{"id":725550,"date":"2026-01-17T14:23:10","date_gmt":"2026-01-17T14:23:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/725550\/"},"modified":"2026-01-17T14:23:10","modified_gmt":"2026-01-17T14:23:10","slug":"mann-spendet-stammzellen-an-genetischen-zwilling-aus-bayern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/725550\/","title":{"rendered":"Mann spendet Stammzellen an genetischen Zwilling aus Bayern"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eServus, Luca\u201c, so begann die Nachricht, die Alexa Barczykowski an den Mann schrieb, dem sie ihr heutiges Leben verdankt. Zwei Jahre lang hatte sie darauf warten m\u00fcssen, dem Neusser Luca Mameli \u2013 ihrem Stammzellenspender \u2013 endlich schreiben zu d\u00fcrfen. Eine Geschichte von Krankheit, Zuf\u00e4llen und dem Leben zweier Menschen, das sich durch eine Entscheidung ver\u00e4nderte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Oktober 2020 beschloss Mameli, sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zu registrieren. \u201eAusschlaggebend war, dass eine Frau aus meinem Bekanntenkreis an <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/leukaemie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leuk\u00e4mie<\/a> erkrankt war.\u201c Dann h\u00f6rte er zwei Jahre nichts von der gemeinn\u00fctzigen Organisation \u2013 bis ihn zwei Jahre sp\u00e4ter ein Brief erreichte. \u201eIch wusste sofort, um was es geht\u201c, sagt der 27-J\u00e4hrige. Zum damaligen Zeitpunkt habe er Angst vor Spritzen gehabt. Dennoch habe er keine Minute gez\u00f6gert, seine Stammzellen an seinen genetischen Zwilling zu spenden. \u201eDiese Angst ist nicht vergleichbar mit dem, was die andere Person durchmachen muss\u201c, war er sich sicher.<\/p>\n<p>Diagnose Leuk\u00e4mie: \u201eIch habe mich nicht aufgegeben\u201c      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dieser Zwilling lebte zu diesem Zeitpunkt in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/muenchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>. \u201eIch war sportlich aktiv, hatte viele soziale Kontakte und hatte meine Frau geheiratet\u201c, blickt die 61-J\u00e4hrige zur\u00fcck. \u201eIch habe mich gefestigt und im Leben angekommen gef\u00fchlt.\u201c Doch dann kam im Juli 2022 die Diagnose, die ihre Welt zusammenbrechen lie\u00df: Leuk\u00e4mie. \u201eIch habe den Arzt entsetzt angeschaut und gesagt \u201aDas ist doch Krebs?\u2018\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Daraufhin folgte die Chemotherapie. \u201eDie N\u00e4chte oft schlaflos, der Kopf dr\u00f6hnte und die inneren Organe rebellierten\u201c, beschreibt sie diese Zeit. Barczykowski ist ein positiver und lebensfroher Mensch. \u201eIch habe mich nicht aufgegeben, es gab f\u00fcr mich nur die M\u00f6glichkeit, dass ich \u00fcberlebe.\u201c Es dauerte mehrere Monate, bis sie erfuhr, dass es einen Spender aus Deutschland f\u00fcr sie gibt.<\/p>\n<p>Was auf Stammzellenspender Luca Mameli zukam      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eMir wurde immer wieder die M\u00f6glichkeit gegeben, abzubrechen\u201c, erz\u00e4hlt Mameli. F\u00fcr ihn war das keine Option. Im November 2022 ging es dann los. Eine Woche lang musste er sich selbst ein Medikament spritzen, das f\u00fcr die vermehrte Produktion von Stammzellen und deren Ausschwemmung in die Blutbahn sorgt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei der peripheren Stammzellentnahme \u2013 so wie es beim Neusser der Fall war \u2013 wird ein Zugang in beide Armvenen gelegt, \u00e4hnlich wie bei einer Dialyse. \u201eEs dauerte etwa f\u00fcnf Stunden\u201c, erz\u00e4hlt Mameli. \u201eDie Nervosit\u00e4t wurde mir vor Ort genommen.\u201c Als es vorbei war, wuchs in ihm vielmehr die Neugier, zu erfahren, an wen seine Spende geht.<\/p>\n<p>Anfangs nur anonymer Kontakt zwischen Spender und Empf\u00e4nger      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Darauf musste er allerdings zwei Jahre lang warten. Denn in Deutschland gilt die Anonymit\u00e4tsfrist. Zuvor ist bei der DKMS anonymer Kontakt per Brief oder E-Mail erlaubt, pers\u00f6nliche Daten wie Namen oder Telefonnummern werden jedoch nicht herausgegeben. Nach Ablauf der Frist ist ein pers\u00f6nliches Kennenlernen m\u00f6glich \u2013 vorausgesetzt, beide Seiten stimmen zu. Dies war bei Mameli und Barczykowski der Fall.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAls ich Lucas Nummer erhielt, schrieb ich ihm direkt\u201c, so Barczykowski. \u201eIch wollte ihm sagen, wie unendlich gl\u00fccklich und dankbar ich bin, dass ich lebe. Und ich schrieb ihm, dass seine Zellen wie wild produzieren.\u201c Zu diesem Zeitpunkt lebte sie in Dingolfing in Niederbayern. Die beiden tauschten weiterhin Nachrichten aus, bis sich dann die M\u00f6glichkeit f\u00fcr ein pers\u00f6nliches Kennenlernen ergab. Mameli ist regelm\u00e4\u00dfig mit seiner Familie in \u00d6sterreich \u2013 dorthin haben sie Barczykowski und ihre Frau eingeladen.<\/p>\n<p>Erstes Aufeinandertreffen \u201ewar eher wie ein Wiedersehen\u201c      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Aufregung kurz vor dem Aufeinandertreffen vergleicht Barczykowski mit \u201eSchmetterlingen im Bauch\u201c. Als es dann so weit war, haben sich die beiden umarmt und sie habe vor \u00dcberw\u00e4ltigung weinen m\u00fcssen. \u201eEigentlich war Alexa eine fremde Person, aber es hat sich \u00fcberhaupt nicht so angef\u00fchlt\u201c, sagt auch der Neusser. \u201eEs war eher wie ein Wiedersehen. Wir waren sofort auf einer Wellenl\u00e4nge.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die n\u00e4chsten Tage unternahmen die beiden Familien gemeinsame Wanderungen, machten Ausfl\u00fcge oder sa\u00dfen abends gem\u00fctlich beieinander. \u201eLuca ist ein wahnsinnig toller Mensch. Stark, selbstbewusst und einf\u00fchlsam\u201c, erz\u00e4hlt Barczykowski. \u201eIch w\u00fcrde ihm alles anvertrauen.\u201c Und auch f\u00fcr Mameli ist die 61-J\u00e4hrige zu einer Freundin geworden. \u201eSie ist sportlich, empathisch und offen\u201c, beschreibt der Neusser seinen genetischen Zwilling. Noch heute tauschen sich die beiden regelm\u00e4\u00dfig aus. Durch den Kontakt zu der 61-J\u00e4hrigen nimmt Mameli das Leben intensiver wahr und wei\u00df Gesundheit mehr zu sch\u00e4tzen, sagt er.<\/p>\n<p>Das Leben nach der Erkrankung      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Leben von Barczykowski ist heute nicht mehr so, wie es vor ihrer Krebserkrankung war. \u201eIch bin Alexa 2.0\u201c, sagt sie. Fr\u00fcher sei sie sehr leistungsgetrieben gewesen, wollte sich nur selten Pausen eingestehen. \u201eIch war nie der Mensch, der auf der Couch sitzt und Fernsehen schaut.\u201c Heute akzeptiert Barczykowski, dass sie ihren K\u00f6rper nicht mehr so stark belasten kann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Statt Radeln, Skifahren oder Joggen geht es f\u00fcr sie zum Beispiel zum Reha-Sport. Sie kann auch wieder als Assistentin im Ingenieurb\u00fcro arbeiten \u2013 allerdings nur ein paar Stunden, weil dann ihre Konzentration nachlasse. Typische Folgen einer Chemo, sagt Barczykowski. Ihr neues Leben hat die 61-J\u00e4hrige aber angenommen \u2013 \u201eich muss nicht mehr so sein wie fr\u00fcher\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eServus, Luca\u201c, so begann die Nachricht, die Alexa Barczykowski an den Mann schrieb, dem sie ihr heutiges Leben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":725551,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[3364,29,3405,30,87759,10430,1209,24275],"class_list":{"0":"post-725550","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-duesseldorf","11":"tag-germany","12":"tag-kupferschmidt","13":"tag-neuss","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-sophia"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115910895615387048","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/725550","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=725550"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/725550\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/725551"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=725550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=725550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=725550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}