{"id":727963,"date":"2026-01-18T14:05:13","date_gmt":"2026-01-18T14:05:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/727963\/"},"modified":"2026-01-18T14:05:13","modified_gmt":"2026-01-18T14:05:13","slug":"demos-in-leipzig-links-gegen-links","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/727963\/","title":{"rendered":"Demos in Leipzig \u2013 Links gegen links"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img316924\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/316924.jpeg\" alt=\"Die propal\u00e4stinensische Demonstration auf ihrem Weg durch Leipzig.\"\/><\/p>\n<p>Die propal\u00e4stinensische Demonstration auf ihrem Weg durch Leipzig.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Heiko Rebsch<\/p>\n<p>Um die propal\u00e4stinensische Demonstration \u00bbAntifa means Free Palestine\u00ab in Leipzig hatte es im Vorfeld in der Linkspartei sowie linken Gruppen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1196893.leipzig-nahost-konflikt-haelt-connewitz-in-atem.html?sstr=hendrik|lasch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">massive Diskussionen<\/a> gegeben. Die Organisator*innen der Demonstration wollten nach eigenen Angaben mit der Veranstaltung Angriffe durch proisraelische Linke auf propal\u00e4stinensische Aktivist*innen in den vergangenen Wochen und Monaten kritisieren und Pr\u00e4senz im antideutsch gepr\u00e4gten Stadtteil Connewitz zeigen; insbesondere kritisierten sie auch das Linxxnet rund um die Linke-Landtagsabgeordnete Juliane Nagel. Am Samstag fand die Demonstration statt. Rund 2000 Menschen nahmen daran teil \u2013 aus ganz Deutschland angereist. Bei mehreren proisraelischen Gegenprotesten waren laut Polizeiangaben 1000 bis 1500 Menschen vor Ort. Gr\u00f6\u00dfere physische Auseinandersetzungen zwischen den propal\u00e4stinensischen und -israelischen Demonstranten blieben jedocj aus.<\/p>\n<p>Obwohl es sich bei der Demonstration an sich um ein singul\u00e4res Ereignis handelte und nicht um den Kern der pal\u00e4stinasolidarischen Arbeit in Leipzig, die sich sonst vor allem mit Waffentransporten an Israel vom Flughafen Leipzig\/Halle aus besch\u00e4ftigt, wurde das Geschehen bundesweit wahrgenommen, insbesondere auch aufgrund der Kritik an Juliane Nagel.<\/p>\n<p>nd.Kompakt \u2013 unser t\u00e4glicher Newsletter<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/316926.jpeg\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>Unser t\u00e4glicher Newsletter <strong>nd.Kompakt<\/strong> bringt Ordnung in den Nachrichtenwahnsinn. Sie erhalten jeden Tag einen \u00dcberblick zu den spannendsten Geschichten aus der <strong>Redaktion<\/strong>. <a href=\"https:\/\/newsletter.nd-aktuell.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier das kostenlose Abo holen<\/a>.<\/p>\n<p>Keiner will Popcorn von den Freien Sachsen<\/p>\n<p>Die Polizei war mit rund 2000 Kr\u00e4ften aus mehreren Bundesl\u00e4ndern vor Ort, stellte etwa 30 Strafanzeigen und nahm zwei Personen aus der propal\u00e4stinensischen Demonstration vor\u00fcbergehend in Gewahrsam. Mehrfach st\u00fcrmten die Polizist*innen in die Demonstration, weil Menschen gegen die Allgemeinverf\u00fcgung gegen Vermummung vertsto\u00dfen haben sollen. Anders als zun\u00e4chst geplant f\u00fchrte die Demoroute nicht durch Connewitz, weshalb der Zug auf der Karl-Liebknecht-Stra\u00dfe Richtung Innenstadt ging.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img316925\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/316925.jpeg\" alt=\"Proisraelische Demonstration in Connewitz\"\/><\/p>\n<p>Proisraelische Demonstration in Connewitz<\/p>\n<p>Foto: dpa<\/p>\n<p>Laut Polizei sei bei der propal\u00e4stinensischen Demonstration auch ein Fernsehteam des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) angegriffen worden \u2013 und habe daraufhin polizeilichen Begleitschutz erhalten, wie ein MDR-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur best\u00e4tigte. Nach Polizeiangaben wurde nach dem \u00dcbergriff ein Tatverd\u00e4chtiger gestellt.<\/p>\n<p>Eine von der rechtsextremen Kleinstpartei Freie Sachsen angemeldete Kundgebung fand nicht statt. Wie die Polizei mitteilte, sei die Versammlung unter dem Titel \u00bbMigrantifa vs. antideutsche Antifa: Freie Sachsen liefern das Popcorn\u00ab wegen fehlender Teilnehmer*innen ausgefallen.<\/p>\n<p>Unterschiedliche Mobilisierung in der Linkspartei<\/p>\n<p>Initiiert hatte die Demonstration die Gruppe \u00bbLotta Antifascista\u00ab \u2013 nach Eigenaussage eine Gruppe propal\u00e4stinensischer Connewitzer*innen \u2013, um gegen eine \u00bbseit zwei Jahren eskalierende Gewalt\u00ab angeblicher \u00bbZionistinnen in Connewitz\u00ab zu protestieren. Mitorganisiert hatten unter anderem Handala Leipzig, einer Gruppe, der der Landesvorstand der Linkspartei <a href=\"https:\/\/www.dielinke-sachsen.de\/2026\/01\/statement-des-landesvorstandes-zum-kommenden-demonstrationsgeschehen-in-connewitz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vorwirft<\/a>, die Angriffe der Hamas am 7. Oktober 2023 zu feiern, sowie das Pal\u00e4stina-Aktionsb\u00fcndnis Leipzig. Seit damals und dem Erstarken der pal\u00e4stinasolidarischen Proteste sei es vielmehr zu mehreren \u00dcbergriffen in Connewitz und ganz Leipzig gekommen, so Lotta Antifascista. Genannt werden ein Angriff auf einen Infostand von Students for Palestine, eine Attacke auf einen Connewitzer Sp\u00e4ti, ein Angriff auf Personen mit Kufiya auf der Bornaischen Stra\u00dfe, bei dem eine Person eine Gehirnersch\u00fctterung davontrug, sowie ein Angriff auf die Ey\u00fcp-Sultan-Moschee im Leipziger Osten oder das (post)migrantische Hausprojekt Casa im Westen der Stadt.<\/p>\n<p>Auch Plakatierer*innen f\u00fcr die Demonstration am Samstag seien von einer Gruppe mit Teleskopschlagst\u00f6cken attackiert worden. Die Zuordnung der Angreifer*innen zur proisraelischen Linken wird teils aus deren dokumentierten Aussagen oder Graffiti geschlossen, teils lassen sich die Angriffe nicht zuordnen. Handala Leipzig hatte au\u00dferdem kritisiert, dass sich Gefl\u00fcchtete in Connewitz nicht wohlf\u00fchlten. Eine Darstellung, der der Fl\u00fcchtlingsrat Sachsen in der Leipziger Internet-Zeitung (L-IZ) widersprach.<\/p>\n<p>Innerhalb der Linkspartei hatte es aufgrund der Kritik der Organisator*innen speziell an Juliane Nagel unterschiedliche Positionen gegeben. Politiker*innen der Linkspartei wie der s\u00e4chsische Landtagsabgeordnete Nam Duy Nguyen oder auch die Parteivorsitzenden Jan van Aken und Ines Schwerdtner distanzierten sich von der Demonstration. Die Linksjugend Leipzig S\u00fcd rief wie Juliane Nagel zu proisraelischen Demonstrationen auf; die AG Pal\u00e4stina-Solidarit\u00e4t der Linken Leipzig, die Linksjugend Th\u00e4lmannplatz und der Studierendenverband SDS der Partei zeigten sich hingegen solidarisch mit der Pal\u00e4stina-Demonstration. Der Stadtvorstand hatte schlie\u00dflich die Parteistrukturen aufgerufen, sich keiner der Demonstrationen anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Welche Relevanz der Demonstration von au\u00dfen beigemessen wird, zeigt sich auch an den weiteren Besucher*innen: Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) war vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen, Gr\u00fcnen-Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta zeigte sich auf Seiten der Gegendemonstration, wie auch die Berliner FDP-Politikerin Karoline Preisler.\u2003Mit dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die propal\u00e4stinensische Demonstration auf ihrem Weg durch Leipzig. 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