{"id":730526,"date":"2026-01-19T14:41:09","date_gmt":"2026-01-19T14:41:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/730526\/"},"modified":"2026-01-19T14:41:09","modified_gmt":"2026-01-19T14:41:09","slug":"biosensoren-zeigen-rezeptoren-in-lebenden-zellen-damit-sind-neuartige-medikamente-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/730526\/","title":{"rendered":"Biosensoren zeigen Rezeptoren in lebenden Zellen \u2013 damit sind neuartige Medikamente m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<p>Ob unser Herz richtig schl\u00e4gt, h\u00e4ngt von winzigen Empf\u00e4ngern in unseren Zellen ab. Diese sogenannten Rezeptoren nehmen Signale von au\u00dfen auf und leiten sie weiter. Bisher dachte man, sie funktionieren wie simple Lichtschalter. Doch Forschende der Universit\u00e4t Leipzig haben jetzt gezeigt: Die Wirklichkeit ist viel komplexer. Das er\u00f6ffnet neue Chancen f\u00fcr bessere Medikamente.<\/p>\n<p>Das Team um Prof. Irene Coin und Prof. Andreas Bock vom Sonderforschungsbereich 1423 hat erstmals in lebenden Zellen beobachtet, wie ein wichtiger Membranrezeptor arbeitet. Dieser sogenannte M2-Rezeptor steuert unter anderem unsere Herzfunktion mit. Die Wissenschaftler konnten zeigen: Je nachdem, welcher Wirkstoff an den Rezeptor andockt, nimmt er unterschiedliche Formen an und arbeitet unterschiedlich schnell. Das beeinflusst, welche Signale in der Zelle weitergegeben werden.<\/p>\n<p>Leuchtende Molek\u00fcle als Sp\u00e4her<\/p>\n<p>Das Besondere daran ist eine Idee der Leipziger. \u201eWir haben eine neue Art von Biosensoren entwickelt, bei der winzige leuchtende Molek\u00fcle direkt an den Rezeptoren in lebenden Zellen angebracht werden&#8220;, erkl\u00e4rt Irene Coin. Bisher nutzte man daf\u00fcr gr\u00f6\u00dfere leuchtende Proteine, die aber zu grob waren, um feine Ver\u00e4nderungen zu erkennen.<\/p>\n<p>Die Forschenden bauen nun k\u00fcnstliche Bausteine in den Rezeptor ein. An diese heften sie dann die leuchtenden Molek\u00fcle. Sobald der Rezeptor aktiv wird, ver\u00e4ndert sich das Licht. So k\u00f6nnen die Wissenschaftler in Echtzeit beobachten, wie sich einzelne Teile des Rezeptors bewegen.<\/p>\n<p>Hoffnung auf Medikamente ohne Nebenwirkungen<\/p>\n<p>Die Erkenntnisse sind besonders wichtig, weil etwa ein Drittel aller Medikamente auf solche Rezeptoren wirkt. Sie geh\u00f6ren zur gro\u00dfen Gruppe der sogenannten G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, kurz GPCRs. \u201eWir erwarten, dass \u00e4hnliche Aktivierungsprozesse auch bei vielen anderen Rezeptoren vorkommen. Unsere Biosensoren k\u00f6nnten dabei helfen, Wirkstoffe zu finden, die genau auf bestimmte Signalwege in der Zelle wirken oder bestimmte G-Proteine bevorzugt aktivieren&#8220;, sagt Coin.<\/p>\n<p>Die Methode l\u00e4sst sich auch auf andere Rezeptoren \u00fcbertragen. Das k\u00f6nnte die Entwicklung von Medikamenten revolutionieren. Denn wenn man genau versteht, wie Wirkstoffe verschiedene Signalwege ausl\u00f6sen, lassen sich gezielt solche entwickeln, die nur erw\u00fcnschte Effekte haben. Irene Coin betont, dass bereits weitere Biosensoren in den Leipziger Laboren etabliert wurden und die Forschung weitergeht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ob unser Herz richtig schl\u00e4gt, h\u00e4ngt von winzigen Empf\u00e4ngern in unseren Zellen ab. 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