{"id":725404,"date":"2026-01-17T12:58:15","date_gmt":"2026-01-17T12:58:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/725404\/"},"modified":"2026-01-17T12:58:15","modified_gmt":"2026-01-17T12:58:15","slug":"musik-gibt-mir-ganz-viel-aber-nicht-unbedingt-geld-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/725404\/","title":{"rendered":"\u00bbMusik gibt mir ganz viel, aber nicht unbedingt Geld\u00ab \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Als \u00bbsingender Schauspieler\u00ab war Julius Forster bereits vor zwei Jahren f\u00fcr das Interview des Monats im kreuzer. Mittlerweile k\u00f6nnte man ihn genauso gut als \u00bbschauspielernden S\u00e4nger\u00ab bezeichnen. Mit Hotel Rimini hat er nun das zweite Album ver\u00f6ffentlicht: Auf \u00bbGef\u00e4hrdete Arten\u00ab vereint die Band poetische Alltagsbeobachtungen mit atmosph\u00e4rischem Kammer-Pop. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcbers Unterwegssein, enger werdende finanzielle Spielr\u00e4ume und wie es ist, mit den eigenen Eltern ein Album aufzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Ihr Deb\u00fct-Album \u00bbAllein unter M\u00f6beln\u00ab wurde laut Pressetext in einem Hotel an der Adriak\u00fcste aufgenommen. \u00bbGef\u00e4hrdete Arten\u00ab soll nun an einer verlassenen Autobahnrastst\u00e4tte entstanden sein. Warum dieses Setting?<\/strong><\/p>\n<p>Ich glaube, niemand von uns war bislang in Rimini \u2026 Wir dachten uns f\u00fcrs zweite Album, dass die Rastst\u00e4tte ganz gut in die Welt passt, die wir mit diesem assoziieren. Auf dem Album kommen Autobahnrastst\u00e4tten vor, Windr\u00e4der, karge Felder und Autos, die von A nach B fahren. Vielleicht lag es auch daran, dass wir selber viel auf Tour waren \u2026<\/p>\n<p><strong><br \/>Wo wurde das Album denn tats\u00e4chlich aufgenommen? <\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Spinnereigel\u00e4nde hier in Leipzig im Studio von Sascha H\u00fcnermund, mit dem wir auch unser erstes Album aufgenommen haben. Mit ihm und seinem Studio f\u00fchlen wir uns sehr wohl.<\/p>\n<p><strong><br \/>Das Album klingt sehr nach Roadtrip: Es\u00a0<\/strong><strong>geht viel ums Wegwollen und Unterwegs-<br \/><\/strong><strong>sein. Wo kommt diese Rastlosigkeit her?<\/strong><\/p>\n<p>Durch meine Arbeit als Schauspieler und Musiker nimmt das Unterwegssein einen gro\u00dfen Platz in meinem Leben ein. Aber es geht dann vielleicht auch darum, dass man sein aktuelles Leben ins Verh\u00e4ltnis setzt zu dem, was man vom Leben will \u2013 und das deckt sich ja nicht immer. Und dann will man vielleicht etwas anderes oder fantasiert sich woandershin. Und wenn man dann da ist, ist es doch ganz anders, als man sich das vorgestellt hat, und man projiziert dann wieder etwas an einem anderen Ort \u2026 Ich glaube, das ist etwas, womit sich auch viele Leute, die nicht so viel unterwegs sind, identifizieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong><br \/>Warum der Titel \u00bbGef\u00e4hrdete Arten\u00ab?<\/strong><\/p>\n<p>Erstens ist es ein wohlklingender Titel. Er bezieht sich auf einen Song auf dem Album, wo es um zwei Au\u00dfenseiter geht, die am Rande des Geschehens sind, sich nicht so wirklich zugeh\u00f6rig f\u00fchlen \u2013 und dadurch auf eine Art gef\u00e4hrdete Arten sind. Man k\u00f6nnte aber auch sagen, dass so eine Art Musik zu machen wie wir oder diese Art von Bands gef\u00e4hrdete Arten sind. <\/p>\n<p><strong><br \/>Warum das?<\/strong><\/p>\n<p>Ich glaube, dass die realen und finanziellen Spielr\u00e4ume f\u00fcr diese Art von Musik immer kleiner werden. Oder dass sich \u00fcberhaupt sechs Leute treffen und eine Band gr\u00fcnden und Musik machen und Konzerte spielen. Ich kann mir vorstellen, dass so was weniger wird, weil es immer schwieriger wird, damit \u00fcberhaupt Geld zu verdienen. <\/p>\n<p><strong><br \/>Ist es im Vergleich zu Ihrer Arbeit als Schauspieler schwieriger, sich mit Musik finanziell \u00fcber Wasser zu halten?<\/strong><\/p>\n<p>Auf jeden Fall. Ich liebe das Musikmachen, das gibt mir ganz viel, was ich woanders nicht kriege, aber Geld ist das nicht unbedingt. Auch als Schauspieler kann es prek\u00e4r sein, aber du hast zumindest die M\u00f6glichkeit, bei ein paar Drehtagen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viel Geld zu verdienen. In der Musik w\u00fcsste ich jetzt gar nicht, wo man solche M\u00f6glichkeiten h\u00e4tte. Ich wei\u00df nicht mal, ob man bei Helene Fischer in der Band an einem Abend so viel Geld verdient wie eine normale Tagesgage bei einem Dreh.<\/p>\n<p><strong><br \/>Das Album ist sehr textlastig, trotzdem erh\u00e4lt auch das Instrumentale viel Raum \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Uns ist es sehr wichtig, dass die Musik einen gro\u00dfen Stellenwert kriegt. Dass auch so was wie die Strings nicht nur Beiwerk sind, die das alles noch ein bisschen andicken, sondern auch im Fokus stehen. Wir haben auch Lust, mit Erwartungen zu spielen, dass dann etwa ein Instrumentalteil innerhalb eines Songs auch mal sechs Takte l\u00e4nger geht, als man es vielleicht vermuten w\u00fcrde. Dass die Musik neben dem Text so eine gro\u00dfe Rolle spielt, ist ein Grund, <br \/>warum wir so viel Freude daran haben.<\/p>\n<p><strong><br \/>Auf dem Album wirken auch G\u00e4ste mit, unter anderem Ihr Vater und Ihre Mutter. Wie ist es, mit den Eltern zusammen ein Album aufzunehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Das war total sch\u00f6n. Meine Eltern sind auch Musiker und waren zu Besuch, als wir das Album aufgenommen haben \u2013 und dann dachte ich: Na gut, wenn die jetzt schon da sind, dann sollen sie da auch mitspielen. Deshalb spielt meine Mutter im ersten Song des Albums Altfl\u00f6te und mein Vater ist ans Rhodes gegangen.<\/p>\n<p><strong><br \/>In Leipzig spielen Hotel Rimini jetzt auf der Gro\u00dfen B\u00fchne des Schauspiels. Das war naheliegend, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe es eher als ein bisschen riskant empfunden. Ich finde den Raum extrem sch\u00f6n, habe mich aber gefragt, ob wir ihn \u00fcberhaupt f\u00fcllen k\u00f6nnen. Unser Booker hat dann aber gemeint: Das wird schon. Und tats\u00e4chlich ist es jetzt schon ausverkauft \u2026 Der Raum hat einfach eine tolle Atmosph\u00e4re und ich finde, unserer Musik tut es immer sehr gut, wenn wir einen Raum haben, der sie gut umrahmt. Wir bilden uns zumindest ein, dass die Aufmerksamkeit f\u00fcr die Musik in solchen R\u00e4umen noch mal h\u00f6her ist.<\/p>\n<p>&gt; 18.1., 20 Uhr, Schauspielhaus \u2013 ausverkauft, eventuell Restkarten an der Abendkasse<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als \u00bbsingender Schauspieler\u00ab war Julius Forster bereits vor zwei Jahren f\u00fcr das Interview des Monats im kreuzer. 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