{"id":732399,"date":"2026-01-20T08:01:13","date_gmt":"2026-01-20T08:01:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/732399\/"},"modified":"2026-01-20T08:01:13","modified_gmt":"2026-01-20T08:01:13","slug":"ein-jahr-trump-wie-sich-die-us-wirtschaft-entwickelt-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/732399\/","title":{"rendered":"Ein Jahr Trump: Wie sich die US-Wirtschaft entwickelt hat"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/trump-4526.jpg\" alt=\"Donald Trump\" title=\"Donald Trump | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 20.01.2026 08:20 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Sinkende Preise, starkes Wachstum, mehr Jobs oder sinkendes Handelsdefizit: Donald Trump hat bei seiner Amtseinf\u00fchrung viele Versprechen abgegeben. Konnte er sie halten? <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/till-buecker-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Sendungsbild\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/sendungsbild-1419380.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Das goldene Zeitalter f\u00fcr Amerika beginnt genau jetzt.&#8220; Nichts Geringeres als dies versprach Donald Trump vor genau einem Jahr f\u00fcr die amerikanische Wirtschaft, nachdem er gerade als 47. Pr\u00e4sident der USA vereidigt worden war. Schaut man auf die Entwicklung der US-B\u00f6rsen seit dem 20. Januar 2025, k\u00f6nnte man meinen, dass er Recht hatte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Leitindex Dow Jones kletterte in dieser Zeitspanne um \u00fcber 14 Prozent nach oben, der marktbreite S&amp;P 500 um fast 17 Prozent und der Technologieindex Nasdaq 100 gar um mehr als 21 Prozent. Doch repr\u00e4sentieren die US-B\u00f6rsen tats\u00e4chlich die amerikanische Wirtschaft?<\/p>\n<p>    Wachstum vor allem durch KI-Boom getrieben<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wenn wir uns die Entwicklungen an der Wall Street anschauen, dann sehen wir, dass die Indizes vor allem durch die gro\u00dfen KI-Technologieunternehmen getrieben werden&#8220;, sagt Stefan Ri\u00dfe, Kapitalmarktstratege der Verm\u00f6gensverwaltung Acatis. Das sei nur ein Teil der US-Wirtschaft, der aber an der B\u00f6rse eine gro\u00dfe Dominanz habe. &#8222;Die Realwirtschaft hat noch nicht so stark profitiert.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Trump hat dieses unglaubliche Gl\u00fcck, dass die Tech-Branche rund um die K\u00fcnstliche Intelligenz so einen Boom erf\u00e4hrt und er die global f\u00fchrenden Konzerne in seiner Wirtschaft hat&#8220;, meint jedoch auch David Kohl, Chefvolkswirt bei der Bank Julius B\u00e4r. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr gerechnet um 4,3 Prozent zu. So stark war die US-Wirtschaft seit Sommer 2023 nicht mehr gewachsen &#8211; eben vor allem dank milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch gerade mit Blick auf die KI sei fraglich, wie nachhaltig das Wachstum f\u00fcr die US-Wirtschaft sei und ob es sich \u00fcberhaupt in eine positive Entwicklung von Unternehmen und Besch\u00e4ftigung niederschlage, sagt Laura von Daniels von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). &#8222;Da ist schon ein Fragezeichen dahinter &#8211; allein schon, weil wir eine zunehmende Automatisierung und eine Nutzung von K\u00fcnstlicher Intelligenz auf dem Arbeitsmarkt haben.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Keine ausgereifte Strategie&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ziel von Trumps Wirtschaftspolitik rund um Z\u00f6lle, Deregulierung und Steuersenkungen ist es nach eigener Aussage, die heimische Industrie zu sch\u00fctzen, die Produktion der US-Unternehmen zu steigern und damit Jobs zu schaffen. &#8222;Was Trump daf\u00fcr braucht, sind Investitionen im eigenen Land&#8220;, erkl\u00e4rt von Daniels.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den Verhandlungen mit Handelspartnern habe er Zugest\u00e4ndnisse erhalten, dass sie auf dem US-Markt investieren wollen. &#8222;Das sagt aber noch nichts dar\u00fcber aus, wie die Investitionst\u00e4tigkeit in den USA in den n\u00e4chsten Jahren tats\u00e4chlich aussehen wird&#8220;, meint die Expertin. Zudem sei der gesamtwirtschaftliche Effekt fraglich. &#8222;Wir sehen die Druckaus\u00fcbung auf andere L\u00e4nder, aber er hat bisher keine ausgereifte wirtschaftspolitische oder industriepolitische Strategie vorgelegt&#8220;, so von Daniels.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auf dem Arbeitsmarkt kommen Trumps Versprechungen jedenfalls bisher nicht an. Im November ist die Arbeitslosenquote mit 4,6 Prozent auf ein Vierjahreshoch geklettert. Besonders schw\u00e4chelt das Verarbeitende Gewerbe. Allein im Dezember wurden laut der US-Arbeitsmarktbeh\u00f6rde 8.000 Industriejobs gestrichen. &#8222;Auch da legt Trump keine Konzepte vor, wie er Besch\u00e4ftigung erhalten oder steigern m\u00f6chte in den USA&#8220;, sagt von Daniels. Ein Beispiel daf\u00fcr sei der taiwanische Chiphersteller TSMC. &#8222;Die investieren auf dem US-Markt und wollen dort Chips herstellen, aber aus Mangel an ausreichend qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften bringen sie ihre eigenen Experten, ihre eigenen Fachkr\u00e4fte mit.&#8220;<\/p>\n<p>    Trumps Zustimmungswerte sinken<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das bestimmende Thema in Trumps Wahlkampf war die Inflation. Er gewann die Wahl unter anderem deshalb, weil er \u00fcber die hohen Preise schimpfte und die Demokratische Partei um Joe Biden und Kamala Harris daf\u00fcr verantwortlich machte. Mittlerweile hat sich das Bild umgekehrt. Zwar hielt sich die Inflation zuletzt stabil: Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise im Dezember wie bereits im Monat zuvor um 2,7 Prozent. Das Problem f\u00fcr Trump sind aber vor allem die hohen Lebenshaltungskosten in den USA &#8211; wie Wohnen oder Lebensmittel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie haben den Demokraten j\u00fcngst in mehreren Bundesstaaten Wahlsiege beschert. Denn Trump hatte versprochen, die Preise &#8222;sehr, sehr schnell&#8220; zu senken und &#8222;Amerika wieder bezahlbar zu machen&#8220;. Trotzdem liegt das Preisniveau rund 25 Prozent \u00fcber dem Niveau vor der Corona-Krise. Zum Symbol f\u00fcr die sogenannte Erschwinglichkeitskrise sind eine Reihe von allt\u00e4glichen G\u00fctern wie Eier, Kaffee, Steaks und Orangensaft geworden. Zwar sind in der Zeit auch die L\u00f6hne stark gestiegen, doch die Menschen nehmen Preissteigerungen in der Regel sehr viel st\u00e4rker wahr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unter allen US-B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern ist die Zustimmung zu Trumps Wirtschaftspolitik einer Erhebung von Reuters\/Ipsos zufolge mittlerweile auf 33 Prozent gesunken, den niedrigsten Wert seit seinem Amtsantritt. &#8222;Das ist f\u00fcr mich auch ein Indikator daf\u00fcr, dass die Menschen ein gutes Gesp\u00fcr daf\u00fcr haben, dass Trump ihnen da etwas verkaufen m\u00f6chte, von dem relativ wenig echte Wirkung erwartbar ist&#8220;, so von Daniels.<\/p>\n<p>    Z\u00f6lle bedeuten h\u00f6here Preise f\u00fcr Konsumenten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass die Kosten f\u00fcr die US-B\u00fcrger k\u00fcnftig sinken, ist eher fraglich &#8211; im Gegenteil. Der Grund: Die von Trump eingef\u00fchrten Importz\u00f6lle, die die Nachfrage in den USA ankurbeln und die ausl\u00e4ndischen Exporteure belasten sollen, k\u00f6nnten die Preise weiter anheizen. Nur etwa vier Prozent der Zolllast haben bisher ausl\u00e4ndische Firmen getragen, w\u00e4hrend 96 Prozent auf US-K\u00e4ufer abgew\u00e4lzt wurden, <a href=\"https:\/\/www.kielinstitut.de\/de\/publikationen\/aktuelles\/eigentor-amerikaner-bezahlen-fast-vollstaendig-fuer-trumps-zoelle\/\" title=\"Eigentor: Amerikaner bezahlen fast vollst\u00e4ndig f\u00fcr Trumps Z\u00f6lle\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">wie eine aktuelle Studie des Kiel Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW) zeigt<\/a>.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die Z\u00f6lle sind ein Eigentor&#8220;, sagt Forschungsdirektor Julian Hinz. &#8222;Die Behauptung, dass ausl\u00e4ndische Staaten diese Z\u00f6lle tragen, ist ein Mythos.&#8220; Die Z\u00f6lle verteuerten importierte Waren wie eine Konsumsteuer. &#8222;Am Anfang waren diese negativen Auswirkungen von Z\u00f6llen noch etwas abgeschw\u00e4cht durch zwei Faktoren: der eine ist Lagerhaltung zu g\u00fcnstigen Preisen&#8220;, sagt SWP-Expertin von Daniels. Alte Ware sei noch abverkauft worden. Der zweite Faktor seien die ausl\u00e4ndischen Exporteure, die im Gegensatz zu Trumps erster Amtszeit nicht mehr dazu bereit seien, ihre Preise zu senken und Gewinne zu schm\u00e4lern.<\/p>\n<p>    Sorgen vor weiterer Staatsverschuldung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwei Ziele konnte Trump mit den Z\u00f6llen aber erreichen: So schrumpfte zum einen das Handelsdefizit auf rund 30 Milliarden Dollar, den tiefsten Stand seit 2009. Und zum anderen konnten die Vereinigten Staaten nach Angaben des Wei\u00dfen Hauses im vergangenen Jahr etwa 200 Milliarden Dollar an Zolleinnahmen verzeichnen. Trump will damit seine Steuerreform &#8222;Big Beautiful Bill&#8220; finanzieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut dem britischen Verm\u00f6gensverwalter Insight Investment reichen die Zolleinnahmen aber nur etwa zur H\u00e4lfte aus, um die Kosten f\u00fcr das gigantische Fiskalprogramm zu decken. Trotz Einschnitten bei Gesundheits- und Sozialprogrammen erwarten Fachleute eine steigende Verschuldung. Denn die Einsparungen aus den K\u00fcrzungen d\u00fcrften die Mindereinnahmen aus den Steuersenkungen des Gesetzentwurfs kaum ausgleichen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dabei hat die US-Staatsverschuldung schon jetzt erstmals die Marke von 38 Billionen Dollar \u00fcberstiegen. &#8222;Dass die US-Staatsverschuldungsquote aktuell bei mehr als 123 Prozent liegt, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, ist nach wie vor beunruhigend&#8220;, sagt von Daniels. Das weiterhin &#8222;exorbitante Privileg&#8220; der wichtigsten Volkswirtschaft und des Dollars locke zwar immer noch Investitionen an. Ob das in der Zukunft so bleiben wird, h\u00e4nge nun damit zusammen, ob Trump mit seinen <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/weltwirtschaft\/trump-powell-anklage-notenbank-100.html\" title=\"Welche Gefahr Trumps Angriff auf die Fed birgt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Attacken auf die Federal Reserve (Fed)<\/a> als unabh\u00e4ngige Zentralbank weitermacht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Informationen von Claudia Wehrle, ARD-Finanzredaktion.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 20.01.2026 08:20 Uhr Sinkende Preise, starkes Wachstum, mehr Jobs oder sinkendes Handelsdefizit: Donald Trump hat bei seiner&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":732400,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,13,10268,14,15,12,113,64,55],"class_list":{"0":"post-732399","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-konjunktur","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-trump","19":"tag-usa","20":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115926380446538010","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/732399","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=732399"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/732399\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/732400"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=732399"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=732399"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=732399"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}