{"id":728737,"date":"2026-01-18T21:13:11","date_gmt":"2026-01-18T21:13:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/728737\/"},"modified":"2026-01-18T21:13:11","modified_gmt":"2026-01-18T21:13:11","slug":"austria-first-das-beste-der-80er-90er-und-von-ganz-rechts-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/728737\/","title":{"rendered":"Austria First: Das Beste der 80er, 90er und von ganz rechts"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2026-01\/radio-austria-first-fpoe-patriotismus\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<ol class=\"article-toc__list\">\n<li class=\"article-toc__list-item\"><a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2026-01\/radio-austria-first-fpoe-patriotismus\" data-ct-label=\"1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                    Seite 1Das Beste der 80er, 90er und von ganz rechts<br \/>\n                <\/a><\/li>\n<li class=\"article-toc__list-item\">\n<p>Seite 2Seite 2<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"paragraph article__item\">Deshalb ist Austria First als &#8222;Alltagsbegleiter&#8220; konzipiert und nicht als geifernde Demagogikschleuder. Deshalb sumpft man als H\u00f6rer stundenlang im generischen Klangteppich aus Phil Collins, Roxette und Pink, aus Depeche Mode, David Guetta und <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/taylor-swift\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Taylor Swift<\/a>. Jedes Lied ein kleinster gemeinsamer Nenner des Popul\u00e4rgeschmacks, damit blo\u00df niemand abschaltet. Das oberste Gebot ist hier wie beim privaten Formatradio die Durchh\u00f6rbarkeit, nur dass bei Austria First eben nicht Blitzerwarnungen und M\u00f6belhauswerbung untergemischt werden, sondern wie nebenbei rechte und v\u00f6lkische Glaubenss\u00e4tze. &#8222;Echte Hits f\u00fcr echte \u00d6sterreicher&#8220; lautet einer der immer wieder eingespielten kurzen Slogans, dann dudelt es aber gleich wieder so melodisch los, dass man fast nicht merkt, was dieser Satz nahelegt: dass es in \u00d6sterreich n\u00e4mlich auch unechte \u00d6sterreicher gebe.\u00a0\n<\/p>\n<p>                Kickl-Rede nur in Mini-Schnipseln        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Ideologiest\u00fcckchen werden so sanft beigemischt wie die Medikamente in den Babybrei: Sie sollen wirken, aber nicht zu aufdringlich nach dem schmecken, was sie sind. Hinter diesem Prinzip steht selbst der Geltungsanspruch des Parteichefs zur\u00fcck: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/2026-01\/herbert-kickl-neujahrsrede-klagenfurt-fpoe-oesterreich\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Neujahrsrede Kickls, traditionell die wichtigste FP\u00d6-Rede des Jahres<\/a>, \u00fcbertr\u00e4gt das Parteiradio nicht. Stattdessen verwendet es nur winzige Schnipsel daraus.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Sonntagvormittags hat Austria First wie viele Sender eine klassische Gespr\u00e4chssendung im Programm: Giuliani im Gespr\u00e4ch \u2013 Die Gedanken sind frei. Marie-Christine Giuliani ist eine ehemalige bekannte ORF-Moderatorin, die mittlerweile FP\u00d6-Abgeordnete ist und nun im Radio den FP\u00d6-Abgeordneten Arnold Schiefer interviewt. Dass es sich also um ein Fraktionskollegengespr\u00e4ch handelt, wird nicht offengelegt. Daf\u00fcr fragt Giuliani den &#8222;angenehm liebensw\u00fcrdigen&#8220; Schiefer fast als Erstes, ob er denn vergeben sei, das w\u00fcrden ja viele Frauen wissen wollen. Schiefer, erf\u00e4hrt man, sei da immer wieder offen f\u00fcr Neues.\n<\/p>\n<p>        Eine hermetische Partei-Welt        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Damit ist der schmalzige Ton f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Stunden gesetzt, in denen wir noch lernen, dass Schiefer gern am See sitzt und gern Seneca liest und Helmut Schmidt. Da \u00fcberh\u00f6rt man fast, dass Giuliani beispielsweise wie nebenbei behauptet &#8222;mit Russland spricht ja nach wie vor niemand&#8220;, als es mal kurz um Au\u00dfenpolitik zu gehen scheint.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die sogenannten Nachrichten, von denen der Sender behauptet, sie seien keine &#8222;linke Meinungsmache&#8220; und &#8222;unzensiert&#8220;, bestehen an diesem Wochenende ausschlie\u00dflich aus Schnipseln vom FP\u00d6-Neujahrstreffen an diesem Samstag. FP\u00d6-Anh\u00e4nger erz\u00e4hlen, wie toll sie das FP\u00d6-Radio und die FP\u00d6 finden. Es ist eine hermetische Parteienwelt, in der die aktuelle, echte Welt \u2013 die Zolldrohungen Trumps, Gr\u00f6nland, die neuen russischen Angriffe auf die Ukraine, die Proteste im Iran \u2013 keine Erw\u00e4hnung wert sind. Es k\u00f6nnte ja wer abschalten, wenn es zu politisch w\u00fcrde.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Besonders als deutscher H\u00f6rer ist man von Stunde zu Stunde mehr konfrontiert mit seinen eigenen alten Klischees \u00fcber die Neue Rechte. Weil man sich, w\u00e4hrend zum dritten Mal Taylor Swifts The Fate of Ophelia l\u00e4uft, eingestehen muss, dass man vielleicht doch mehr Geifer und Sportpalast-Sound erwartet hat. Wom\u00f6glich auch mehr Rammstein und Andreas Gabalier.\u00a0\n<\/p>\n<p>        Negative Energie        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Man ist diese rechte Geschmeidigkeit aus Deutschland schlicht nicht gewohnt. Oder kann man sich Alice Weidel oder Tino Chrupalla vorstellen, wie sie von ihren Hobbys erz\u00e4hlen wie Herbert Kickl vom Wasserfallklettern? Die mit sanfter Stimme von &#8222;Zuversicht und Optimismus&#8220; sprechen?\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nein, die Energie der AfD ist eine ganz andere, negative. Wut und Ekel bestimmen hier die Tonlage, eine oft unterschiedslose Schlechtmacherei, die nicht nur den politischen Gegner trifft, sondern gleich das ganze Land. Die AfD kann Wut, Charme kann sie nicht.\u00a0\n<\/p>\n<p>        Schlawiner im Porsche        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bei der FP\u00d6 hingegen hat der Charme Tradition: J\u00f6rg Haider war nicht nur Ausl\u00e4nderfeind, sondern auch der charismatische Schlawiner im Porsche. <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/heinz-christian-strache\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heinz-Christian Strache<\/a> hat einst selbstironische Cartoons \u00fcber sich gepostet. Der Eiskletterer Kickl ist zwar eher der k\u00fchle Typ, aber er hat den geschmeidigen Ton l\u00e4ngst gelernt.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Man wei\u00df nach einem Wochenende nat\u00fcrlich noch nicht, wie das ausgehen wird. Ob Austria First ein Erfolg wird oder ob der Sender gerade wegen seiner Massentauglichkeit untergeht. Die Kehrseite der Durchh\u00f6rbarkeit ist die Beliebigkeit. Man muss sich schon sehr, sehr doll \u00e4rgern \u00fcber die anderen Sender, man muss schon sehr tief drinstecken in der Weltsicht der FP\u00d6, um gezielt zu einem Radio zu wechseln, auf dem zu 95 Prozent die gleichen Lieder laufen wie \u00fcberall und zu f\u00fcnf Prozent FP\u00d6-Innenwelt.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Aber eines immerhin kann man sicher sagen: Dem deutschsprachigen, heimischen Liedgut f\u00fchlt sich der Patriotensender nicht besonders verpflichtet. \u00d6sterreichische Musik kommt hier fast nicht vor. Kein Falco, keine Wienerlieder, Mozart oder Wanda sowieso nicht. Austria First ist also eher Austria last \u2013 aber das ist nat\u00fcrlich nur musikalisch gemeint.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1Das Beste der 80er, 90er und von ganz rechts Seite 2Seite&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":728597,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[19833,167335,167337,29,79846,214,27770,30,167336,167338,66937,80,167339,1779,810,1433,6856,215],"class_list":{"0":"post-728737","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-austria","9":"tag-austria-first","10":"tag-christoph-steiner","11":"tag-deutschland","12":"tag-electric-light-orchestra","13":"tag-entertainment","14":"tag-fpoe","15":"tag-germany","16":"tag-heinz-christian-strache","17":"tag-herbert-kickl","18":"tag-joseph-goebbels","19":"tag-kultur","20":"tag-marie-christine-giuliani","21":"tag-music","22":"tag-musik","23":"tag-oesterreich","24":"tag-taylor-swift","25":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115918170367895267","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/728737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=728737"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/728737\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/728597"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=728737"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=728737"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=728737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}