{"id":724502,"date":"2026-01-17T04:23:13","date_gmt":"2026-01-17T04:23:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/724502\/"},"modified":"2026-01-17T04:23:13","modified_gmt":"2026-01-17T04:23:13","slug":"europe-first-als-leitlinie-und-fokus-auf-wertschoepfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/724502\/","title":{"rendered":"Europe First als Leitlinie und Fokus auf Wertsch\u00f6pfung"},"content":{"rendered":"<p>Mit der Industriestrategie 2035 definiert die Bundesregierung zentrale Leitlinien f\u00fcr die Weiterentwicklung des Industriestandorts \u00d6sterreich. Ziel ist eine sozial ausgewogene und \u00f6kologische Transformation der Industrie sowie mehr Planungs- und Investitionssicherheit f\u00fcr Unternehmen. Zentrales Element ist die erstmalige klare Definition von neun Schl\u00fcsseltechnologien und industriellen St\u00e4rkefeldern, in denen \u00d6sterreich bereits \u00fcber hohe Kompetenz verf\u00fcgt oder entsprechendes Entwicklungspotenzial sieht.<\/p>\n<p>Die Industrie erwirtschaftet rund ein Viertel der heimischen Bruttowertsch\u00f6pfung und stellt mehr als 1,2 Millionen Arbeitspl\u00e4tze direkt und indirekt. Gleichzeitig steht sie unter zunehmendem Kosten- und Transformationsdruck \u2013 insbesondere durch Energiepreise, internationale Lieferketten und steigende regulatorische Anforderungen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Zeitraum 2026 bis 2029 sind daf\u00fcr insgesamt 2,6 Milliarden Euro vorgesehen. Gef\u00f6rdert werden unter anderem K\u00fcnstliche Intelligenz und Dateninnovation, Mikroelektronik, fortgeschrittene Produktions- und Werkstofftechnologien, Quantentechnologie, Life Sciences, Energie- und Umwelttechnologien, Mobilit\u00e4ts-, Luftfahrt- und Weltraumtechnologien.<\/p>\n<p>Fachkr\u00e4fte und Qualifizierung<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Schwerpunkt der Strategie liegt auf Aus- und Weiterbildung. Gut qualifizierte Fachkr\u00e4fte gelten als Voraussetzung f\u00fcr die Entwicklung und Anwendung der Schl\u00fcsseltechnologien. Vorgesehen sind Ma\u00dfnahmen zur Weiterbildung von Besch\u00e4ftigten in der Industrie sowie die Schaffung neuer Lehrberufe in den definierten St\u00e4rkefeldern. Ziel ist es, das Fachkr\u00e4fteangebot qualitativ und quantitativ zu sichern und die Besch\u00e4ftigten am technologischen Fortschritt teilhaben zu lassen.<\/p>\n<p>Mobilit\u00e4t und Logistik<\/p>\n<p>Im Bereich Mobilit\u00e4tstechnologien setzt die Strategie auf die St\u00e4rkung des Bahnstandorts \u00d6sterreich. Die Bahnindustrie erwirtschaftet laut Regierungsangaben eine Wertsch\u00f6pfung von \u00fcber drei Milliarden Euro bei einer Exportquote von 68 Prozent. Ab 1. J\u00e4nner 2027 soll eine Senkung der Energiekosten f\u00fcr Bahnstrom die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des G\u00fcter- und Personenverkehrs auf der Schiene verbessern und die industrielle Logistikkette entlasten.<br \/>Dar\u00fcber hinaus sieht die Industriestrategie den Aufbau einer Logistikstandortstrategie vor. Ma\u00dfnahmen in den Bereichen Digitalisierung, Klimaschutz, Ausbildung, Innovation und Infrastruktur sollen die Branche st\u00e4rken und den Wirtschaftsstandort langfristig absichern.<\/p>\n<p>Kreislaufwirtschaft als wirtschaftlicher Hebel<\/p>\n<p>Ein zentrales Element der Strategie ist der \u00dcbergang von linearen zu zirkul\u00e4ren Produktionsmodellen. Materialeffizienz, Recyclingf\u00e4higkeit und der Einsatz von Sekund\u00e4rrohstoffen sollen systematisch gest\u00e4rkt werden. Ziel ist es, Importabh\u00e4ngigkeiten zu reduzieren, Kosten zu stabilisieren und industrielle Resilienz zu erh\u00f6hen.\u00a0Die Bundesregierung sieht in der Kreislaufwirtschaft ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial, insbesondere f\u00fcr rohstoffintensive Branchen. Investitionen in Recyclingtechnologien, digitale Materialfl\u00fcsse und neue Gesch\u00e4ftsmodelle sollen dazu beitragen, Wertsch\u00f6pfung im Land zu halten und gleichzeitig Umweltauflagen wirtschaftlich umsetzbar zu machen.<\/p>\n<p>Lebensmittelindustrie im Transformationsprozess<\/p>\n<p>Auch die Lebensmittelindustrie wird im Kontext von Kreislaufwirtschaft und industrieller Transformation adressiert. Als einer der gr\u00f6\u00dften Verarbeitungssektoren steht sie vor Herausforderungen entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette \u2013 von Rohstoffverf\u00fcgbarkeit \u00fcber Energieeinsatz bis hin zu Verpackung und Logistik.<\/p>\n<p>Die Strategie hebt insbesondere die Bedeutung effizienter Ressourcennutzung, reduzierter Lebensmittelverluste und nachhaltiger Verpackungsl\u00f6sungen hervor. Durch technologische Innovationen und industrielle Standards soll die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Branche gesichert und zugleich die \u00f6kologische Belastung gesenkt werden.<\/p>\n<p>Standortpolitik und \u00f6ffentliche Beschaffung<\/p>\n<p>Flankierend setzt die Industriestrategie auf eine st\u00e4rkere strategische Ausrichtung der \u00f6ffentlichen Beschaffung. Das Leitprinzip \u201eMade in Europe &amp; Partner Countries\u201c soll dazu beitragen, industrielle Wertsch\u00f6pfung in Europa zu halten und Investitionen in heimische Produktionskapazit\u00e4ten zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung verfolgt mit der Industriestrategie das Ziel, Innovationskraft, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Besch\u00e4ftigung zu st\u00e4rken und gleichzeitig Klimaziele voranzutreiben. Die Strategie ist als Orientierungsrahmen bis 2035 angelegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit der Industriestrategie 2035 definiert die Bundesregierung zentrale Leitlinien f\u00fcr die Weiterentwicklung des Industriestandorts \u00d6sterreich. 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