{"id":724845,"date":"2026-01-17T07:41:11","date_gmt":"2026-01-17T07:41:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/724845\/"},"modified":"2026-01-17T07:41:11","modified_gmt":"2026-01-17T07:41:11","slug":"muslimische-wohlfahrt-zeichen-gelebter-vielfalt-oder-spaltung-plaene-der-hamburger-schura-sorgen-fuer-debatte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/724845\/","title":{"rendered":"Muslimische Wohlfahrt: \u201eZeichen gelebter Vielfalt\u201c oder Spaltung? \u2013 Pl\u00e4ne der Hamburger Schura sorgen f\u00fcr Debatte"},"content":{"rendered":"<p>Der Rat der islamischen Gemeinden Hamburg m\u00f6chte in die Versorgung von Alten und Jungen einsteigen. Hilfe bekommt er dabei von der Diakonie. Doch es gibt auch Kritiker. Sie bezweifeln, dass das der Integration wirklich dient.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein Pflegeheim, in dem sich der Alltag nicht nur nach Medikamentenplan und Essensausgabe richtet, sondern auch nach Gebetszeiten. In dem es Sterbebegleitung durch einen Imam gibt, samt muslimischer Riten, und Jugendangebote, bei denen Religion nicht als Problem gilt, sondern als Halt.<\/p>\n<p>Die Schura Hamburg, Dachverband islamischer Gemeinschaften und Einrichtungen, will solche und weitere Dienstleistungen k\u00fcnftig st\u00e4rker aufbauen. Geplant ist die Ausgr\u00fcndung eines muslimischen Wohlfahrtsverbandes im Norden, der als erg\u00e4nzender Tr\u00e4ger auftreten soll. Das Ziel sei nicht, bestehende Strukturen zu ersetzen, sondern Versorgungsl\u00fccken zu schlie\u00dfen. Begleitet wird das Projekt nach Angaben der Schura von der Diakonie. Unterst\u00fctzung kommt zudem vom Parit\u00e4tischen Wohlfahrtsverband Hamburg. Doch der Vorsto\u00df ist umstritten. Er hat Bef\u00fcrworter, aber auch harte Kritiker.<\/p>\n<p>Lena \u00c7oban, die das Projekt innerhalb der Schura vorantreibt, begr\u00fcndet das Vorhaben mit dem demografischen Wandel in muslimischen Communitys. In Hamburg lebten viele Musliminnen und Muslime, die l\u00e4ngst in einer Lebensphase angekommen seien, \u201ein der Themen wie Pflege, Demenz, Einsamkeit im Alter oder die Begleitung am Lebensende zentral werden\u201c, sagt \u00c7oban. F\u00fcr diese Bed\u00fcrfnisse gebe es bislang \u201ekaum dezidiert muslimische, professionelle Angebote\u201c. Gerade Menschen mit Demenz fielen \u201estark in fr\u00fche Pr\u00e4gungen zur\u00fcck\u201c, sagt \u00c7oban, also in \u201eSprache, Ger\u00fcche, Rituale, Gebete\u201c. Ein vertrautes religi\u00f6ses Umfeld k\u00f6nne Sicherheit geben. Dort f\u00fchlten Betroffene sich \u201enachweislich sicherer und weniger entfremdet\u201c.<\/p>\n<p>Als konkrete Bausteine nennt \u00c7oban Tagesst\u00e4tten f\u00fcr demenzerkrankte Menschen, ambulante Pflegedienste und station\u00e4re Einrichtungen. Diese m\u00fcssten religi\u00f6se Komponenten kennen und alltagsstrukturierende Elemente erm\u00f6glichen. Auch Sterbebegleitung sei ein Feld, in dem Religion f\u00fcr viele eine tragende Rolle spiele. Organisatorisch ist zun\u00e4chst ein Verein vorgesehen, der sp\u00e4ter in eine gemeinn\u00fctzige GmbH \u00fcberf\u00fchrt werden k\u00f6nnte. Eine Satzung werde erarbeitet, Mitglieder w\u00fcrden gesucht. Es sollen ausdr\u00fccklich nicht die Schura selbst oder ihre Gremien sein, sondern muslimische Sozialunternehmen. Die Schura Hamburg und Schleswig-Holstein seien eher als Kontrollinstanz vorgesehen. \u00c7oban spricht von einem Aufsichtsgremium. <\/p>\n<p>Der Verband k\u00f6nnte \u201eAMIN \u2013 Muslimischer Wohlfahrtsverband f\u00fcr Norddeutschland\u201c hei\u00dfen. Amin ist der Beiname des Propheten Mohammed und bedeutet \u201eder Vertrauensw\u00fcrdige\u201c, so \u00c7oban. Er solle als Dach und Impulsgeber dienen, muslimische Sozialunternehmer professionalisieren und \u201erechtssichere\u201c Strukturen erm\u00f6glichen. Au\u00dferdem soll er Interessen muslimischer Nutzer sozialer Dienstleistungen in die Politik tragen und deutschsprachige Positionen sowie Handlungsempfehlungen zu sozialen Fragen erarbeiten. Es gehe um Wahlfreiheit innerhalb der deutschen Wohlfahrtspflege. \u201eZurzeit fehlen Angebote, die spezifisch muslimisch fundiert sind\u201c, sagt \u00c7oban, und die eine regelhafte Versorgung sicherstellen.<\/p>\n<p>Die Jugendarbeit spielt f\u00fcr die Initiatoren ebenfalls eine Rolle. Man beobachte junge gefl\u00fcchtete M\u00e4nner aus muslimischen L\u00e4ndern, die stark unter Druck st\u00fcnden, sich in Deutschland beruflich und pers\u00f6nlich zu etablieren. In vielen Angeboten werde ausgepr\u00e4gte Religiosit\u00e4t \u201eproblematisiert und als Integrationshindernis gesehen\u201c. \u00c7oban m\u00f6chte dem etwas entgegensetzen. Religi\u00f6se Praxis k\u00f6nne \u201ezu einer erfolgreichen Integration in die deutsche Gesellschaft f\u00fchren\u201c, sagt sie. Als Beispiele nennt sie ein Haus der Jugend, berufsorientierende Ma\u00dfnahmen, Jugendwohnungen oder die Betreuung von Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften.<\/p>\n<p>Offen ist, wie der Verband finanziert werden k\u00f6nnte. \u00c7oban nennt Mitgliedsbeitr\u00e4ge muslimischer Sozialunternehmen, Projektmittel und \u00f6ffentliche F\u00f6rderprogramme, eigene wirtschaftliche Aktivit\u00e4t sowie Fortbildungen im Bereich Religions- und Kultursensibilit\u00e4t. Doch sie r\u00e4umt ein, dass die Aufbauarbeit schwierig zu finanzieren sei. \u201eInsgesamt sehen wir hier eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen\u201c, sagt \u00c7oban. Die Konzeptions- und Aufbauphase sei weder f\u00fcr Spender noch f\u00fcr \u00f6ffentliche Geldgeber besonders attraktiv. Bislang werde deshalb ehrenamtlich gearbeitet.<\/p>\n<p>Im Januar 2024 hatte die Schura Hamburg das Diakonische Werk Hamburg um Unterst\u00fctzung bei der Entwicklung eines Leitbilds f\u00fcr einen geplanten muslimischen Wohlfahrtsverband in Hamburg und Norddeutschland gebeten. Diakonie-Sprecherin Tatjana Sch\u00fctz berichtet, der von der Stabsstelle Evangelische Profilberatung durchgef\u00fchrte Beratungsprozess habe im April 2024 begonnen und im April 2025 geendet. Ziel sei gewesen, die \u201ereligi\u00f6s begr\u00fcndete Identit\u00e4t und Arbeit\u201c des Verbands so zu kl\u00e4ren und zu formulieren, dass sie sowohl \u201enach innen\u201c als auch \u201enach au\u00dfen\u201c verst\u00e4ndlich, \u00fcberzeugend und identit\u00e4tsstiftend dargestellt werden k\u00f6nne. Weil es innerhalb muslimischer Organisationen derzeit \u201ekeine geeigneten Fachkr\u00e4fte oder Strukturen\u201c gebe, um ein solches theologisch fundiertes Dokument zu erstellen, habe sich die SCHURA an die darauf spezialisierte Fachstelle des Diakonischen Werks gewandt.<\/p>\n<p>Aus Sicht von Sch\u00fctz k\u00f6nnte ein muslimischer Wohlfahrtsverband \u2013 \u00e4hnlich wie christliche oder j\u00fcdische Verb\u00e4nde \u2013 soziale Angebote entwickeln, die \u201eauf religi\u00f6s begr\u00fcndeten Grundhaltungen und Werten beruhen\u201c. Dabei gehe es darum, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterst\u00fctzen und zugleich ihre religi\u00f6sen Bed\u00fcrfnisse \u201eernst zu nehmen und zu ber\u00fccksichtigen\u201c. So k\u00f6nnten Hilfen entstehen, die \u201esozial und spirituell ansprechend\u201c seien und den Glauben der Klientinnen und Klienten einbeziehen. Als Beispiel nennt Sch\u00fctz eine gl\u00e4ubige Muslima in der Schwangerschaftskonfliktberatung, die ihre religi\u00f6sen Bedenken offen ansprechen k\u00f6nne \u2013 \u201eohne dass eine Situation des Unverst\u00e4ndnisses, der Diskriminierung, falscher Verd\u00e4chtigungen, Scham und des Sich-Verloren-F\u00fchlens entsteht\u201c.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sei die Gr\u00fcndung eines eigenen Wohlfahrtsverbandes \u201edas legitime Recht jeder Religionsgemeinschaft\u201c, betont Sch\u00fctz. Die Diakonie wisse aus eigener Erfahrung, dass die religi\u00f6se Dimension \u201eeine wertvolle Ressource\u201c in der sozialen Arbeit sei \u2013 besonders dann, wenn konfessionell gepr\u00e4gte Verb\u00e4nde zusammenarbeiteten, wie es bereits mit der Caritas und der Wohlfahrt der J\u00fcdischen Gemeinde praktiziert werde. Gemeinsam k\u00f6nne man \u201eReligions- und Kultursensibilit\u00e4t als festen Bestandteil professioneller Sozialarbeit etablieren\u201c, so Sch\u00fctz; als Beispiel verweist sie auf eine bereits bestehende, gemeinsam getragene interreligi\u00f6se Seelsorgeausbildung. <\/p>\n<p>Mit Blick auf Kritik an m\u00f6glichen Sonderstrukturen verweist Sch\u00fctz zudem darauf, dass das deutsche Sozialsystem im Sinne der Subsidiarit\u00e4t einen \u201eweiten Raum\u201c f\u00fcr gemeinn\u00fctziges Engagement von Religionsgemeinschaften biete. Eine Beteiligung islamischer Religionsgemeinschaften in den \u201ebew\u00e4hrten Strukturen\u201c der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege (AGFW) w\u00e4re aus Diakonie-Sicht daher positiv und ein \u201eZeichen gelingender Integration\u201c \u2013 sofern solche Angebote Teilhabe f\u00f6rdern, nicht Abgrenzung, und sich \u201eklar in den Rahmen des Sozial- und Verfassungsrechts\u201c einf\u00fcgen.<\/p>\n<p> \u201eZeichen gelebter Vielfalt\u201c<\/p>\n<p>Auch der Parit\u00e4tische Wohlfahrtsverband Hamburg bewertet das Vorhaben grunds\u00e4tzlich positiv. Pressesprecher Christian B\u00f6hme sagt, die langj\u00e4hrige Diskussion zeige \u201eden Wunsch nach mehr Repr\u00e4sentanz\u201c. Die Gr\u00fcndung k\u00f6nne \u201eein Zeichen gelebter Vielfalt\u201c sein und die soziale Landschaft bereichern. Der Parit\u00e4tische stehe \u201eallen demokratischen und gemeinn\u00fctzigen Akteuren offen gegen\u00fcber\u201c und wolle seine Expertise bei der Professionalisierung einbringen. B\u00f6hme verweist auf Erfahrungen aus dem Projekt \u201eVernetzt und aktiv\u201c, das bis 2023 lief und muslimische sowie alevitische Gemeinden unterst\u00fctzen sollte, ihre soziale Arbeit zu vernetzen und zu professionalisieren. Die Bilanz sei \u201epositiv\u201c, sagt B\u00f6hme. <\/p>\n<p>Gemeinden h\u00e4tten sich engagiert gezeigt, \u201ezukunftsweisende Ideen\u201c eingebracht und Projekte umgesetzt, die \u201ef\u00fcr alle Menschen im Stadtteil offen waren\u201c. Allerdings sei damals bewusst nicht auf die Gr\u00fcndung eines eigenen Verbandes hingearbeitet worden. \u201eDer Fokus lag klar auf der Professionalisierung der einzelnen Gemeinden und ihrer Vernetzung innerhalb der bestehenden Hamburger Soziallandschaft\u201c, sagt B\u00f6hme.<\/p>\n<p>Gleichzeitig betont der Parit\u00e4tische, dass auch ein muslimischer Wohlfahrtsverband nach denselben Regeln spielen m\u00fcsse wie alle anderen Tr\u00e4ger. Anschlussf\u00e4higkeit sei nur m\u00f6glich, wenn hohe Standards eingehalten w\u00fcrden, darunter Tr\u00e4geranerkennung, rechtliche Voraussetzungen und Transparenz bei der \u00f6ffentlichen Finanzierung. \u201eWenn ein k\u00fcnftiger muslimischer Verband diese hohen, f\u00fcr alle geltenden Anforderungen erf\u00fcllt, steht seiner Einbindung in die soziale Landschaft nichts im Wege\u201c, sagt B\u00f6hme.<\/p>\n<p>Welchen Zweck verfolgt die Schura?<\/p>\n<p>Doch genau daran entz\u00fcndet sich die Kritik. Gegner des Projekts fragen, welchen weiteren Zweck die Schura mit einem Wohlfahrtsverband verfolgt. Kultursensible Angebote lie\u00dfen sich auch durch Kooperationen mit etablierten Tr\u00e4gern ausbauen. Zugleich wird diskutiert, wie unabh\u00e4ngig ein solcher Verband tats\u00e4chlich w\u00e4re, wenn er in einem politischen Umfeld operiert, in dem islamische Organisationen teilweise eng mit Interessenverb\u00e4nden verbunden sind. <\/p>\n<p>In der Debatte taucht auch eine strategische Dimension auf. Kritiker halten es f\u00fcr plausibel, dass ein Wohlfahrtsverband der Schura helfen k\u00f6nnte, den Status einer K\u00f6rperschaft des \u00f6ffentlichen Rechts anzustreben. Bereits der Staatsvertrag zwischen Hamburg und Muslimen im November 2012 wurde als Signal gewertet. Der Status erm\u00f6glicht rechtliche Privilegien, etwa beim Einzug von Abgaben. Auch nichtchristliche Gemeinschaften wie die J\u00fcdische Gemeinde verf\u00fcgen dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Hamburgs ehemaliger Antisemitismusbeauftragter Stefan Hensel sieht vor allem ein Glaubw\u00fcrdigkeitsproblem. \u201eWohlfahrtsarbeit ist kein wertneutraler Raum\u201c, schrieb Hensel auf Facebook. Er warnt davor, religi\u00f6s gebundene Sonderstrukturen auszubauen, statt die pluralistische Wohlfahrtspflege zu st\u00e4rken. Hensel kritisiert zudem, die Schura habe sich in der Vergangenheit nicht entschlossen genug von problematischen Gemeinden distanziert. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sei die Schura au\u00dferdem st\u00e4rker als politischer Akteur sichtbar geworden, mit Narrativen, die Israel delegitimierten, ohne sich ausreichend von antisemitischen Deutungsmustern oder extremistischer Gewalt abzugrenzen. Vor diesem Hintergrund sei zumindest fraglich, ob ein eigener Verband sinnvoll sei.<\/p>\n<p>Vers\u00e4umt, eine klare Positionierung zu erzwingen<\/p>\n<p>Auch Ali Ertan Toprak, Hamburger CDU-Politiker und Pr\u00e4sident der Bundesgemeinschaft der Immigrantenverb\u00e4nde, lehnt den Vorsto\u00df ab. \u201eWer an Silvester die Eroberung Mekkas feiert, will nicht integrieren, sondern die Trennung von Staat und Religion untergraben\u201c, sagt Toprak. Er spielt damit auf Recherchen zu einer Veranstaltung in der Vahdet-Moschee an, bei der auch Schura-Chef Fatih Yildiz sowie der SPD-Abgeordnete Ali Kazanci zu Gast gewesen sein sollen. Toprak bezweifelt, dass die Schura ein Partner sei, der dieselben Werte vertrete. Besonders hart f\u00e4llt sein Urteil beim Thema Antisemitismus aus. \u201eEinige Islamverb\u00e4nde haben hier wieder ihr wahres Gesicht gezeigt\u201c, sagt Toprak. Die Politik habe es vers\u00e4umt, eine klare Positionierung zu erzwingen.<\/p>\n<p>Toprak verweist zugleich auf Vers\u00e4umnisse deutscher Integrationspolitik. In Hamburg habe man es nicht geschafft, die etablierten Wohlfahrtsverb\u00e4nde fr\u00fchzeitig st\u00e4rker f\u00fcr s\u00e4kulare und liberale Gruppen aus muslimischen L\u00e4ndern zu \u00f6ffnen. \u201eMan hat untersch\u00e4tzt, dass angesichts dieser zementierten Strukturen jene Organisationen erstarken, die ihren Mitgliedern predigen, wir Muslime geh\u00f6ren nicht in diese Gesellschaft\u201c, sagt Toprak. Der Schl\u00fcssel zur Integration liege daher nicht in neuen Parallelstrukturen, sondern in der Einbindung in bestehende Systeme. \u201eInklusion in bestehende Wohlfahrtsstrukturen, statt neue Parallelstrukturen, die unsere Gesellschaft spalten\u201c, fordert Toprak.<\/p>\n<p>Dass Kooperationen m\u00f6glich sind, zeigt ein weiteres Beispiel. Im F\u00f6rderansatz \u201eMoscheen f\u00fcr Integration\u201c kooperierte der Parit\u00e4tische Wohlfahrtsverband Hamburg mit Tr\u00e4gern wie dem Alevitischen Kulturverein Bergedorf. Sprecher Alper Do\u011fan erinnert sich, dass es zun\u00e4chst Zeit brauchte, bis klar war, welche Partner verfassungstreu agierten. Die Zusammenarbeit funktionierte jedoch. Die Frage, ob er k\u00fcnftig lieber mit einem muslimischen Wohlfahrtsverband zusammenarbeiten w\u00fcrde, beantwortet Do\u011fan klar: \u201eNein\u201c, sagt er. <\/p>\n<p>Bei etablierten Tr\u00e4gern wisse man, dass man inhaltlich auf einer Wellenl\u00e4nge liege. Do\u011fan nennt ein konkretes Beispiel. Bei Ferienangeboten f\u00fcr Jugendliche w\u00fcrde es keine Geschlechtertrennung geben. Bei einem muslimischen Verband k\u00f6nne das ein Konfliktpunkt werden. Auch Anbieter kulturspezifischer Pflegedienste wie der Multi-Kulti-Gesundheits- und Pflegedienst in Wilhelmsburg sehen zwar Nachfrage, aber keinen Bedarf f\u00fcr einen eigenen Verband. Man brauche mehr Kooperationen mit etablierten Partnern, nicht den Ausbau einer konfessionellen Parallelstruktur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Rat der islamischen Gemeinden Hamburg m\u00f6chte in die Versorgung von Alten und Jungen einsteigen. 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