{"id":732612,"date":"2026-01-20T09:57:16","date_gmt":"2026-01-20T09:57:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/732612\/"},"modified":"2026-01-20T09:57:16","modified_gmt":"2026-01-20T09:57:16","slug":"pflegedienste-so-schlimm-war-das-chaos-im-blackout-berlin-wirklich-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/732612\/","title":{"rendered":"Pflegedienste: So schlimm war das Chaos im Blackout-Berlin wirklich | Regional"},"content":{"rendered":"<p>Berlin \u2013 <b>Der Blackout im S\u00fcdwesten Berlins f\u00fchrte gerade f\u00fcr die Schw\u00e4chsten der Gesellschaft zu lebensbedrohlichen Situationen. Dramatische Szenen schilderten am Montag Mitarbeiter aus der Pflege im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. <\/b><\/p>\n<p>\u201eSauerstoffger\u00e4te funktionierten nicht, Treppenlifte konnten nicht genutzt werden\u201c, berichtete Katharina Bauermeister, Pflegedienstleitung des ambulanten Dienstleisters Renafan. Medikamente zu verabreichen sei zu einer gro\u00dfen Herausforderung geworden. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Der Mexikoplatz w\u00e4hrend des Stromausfalls\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/95cbd27c6862b81798633068d047399e,285e66d1.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Der Mexikoplatz w\u00e4hrend des Stromausfalls<\/p>\n<p>Foto: michael k\u00f6rner<\/p>\n<p>Ein Pfleger erinnert sich an den Morgen des 3. Januar: \u201e\u2026 Noch schwieriger wurde es, als ich bei Frau R. und Frau O. nicht ins Geb\u00e4ude kam. Die Klingel funktionierte nicht und ich konnte sie nicht anrufen. Ich konnte nicht an das Fenster klopfen, weil sie so hoch oben wohnen. Ich habe Schneeb\u00e4lle ans Fenster geworfen&#8230;\u201c Bei vielen Patienten h\u00e4tte er sich auf diese Weise bemerkbar gemacht.<\/p>\n<p>\u201eBei Herrn W. gab es ein ernstes Problem, da ich ihn \u00fcberhaupt nicht erreichen konnte. Die elektronisch gesteuerten Jalousien waren heruntergelassen und er schlief oben. Er benutzt einen Treppenlifter&#8230;.\u201c <\/p>\n<p><b>Bauermeister: \u201eF\u00fcr uns war die Situation widrig, f\u00fcr die Senioren teils katastrophal.\u201c<\/b> Viele Patienten seien sp\u00e4ter gl\u00fccklicherweise bei Angeh\u00f6rigen zu Hause oder in Hotels einquartiert worden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Das Heinrich-und Margarete-Gr\u00fcber-Haus am Teltower Damm in Zehlendorf (Archivfoto). Viele Mitarbeiter kamen aus ihrem Frei, packten die Patienten in warme Decken und hielten ihre H\u00e4nde\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2492e59b06f7a9883ab0c92c77568236,4269514e.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Das Heinrich-und-Margarete-Gr\u00fcber-Haus am Teltower Damm in Zehlendorf (Archivfoto). Viele Mitarbeiter kamen aus ihrem freien Tag, packten die Patienten in warme Decken und hielten ihre H\u00e4nde<\/p>\n<p>Foto: Gr\u00fcber-Haus<\/p>\n<p>\u201eWir hatten keine Heizung, die Hebeanlage (f\u00fcr Abwasser, Anm. d. Red.) funktionierte nicht\u201c, so Pfarrer Matthias Blume, theologischer Vorstand des Evangelischen Diakonissenhauses Teltow, das ein Pflegeheim (70 Bewohner, 40 mit Demenz) am Teltower Damm in Zehlendorf betreibt. Zwar h\u00e4tte die Einrichtung Notstromaggregate gehabt, diese konnten aber nicht an das Hausnetz angekoppelt werden. Die Temperatur sei auf 15 Grad gefallen. <\/p>\n<p>Blume: \u201eWir mussten uns immer wieder \u00fcber die 112 einw\u00e4hlen und jedes Mal die Lage vom Ausgangspunkt an erkl\u00e4ren.\u201c Ein f\u00fcr Sonntag 12 Uhr versprochenes Notstromaggregat vom Technischen Hilfswerk sei nicht eingetroffen. \u201eF\u00fcnfmal kam die <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/organisationen\/feuerwehr\/politik-nachrichten-news-fotos-videos-20421624.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Feuerwehr<\/a> in unsere Einrichtung, f\u00fcnfmal nahm sie die Daten auf\u201c, so Blume. \u201eDas Problem war, wir bekamen nicht die Info, die wir brauchten, f\u00fcr die Entscheidung: Wann muss evakuiert werden?\u201c<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>Hilflos sei er ins Rathaus <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/berlin-regional\/home-15823246.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berlin<\/a>-Zehlendorf gefahren. Dort h\u00e4tte er zun\u00e4chst die Auskunft erhalten, man d\u00fcrfe ihn nicht zum Krisenstab vorlassen. Sp\u00e4ter sei das aber gelungen. Auch das Notstromaggregat wurde in Betrieb genommen. <\/p>\n<p>F\u00fcr k\u00fcnftige Katastrophenf\u00e4lle w\u00fcnscht sich Pfarrer Blume einen Lotsen im Krisenstab, der als permanenter Ansprechpartner dient. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Gesundheitssenatorin Ina Czyborra will die staatliche Unterst\u00fctzung beim Stromausfall l\u00fcckenlos aufarbeiten\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/7e9e20c3c4f6fc9648f7ebe7bf9822d8,ffcf8fb4.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Gesundheitssenatorin Ina Czyborra will die staatliche Unterst\u00fctzung beim Stromausfall l\u00fcckenlos aufarbeiten <\/p>\n<p>Foto: Fabian Matzerath \/ BILD<\/p>\n<p>Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (59, SPD) gab ihm recht: \u201eIch finde schon, dass wir jetzt erst mal unseren eigenen Verantwortungsbereich sowie die Schnittstellen angucken und einen gemeinsamen Plan machen m\u00fcssen. Damit Handlungspfade klar sind.\u201c Sie r\u00e4umte ein: \u201eDa haben wir noch etwas zu tun.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin \u2013 Der Blackout im S\u00fcdwesten Berlins f\u00fchrte gerade f\u00fcr die Schw\u00e4chsten der Gesellschaft zu lebensbedrohlichen Situationen. 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