{"id":729403,"date":"2026-01-19T03:53:12","date_gmt":"2026-01-19T03:53:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/729403\/"},"modified":"2026-01-19T03:53:12","modified_gmt":"2026-01-19T03:53:12","slug":"koeln-die-groessten-player-der-zukunft-warum-youtube-so-waechst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/729403\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln | \u00abDie gr\u00f6\u00dften Player der Zukunft\u00bb &#8211; warum Youtube so w\u00e4chst"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln (dpa) &#8211; Wenn Ende Februar die neue Staffel der TV-Show \u00abLet\u2019s Dance\u00bb anl\u00e4uft, dann sind die mehr oder weniger holprigen Tanzschritte der Prominenten direkt auch auf einem YouTube-Kanal zu sehen. Seit einem Jahr baut der K\u00f6lner Privatsender RTL auf der US-Plattform \u00abgezielt\u00bb eigene \u00abBusiness Channels\u00bb als \u00abneuen Erl\u00f6sstrom\u00bb auf. So sollen mehr Einnahmen und neue Zielgruppen erreicht werden.\u00a0<\/p>\n<p>Der Kanal der RTL-Actionreihe \u00abAlarm f\u00fcr Cobra 11\u00bb beispielsweise erreicht bei manchen Folgen mehr als 700.000 Aufrufe auf Youtube. Das ist immerhin rund die H\u00e4lfte dessen, was der Krimi zuletzt im linearen Fernsehen an Publikum versammelt hat &#8211; wahrlich nicht zu vernachl\u00e4ssigen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abSie sind f\u00fcr uns Partner und Wettbewerber\u00bb, sagt der zust\u00e4ndige RTL-Manager Oliver Schablitzki mit Blick auf die amerikanische Videoplattform. Schablitzki spricht im Interview der Deutschen Presse-Agentur von einem \u00abweiteren Baustein\u00bb der \u00abWachstumsstrategie\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Ausspielweg und Konkurrenz zugleich<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist f\u00fcr RTL und andere Sender die Plattform durchaus ein Konkurrent, weil das TV-Publikum weltweit in Scharen zu Youtube abwandert: 2,5 Milliarden Nutzer pro Monat. Mehr als eine Milliarde Stunden Video werden t\u00e4glich gestreamt. In Deutschland verwenden laut Agentur Kontor4 rund 70,9 Millionen Nutzer jeden Monat Youtube.\u00a0<\/p>\n<p>In den Vereinigten Staaten ist die Entwicklung weiter: 90 Prozent aller 18- bis 34-j\u00e4hrigen Amerikaner konsumieren im Monatsverlauf Inhalte auf der Plattform &#8211; weit mehr als jemals ein Fernsehsender erreichen k\u00f6nnte. Selbst die Oscar-Verleihung, ein klassisches TV-Ereignis, wird demn\u00e4chst zuerst auf Youtube laufen.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung sind extrem. Beim Londoner Marktforschungsunternehmen Ampere Analysis ist man sich sicher, dass \u00abdie traditionellen Gesch\u00e4ftsbereiche wie Fernsehen oder Kino alle unter Druck stehen, w\u00e4hrend Online-Plattformen wie Youtube und Tiktok aufsteigen\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Den Gesamtmarkt von 800 Milliarden Dollar weltweit teilen sich beide Bereiche noch fast zu gleichen Teilen. Aber die Einsch\u00e4tzung von Guy Bisson bei Ampere Analysis lautet: Die eine H\u00e4lfte wird weiter zur\u00fcckgehen, die andere weiterwachsen. Und das l\u00f6st jetzt schon deutliche Verwerfungen aus. Die Folge sind Einnahmeausf\u00e4lle und Stellenabbau bei einer Reihe deutscher Privatsender.<\/p>\n<p>70 Millionen Nutzer in Deutschland<\/p>\n<p>Doch auch die \u00fcber den Rundfunkbeitrag finanzierten \u00d6ffentlich-Rechtlichen stehen unter Druck, schon allein wegen ihrer \u00fcberalterten Zuschauerschaft. Youtube soll ihnen mehr Reichweite verschaffen. \u00abWir erreichen mit wertvollen Inhalten schnell und in gro\u00dfer Zahl die Teile unseres Publikums, die kaum noch fernsehen oder Radio h\u00f6ren\u00bb, hei\u00dft es vom WDR. \u00abBei Ver\u00e4nderungen der weltpolitischen Lage funktioniert das oft sehr gut. Als es zum Umsturz in Syrien kam, haben wir eine Doku zu den Assads aus unserem Archiv bei Youtube eingestellt und hatten in wenigen Tagen Nutzer im Millionenbereich.\u00bb<\/p>\n<p>Die Tendenz erscheint klar: \u00abDie Plattformen Youtube und Tiktok werden im Fernseh- und Videobereich die gr\u00f6\u00dften Player der Zukunft sein\u00bb, so die Einsch\u00e4tzung des K\u00f6lner Film- und TV \u2013Produzenten Michael Souvignier (\u00abDer Medicus 2\u00bb) zu einer dpa-Anfrage mit Blick auf die aktuelle Entwicklung. So deutlich wie Souvignier werden TV-Verantwortliche aber eher selten, vielleicht um den eigenen Bedeutungsverlust nicht noch weiter zu unterstreichen oder um die Megaplattform nicht zu ver\u00e4rgern.<\/p>\n<p>Kontrolle \u00fcber den Zugang<\/p>\n<p>Kurios: Youtube als Unternehmen produziert selbst keine Inhalte, sieht sich, so Europachef Pedro Pina, als \u00ab\u00d6kosystem\u00bb, in dem sich Inhalte-Produzenten ein eigenes Unternehmen aufbauen k\u00f6nnen. Dabei hat die Plattform eine Monopolstellung inne: YouTube geh\u00f6rt zum US-Konzern Google, und Google schaltet selbst Werbung, vermittelt aber auch zwischen Werbetreibenden und denen, die den Platz daf\u00fcr online zur Verf\u00fcgung stellen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Verantwortlichen beteuern zwar immer wieder, dass die Auffindbarkeit und das Ranking von Inhalten nur durch das Interesse der Nutzerschaft gesteuert w\u00fcrde. Nachpr\u00fcfen kann das bisher allerdings niemand. ARD-Programmdirektorin Christine Strobl warnt daher im dpa-Interview: \u00abNeben den Empfehlungslogiken, die nur bedingt zu unserem Auftrag passen, besteht die Gefahr, zu abh\u00e4ngig von Algorithmen und Gesch\u00e4ftsinteressen eines globalen Konzerns zu werden.\u00bb<\/p>\n<p>Und vielleicht erschweren nicht nur wirtschaftliche Interessen den Zugang zu Inhalten, sondern auch ideologische: Aktuell scheinen in den Vereinigten Staaten Politik und Big-Tech-Unternehmen wie Google zu einer Allianz in einer ganz neuen Dimension zu verschmelzen. Das l\u00f6st auch beim WDR Sorgen aus: \u00abEin Thema, dass die Redaktionen besch\u00e4ftigt, sind sogenannte Shadow Bans. Wenn ein Film gegen die Interessen und Vorgaben YouTubes steht, haben Redaktionen den Eindruck, dass er weniger prominent ausgespielt wird. Manchmal werden Inhalte nicht richtig zugeordnet in passende Kategorien, was Sichtbarkeit erschwert.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln (dpa) &#8211; Wenn Ende Februar die neue Staffel der TV-Show \u00abLet\u2019s Dance\u00bb anl\u00e4uft, dann sind die mehr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":729404,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[29,441,30,1420,62,1209,1897,64],"class_list":{"0":"post-729403","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-deutschland","9":"tag-fernsehen","10":"tag-germany","11":"tag-koeln","12":"tag-medien","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-streaming","15":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115919742771738480","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/729403","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=729403"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/729403\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/729404"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=729403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=729403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=729403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}