesverteidigung\u201c<\/p>\n<p>Die Erz\u00e4hlung vom \u201edemokratischen\u201d Finnland, das einen mutigen Kampf gegen den sowjetischen \u201eImperialismus\u201d f\u00fchrte, wurde von b\u00fcrgerlichen Politikern und Medien angeheizt. Als Ausdruck einer scharfen Rechtsverschiebung seitens der radikalen Kleinbourgeoisie nutzte eine Fraktion innerhalb der Vierten Internationale den Winterkrieg, um ihre Ablehnung des Trotzkismus und ihre Ann\u00e4herung an den amerikanischen Imperialismus zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zu legitimieren.<\/p>\n<p>Die kleinb\u00fcrgerliche Opposition in der Socialist Workers Party, deren Kern James Burnham und Max Shachtman in den Vereinigten Staaten bildeten, f\u00fchrte den Winterkrieg als Rechtfertigung f\u00fcr ihre Ablehnung einer bedingungslosen Verteidigung der Sowjetunion gegen imperialistische Angriffe an. Burnham und Shachtman behaupteten, die Sowjetunion k\u00f6nne nicht l\u00e4nger als Arbeiterstaat betrachtet werden, da die stalinistische B\u00fcrokratie den Molotow-Ribbentrop-Pakt geschlossen habe.<\/p>\n<p>Trotzki vertrat entschieden die Auffassung, dass die verschiedenen Verbrechens Stalins und seines Apparats den Klassencharakter der Sowjetunion dennoch nicht ver\u00e4ndert hatten. Er bestand darauf, die Sowjetunion als degeneriertem Arbeiterstaat zu verteidigen: Die B\u00fcrokratie musste gest\u00fcrzt, aber die aus der Oktoberrevolution hervorgegangenen wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse verteidigt werden.<\/p>\n<p>In seinem Artikel \u201eBilanz der Finnischen Ereignisse\u201c vom April 1940 unterstrich er die Notwendigkeit, lokale Ereignisse aus der Perspektive der Interessen der internationalen Arbeiterklasse zu analysieren. Trotzki nahm das Beispiel Norwegens, das von den Nazis besetzt worden war und eine Zeit lang eine pro-nazistische Regierung im S\u00fcden und ein nominell \u201edemokratisches\u201c Regime im Norden unter dem K\u00f6nig hatte, der sp\u00e4ter nach Gro\u00dfbritannien floh. Er betonte, es sei nicht richtig, den norwegischen Arbeitern zu sagen, sie sollten die \u201edemokratische\u201c Regierung als das kleinere \u00dcbel im Vergleich zur pro-nazistischen Regierung unterst\u00fctzen, da beide Fraktionen der norwegischen Bourgeoisie Werkzeuge der gro\u00dfen imperialistischen M\u00e4chte inmitten eines Weltkrieges waren. Trotzki schrieb:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Vom Standpunkt der Strategie des Weltproletariats aus war der finnische Widerstand ebensowenig ein Akt unabh\u00e4ngiger nationaler Verteidigung wie der Widerstand Norwegens. Die finnische Regierung selbst zeigte das am besten, als sie lieber den Widerstand einstellte, als Finnland vollkommen zu einer Milit\u00e4rbasis Englands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten zu machen. Zweitrangige Faktoren wie die nationale Unabh\u00e4ngigkeit Finnlands oder Norwegens, die Verteidigung der Demokratie usw., wie wichtig sie auch f\u00fcr sich genommen sein m\u00f6gen, sind nun mit dem Kampf der bei weitem m\u00e4chtigeren Weltm\u00e4chte verkn\u00fcpft und ihnen vollst\u00e4ndig untergeordnet. Wir m\u00fcssen die zweitrangigen Faktoren abziehen und unsere Politik nach den grundlegenden Faktoren bestimmen. (Trotzki, Bilanz der Finnischen Ereignisse, in: Verteidigung des Marxismus, Juni 1940) <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die von Trotzki hervorgehobenen grundlegenden Faktoren wurden einen Monat sp\u00e4ter im \u201eManifest der IV. Internationale zum imperialistischen Krieg und zur proletarischen Weltrevolution\u201c n\u00e4her ausgef\u00fchrt. Das Dokument, das auf einer Dringlichkeitskonferenz der Vierten Internationale zwischen dem 19. und 26. Mai 1940 verabschiedet wurde, stellte fest, dass der erneute Weltkrieg, wie schon der Erste Weltkrieg, revolution\u00e4re Bewegungen in der Arbeiterklasse auf der ganzen Welt hervorrufen wird und den Kampf f\u00fcr die politische Macht der Arbeiterklasse umso notwendiger machte. Die sozialistische Weltrevolution war einzige Ausweg. Trotzki schrieb:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Die IV. Internationale wendet sich nicht an die Regierungen, die die V\u00f6lker in das Gemetzel gezwungen haben, noch an die b\u00fcrgerlichen Politiker, die die Verantwortung f\u00fcr diese Regierungen tragen, noch an die Arbeiterb\u00fcrokratie, die die kriegf\u00fchrende Bourgeoisie unterst\u00fctzt. Die IV. Internationale wendet sich an die arbeitenden M\u00e4nner und Frauen, die Soldaten und Matrosen, die ruinierten Bauern und die versklavten Kolonialv\u00f6lker. Die IV. Internationale hat keinerlei Bindung an die Unterdr\u00fccker, die Ausbeuter, die Imperialisten. Sie ist die Weltpartei der Werkt\u00e4tigen, der Unterdr\u00fcckten und der Ausgebeuteten. (Trotzki, Manifest der IV. Internationale zum imperialistischen Krieg und zur proletarischen Weltrevolution, Mai 1940)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Richtigkeit von Trotzkis Ansatz wurde im Laufe des Zweiten Weltkriegs hinreichend bewiesen. \u201eSozialisten\u201c wie Tanner, welche die nationale Verteidigung \u00fcber die internationale Arbeiterklasse stellten, verb\u00fcndeten sich bereitwillig mit den Nazis und erm\u00f6glichten letztlich den Holocaust. W\u00e4hrend des gesamten Zweiten Weltkriegs verbreitete die SDP massiv die L\u00fcge, Finnland sei nicht mit Nazi-Deutschland verb\u00fcndet und unterst\u00fctze dessen Vernichtungskrieg nicht, sondern f\u00fchre lediglich einen eigenen unabh\u00e4ngigen Verteidigungskrieg an deutscher Seite. Der Zweite Weltkrieg radikalisierte die Arbeiterklasse in ganz Europa und dar\u00fcber hinaus, da sich angesichts der Komplizenschaft der Bourgeoisie bei den schrecklichsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit antikapitalistische und sozialistische Gef\u00fchle weit verbreiteten. Antikoloniale Massenbewegungen in ganz Asien und Afrika zeigten ebenfalls das Potenzial des von Trotzki vertretenen revolution\u00e4ren Programms.<\/p>\n<p>\u201eEinheit\u201d in der Zwischenkriegszeit und die Verschw\u00f6rung der Sozialdemokratie gegen die Arbeiterklasse<img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/96d27d0d-6336-43f0-943a-ccf78cf4a895.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Finnische Soldaten \u00fcberqueren 1941 die Murmansk-Eisenbahn [Photo: Tauno Norjavirta]<\/p>\n<p>Die schwere Niederlage im Winterkrieg kam f\u00fcr viele Finnen \u00fcberraschend, da die Zensur w\u00e4hrend des Krieges den Eindruck erweckte, dass ihre Armee sich gut schlage und nicht kurz vor einer schweren Niederlage stehe. Diese Zensur wurde auch nach dem Ende des Winterkriegs, als der Vertrag von Moskau geschlossen war, beibehalten und half der Regierung, ihre Hinwendung zu Nazi-Deutschland im Geheimen zu vollziehen. Viele rechtsgerichtete Pers\u00f6nlichkeiten in der Regierung, darunter Mannerheim, waren der Meinung, dass der Winterkrieg ein katastrophaler Fehler f\u00fcr Finnland gewesen sei. Juho Paasikivi, ein f\u00fchrendes Mitglied der Nationalen Koalitionspartei (Kokoomus), schrieb sp\u00e4ter:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Der Winterkrieg hat uns zwar Ehre, Ansehen und das Wohlwollen der Welt eingebracht, aber er hat den ungl\u00fccklichen Frieden von Moskau nicht verhindert und war auch kein Ausgleich daf\u00fcr.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Es ist ein eindrucksvoller Beweis sowohl f\u00fcr die Wirksamkeit der Zensur als auch f\u00fcr die Geringsch\u00e4tzung der Politiker gegen\u00fcber der F\u00e4higkeit der finnischen \u00d6ffentlichkeit, Ereignisse zu verstehen, dass Zweifel an der Notwendigkeit des Krieges \u00f6ffentlich als kommunistische Subversion angeprangert wurden. Moderne Behauptungen, Finnland sei im demokratischen Rahmen ein B\u00fcndnis mit Nazi-Deutschland eingegangen, m\u00fcssen im Zusammenhang mit dieser Verschw\u00f6rung der Regierung gesehen werden, die \u00d6ffentlichkeit selbst von grundlegenden Kenntnissen \u00fcber die tats\u00e4chliche internationale Lage Finnlands auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Unter dem Zensurregime wurden Artikel verboten, die Sympathie f\u00fcr Norwegen und D\u00e4nemark zum Ausdruck brachten, als diese L\u00e4nder von den Nazis \u00fcberfallen und besetzt wurden. Kurze sachliche Notizen \u00fcber die Repressionen der Nazis in ganz Europa wurden gelegentlich zugelassen, solange sie keine Kritik oder Diskussion enthielten. W\u00e4hrend Zeitungen das Nazi-Regime loben durften, wurden alle Artikel, die Sympathie f\u00fcr die Sowjetunion zeigten, von den Zensoren verboten. Diese harte Zensur wurde von den SDP-Ministern in der Regierung unterst\u00fctzt. Der Historiker Anthony Upton beschrieb die Auswirkungen davon wie folgt:<\/p>\n<blockquote>\n<p>All dies hatte zweifellos zur Folge, dass den finnischen B\u00fcrgern jede M\u00f6glichkeit genommen wurde, sich ein realistisches Bild von den beiden Gro\u00dfm\u00e4chten zu machen, deren Politik ihr eigenes Schicksal bestimmte.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Kurz nach dem Winterkrieg stellte sich die linke Fraktion der SDP unter Karl Wiik gegen Tanner und begann, f\u00fcr ein Ende der Notstandsma\u00dfnahmen und eine freie Presse zu agitieren. Sie versammelte eine kleine parlamentarische Opposition um sich, die aus nur sechs Abgeordneten bestand und als Wiik-Gruppe bekannt war. Einige Monate sp\u00e4ter, im September, organisierte Tanner ihren Ausschluss aus der SDP und verurteilte ihr Werben f\u00fcr demokratische Rechte. Eine wichtige historische Frage ist, wie man die tats\u00e4chliche finnische \u00f6ffentliche Meinung einsch\u00e4tzen kann, obwohl alle Parlamentsparteien so gr\u00fcndlich versucht haben, eine \u00f6ffentliche Diskussion zu verhindern.<\/p>\n<p>Es gibt zwei wichtige Entwicklungen in der Zwischenkriegszeit, die auf eine gro\u00dfe, aber unterdr\u00fcckte Opposition gegen die zunehmend pro-nazistische Diplomatie der Regierung hindeuten. Erstens das rasante Wachstum der finnisch-sowjetischen Friedens- und Freundschaftsgesellschaft (SNS, nach den finnischen Initialen) und zweitens die linke Opposition in den Gewerkschaften. Im Mai 1940 gr\u00fcndeten etwa 20 aus der SDP ausgeschlossene Radikale und Mitglieder der verbotenen, im Untergrund agierenden Kommunistischen Partei die SNS, um eine Ausrichtung auf die Sowjetunion statt auf Nazideutschland zu f\u00f6rdern. Innerhalb von zwei Monaten hatte sie 115 Ortsgruppen und 35.000 beitragszahlende Mitglieder, das entsprach etwa einem Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Die Regierung reagierte mit polizeilichen Repressionen. Im Juli wurde der Sekret\u00e4r der SNS, Mauri Ry\u00f6m\u00e4, verhaftet, weil er einen offenen Brief an das Parlament ver\u00f6ffentlicht hatte, in dem er ein Ende der Zensur und eine neue, auf die Sowjetunion ausgerichtete Regierung forderte. Die SNS organisierte Kundgebungen, um seine Freilassung zu fordern. Die Bem\u00fchungen der Polizei, die Versammlungen zu verhindern, f\u00fchrten zu t\u00e4glichen Protesten in Helsinki. Die Regierung verbot alle Versammlungen von mehr als 30 Personen in der Hauptstadt und setzte Wasserwerfer gegen finnische Arbeiter ein. Auf dem H\u00f6hepunkt der Proteste in Turku zerstreute die Polizei die Menschenmenge mit scharfer Munition. Die Regierung verhaftete weitere F\u00fchrer der SNS und verbot die Organisation im Dezember offiziell.<\/p>\n<p>Obwohl die Wiik-Gruppe aus der SDP ausgeschlossen worden war, setzte sie ihren Kampf f\u00fcr demokratische Rechte und den Klassenkampf in den Gewerkschaften fort. Die Zentralorganisation der finnischen Gewerkschaften (SAK) hielt Ende Oktober ihren Kongress ab, und die linken Sozialdemokraten f\u00fchrten eine Kampagne gegen die korporatistischen Kriegsvereinbarungen. In einem erbitterten Kampf gegen die SDP-F\u00fchrung konnte etwa ein Drittel der Gewerkschaftsdelegierten des Kongresses f\u00fcr diese Ausrichtung gewonnen werden.<\/p>\n<p>Obwohl sie mit Zensur und Gewalt zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wurde, gab es in der Arbeiterklasse eine klare und militante Opposition gegen die antidemokratischen Ma\u00dfnahmen der Regierung und ihre zunehmende Orientierung an Nazi-Deutschland. Aber diese Welle der Militanz in der Arbeiterklasse konnte sich nicht zu einer revolution\u00e4ren Opposition entwickeln, ohne mit der Klassenkollaboration der SDP oder dem b\u00fcrokratischen Nationalismus des Stalinismus zu brechen. Die Wiik-Gruppe lehnte die illegale, im Untergrund stattfindende Organisierung ab, die notwendig war, damit die Arbeiter gegen das Abgleiten in den Faschismus k\u00e4mpfen konnten. Die SNS ihrerseits stellte die Dominanz der SDP in der Arbeiterbewegung nicht in Frage, sondern agitierte f\u00fcr eine sowjetische Intervention, wodurch die Mehrheit der finnischen Arbeiter fest unter Tanners Kontrolle blieb. Alle parlamentarischen Parteien schlossen sich zusammen, um diese Opposition zu unterdr\u00fccken, und \u00fcbergaben die Au\u00dfenbeziehungen zu Deutschland vollst\u00e4ndig in die H\u00e4nde einer milit\u00e4rischen Verschw\u00f6rung um Mannerheim, um zu verhindern, dass die finnische Arbeiterklasse Einfluss auf die Ereignisse nehmen konnte.<\/p>\n<p>Regierung als Verschw\u00f6rung<\/p>\n<p>Als vor 85 Jahren die ersten Soldaten der deutschen Wehrmacht in Finnland eintrafen, war es keine \u00dcberraschung, dass fast niemand, vom Innenminister abw\u00e4rts, \u00fcberhaupt von ihrer Ankunft wusste. Die Entscheidung, deutsche Soldaten im Land zu stationieren, traf Mannerheim nach einem Treffen mit dem Nazi-Gesandten Josef Veltjens am 18. August 1940.<\/p>\n<p>Mannerheim behauptete, er habe f\u00fcr dieses Man\u00f6ver die Genehmigung von Ministerpr\u00e4sident Ryti per Telefon erhalten, was wahrscheinlich stimmt, auch wenn Ryti dies stets bestritt. Pr\u00e4sident Ky\u00f6sti Kallio wurde nicht konsultiert, obwohl er laut Verfassung die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Au\u00dfenpolitik hatte. Das Kabinett wurde erst zwei Tage nach Ankunft der Soldaten \u00fcber die Vereinbarung informiert. Die beiden SDP-Minister erhoben keine Einw\u00e4nde, murrten jedoch, dass sie erst nachtr\u00e4glich informiert worden seien. Das Parlament wurde nie offiziell informiert.<\/p>\n<p>Die L\u00fcge, die erfunden wurde, um die Einrichtung einer ausl\u00e4ndischen Garnison zu verschleiern, lautete, dass Finnland unter Wahrung seiner Neutralit\u00e4t Nazi-Deutschland erlauben w\u00fcrde, Truppen und Material durch das Land zu schicken, um seine Soldaten im \u00e4u\u00dfersten Norden des besetzten Norwegen zu entlasten. Hitler hatte jedoch bereits Wochen vor der Vereinbarung mit den Vorbereitungen f\u00fcr eine Invasion der Sowjetunion begonnen. Aus Sorge, dass die finnische Regierung einen sofortigen Konflikt ausl\u00f6sen k\u00f6nnte, gab Hitler die Details der Operation Barbarossa nicht preis, aber Mannerheim und Ryti bereiteten sich aktiv vor und hofften auf eine Nazi-Invasion.<\/p>\n<p>Insbesondere nach dem Fall Frankreichs an die Nazis im Juni 1940 festigte sich die Meinung der Elite in Finnland, Finnlands Platz in der Neuen Ordnung der Nazis zu sichern. Typisch daf\u00fcr war der Leitartikel vom 4. August 1940 in Uusi Suomi, der Zeitung der Kokoomus: \u201e[Der deutsche Einfluss in Finnland] schafft eine unbestreitbare Verbindung, die nicht ohne Gewalt gegen die historischen Tatsachen gebrochen werden kann und die auch nicht im Widerspruch zu dem Gef\u00fchl der Schicksalsgemeinschaft steht, von dem Alfred Rosenberg spricht.\u201c Rosenberg war ein f\u00fchrender Nazi-Rassentheoretiker, der Antisemitismus und Lebensraum propagierte. Mit dem Einmarsch in die Sowjetunion wurde er Reichsminister f\u00fcr die besetzten Ostgebiete und sp\u00e4ter wegen seiner zahlreichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei den N\u00fcrnberger Prozessen zum Tode verurteilt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/234a88fd-4b02-40ad-b5be-781f03dd1caa.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Au\u00dfenminister V\u00e4in\u00f6 Tanner verk\u00fcndet in einer Radioansprache das Ende des Winterkrieges 1940  [Photo: Yle Archives]<\/p>\n<p>Trotz seiner langj\u00e4hrigen und \u00f6ffentlich verlautbarten Abneigung gegen die Nazis argumentierte der SDP-Vorsitzende Tanner ebenfalls, dass Finnland sich mit der Nazi-Herrschaft in Europa abfinden m\u00fcsse. In einer Rede in Oulu am 15. Juli erkl\u00e4rte er, dass kleine Nationen \u201ein diesen turbulenten Zeiten keine M\u00f6glichkeit haben, \u00fcber ihr eigenes Schicksal zu entscheiden\u201c. Die SDP beharrte w\u00e4hrend des gesamten Krieges auf der absurden Fiktion, dass Finnland nur unabh\u00e4ngig gegen die Sowjetunion k\u00e4mpfe und nicht mit den Nazis verb\u00fcndet sei. Sie waren jedoch als Minister in einer Regierung vertreten, die alle \u00dcberlegungen dem Kampf gegen die Sowjetunion unterordnete und sich bereitwillig Hitlers antibolschewistischem Kreuzzug anschloss, ungeachtet der damit verbundenen Verbrechen.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1941 genehmigten Mannerheim und die Regierung die Bildung eines finnischen Freiwilligenbataillons der Waffen-SS. Der finnische Au\u00dfenminister Rolf Witting \u00e4u\u00dferte gegen\u00fcber dem deutschen Botschafter die Hoffnung, dass \u201eFinnland dem Dreim\u00e4chtepakt [Achse] beitreten kann\u201c. Das Bataillon wurde vom finnischen Verteidigungsministerium finanziert, und die Freiwilligen schworen pflichtbewusst ihren Treueeid auf den \u201eF\u00fchrer\u201c, nahmen an der Invasion der Ukraine teil und begingen zusammen mit dem Rest der SS-Division \u201eWiking\u201c zahlreiche Kriegsverbrechen, bevor sie 1943 mit Ehren wieder in das finnische Milit\u00e4r integriert wurden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/85b27413-6a45-4dd6-b204-c6bfb8e3dc94.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Finnische Freiwillige der Waffen-SS bei einem Treffen mit Joseph Goebbels im Jahr 1942 [Photo: Unknown photographer]<\/p>\n<p>Im April 1941 wurde das Kabinett umstrukturiert, um die faschistische und antisemitische Patriotische Volksbewegung (Is\u00e4nmaallinen kansanliike, IKL) in die Regierung aufzunehmen und eine Einheitskoalition zu bilden. Mit ihrer Aufnahme hatten alle parlamentarischen Parteien Ministerposten inne. Die sechs Unabh\u00e4ngigen unter der F\u00fchrung von Wiik waren die einzige offizielle Opposition im Parlament.<\/p>\n<p>In den letzten Wochen vor Hitlers Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion erkl\u00e4rte Ryti seinem Kabinett:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wenn jetzt ein Krieg zwischen Deutschland und Russland gef\u00fchrt wird, k\u00f6nnte dies der ganzen Welt zugute kommen. Deutschland ist das einzige Land, das Russland jetzt besiegen oder zumindest stark schw\u00e4chen kann, und es ist unwahrscheinlich, dass es der Welt schaden wird, selbst wenn Deutschland in diesem Spiel geschw\u00e4cht wird.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Operation Barbarossa und ihre Folgen<\/p>\n<p>Am 17. Juni 1941, f\u00fcnf Tage bevor die Nazis ihre Invasion starteten, erlie\u00df Finnland einen Befehl zur allgemeinen Mobilmachung. Ihre geheimen Pl\u00e4ne zur Invasion der Sowjetunion waren mit dem Oberkommando der Nazis abgestimmt worden und sahen vor, finnische Soldaten unter deutsche Offiziere im Norden des Landes zu stellen, mit dem Plan, am 29. Juni einzumarschieren. Die Arbeiterklasse brachte sofort ihre Emp\u00f6rung zum Ausdruck. Neben vereinzelten Berichten \u00fcber Wehrpflichtige, die sich gegen die Mobilmachung wehrten, erkl\u00e4rte die SDP ihre Ablehnung eines Angriffskrieges. Eine Dringlichkeitskonferenz sozialistischer Organisationen und Gewerkschaften am 19. Juni forderte die Regierung auf, ihrer erkl\u00e4rten Neutralit\u00e4t gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Um dem Widerstand der Arbeiterklasse zuvorzukommen, bestanden Ryti und Mannerheim gegen\u00fcber dem deutschen Kommando darauf, dass ein geeigneter Vorwand gefunden werden m\u00fcsse, bevor es zu Angriffen ausgehend vom finnischen Territorium komme. Ungeachtet dessen besetzte das finnische Milit\u00e4r am Morgen des 22. Juni \u2013 dem Tag, an dem die Nazis in die Sowjetunion einmarschierten \u2013 die \u00c5landinseln und unterbrach die Telegrafenverbindungen zum sowjetischen Marinest\u00fctzpunkt in Hanko. Mannerheim erteilte Deutschland nach Mitternacht am 24. Juni offiziell die Genehmigung, finnische Flugpl\u00e4tze zu nutzen, und erm\u00e4chtigte die finnische Marine, offensive Minenfelder zu legen. Am n\u00e4chsten Morgen bombardierte die sowjetische Luftwaffe Ziele in S\u00fcdfinnland, um die Kommunikation und die Mobilisierungsbem\u00fchungen zu st\u00f6ren. Ryti nutzte dies als geeigneten Vorwand, um die bereits begonnene Invasion Finnlands zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Das finnische Parlament trat an diesem Tag zu einer geheimen Sitzung zusammen und erhielt einen unwahren Bericht der Regierung, in dem die sowjetischen Luftangriffe als Aggression dargestellt wurden, und sprach dann einstimmig sein Vertrauen aus. Selbst Wiik, der sich trotz seiner Ablehnung der Rolle der SDP in der Regierung nie entschieden von der Sozialdemokratie der Zweiten Internationale gel\u00f6st hatte, und die anderen Unabh\u00e4ngigen stimmten trotz ihrer Kritik f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Regierung. F\u00fcr ihre loyale Opposition wurden sie kurz nach Kriegsbeginn unter dem Vorwand falscher Verratsvorw\u00fcrfe verhaftet. Sie blieben drei Jahre lang im \u201edemokratischen\u201d Finnland inhaftiert und erhielten ihre Freiheit erst zur\u00fcck, als Mannerheim einen separaten Frieden mit der Sowjetunion schloss.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/66969fff-b1ec-4129-9de8-5256d75ae614.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Sowjetische Zivilisten in Leningrad verlassen nach einem deutschen Bombenangriff 1942 ihre H\u00e4user.  [Photo by RIA Novosti archive]<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der europ\u00e4ischen Arbeiterklasse war durch den Molotow-Ribbentrop-Pakt und den schnellen Sieg der Nazis \u00fcber Frankreich in Verwirrung gest\u00fcrzt worden. Der Einmarsch der Nazis in die Sowjetunion machte die Klassenfrage un\u00fcbersehbar und signalisierte den Wandel auf dem gesamten Kontinent von isolierten oder passiven Widerst\u00e4nden hin zu zunehmenden Streiks und bewaffnetem Widerstand gegen die Nazis. Die finnische Regierung, einschlie\u00dflich der SDP, bewegte sich in die entgegengesetzte Richtung. Mit dem Einmarsch begann die Zeit ihrer engsten Zusammenarbeit mit den Nazis und bei all ihren Verbrechen. Finnland beteiligte sich an einem brutalen Vernichtungskrieg, der von Nazi-Deutschland bewusst geplant und durchgef\u00fchrt wurde und etwa 27 Millionen sowjetischen B\u00fcrgern das Leben kostete, darunter \u00fcber eine Million Zivilisten in Leningrad und Millionen von Juden im Holocaust.<\/p>\n<p>Erst als die Sowjetunion den deutschen Vormarsch zur\u00fcckgeschlagen hatte und nach Westen vorr\u00fcckte, strebte Finnland einen separaten Frieden an. Die Rote Armee befreite am 22. Juli 1944 das Konzentrationslager Majdanek in Polen. Finnland schloss im September einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion. Als Teil der Friedensvereinbarungen erlangte Stalin zus\u00e4tzliche territoriale Zugest\u00e4ndnisse und Reparationen von Finnland, lie\u00df jedoch die kollaborierende Regierung und Legislative der Nazis bestehen und lehnte jegliche Klassenk\u00e4mpfe gegen sie ab. Finnland war der einzige Verb\u00fcndete der Nazis, der nach dem Krieg die Kontinuit\u00e4t der staatlichen Institutionen aufrechterhielt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/cbd30714-5f66-4323-81c3-2ae31b345f45.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Risto Ryti (Mitte links) bei seiner Ankunft zum Kriegsverbrecherprozess 1946  [Photo: Hugo Sundstr\u00f6m]<\/p>\n<p>Unter dem Druck der Sowjetunion verurteilten finnische Gerichte Ryti, Tanner und sechs weitere Personen wegen Verbrechen gegen den Frieden zu milden Strafen zwischen zwei und zehn Jahren. Die Prozesse waren in erster Linie eine diplomatische Show und erm\u00f6glichten es den Angeklagten, sich als stolze Patrioten zu pr\u00e4sentieren, w\u00e4hrend ihre Mitschuld am Holocaust im Wesentlichen verschleiert blieb. Mannerheim, der zum Pr\u00e4sidenten ernannt worden war, um den Waffenstillstand und den ersten \u00dcbergang zum Frieden zu vollziehen, wurde nie f\u00fcr seine Verbrechen vor Gericht gestellt. Diejenigen, die noch Strafen verb\u00fc\u00dften, wurden 1949 von seinem Nachfolger als Pr\u00e4sident, Juho Husti Paasikivi, begnadigt.<\/p>\n<p>Die stalinistische B\u00fcrokratie dr\u00e4ngte nie auf eine klare Abrechnung mit den Nazi-Kollaborateuren. In der Nachkriegszeit entstand ein v\u00f6llig absurder nationalistischen Kult in der Geschichtsschreibung. Die Verbrechen der finnischen Waffen-SS-Soldaten wurden jahrzehntelang verschwiegen, und drei verschiedene Waffen-SS-Veteranen bekleideten im Laufe der Jahre Minister\u00e4mter in der finnischen Regierung. Erst 2008 deckte ein Doktorand Aufzeichnungen der finnischen Polizei auf, die eng mit den deutschen Einsatzkommandos zusammenarbeitete, um sowjetische Kriegsgefangene f\u00fcr die Deportation in Konzentrationslager auszusortieren und sich an Aktivit\u00e4ten zur \u201ePartisanenbek\u00e4mpfung\u201c in der besetzten Sowjetunion zu beteiligen.<\/p>\n<p>Achtzig Jahre sp\u00e4ter versucht die finnische herrschende Klasse erneut, die Bev\u00f6lkerung als Kanonenfutter in einem imperialistischen Raubkrieg im Osten zu mobilisieren. W\u00e4hrend Helsinkis Feind im Zweiten Weltkrieg die Sowjetunion war, will die heutige herrschende Klasse in Finnland als Werkzeug des faschistisch gesinnten US-Pr\u00e4sidenten Trump und eines wiederauflebenden deutschen Imperialismus dienen, um Russland und China einem halbkolonialen Status zu unterwerfen. Zu diesem Zweck hat das gesamte politische Establishment in Finnland die \u00d6ffentlichkeit in die NATO-Mitgliedschaft getrieben und die 1.300 Kilometer lange Grenze des Landes zu Russland in eine neue Front f\u00fcr einen von den USA oder Europa gef\u00fchrten Angriffskrieg verwandelt.<\/p>\n<p>Der soziale Charakter des kapitalistischen Restaurationsregimes unter Putin hat nichts mehr mit dem degenerierten Arbeiterstaat gemein, den Finnland 1941 im B\u00fcndnis mit Nazi-Deutschland angegriffen hat, aber die ideologischen Rechtfertigungen f\u00fcr den Krieg sind weitgehend unver\u00e4ndert geblieben. Wie ihre sozialdemokratischen und schachtman\u2018schen Vorg\u00e4nger stellen die heutige SDP und die pseudolinken Parteien Finnland als kleines \u201edemokratisches\u201c Paradies dar, das dem russischen und chinesischen Imperialismus die Stirn bietet. W\u00e4hrend die Regierung in Helsinki Vertr\u00e4ge unterzeichnet, um den amerikanischen Imperialismus mit Eisbrechern f\u00fcr den Krieg in der Arktis zu versorgen, droht Trump mit der gewaltsamen Eroberung Gr\u00f6nlands und Kanadas und bereitet sich auf eine Invasion Venezuelas vor.<\/p>\n<p>Die finnische Regierung tritt aus dem Ottawa-Vertrag zum Verbot von Landminen aus, kauft w\u00e4hrend des V\u00f6lkermords an Pal\u00e4stina Waffen von Israel und \u00fcberl\u00e4sst ihr Territorium dem aggressivsten Milit\u00e4rb\u00fcndnis der Welt, indem sie der NATO eine permanente Pr\u00e4senz direkt an der russischen Grenze gew\u00e4hrt. Gleichzeitig m\u00f6chte sie uns glauben machen, dass es in der Anfangsphase eines dritten imperialistischen Weltkriegs in erster Linie um die \u201enationale Verteidigung\u201c Finnlands und den Erhalt der \u201eDemokratie\u201c gehe. Dies erkl\u00e4rt, warum die Geschichte Finnlands als Kollaborateur der Nazis von der politischen Elite verschwiegen wird und warum wiederum offen rechtsextreme Kr\u00e4fte wie der Finnischen Partei in das politische eingebunden werden.<\/p>\n<p>Wie in den 1930er und 1940er Jahren ist der einzige gangbare Weg f\u00fcr die Arbeiter in Finnland, sich gegen den Krieg zu wehren, den Nationalismus abzulehnen und ihre K\u00e4mpfe mit der Arbeiterklasse in ganz Europa zu vereinen. Diese beginnt, sich gegen das wahnsinnige Bestreben der imperialistischen M\u00e4chte auf dem Kontinent zu wehren, die gesamten Kosten des Militarismus und des Krieges auf den Schultern der Arbeiter abzuw\u00e4lzen. Wie Trotzki und die Vierte Internationale in den fr\u00fchen Phasen des Zweiten Weltkriegs betonten:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Die IV. Internationale [st\u00fctzt sich] und ihre Politik nicht auf die milit\u00e4rischen Erfolge der kapitalistischen Staaten, sondern auf die Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen Krieg der Arbeiter gegen die Kapitalisten, auf den Sturz der herrschenden Klassen aller L\u00e4nder, auf die sozialistische Weltrevolution. Ver\u00e4nderungen in den Kampflinien an der Front, die Vernichtung von nationalem Verm\u00f6gen, die Besetzung von Gebieten, der Untergang einzelner Staaten stellen von diesem Standpunkt aus nur tragische Episoden dar auf dem Weg zum Wiederaufbau einer modernen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig vom Verlauf des Krieges erf\u00fcllen wir unsere fundamentale Aufgabe: Wir erkl\u00e4ren den. Arbeitern die Unvereinbarkeit zwischen ihren Interessen und den Interessen des blutr\u00fcnstigen Kapitalismus; wir mobilisieren die Werkt\u00e4tigen gegen den Imperialismus; wir propagieren die Einheit der Arbeiter in allen kriegf\u00fchrenden und neutralen L\u00e4ndern; wir verlangen die Verbr\u00fcderung der Arbeiter und Soldaten innerhalb eines jeden Landes und der Soldaten mit den Soldaten der gegen\u00fcberliegenden Seite der Kampffront; wir mobilisieren die Frauen und die Jugend gegen den Krieg; wir setzen die konstante, beharrliche, unerm\u00fcdliche Vorbereitung auf die Revolution fort \u2013 in den Fabriken, in den D\u00f6rfern, in den Kasernen, an der Front und in der Marine. (Trotzki, Manifest der Vierten Internationale, Mai 1940)<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Feldmarschall Mannerheim, Adolf Hitler und Risto Ryti [Photo: SA-kuvat] Am 22. 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