{"id":727182,"date":"2026-01-18T06:29:11","date_gmt":"2026-01-18T06:29:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/727182\/"},"modified":"2026-01-18T06:29:11","modified_gmt":"2026-01-18T06:29:11","slug":"so-entstanden-namen-wie-graben-strassberg-und-falkenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/727182\/","title":{"rendered":"So entstanden Namen wie Graben, Stra\u00dfberg und Falkenberg"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Benutzt man in Scherstetten besonders h\u00e4ufig Schneidewerkzeuge? Was hat der K\u00f6nig mit K\u00f6nigsbrunn zu tun? Und wie tief sind die Gr\u00e4ben in Graben wirklich? Dr. Hans-Peter Eckart hat seine Doktorarbeit \u00fcber Ortsnamen im Altlandkreis Augsburg geschrieben. In unserer Serie erkl\u00e4rt er, wie die Orte zu ihrem Namen gekommen sind. Heute wirft er einen Blick auf die Ortsnamen, die eine Gel\u00e4ndeerhebung oder -vertiefung bezeichnen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das Verbreitungsgebiet der Schwabm\u00fcnchner Allgemeinen wurde im Hochmittelalter in der Regel zu Fu\u00df besiedelt. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schwabmuenchen\/burgwalden-ortsname-erzaehlt-geschichte-von-schloss-und-namenswandel-112978460\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Menschen machten sich unter beschwerlichen Bedingungen auf den Weg, um sich an geeigneten Stellen niederzulassen.<\/a> Sie schauten sich die Umgebung an. Teilweise benannten sie ihre Siedlungen nach dem Gel\u00e4nde, das sich in irgendeiner Weise vom Rest unterschied.\n  <\/p>\n<p>            Bobingen ist deutlich \u00e4lter als Stra\u00dfberg <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zu diesen Ortsnamen geh\u00f6ren jene, die auf -berg oder -bergen enden. Wie beispielsweise <strong class=\"font-bold\">Stra\u00dfberg<\/strong>, das 1246 erstmals als \u201eStrazperc\u201c belegt ist. In der Forschung herrscht Uneinigkeit dar\u00fcber, ob der Ortsname als \u201eBerg an der Stra\u00dflandschaft\u201c oder \u201eBerg, \u00fcber den eine Stra\u00dfe f\u00fchrt\u201c zu deuten ist. Ortskundige k\u00f6nnen sich den zweiten Teil des Ortsnamens zumindest leicht erkl\u00e4ren: Stra\u00dfberg liegt im H\u00fcgelr\u00fcckengebiet und damit rund 30 H\u00f6henmeter \u00fcber dem \u00e4lteren <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schwabmuenchen\/ort\/bobingen\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Bobingen<\/a>.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Sind 30 Meter schon ein Berg? Das althochdeutsche \u201eb\u00ebrg\u201c bezeichnet eben nicht gleich eine gro\u00dfe Anh\u00f6he wie in den Alpen, sondern bedeutet einfach \u201eAnh\u00f6he, Bodenerhebung\u201c. Interessant bei Stra\u00dfberg: urspr\u00fcnglich handelt es sich um einen Flurnamen, nach dem die 1266 urkundlich erstmals belegte Burg benannt wurde.\n  <\/p>\n<p>            Was Hilpoldsberg mit einem Hiltpold zu tun hat <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auch <strong class=\"font-bold\">Hilpoldsberg <\/strong>ist auf eine Gel\u00e4ndeerhebung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Ort ist nach dem Jahr 1146 erstmals als \u201eHiltiprandesberge\u201c belegt und ziemlich sicher als \u201eSiedlung des Hiltiprand am Berg\u201c zu deuten. Mit einer H\u00f6he von 597 Metern erhebt er sich etwa 30 Meter \u00fcber Konradshofen. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schwabmuenchen\/ortsnamen-im-landkreis-augsburg-verdeutlichen-einfluss-alemannischer-sippen-113028424\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Ab dem 16. Jahrhundert wurde der Personenname \u201eHiltpolt\u201c als erster Teil des Ortsnamens eingedeutet.<\/a> Erst 1379 ist <strong class=\"font-bold\">Guggenberg<\/strong> erstmals urkundlich belegt. Die Siedlung liegt auf 595 Metern H\u00f6he. Sprachwissenschaftlich ist die Herleitung nicht ganz klar, am wahrscheinlichsten ist der Ortsname als \u201eAnh\u00f6he zum Ausschauen\u201c zu deuten.\n  <\/p>\n<p>            Hier ging Kaiser Maximilian mit Falken auf die Jagd<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Bei <strong class=\"font-bold\">Falkenberg<\/strong>, das 1415 als \u201eValkenberg\u201c erstmals belegt ist, ist die s\u00fcdlich von Langerringen gelegene Erhebung gemeint, die etwa 25 Meter weiter oben liegt. Sie diente offenbar im Sp\u00e4tmittelalter der Falkenjagd oder Falkenbeobachtung. Von Kaiser Maximilian (1493-1519) ist bekannt, dass er \u00f6fter im Gennacher Moos mit Falken jagte. Und das Hochstift Augsburg gestattete in den Jahren 1617 und 1618 Maximilian Fugger zu Kirchberg und Wei\u00dfenhorn, bei Gennach ein Falkenlager zu errichten.\n  <\/p>\n<p>            Wo sind die Gr\u00e4ben in Graben?<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das sprachliche Gegenst\u00fcck zum Berg ist zwar das Tal. Aber was ist mit <strong class=\"font-bold\">Graben<\/strong>? Die Gemeinde ist 1063 erstmals urkundlich als \u201eGrabon\u201c belegt und als \u201ezu\/bei den Gr\u00e4ben\u201c zu deuten. Schwerer ist die Herleitung eines Sachbezugs. Ist damit das System von Be- und Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben auf dem Gebiet des heutigen Gutshof Lechfeld gemeint? Dies liegt sehr weit vom Ortskern Grabens entfernt. Vermutlich zu weit. Oder ist der Ortsname auf den 350 Meter langen Wall mit Graben an der s\u00fcdlichen Gemeindegrenze gegen Untermeitingen gemeint?\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schwabmuenchen\/am-black-friday-wird-bei-amazon-in-graben-gestreikt-112881511\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Vielleicht bezieht sich Graben<\/a> aber auch auf die r\u00f6mische Wasserleitung von Igling bis Augsburg, die direkt an <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schwabmuenchen\/dhl-wandelt-paketzentrum-in-graben-neues-frachtzentrum-setzt-auf-nachhaltigkeit-und-technologie-110479394\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Graben am Ortsrand<\/a> der Hochterrasse vorbeif\u00fchrte. Ebenfalls r\u00f6mischen Ursprungs ist die Via Claudia: Als sie l\u00e4ngst mit Gras \u00fcberwachsen war, ragte sie als Damm etwa einen Meter \u00fcber die sie links und rechts davon rahmenden Stra\u00dfengr\u00e4ben. Interessant, dass der Ort genau zwischen der r\u00f6mischen Wasserleitung und den Begleitgr\u00e4ben der Via Claudia liegt.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Hans-Peter Eckart<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    86399 Bobingen<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Ortsname<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Benutzt man in Scherstetten besonders h\u00e4ufig Schneidewerkzeuge? 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