{"id":725315,"date":"2026-01-17T12:08:14","date_gmt":"2026-01-17T12:08:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/725315\/"},"modified":"2026-01-17T12:08:14","modified_gmt":"2026-01-17T12:08:14","slug":"we-should-call-ursula-in-diesen-punkten-bietet-die-eu-trump-die-stirn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/725315\/","title":{"rendered":"&#8222;We should call Ursula&#8220;: In diesen Punkten bietet die EU Trump die Stirn"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;We should call Ursula&#8220;In diesen Punkten bietet die EU Trump die Stirn17.01.2026, 11:47 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Lea-Verstl-article23006163.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/verstl.webp.webp\" alt=\"verstl\"\/>Eine Analyse von Lea Verstl<\/a><\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(16:13 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/President-Donald-Trump-and-European-Commission-President-Ursula-von-der-Leyen-speak-as-they-meet-at-.webp\" alt=\"President-Donald-Trump-and-European-Commission-President-Ursula-von-der-Leyen-speak-as-they-meet-at-the-Trump-Turnberry-golf-course-in-Turnberry-Scotland-Sunday-July-27-2025\"\/>Beim Treffen in Schottland setzt sich Trump mit seinen Zollforderungen durch &#8211; ansonsten scheut sich von der Leyen aber nicht davor, ihm zu widersprechen. (Foto: AP)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Beim Zoll-Deal mit dem US-Pr\u00e4sidenten hat die EU sich ein blaues Auge geholt. Irgendwie muss sich die milit\u00e4rische Abh\u00e4ngigkeit von den Amerikanern ja r\u00e4chen. Ansonsten schl\u00e4gt sich Br\u00fcssel aber wacker, ein Jahr nach Trumps Amtsantritt. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wahre St\u00e4rke offenbart sich in Krisen. In schwierigen Zeiten ist die Europ\u00e4ische Union jedes Mal gewachsen. Allerdings lief das Wachstum nicht schmerzlos ab. Manchmal schoss die EU \u00fcbers Ziel hinaus, dann wieder blieb sie hinter ihren Ambitionen zur\u00fcck. Gern w\u00e4re sie in der Finanzkrise die Geldverwalterin, in der Klimakrise die Umweltsch\u00fctzerin und in der Corona-Krise die Lebensretterin gewesen. Aber wer viel macht, der macht auch Fehler. Zumindest kann der EU niemand Unt\u00e4tigkeit vorwerfen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Andere Vorw\u00fcrfe muss die EU sich gefallen lassen. Weitsicht etwa z\u00e4hlt nicht zu ihren St\u00e4rken. Vor Augen gef\u00fchrt wurde ihr das nach dem Einzug Donald Trumps ins Wei\u00dfe Haus am 20. Januar 2025, um seine &#8211; wohlgemerkt &#8211; zweite Amtszeit als US-Pr\u00e4sident einzul\u00e4uten. Dass der EU- und Nato-Hasser Trump genau das ist, was er schon immer war, kann keinen in Br\u00fcssel \u00fcberrascht haben. Auch Trump glaubt an St\u00e4rke, interpretiert sie aber anders als die EU. Er nutzt die milit\u00e4rische Muskelmasse der Vereinigten Staaten schamlos aus, um die ehemaligen Verb\u00fcndeten in Europa unter Druck zu setzen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das klappt, weil EU-Mitgliedstaaten wie Deutschland, trotz vieler Warnungen, weiter blind auf das Schutzversprechen der Amerikaner vertraut und zugleich, trotz noch mehr Warnungen, die imperialistischen Bestrebungen des russischen Pr\u00e4sidenten untersch\u00e4tzt haben. Doch die EU verf\u00e4llt angesichts Trumps erratischer Au\u00dfenpolitik auch nicht in Schockstarre. Sie besinnt sich auf ihre St\u00e4rke: die Reaktion auf Krisen. So bietet sie Trump seit knapp einem Jahr hier und da die Stirn &#8211; trotz der weiter bestehenden milit\u00e4rischen Abh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Europa macht Fortschritte bei Satellitenkommunikation<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Europa steht aufgrund seiner sicherheitspolitischen Vers\u00e4umnisse milit\u00e4risch &#8222;ohne Hose da&#8220;, wie Markus Reisner es formuliert. Mehr noch: Die L\u00fccken in der eigenen Verteidigung seien so immens, es gebe gar keine Hosen mehr im Schrank, sagt der \u00f6sterreichische Oberst, der seit 2022 bei ntv.de den russischen Krieg gegen die Ukraine analysiert. Einen eigenen nuklearen Schutzschirm ohne amerikanische Unterst\u00fctzung aufzubauen, wird viele Jahre dauern. Auch in den Bereichen Luftraumverteidigung, Satellitenkommunikation und Nachrichtenwesen waren europ\u00e4ische L\u00e4nder so gut wie nackt, als Russland vor knapp vier Jahren die Ukraine \u00fcberfiel.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Immerhin h\u00f6ren die Europ\u00e4er jetzt die allerletzten Warnsch\u00fcsse aus Washington &#8211; und investieren viele Milliarden, um ihren Waffenschrank wieder aufzuf\u00fcllen. Sie beeilen sich, Trumps Aufforderung, f\u00fcr die eigene Sicherheit zu sorgen, wenigstens in seiner zweiten Amtszeit nachzukommen. Dabei erkennen Experten mittlerweile milit\u00e4rische Entwicklungen, die Hoffnung geben. &#8222;Die Europ\u00e4er haben begriffen, dass es an der Zeit ist, ein eigenes nachrichtendienstliches System aufzubauen. Die Vorzeichen daf\u00fcr sind gut&#8220;, sagt der Geheimdienst-Experte Erich Schmidt-Eenboom. Seit Jahren habe es diesbez\u00fcglich Bem\u00fchungen auf europ\u00e4ischer Ebene gegeben, die durch nationale Egoismen ausgebremst worden seien. Nun aber w\u00fcrden die EU-Mitgliedstaaten und Gro\u00dfbritannien einsehen, wie wertvoll eine engere Kooperation sei.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">\u00c4hnlich sieht das der ehemalige Leiter des finnischen Milit\u00e4r-Geheimdienstes, Pekka Toveri, der inzwischen f\u00fcr die finnischen Konservativen im Europaparlament sitzt. Auch sieht Toveri enormes Potenzial f\u00fcr eine verbesserte Satellitenkommunikation unter den Europ\u00e4ern. &#8222;Wir haben mit Galileo ein leistungsf\u00e4higes satellitenbasiertes Navigationssystem, das die Unabh\u00e4ngigkeit Europas von anderen Systemen wie GPS sichert und eine zivile Alternative bietet. Wir haben innovative Unternehmen wie Iceye in Finnland, das Mikrosatelliten herstellt und betreibt&#8220;, sagt Toveri. Das alles bilde eine ausbauf\u00e4hige Grundlage. In Finnland arbeitet der Grenzschutz bereits mit Galileo, nicht mit GPS.<\/p>\n<p>Merz und von der Leyen kooperieren eng<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Noch ein Vorteil: Die Europ\u00e4er brauchen im Gegensatz zu den USA kein gigantisches Satellitensystem f\u00fcr globale \u00dcberwachung, sie k\u00f6nnen die Technik auf ihre eigenen, bescheideneren Bed\u00fcrfnisse zuschneiden. Deutschland geht bei der europ\u00e4ischen Weltraumsicherheit mit gutem Beispiel voran. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius plant massive Investitionen von 35 Milliarden Euro in die Weltrauminfrastruktur der Bundeswehr, die neue Satelliten, Bodenstationen und Technologien st\u00e4rken sollen. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Um die Wiederaufr\u00fcstung des Kontinents zu koordinieren, ist die EU unverzichtbar. Die Absprachen fallen momentan besonders leicht, da die ausf\u00fchrende Gewalt sowohl in Br\u00fcssel als auch in Berlin in CDU-Hand ist. Pers\u00f6nlich sollen der Kanzler und die EU-Kommissionspr\u00e4sidentin sich zwar nicht sonderlich gewogen sein &#8211; Friedrich Merz ist ein alter Rivale von Angela Merkel, Ursula von der Leyen machte w\u00e4hrend deren Kanzlerschaft Karriere. Allerdings reicht das Vertrauen ineinander aus, um in Europa gemeinsame Entscheidungen zu treffen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Den offiziellen Beginn der Zusammenarbeit markierte der 4. M\u00e4rz, an dem Merz die deutsche Schuldenbremse f\u00fcr die Verteidigung lockerte &#8211; wenige Stunden nachdem von der Leyen den ersten umfassenden Verteidigungsfonds der EU ins Leben gerufen hatte. In den kommenden Monaten sollte sich das Krisenmanagement der beiden weiter bew\u00e4hren, etwa, um Trump von der Idee abzubringen, Putin f\u00fcr einen Waffenstillstand in der Ukraine alle W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen. Und um zumindest den Grundstein f\u00fcr europ\u00e4ische Sicherheitsgarantien in der Ukraine zu legen, fand sich schnell eine Koalition der Willigen, bei der Merz die F\u00fchrung \u00fcbernahm, zusammen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer und dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron. Die Koalition bindet das Nicht-EU-Mitglied Gro\u00dfbritannien ein und komplementiert zugleich die EU-Institutionen &#8211; als Instanz f\u00fcr alle Situationen mit Trump, die eine besonders schnelle Reaktion erfordern.<\/p>\n<p>Trump nennt von der Leyen &#8222;tough Ursula&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Freilich sto\u00dfen auch die m\u00e4chtigsten Politiker Europas an ihre Grenzen. In Br\u00fcssel verhallte Merz&#8216; und von der Leyens Forderung, das eingefrorene Verm\u00f6gen der russischen Zentralbank in Europa f\u00fcr das ukrainische Milit\u00e4r zu nutzen. Dennoch wurden die 210 Milliarden Euro dauerhaft in Belgien und anderen EU-Mitgliedstaaten festgesetzt &#8211; und damit Putin aus der Hand geschlagen. Ein kluger Schachzug, nicht nur, um zu verhindern, dass Ungarns Ministerpr\u00e4sident Viktor Orban als Vertrauter Putins irgendwann ein Veto gegen die weitere Blockade des Verm\u00f6gens zieht. Auch Trump erschwerten die Europ\u00e4er damit den Zugriff auf die russischen Milliarden. Zuvor hatte der Kreml Trump gek\u00f6dert, indem er diesem einen Anteil an dem eingefrorenen Verm\u00f6gen zusicherte, sollte der US-Pr\u00e4sident einem von Putin diktierten Friedensplan zustimmen. Ein Blick auf diesen sogenannten Friedensplan machte ein weiteres Mal deutlich: Washington und Moskau setzen wie die alten Imperialisten auf eine Aufteilung der Welt. Auch Europa ist f\u00fcr sie nur eine Einflusszone. Zeigt die EU Angst, hat sie schon verloren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Doch von der Leyen zeigt sich Trump gegen\u00fcber unerschrocken. Neben den europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs ist sie es, die Trumps Annexionsfantasien gegen\u00fcber Gr\u00f6nland entschieden zur\u00fcckweist. Auch bei anderen Gelegenheiten zeigt sie Trump Grenzen auf. &#8222;Zun\u00e4chst mal ruft von der Leyen ihn sehr regelm\u00e4\u00dfig an, auch ohne Vorank\u00fcndigung. Sie textet ihm, widerspricht ihm dann auch&#8220;, sagt der USA-Experte Holger Stark. Dies habe ihr bei Trump den Spitznamen &#8222;tough Ursula&#8220;, die harte Ursula, eingebracht. &#8222;We should call Ursula&#8220; verlange Trump, wenn es um Gespr\u00e4che mit Putin gehe, sagt Stark. Ein riesiger Erfolg. Schlie\u00dflich verweigerte Trump von der Leyen in den ersten Monaten nach seinem zweiten Amtsantritt zun\u00e4chst jeglichen Kontakt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Allerdings lief nicht jedes Gespr\u00e4ch glimpflich f\u00fcr die Europ\u00e4er ab. Da ihr die starke Armee im R\u00fccken fehlt, lie\u00df von der Leyen sich im Juli von Trump einen 15-prozentigen US-Zoll auf alle EU-Waren abpressen. Ein Deal nach Trumps Geschmack, vor allem, da Br\u00fcssel die Z\u00f6lle f\u00fcr US-Importe von Industrieg\u00fctern auf null senkte. In den Verhandlungen soll Trump von der Leyen mehrmals darauf hingewiesen haben, wie wichtig die milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Vereinigten Staaten f\u00fcr die Sicherheit der Ukraine und den Rest Europas ist. Aufhorchen lie\u00df das insbesondere die \u00f6stlichen Mitgliedstaaten, die sich als Putins n\u00e4chste Angriffsziele sehen. Sie verlangten, Trump bei seinen Zollforderungen entgegenzukommen. Und da von der Leyen in den Verhandlungen mit Trump nur das ausf\u00fchrende Organ der Mitgliedstaaten war, erf\u00fcllte sie deren W\u00fcnsche.<\/p>\n<p>USA sind stark von Importen aus der EU abh\u00e4ngig<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Niederlage beim Zoll-Deal war der gr\u00f6\u00dfte Kniefall der EU vor Trump im vergangenen Jahr. Zweckoptimisten in Br\u00fcssel sehen aber sogar darin Gutes. Es h\u00e4tte n\u00e4mlich noch viel schlimmer kommen k\u00f6nnen. Brasilien, Syrien, Laos und Myanmar etwa m\u00fcssen sich nun mit US-Z\u00f6llen von 40 bis 50 Prozent abfinden. Sicherlich liegt der g\u00fcnstigere Zoll-Deal f\u00fcr die EU auch an ihrer Wirtschaftsmacht. Schlie\u00dflich ist der EU-Binnenmarkt als Block hinter den USA und China die drittgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Au\u00dferdem sind die Vereinigten Staaten stark von Importen aus der Europ\u00e4ischen Union abh\u00e4ngig. Bei 3120 Warengruppen in den USA gibt es einen Importanteil aus der EU von mindestens 50 Prozent, wie aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft hervorgeht. Dahinter steht ein Importwert von rund 290 Milliarden US-Dollar. Die Studien-Autoren Samina Sultan und J\u00fcrgen Matthes hatten dieses Ergebnis nicht erwartet. &#8222;Wir waren beide \u00fcberrascht &#8211; einerseits von der Gr\u00f6\u00dfenordnung und andererseits davon, dass die Abh\u00e4ngigkeit der USA von europ\u00e4ischen Importen vergangenes Jahr gr\u00f6\u00dfer war als die von chinesischen&#8220;, sagt Sultan. Sollte es noch einmal zu Zollverhandlungen mit den USA kommen, empfiehlt Sultan der EU, diese Abh\u00e4ngigkeiten als &#8222;Munition&#8220; zu nutzen, um Trump in die Knie zu zwingen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ein paar rote Linien hat die EU in den Zollverhandlungen mit Trump tats\u00e4chlich auch gezogen. Bereits vor dem Treffen mit von der Leyen in Schottland machten EU-Vertreter Trump klar, was trotz aller milit\u00e4rischer Drohgeb\u00e4rden nicht zur Debatte steht: die Digitalgesetze der EU. Gesetze wie der Digital Markets Act (DMA) und der Digital Service Act (DSA) wurden geschaffen, um die Marktmacht der gro\u00dfen US-Tech-Konzerne einzuschr\u00e4nken und gegen Hass und Hetze im Internet vorzugehen. Zugegeben: Besser w\u00e4re es gewesen, die EU h\u00e4tte es geschafft, die eigene Tech-Macht aufzubauen. Dieses Vers\u00e4umnis ist das wohl gr\u00f6\u00dfte der europ\u00e4ischen Staaten, gleich nach der Vernachl\u00e4ssigung des Milit\u00e4rs.<\/p>\n<p>Digitalgesetze \u00e4rgern Tech-Milliard\u00e4re wie Musk<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Aber ihre Digitalgesetze und die damit verbundenen Geldbu\u00dfen helfen der EU immerhin, die Tech-Milliard\u00e4re in Trumps Umfeld zu \u00e4rgern, die in Br\u00fcssel von manchen sp\u00f6ttisch &#8222;Broligarchs&#8220; genannt werden. Im Dezember musste Elon Musk eine Strafzahlung von 120 Millionen Euro schlucken wegen der fehlenden Transparenz auf seinem sozialen Netzwerk X. Trump, Musk und andere Tech-Milliard\u00e4re wettern deshalb bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen den DMA und den DSA. Die EU zeigt sich unbeeindruckt und verh\u00e4ngt weiter Strafen, wo sie Regelverst\u00f6\u00dfe erkennt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Generell erodiert in Br\u00fcssel das Vertrauen in die Vereinigten Staaten als Handelspartner. Angesichts der Zollschranken w\u00e4re die Europ\u00e4ische Union auch schlecht beraten, weiter auf die USA zu setzen. Auch hier geht sie Schritte in die richtige Richtung. Endlich: Die Rufe nach Diversifizierung des Handels wurden seit Jahren immer eindringlicher, je mehr China an wirtschaftlicher Macht gewann. Nach Trumps Wahlsieg wurde den Verantwortlichen in Br\u00fcssel der Ernst der Lage bewusst, da mit den USA nun der zweite gro\u00dfe Handelspartner zunehmend zum Konkurrenten wurde.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die EU machte deshalb Tempo beim Abkommen mit den Mercosur-Staaten, \u00fcber das zuvor ein geschlagenes Vierteljahrhundert lang verhandelt und gestritten wurde. Am Ende habe auch ein gewisser &#8222;Trump-Effekt&#8220; daf\u00fcr gesorgt, dass unter den EU-Mitgliedstaaten die n\u00f6tige Mehrheit f\u00fcr das Abkommen zustande gekommen sei, sagt der SPD-Politiker Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europ\u00e4ischen Parlament. Lange sieht im Abschluss des Abkommens ein deutliches Signal an Trump: &#8222;Wir setzen ein anderes Zeichen als die Vereinigten Staaten, die mit der Intervention in Venezuela nicht nur das Recht des St\u00e4rkeren propagieren, sondern durch den Zugang zu den \u00d6lquellen auch bewusst den Kampf gegen den Klimawandel weiter unterlaufen wollen.&#8220; Es geht also um all jene Prinzipien, f\u00fcr die Trump auf der internationalen B\u00fchne nur noch Verachtung \u00fcbrig hat, und die Europ\u00e4er dennoch hochhalten. Und es geht den Europ\u00e4ern um Selbstvergewisserung: Das Festhalten an der internationalen Ordnung lohnt noch, bringt Nutzen und lockt Partner an.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die St\u00e4rke der EU gr\u00fcndet sich aber nicht zuvorderst auf ihren Werten und Regeln, sondern auf ihrem R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung. Damit die EU den Imperialisten von heute weiter die Stirn bieten kann, braucht sie \u00fcberzeugte Europ\u00e4er als B\u00fcrger. Hoffnungsvoll stimmen zun\u00e4chst die Ergebnisse des letzten Eurobarometers: 51 Prozent der Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4er sprechen der EU ihr Vertrauen aus &#8211; ein Wert, der zuletzt 2007 erreicht wurde. Im Umkehrschluss hei\u00dft das aber auch: Die Bev\u00f6lkerung ist gespalten. Knapp die H\u00e4lfte vertraut der EU nicht.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Diese Skepsis nutzen rechtsextreme Parteien in allen Mitgliedstaaten, um weiter gegen die vermeintlich blutleeren Technokraten in Br\u00fcssel Stimmung zu machen. Viele dieser Parteien f\u00fchlen sich Trump und Putin politisch nah, sie kooperieren mit ihnen, um die Demokratie und den Rechtsstaat in Europa auszuh\u00f6hlen. Setzt sich der Aufw\u00e4rtstrend dieser Parteien fort, kommen sie in immer mehr Mitgliedstaaten in Regierungsverantwortung, dann war&#8217;s das mit der St\u00e4rke der EU.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;We should call Ursula&#8220;In diesen Punkten bietet die EU Trump die Stirn17.01.2026, 11:47 Uhr Eine Analyse von Lea&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":725316,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[661,31,41904,106,548,942,12465,12463,941,775,3986,213,212,13,14,15,16,307,12,6473,184,10,8,9,11,317,3081,1493,64,500,103,381,306,104],"class_list":{"0":"post-725315","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-angriff-auf-die-ukraine","9":"tag-cdu","10":"tag-digitalwirtschaft","11":"tag-donald-trump","12":"tag-eu","13":"tag-eu-kommission","14":"tag-eu-kommissionspraesident","15":"tag-eu-ministerrat","16":"tag-eu-parlament","17":"tag-friedrich-merz","18":"tag-handel","19":"tag-handelsbeziehungen","20":"tag-handelskonflikte","21":"tag-headlines","22":"tag-nachrichten","23":"tag-news","24":"tag-politik","25":"tag-russland","26":"tag-schlagzeilen","27":"tag-sicherheitspolitik","28":"tag-spd","29":"tag-top-news","30":"tag-top-meldungen","31":"tag-topmeldungen","32":"tag-topnews","33":"tag-ukraine","34":"tag-ukraine-konflikt","35":"tag-ursula-von-der-leyen","36":"tag-usa","37":"tag-viktor-orban","38":"tag-welt","39":"tag-wirtschaftspolitik","40":"tag-wladimir-putin","41":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/725315","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=725315"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/725315\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/725316"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=725315"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=725315"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=725315"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}