{"id":727823,"date":"2026-01-18T12:48:14","date_gmt":"2026-01-18T12:48:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/727823\/"},"modified":"2026-01-18T12:48:14","modified_gmt":"2026-01-18T12:48:14","slug":"benefiznacht-der-rotary-clubs-warum-die-rotarier-die-balltradition-in-stuttgart-bewahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/727823\/","title":{"rendered":"Benefiznacht der Rotary Clubs: Warum die Rotarier die Balltradition in Stuttgart bewahren"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend B\u00e4lle in Stuttgart verschwinden, halten Rotarier die Tradition lebendig. Der Erl\u00f6s hilft wohnsitzlosen Jugendlichen. Glanz, Tanz und Ehrenamt in der Alten Reithalle.<\/p>\n<p>Glanzvolle Abendkleider, Black Tie, Smoking, Livemusik \u2013 und ein klarer Zweck: Der achte Rotary-Ball in der Alten Reithalle beweist, dass gesellschaftliche Tradition und soziales Engagement gut zusammenpassen. W\u00e4hrend es in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> immer weniger B\u00e4lle gibt, halten d<a href=\"https:\/\/www.rotary.org\/de\/get-involved\/rotary-clubs\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ie Rotarier<\/a> die Fahne hoch. Der Erl\u00f6s des Abends kommt vollst\u00e4ndig dem Verein Schlupfwinkel zugute, der wohnsitzlosen Jugendlichen hilft, ihnen Halt, Perspektiven und neues Selbstvertrauen zu geben.<\/p>\n<p>Zu den G\u00e4sten des Abends z\u00e4hlen Oberb\u00fcrgermeister Frank Nopper und seine Frau Gudrun Nopper, Frank Hofmeister, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des M\u00f6belhauses Hofmeister, Messechef Roland Bleinroth sowie Flughafenchef Ulrich Heppe, alle sind Rotarier. Ihre Pr\u00e4senz unterstreicht den gesellschaftlichen Stellenwert des Balls, der sich trotz des R\u00fcckgangs festlicher Veranstaltungen behauptet.<\/p>\n<p> Rotary-Clubs bewahren Stuttgarter Balltradition trotz Widrigkeiten <\/p>\n<p>Der Sportlerball ist Geschichte, der Opernball l\u00e4ngst Vergangenheit, und selbst der traditionsreiche Landespresseball steht auf der Kippe. Gr\u00fcnde daf\u00fcr gibt es viele: steigende Kosten, eine sinkende Bereitschaft von Sponsoren, ver\u00e4nderte Freizeitgewohnheiten und eine Gesellschaft, die formelle Anl\u00e4sse zunehmend meidet. Umso bemerkenswerter ist es, dass die elf Rotary-Clubs in Stuttgart gemeinsam an einer Idee festhalten, die andernorts verschwindet \u2013 und sie zugleich mit zeitgem\u00e4\u00dfem Inhalt f\u00fcllen.<\/p>\n<p> \u201eFr\u00fcher musste man sich beeilen, um Ballkarten zu erwischen, es war meist Sold out\u201c, erinnert sich Immobilienkaufmann Rainer Reddehase, der quer durch Deutschland B\u00e4lle wie den Bundespresseball in Berlin oder den Sportlerball in Mainz besucht, \u201eheute wird man angesprochen, ob man Karten kaufen will.\u201c Reddehase erkl\u00e4rt das Prinzip Rotary so: \u201eWenn Stil auf Sinn trifft, entsteht echte Wirkung und Kraft, um Gutes zu tun.\u201c <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.47f59c2b-32f8-4c82-b4cb-de098b772f54.original1024.media.jpeg\"\/>     Bitte l\u00e4cheln! Ein Selfie von Ballg\u00e4sten in der Alten Reithalle.    Foto: Stzn    OB Nopper greift nach der Kapit\u00e4nsm\u00fctze  <\/p>\n<p>Sobald in dieser rauschenden Ballnacht die Band spielt, zeigt sich, dass die Sehnsucht nach Tanz ungebrochen ist: Das Parkett f\u00fcllt sich rasch, Paare drehen sich zu Walzer oder Pophits. An den Tischen entstehen Gespr\u00e4che m\u00fchelos. Der Rotary-Ball ist kein steifes Pflichtprogramm, sondern ein lebendiger Treffpunkt mit Showeinlagen von Ludwigsburger T\u00e4nzern und Breakdancern. Ja, ist denn heut\u2019 schon Karneval? Viel Spa\u00df haben die G\u00e4ste auch mit Verkleidungen in der Fotobox. OB Nopper greift nach der Kapit\u00e4nsm\u00fctze: Ahoi! Steuert er Stuttgarts Titanic? Aber nein, die Stadt geht nicht unter, sie ist nicht pleite, betont er immer wieder, auch wenn er in \u00fcberregionalen Medien anderes lesen muss.<\/p>\n<p>Rotary steht seit jeher f\u00fcr das Zusammenspiel aus Netzwerk, Verantwortung und Gemeinsinn. In den elf Stuttgarter Clubs treffen sich \u00fcberwiegend erfolgreiche Frauen und M\u00e4nner, die etwas von dem Gl\u00fcck, das sie im Leben hatten, an Benachteiligte weitergeben wollen. Dass Rotary urspr\u00fcnglich als reine Herrenrunde begann, geh\u00f6rt zur Geschichte der Organisation. \u00dcber Jahrzehnte waren Frauen ausgeschlossen. Heute sind die Clubs offener und vielf\u00e4ltiger \u2013 und ihr gesellschaftliches Engagement sichtbarer denn je. Die Clubs leben vom Zusammenhalt und der Freundschaft ihrer Mitglieder. <\/p>\n<p>Der fr\u00fchere Protokollchef Albrecht Rittmann f\u00fchrt durch den Abend  <\/p>\n<p>Durch den Abend in der Alten Reithalle f\u00fchrt gekonnt der 1949 geborene Albrecht Rittmann, fr\u00fcherer Protokollchef der baden-w\u00fcrttembergischen Landesregierung. Er kennt sich mit gro\u00dfen Auftritten aus und hat den Ball bis ins Detail vorbereitet. Rittmanns berufliche Vergangenheit reicht bis zu einem der legend\u00e4rsten politischen Ereignisse in Stuttgart: dem Staatsbesuch des sowjetischen Pr\u00e4sidenten Michail Gorbatschow im Jahr 1989 bei Ministerpr\u00e4sident Lothar Sp\u00e4th. Rittmann war ma\u00dfgeblich an der Organisation beteiligt \u2013 und erinnert sich an eine besondere Episode.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.6336861d-c927-45a4-8454-65f30ba3be58.original1024.media.jpeg\"\/>     Albrecht Rittmann (rechts) mit Showt\u00e4nzern aus Ludwigsburg.    Foto: ubo    Raissa Gorbatschowas Suche nach der \u201enormalen Stuttgarter Familie\u201c <\/p>\n<p>Raissa Gorbatschowa, die Ehefrau des Pr\u00e4sidenten, wollte damals unbedingt eine \u201enormale Stuttgarter Familie\u201c besuchen. Glamour\u00f6se Auftritte seien in ihrer Heimat kritisch gesehen worden. Dem wollte sie etwas entgegensetzen. Rittmann machte sich auf die Suche \u2013 und scheiterte zun\u00e4chst zweimal: Bei der ersten Familie stellte der sowjetische Geheimdienst fest, dass die Ehefrau aus der DDR gefl\u00fcchtet war. Bei der zweiten Familie war ein Exklusivvertrag mit der Illustrierten \u201eBunte\u201c f\u00fcr Fotos abgeschlossen worden. Erst eine dritte Familie in Gaisburg erf\u00fcllte schlie\u00dflich alle Bedingungen.<\/p>\n<p>Beim Rotary-Ball geht es am Samstagabend weniger um Staatsbesuche als um Solidarit\u00e4t. Der gesamte Nacht wird ehrenamtlich von den Mitgliedern organisiert, viele der auftretenden K\u00fcnstler verzichten ganz oder gr\u00f6\u00dftenteils auf Gagen. So bleibt m\u00f6glichst viel f\u00fcr den guten Zweck. Der Verein Schlupfwinkel, der von den Einnahmen profitiert, leistet seit Jahren unverzichtbare Arbeit f\u00fcr Jugendliche, die durchs Raster gefallen sind.<\/p>\n<p> Am 7. M\u00e4rz findet ein Maskenball im Cannstatter Kursaal statt <\/p>\n<p>In einer Stadt, in der die Ballkultur schwindet, setzen die Rotarier damit ein sichtbares Zeichen. Sie zeigen, dass Tradition lebendig bleiben kann, wenn sie Sinn stiftet \u2013 und dass gesellschaftliches Engagement auch im Takt eines Walzers funktionieren kann.<\/p>\n<p>Gudrun Nopper, die Vorsitzende der Stillen Not, erw\u00e4hnt, dass es bald noch einen weiteren Ball in die Stuttgart gibt \u2013 bei dem bildet sie mit CDU-Landeschef Manuel Hagel das \u201eSchirmpaar\u201c, also Schirmfrau und Schirmherr. Die Frauenorganisation WIZO Gruppe W\u00fcrttemberg und Hohenzollern l\u00e4dt f\u00fcr den 7. M\u00e4rz, einen Tag vor der Landtagswahl, zum Maskenball in die Kursaal Cannstatt ein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend B\u00e4lle in Stuttgart verschwinden, halten Rotarier die Tradition lebendig. Der Erl\u00f6s hilft wohnsitzlosen Jugendlichen. 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