{"id":724903,"date":"2026-01-17T08:12:12","date_gmt":"2026-01-17T08:12:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/724903\/"},"modified":"2026-01-17T08:12:12","modified_gmt":"2026-01-17T08:12:12","slug":"tom-hoyem-lebt-in-karlsruhe-letzter-daenischer-groenland-minister-trump-beleidigt-mich-und-meine-vorgaenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/724903\/","title":{"rendered":"Tom H\u00f8yem lebt in Karlsruhe: Letzter d\u00e4nischer Gr\u00f6nland-Minister: \u201eTrump beleidigt mich und meine Vorg\u00e4nger\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wie sehr Tom H\u00f8yem auch heute noch mit <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Gr%C3%B6nland\" title=\"Gr\u00f6nland\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gr\u00f6nland<\/a> verbunden ist, zeigt sich in seiner Karlsruher Wohnung: Das Fell eines Moschusochsen schm\u00fcckt eine Wand, direkt daneben h\u00e4ngt eine Landkarte der Insel \u2013 und in einer Vitrine liegen Erinnerungsst\u00fccke wie ein St\u00fcck Kryolith. \u201eDas ist das, was Trump will\u201c, sagt der 84-J\u00e4hrige \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.usa-trump-nato-nicht-ausreichend-fuer-schutz-von-groenland.8c351aba-eeee-4ced-bda7-feecf9dc64a6.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Besitzanspr\u00fcche des US-Pr\u00e4sidenten<\/a> an den gr\u00f6nl\u00e4ndischen Bodensch\u00e4tzen. Das seltene Mineral f\u00fcr die Aluminiumproduktion kam weltweit fast ausschlie\u00dflich in Gr\u00f6nland vor, aber ist auch dort seit Ende der 1980er Jahre ersch\u00f6pft. Doch auch auf viele weitere Rohstoffe hat es Trump abgesehen. <\/p>\n<p>\u201eAber die liegen nicht einfach an der Stra\u00dfe, der Abbau ist sehr teuer\u201c, sagt H\u00f8yem. Er wei\u00df aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd das in Gr\u00f6nland aufgrund der geologischen Begebenheiten und der Infrastruktur ist. Der 84-J\u00e4hrige erinnert sich an einen \u00d6l-Konzern, der trotz voriger Millionen-Investitionen schlussendlich doch auf die F\u00f6rderung in Gr\u00f6nland verzichtete. <\/p>\n<p>Ex-Gr\u00f6nland-<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Minister\" title=\"Minister\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Minister<\/a>: \u201eTrump hat versucht, wieder und wieder zu eskalieren\u201c <\/p>\n<p>Von 1982 bis 1987 hatte der Wahl-Karlsruher das Amt des letzten d\u00e4nischen Gr\u00f6nland-Ministers inne \u2013 und fungierte damit als Bindeglied zwischen der arktischen Insel und Kopenhagen. Seit 2000 wohnt er in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Karlsruhe\" title=\"Karlsruhe\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Karlsruhe<\/a>, von wo er besorgt auf die Eroberungsfantasien des US-Pr\u00e4sidenten blickt. \u201eMir hat das Angst gemacht, die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Nato\" title=\"Nato\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nato<\/a> h\u00e4tte implodieren k\u00f6nnen\u201c, sagt H\u00f8yem \u00fcber seine Gedanken vor dem Krisentreffen der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/USA\" title=\"USA\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a>, D\u00e4nemarks und Gr\u00f6nlands am vergangenen Mittwoch. Beispiellos sei es, dass ein Nato-Land einem anderen Nato-Land droht. <\/p>\n<p> Denn Gr\u00f6nland agiert zwar weitgehend autonom, geh\u00f6rt aber zum K\u00f6nigreich <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/D%C3%A4nemark\" title=\"D\u00e4nemark\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">D\u00e4nemark<\/a>. Seit dem Gespr\u00e4ch am Mittwoch aber sch\u00f6pft der D\u00e4ne, der seit 2015 auch die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft besitzt, neue Hoffnung in dem bislang diplomatischen Konflikt. \u201eTrump hat versucht, wieder und wieder zu eskalieren\u201c, sagt H\u00f8yem. \u201eBislang lief das weitgehend \u00fcber die sozialen Medien, aber jetzt wird endlich miteinander gesprochen.\u201c<\/p>\n<p>D\u00e4nemark hat Gr\u00f6nland schlecht behandelt? Das sei eine Beleidigung, sagt H\u00f8yem <\/p>\n<p>H\u00f8yem sagt, dass der US-Pr\u00e4sident \u2013 abgesehen von der Annexion \u2013 eigentlich genau das fordert, was D\u00e4nemark auch m\u00f6chte. \u201eTrump w\u00fcnscht mehr Sicherheit, das wollen wir auch. Er will die Rohstoffe, da sagen wir: Bitte investieren Sie\u201c, so H\u00f8yem. Der Deutsch-D\u00e4ne erinnert die Amerikaner und deren Pr\u00e4sident aber auch an die damaligen Gespr\u00e4che, an denen er in seiner Zeit als Gr\u00f6nland-Minister selbst teilgenommen hat: \u201eWir haben im Pentagon verhandelt und zusammen die Reduzierung des US-Milit\u00e4rs in Gr\u00f6nland beschlossen.\u201c <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.c8bf647f-5483-44fd-bfd6-dd06a61f2034.original1024.media.jpeg\"\/>     Gr\u00f6nl\u00e4nder demonstrieren gegen Trumps Eroberungsfantasien.    Foto: dpa\/Christian Klindt Soelbeck\/Ritzau    <\/p>\n<p>Trump, der sich lustig machte, dass \u201ezwei Hundeschlitten nicht ausreichen\u201c f\u00fcr die Verteidigung der Insel, m\u00fcsse jetzt zu sp\u00fcren bekommen, dass die Nato-L\u00e4nder das Thema Sicherheit in der Arktis ernst nehmen. Deshalb begr\u00fc\u00dft H\u00f8yem auch die Erkundungsmissionen von Deutschland und weiteren Nato-L\u00e4ndern mit <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.aneignungsplaene-der-usa-trump-sprecherin-europaeische-soldaten-in-groenland-aendern-nichts.6bd7ac22-0419-4915-ac71-b8fe55dce7f6.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Soldaten in Gr\u00f6nland<\/a>. Dass D\u00e4nemark Gr\u00f6nland nicht gut behandelt habe, nehme er als Beleidigung gegen sich und seine Vorg\u00e4nger auf. Das sei schlicht falsch.<\/p>\n<p>46 Mal in Gr\u00f6nland: Eisb\u00e4ren begegnet, unterwegs bei Minus 50 Grad  <\/p>\n<p>In seinem Heimatland gebe es heute drei unterschiedliche Positionen zu Gr\u00f6nland. Die einen sagten: \u201eUns reicht es, verkauft doch Gr\u00f6nland. Wir bezahlen Steuergeld und die meckern immer.\u201c Andere seien der Auffassung: \u201eWir waren die b\u00f6se Kolonialmacht, wir sollten Gr\u00f6nland doch das geben, was sie wollen.\u201c Und die dritte Gruppe meine: \u201eAls so kleines Land gibt uns dieses riesige arktische Gebiet eine fantastische Stellung in der Welt.\u201c<\/p>\n<p>H\u00f8yem selbst war vor seinem Amtsantritt im Jahr 1982 kein einziges Mal in Gr\u00f6nland. \u201eWie kann man einen zum Minister machen, der niemals in Gr\u00f6nland war? Das ist doch Bl\u00f6dsinn\u201c, sagte er damals. Heute kann er von sich behaupten, die Insel insgesamt 46 Mal besucht zu haben \u2013 so h\u00e4ufig wie kein anderer Gr\u00f6nland-Minister zuvor, sagt er. Er ist Eisb\u00e4ren begegnet, hat deren Fleisch gegessen, war bei eisiger K\u00e4lte mit Temperaturen um minus 50 Grad unterwegs: \u201eDas war immer ein Erlebnis.\u201c<\/p>\n<p> Auch wegen Hans-Dietrich Genscher trat H\u00f8yem in die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/FDP\" title=\"FDP\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FDP<\/a> ein <\/p>\n<p>Im Jahr 1987 dann die Abschaffung des kompletten Ministeriums, die H\u00f8yem selbst vorgeschlagen hat. Ob er stattdessen Verkehrsminister werden wolle, wurde er damals gefragt. Doch H\u00f8yem lehnte ab \u2013 ihn zog es als Schulleiter der Europ\u00e4ischen Schule nach Oxford, sp\u00e4ter leitete er eine dieser Schulen auch in Karlsruhe. In der F\u00e4cherstadt engagierte er sich auch als Stadtrat f\u00fcr die FDP. <\/p>\n<p>Der fr\u00fchere deutsche Au\u00dfenminister Hans-Dietrich Genscher habe ihn bei Verhandlungen im Jahr 1982 \u00fcber Fischereim\u00f6glichkeiten in Gr\u00f6nland beeindruckt. Mit ihm habe er den Kontakt auch danach weiter gehalten. Bei Treffen habe Genscher auf die Frage, wie es ihm gehe, immer wieder geantwortet: \u201eWie geht es Gr\u00f6nland?\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie sehr Tom H\u00f8yem auch heute noch mit Gr\u00f6nland verbunden ist, zeigt sich in seiner Karlsruher Wohnung: Das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":724904,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1844],"tags":[1634,1160,3364,29,106,187,30,452,8903,451,1953,1159,64],"class_list":{"0":"post-724903","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-karlsruhe","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-daenemark","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-donald-trump","13":"tag-fdp","14":"tag-germany","15":"tag-groenland","16":"tag-karlsruhe","17":"tag-militaer","18":"tag-minister","19":"tag-nato","20":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115909436728954482","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/724903","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=724903"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/724903\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/724904"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=724903"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=724903"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=724903"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}