{"id":729679,"date":"2026-01-19T06:41:12","date_gmt":"2026-01-19T06:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/729679\/"},"modified":"2026-01-19T06:41:12","modified_gmt":"2026-01-19T06:41:12","slug":"heizen-mit-tiefenwaerme-forschungsbohrung-in-koeln-geplant-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/729679\/","title":{"rendered":"Heizen mit Tiefenw\u00e4rme? Forschungsbohrung in K\u00f6ln geplant"},"content":{"rendered":"<p>Rechnet sich im Raum K\u00f6ln die Nutzung von Erdw\u00e4rme aus gro\u00dfen Tiefen? Um dies herauszufinden, startet bald eine Forschungsbohrung im K\u00f6lner Stadtteil Dellbr\u00fcck. Der Geologische Dienst NRW will dabei auf dem Gel\u00e4nde eines ehemaligen Sportplatzes bis zu 1.000\u00a0Meter tief bohren. <\/p>\n<p>Die Geologen wollen dabei Kalkgestein untersuchen, in dem durch Hohlr\u00e4ume Wasser flie\u00dfen und sich erw\u00e4rmen kann. \u201eJe tiefer diese Gesteine vorkommen, desto w\u00e4rmer ist darin enthaltenes Wasser, womit man heizen k\u00f6nnte\u201c, teilte die Beh\u00f6rde mit. Die Ergebnisse flie\u00dfen in die Entscheidung ein, ob in der Region k\u00fcnftig die sogenannte tiefe Geothermie f\u00fcr eine klimafreundliche W\u00e4rmeversorgung genutzt werden kann. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n              Warmes Tiefenwasser gibt W\u00e4rme an Fernw\u00e4rmenetz ab <\/p>\n<p>Das liefe dann so ab: Das warme Wasser wird aus der Tiefe an die Oberfl\u00e4che gepumpt. Dort gibt es seine W\u00e4rme \u00fcber W\u00e4rmetauscher etwa an ein Fernw\u00e4rmenetz, an Industriebetriebe oder Gew\u00e4chsh\u00e4user ab. Das abgek\u00fchlte Wasser wird \u00fcber eine zweite Bohrung dann wieder in die Tiefe gebracht. Vorteil: Das warme Tiefenwasser steht immer zur Verf\u00fcgung, wetterunabh\u00e4ngig auch im Winter. <\/p>\n<p>F\u00fcr genaue Analysen, ob sich das Kalkgestein als sogenanntes geothermisches Reservoir eignet, werden die Bohrkerne an die Erdoberfl\u00e4che geholt. Untersuchungen soll es auch im Bohrloch selbst geben. \u201eAn diesem Standort haben wir die M\u00f6glichkeit, den Massenkalk in den oberen 1.000\u00a0Metern zu untersuchen\u201c, erkl\u00e4rte Projektleiter Ingo Sch\u00e4fer. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n              Die Forschungsbohrung dauert zwei bis drei Monate <\/p>\n<p>Bei der Forschungsbohrung spielt Umweltschutz eine wichtige Rolle, betont der Geologische Dienst. So gebe es technische Schutzvorrichtungen f\u00fcr das Grundwasser, aber auch L\u00e4rmschutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Nachbarn. F\u00fcr die eigentlichen Bohrarbeiten und das F\u00f6rdern der Bohrkerne veranschlagen die Geologen zwei bis drei Monate. <\/p>\n<p>Sollte sich der Untergrund als geeignet herausstellen, wird das Bohrloch trotzdem nicht zur W\u00e4rmegewinnung genutzt, sondern wieder verf\u00fcllt. Der Grund: Eine Forschungsbohrung erf\u00fcllt nicht die technischen und rechtlichen Anforderungen einer Produktionsbohrung, erkl\u00e4rt die Beh\u00f6rde. Au\u00dferdem: \u201eF\u00fcr eine echte geothermische W\u00e4rmegewinnung w\u00fcrde man eher einen Standort w\u00e4hlen, an dem der Kalkstein tiefer liegt und damit w\u00e4rmer ist\u201c, so Sch\u00e4fer. <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n              Konkrete Planungen in M\u00fcnster <\/p>\n<p>In Nordrhein-Westfalen gibt es zwar schon oberfl\u00e4chennahe Geothermie, aber anders als etwa in M\u00fcnchen noch keine Tiefengeothermie. In NRW sind die Planungen daf\u00fcr nach fr\u00fcheren Angaben des Geologischen Dienstes am weitesten in M\u00fcnster fortgeschritten. Ein \u201eMasterplan Geothermie\u201c sieht mehrere Forschungsbohrungen bis Ende 2028 vor. Ziel ist es, bis 2045 rund 20 Prozent des W\u00e4rmebedarfs durch Geothermie zu decken. <\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr hat der Geologische Dienst bereits eine erste tiefe Forschungsbohrung in Krefeld vorgenommen. Die Forscher fanden heraus: Die wasserf\u00fchrende Kalksteinschicht dort ist deutlich m\u00e4chtiger und ergiebiger als zuvor angenommen. \u201eDas sind sehr gute Voraussetzungen f\u00fcr die Nutzung von Geothermie in der gesamten Region\u201c, lautete ein Fazit nach der Bohrung. Die Bohrung in K\u00f6ln ist jetzt die zweite Tiefbohrung im Rahmen des Projekts \u201eGeow\u00e4rme \u2013 Wir erkunden NRW\u201c. <\/p>\n<p>Bis 2028 soll es auch in M\u00f6nchengladbach eine Forschungsbohrung geben. Ist sie erfolgreich, soll das Bohrloch anschlie\u00dfend &#8211; anders als jetzt in K\u00f6ln &#8211; f\u00fcr die dauerhafte W\u00e4rmegewinnung genutzt werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Rechnet sich im Raum K\u00f6ln die Nutzung von Erdw\u00e4rme aus gro\u00dfen Tiefen? 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