{"id":728655,"date":"2026-01-18T20:26:25","date_gmt":"2026-01-18T20:26:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/728655\/"},"modified":"2026-01-18T20:26:25","modified_gmt":"2026-01-18T20:26:25","slug":"wissenschaft-jerusalem-die-stadt-bringt-menschen-dazu-sich-selbst-zu-veraendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/728655\/","title":{"rendered":"Wissenschaft: Jerusalem \u2013 \u201eDie Stadt bringt Menschen dazu, sich selbst zu ver\u00e4ndern\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nach Monaten des kriegsbedingten Exils in Rom kehrt das Theologische Studienjahr nach Jerusalem zur\u00fcck. Es ist der 53. Jahrgang. Doch vieles hat sich ver\u00e4ndert. Ein Gespr\u00e4ch mit den verantwortlichen Professoren, Friederike Eichhorn-Remmel und ihrem Mann Daniel, der per Videokonferenz zugeschaltet werden musste, da er zu einer Konferenz in Deutschland weilte.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Frau Professorin Eichhorn-Remmel, Herr Professor Remmel, beginnen wir konkret: Was erleben Ihre Studierenden hier in Jerusalem w\u00e4hrend des theologischen Studienjahrs?<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Ein zentrales Element sind die Exkursionen, mit denen wir das Land und seine religi\u00f6sen Kontexte wirklich \u201ezu Fu\u00df\u201c erschlie\u00dfen. Dazu geh\u00f6rt eine achtt\u00e4gige W\u00fcstenexkursion durch den Negev bis nach Eilat, mit Rucksack, unter freiem Sternenhimmel, und am Ende mit einem Sprung ins Rote Meer zum Schnorcheln.<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Daneben gibt es eine gro\u00dfe Galil\u00e4a-Exkursion mit Fokus auf biblische Arch\u00e4ologie, fr\u00fchj\u00fcdische und byzantinische Orte und antike Synagogen, dazu eine Mittelalter-Exkursion mit Schwerpunkt Kreuzfahrerzeit und islamische Geschichte sowie eine mehrt\u00e4gige Fahrt nach Jordanien.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Erg\u00e4nzt wird das durch zahlreiche Tagesexkursionen, etwa in und um Jerusalem, sowie ein intensives Lehrprogramm mit Schwerpunkten in Bibelwissenschaft, Arch\u00e4ologie, Ostkirchenkunde, Judaistik und Islamkunde bzw. islamischer Theologie.<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Ein Highlight sind aber auch die exklusiven Begegnungen: Unsere Studierenden waren etwa heute beim griechisch-orthodoxen Patriarchen zu Gast und konnten in kleinem Rahmen mit ihm sprechen \u2013 eine M\u00f6glichkeit, die man praktisch nie bekommt.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Wer organisiert dieses Programm, und wie ist es institutionell verankert?<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Wir sind die Studiendekane des Theologischen Studienjahrs Jerusalem und organisieren hier vor Ort das akademische Programm f\u00fcr deutschsprachige Studierende der katholischen und evangelischen Theologie, das grunds\u00e4tzlich auch f\u00fcr andere christliche Theologien offen ist.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel: <\/b>Gef\u00f6rdert wird das Ganze durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst, unsere akademische Institution ist die P\u00e4pstliche Universit\u00e4t Sant\u2019Anselmo in Rom, und lokal sind wir an die Benediktinerabtei Dormitio auf dem Zionsberg angebunden.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> An wen genau richtet sich das Angebot \u2013 wer kann zu Ihnen kommen?<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel: <\/b>Bisher haben vor allem Vollzeitstudierende der Theologie teilgenommen, also etwa im Magisterstudium oder im gymnasialen Lehramt. Jetzt \u00f6ffnen wir das Programm deutlich: f\u00fcr alle Lehramtsstudieng\u00e4nge, f\u00fcr Theologie im Nebenfach und erstmals auch f\u00fcr orthodoxe Theologiestudierende.<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Damit erschlie\u00dfen wir einen gro\u00dfen neuen Kreis an potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern, weil wir \u00fcberzeugt sind, dass das Studienjahr vielen unterschiedlichen theologischen Biografien etwas zu bieten hat \u2013 nicht nur denen mit klassischer Sprachausbildung in Griechisch und Hebr\u00e4isch.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wie viele Pl\u00e4tze stehen zur Verf\u00fcgung \u2013 und wie haben sich die Bewerberzahlen nach f\u00fcnf Jahren Krisen, von Corona bis zum Krieg nach dem 7. Oktober, entwickelt?<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Wir haben ungef\u00e4hr 25 Pl\u00e4tze vor Ort. Fr\u00fcher war es kein Problem, diese komplett zu f\u00fcllen, inzwischen liegen die Bewerberzahlen leider deutlich darunter.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Das h\u00e4ngt nicht nur mit Corona und der Sicherheitslage nach dem 7. Oktober zusammen, sondern auch damit, dass die Zahl der Theologiestudierenden im deutschsprachigen Raum insgesamt massiv r\u00fcckl\u00e4ufig ist.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wenn ich nun Theologie studiere und mir denke: \u201eDas k\u00f6nnte was f\u00fcr mich sein\u201c \u2013 wie l\u00e4uft der Weg von der ersten Idee bis zur Aufnahme?<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Zuerst laden wir ein, sich gr\u00fcndlich zu informieren \u2013 \u00fcber <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/studienjahr.de\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/studienjahr.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">unsere Homepage<\/a> und einen digitalen Infoabend, den wir jetzt im Dezember anbieten. Danach beginnt das formale Bewerbungsverfahren \u00fcber den DAAD: mit Antragsformular, Zeugnissen, einem Gutachten und einem Motivationsschreiben.<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Anschlie\u00dfend folgt ein Auswahlgespr\u00e4ch in Bonn. Dort wurde bislang Hebr\u00e4isch und Griechisch gepr\u00fcft, dazu ein Fachkolloquium in Altem und Neuem Testament, Ostkirchenkunde, Politik (auf Englisch) sowie Religionskunde mit Schwerpunkten auf Judentum und Islam.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Neu ist: Wer im eigenen Studiengang kein Hebr\u00e4isch oder Griechisch hat, kann eine Ersatzpr\u00fcfung in Form einer Pr\u00e4sentation machen. In dieser Pr\u00e4sentation m\u00fcssen die Bewerbenden zeigen, warum ihr pers\u00f6nliches Studienprofil sinnvoll und passend f\u00fcr das theologische Studienjahr ist \u2013 das ganze Verfahren ist damit deutlich kompetenzorientierter ausgerichtet.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> In Ihrem Fall gibt es eine Besonderheit: Sie teilen sich die Stelle \u2013 und Sie sind ein Ehepaar. Wie genau sieht diese Konstellation aus?<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Wir teilen uns die Stelle des Studiendekans jeweils zur H\u00e4lfte und sind beide in Rom zu Professoren ernannt worden. Wir sind mit unseren drei Kindern nach Jerusalem gekommen und leben hier als Familie.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Inhaltlich bilden wir gemeinsam die zwei Schwerpunkte des Studienjahrs ab: Ich komme aus der neutestamentlichen Exegese und habe in den letzten Jahren stark religionsp\u00e4dagogisch gearbeitet, Daniel aus der Systematischen Theologie \u2013 so decken wir \u00f6kumenische und biblische Theologie in doppelter Perspektive ab.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Frau Eichhorn-Remmel, Sie haben selbst eine Geschichte mit diesem Programm.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Ja, ich war Teil des 35. Theologischen Studienjahrs \u2013 das liegt rund 15 Jahre zur\u00fcck. Dieses Jahr hat meinen Lebens- und Studienweg, aber auch meinen Blick auf die Welt ganz entscheidend gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel: <\/b>F\u00fcr die allermeisten Teilnehmenden ist es horizonterweiternd: Man lernt, die eigenen theologischen Fragen neu zu stellen, weil man mitten im Heiligen Land, in dieser religi\u00f6sen Dichte, lebt und studiert.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Sie haben angek\u00fcndigt, dass Sie das Programm inhaltlich und strukturell ver\u00e4ndern wollen. In welche Richtung geht das?<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel: <\/b>Einerseits wollen wir das Programm f\u00fcr neue Bewerbergruppen attraktiv machen \u2013 also f\u00fcr Studierende ohne klassische Sprachausbildung, f\u00fcr verschiedene Lehramtsstudieng\u00e4nge und f\u00fcr orthodoxe Theologie. Andererseits passen wir das Programm so an, dass diese Vielfalt kompetenzorientiert aufgefangen wird.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel: <\/b>Konkret bedeutet das, dass wir neue Praxiselemente integrieren: Schulpraktika in Jerusalem, Praktika im Bereich der \u00d6kumene, in Bildungseinrichtungen und in politischer Bildungsarbeit. Zugleich b\u00fcndeln wir das klassische Profil \u2013 Bibelwissenschaft, Arch\u00e4ologie, intensive Textarbeit mit Hebr\u00e4isch und Griechisch \u2013 in einer dreiw\u00f6chigen \u201eMasterclass\u201c f\u00fcr diejenigen, die wirklich in die Tiefe wollen.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Jerusalem gilt vielen als Labor der \u00d6kumene \u2013 weit vor dem, was in Europa m\u00f6glich scheint. Wie reagieren Ihre Studierenden, wenn sie das sp\u00e4ter nach Hause \u201emitnehmen\u201c?<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Ein fr\u00fcherer Teilnehmer hat das wundersch\u00f6n \u201eselbstverst\u00e4ndlich toleranzf\u00e4hig\u201c genannt: Die Stadt bringt Menschen dazu, sich selbst zu ver\u00e4ndern, weil man in diese religi\u00f6se Polyphonie eintaucht \u2013 der Muezzinruf, die Kirchenglocken, j\u00fcdische Gebete im Hintergrund.<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Wenn man dieses Nebeneinander als Orchester versteht, ver\u00e4ndert sich die eigene Haltung, und genau diese Haltung \u2013 ein erweiterter Horizont \u2013 tragen die Studierenden sp\u00e4ter in Schulen, Gemeinden und Bildungseinrichtungen weiter.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> \u00d6kumene wird hier nicht nur gelehrt, sondern gelebt: im gemeinsamen Gottesdienstbesuch, in einer selbstverst\u00e4ndlichen Gastfreundschaft \u00fcber Konfessionsgrenzen hinweg und im Alltag, vom Esstisch bis zum Streit \u00fcber die Tagesgestaltung.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Seit dem 7. Oktober und dem Krieg um Gaza stellt sich die Sicherheitslage noch einmal anders dar als zuvor. Wie erleben Sie das im Alltag \u2013 f\u00fcr sich selbst, Ihre Familie und das Programm?<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Unser eigenes Ankommen als Familie, aber auch das der Studierenden, war stark von Sicherheitsfragen gepr\u00e4gt. Wir haben erlebt, wie es ist, nachts in den Schutzraum zu gehen \u2013 das kann belastend sein, aber es hilft, zu wissen, dass die Infrastruktur vor Ort darauf vorbereitet ist.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> In den letzten Wochen hat sich die Lage in Jerusalem deutlich entspannt; Aufenthalte im Schutzraum sind kaum noch Thema, und auch zuvor war Jerusalem trotz der Eskalation in Gaza ein Ort, an dem man sich relativ sicher bewegen und gut leben konnte.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Trotzdem: Gibt es konkrete Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr Ihr Programm?<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Ja, lange Zeit galten f\u00fcr uns die Reisewarnungen des Ausw\u00e4rtigen Amts, sodass Besuche in den pal\u00e4stinensischen Gebieten, insbesondere in der Westbank, nicht m\u00f6glich waren. Das hat Exkursionen, etwa nach Bethlehem, sp\u00fcrbar eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Gemeinsam mit dem DAAD arbeiten wir daran, schrittweise wieder mehr Bewegungsr\u00e4ume zu \u00f6ffnen \u2013 erste L\u00f6sungen zeichnen sich ab, etwa f\u00fcr Besuche in Bethlehem, nat\u00fcrlich immer in enger Abstimmung mit den aktuellen Vorgaben.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> W\u00e4hrend einer Phase der Eskalation war das Studienjahr nach Rom ausgelagert. Wie wichtig war es, das Programm wieder nach Jerusalem zur\u00fcckzuholen?<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Es gab eine Zeit, in der das Studienjahr im Exil in Rom stattfinden musste \u2013 aus Sicherheitsgr\u00fcnden war Jerusalem damals keine Option. Akademisch ist das aber nur ein Notbehelf: Der Ort geh\u00f6rt zur DNA dieses Programms.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Theologisches Studienjahr \u201eJerusalem\u201c hei\u00dft: Die Themen vor Ort zu studieren, nicht im Seminarraum in Europa. Dass wir nun mit dem Programm zur\u00fcckgekehrt sind, ist f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t entscheidend, weil die Studierenden ja explizit hierher wollen \u2013 nicht nach Rom.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Was unterscheidet die Lehre hier von einer normalen Universit\u00e4tsveranstaltung in Deutschland?<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Zum einen die Zusammensetzung der Lehrenden: Etwa die H\u00e4lfte kommt als Professorinnen und Professoren aus Deutschland, aus katholischer und evangelischer Theologie, sodass es zu spannenden Konfessionswechseln kommt \u2013 evangelische Studierende erleben katholische Lehrende und umgekehrt.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Zum anderen lehren hier auch Kolleginnen und Kollegen von Universit\u00e4ten vor Ort sowie aus j\u00fcdischen und islamischen Kontexten \u2013 das Programm ist stark vernetzt und wirklich \u00f6kumenisch und interreligi\u00f6s besetzt.<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Hinzu kommt das Wohnen unter einem Dach: Lehrende und Studierende begegnen sich nicht nur im Seminar, sondern auch am Esstisch, auf der Terrasse oder unterwegs \u2013 Theologie wird zu einer gemeinsamen Lebensform auf Zeit.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Sie haben Ihre drei Kinder mitgebracht. Wie erleben die den neuen Alltag in Jerusalem?<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Unsere Kinder sind elf, neun und vier Jahre alt und besuchen eine internationale Schule. Der Anfang war nicht leicht \u2013 Tr\u00e4nen, Abschied von Freunden, eine neue Umgebung und Englisch als Alltagssprache.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Inzwischen sind sie aber richtig gut angekommen, die Sprache hat da Erstaunliches geleistet, und erste Freundschaften stehen.<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Es ist beeindruckend zu sehen, wie sie sich die Stadt aneignen: Sie kennen den Weg, zeigen uns die Dormitio oder die Zitadelle \u2013 kleine Stadtf\u00fchrerinnen und Stadtf\u00fchrer im Alltag.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Sie haben erw\u00e4hnt, dass das Programm vom DAAD gef\u00f6rdert wird. Welche Rolle spielt das f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t?<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Entscheidend ist, dass es sich um ein Vollstipendium handelt. Das hei\u00dft, wer aufgenommen wird, bekommt ein sehr umfassendes Paket an finanzieller Unterst\u00fctzung und kann sich hier voll auf Studium und Leben konzentrieren.<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b>F\u00fcr viele ist das der ausschlaggebende Punkt, weil ein l\u00e4ngerer Aufenthalt in Jerusalem sonst f\u00fcr Studierende kaum leistbar w\u00e4re.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wenn Sie in wenigen S\u00e4tzen sagen m\u00fcssten, was das theologische Studienjahr in Jerusalem im Kern ausmacht \u2013 was w\u00e4re das?<\/p>\n<p><b>Friederike Eichhorn-Remmel:<\/b> Es ist ein Ort, an dem man Theologie nicht nur h\u00f6rt, sondern sehen, riechen und greifen kann. Die Polyphonie der Religionen, die materiellen Spuren der Geschichte und das Zusammenleben im Haus ver\u00e4ndern die eigene Haltung nachhaltig.<\/p>\n<p><b>Daniel Remmel:<\/b> Und es ist ein Raum, in dem \u00f6kumenische und interreligi\u00f6se Fragen nicht nur theoretisch diskutiert, sondern t\u00e4glich gelebt werden \u2013 im Gebet, im Streit, im gemeinsamen Lachen. Wer das einmal erlebt hat, nimmt es f\u00fcr den Rest seines Lebens mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach Monaten des kriegsbedingten Exils in Rom kehrt das Theologische Studienjahr nach Jerusalem zur\u00fcck. 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