{"id":733444,"date":"2026-01-20T17:30:17","date_gmt":"2026-01-20T17:30:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/733444\/"},"modified":"2026-01-20T17:30:17","modified_gmt":"2026-01-20T17:30:17","slug":"von-new-york-nach-bonn-un-entwicklungsprogramm-verlegt-300-stellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/733444\/","title":{"rendered":"Von New York nach Bonn: UN-Entwicklungsprogramm verlegt 300 Stellen"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Auf den ersten Blick ist es nur eine administrative Entscheidung innerhalb des komplexen Geflechts der UN-Organisationen. Aber wenn das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (englisch &#8222;United Nations Development Programme&#8220;, kurz UNDP) jetzt ank\u00fcndigt, dass rund 300 Stellen von New York an den Standort Bonn verlegt werden, hat das auch eine politische Dimension. 100 weitere UNDP-Mitarbeiter werden aus New York nach Madrid wechseln. <a href=\"https:\/\/de.nachrichten.yahoo.com\/studie-usaid-k%C3%BCrzungen-k%C3%B6nnten-massenhaftem-102000949.html\" data-ylk=\"slk:Die USA hatten ihre Gelder f\u00fcr Entwicklungshilfe massiv gek\u00fcrzt.;elm:context_link;itc:0;sec:content-canvas;outcm:mb_qualified_link;_E:mb_qualified_link;ct:story;\" class=\"link  yahoo-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die USA hatten ihre Gelder f\u00fcr Entwicklungshilfe massiv gek\u00fcrzt.<\/a><\/p>\n<p>&#8222;UN-System und multilaterale Prinzipien stehen unter Druck&#8220;<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Allt\u00e4glich ist es nicht, wenn zwei Mitglieder der deutschen Bundesregierung, ein Ministerpr\u00e4sident und ein Oberb\u00fcrgermeister eine gemeinsame Erkl\u00e4rung ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">In dem kurzen Schreiben von Au\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU), Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD), Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik W\u00fcst (CDU) und dem Bonner Oberb\u00fcrgermeister Guido D\u00e9us (CDU) hei\u00dft es gleich am Anfang: &#8222;Das ist ein wichtiges politisches Signal f\u00fcr das Vertrauen in die deutsche Au\u00dfenpolitik &#8211; gerade in Zeiten, in denen das UN-System und multilaterale Prinzipien unter Druck stehen. Globale Herausforderungen wie Kriege, Hunger und Umweltzerst\u00f6rung k\u00f6nnen aber nur in Kooperation bew\u00e4ltigt werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Globale Herausforderungen nur in Kooperation l\u00f6sen: Das sieht US-Pr\u00e4sident Donald Trump bekanntlich ganz anders. Er macht aus seiner Verachtung f\u00fcr die Vereinten Nationen keinen Hehl, obwohl die UN ihren Hauptsitz in seiner Heimatstadt New York haben.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Wegen dieser Haltung des US-Pr\u00e4sidenten begr\u00fc\u00dft auch der Klima-Experte der Umweltgruppe Greenpeace, Martin Kaiser, den Wechsel der UN-Stellen nach Deutschland. Er sagt der DW: &#8222;UN-Institutionen m\u00fcssen ungehindert und ohne Angst vor politischen Repressalien weiterarbeiten k\u00f6nnen. Die amerikanische Regierung unter Trump arbeitet momentan mit politischer und wirtschaftlicher Erpressung und verfolgt imperiale Landnahme-Absichten.&#8220;<\/p>\n<p>UNDP: 22.000 Mitarbeitende in 170 L\u00e4ndern<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen ist ein hoch kompliziertes Geflecht von rund 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil dieser Menschen ist auf dem ganzen Globus verteilt, in rund 170 L\u00e4ndern. Es geht um Armutsbek\u00e4mpfung, um Zugang zu Energie und sauberem Wasser, um mehr Bildung, um Klimaschutz.<\/p>\n<p><img alt=\"Solarpaneele f\u00fcr die Stromversorgung in Syrien: eines von zahlreichen Projekten des UNDP auf der ganzen Welt&lt;span class=&quot;copyright&quot;&gt;Aared Watad\/AFP\/Getty Images&lt;\/span&gt;\" loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" class=\"rounded-lg\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/7c810ce9e0bcd9a6c2585abf792333fa.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Solarpaneele f\u00fcr die Stromversorgung in Syrien: eines von zahlreichen Projekten des UNDP auf der ganzen WeltAared Watad\/AFP\/Getty Images<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Und, in diesen Zeiten besonders wichtig: es geht auch um den Weg zur Demokratie in autorit\u00e4ren L\u00e4ndern, um den Anschluss \u00e4rmerer L\u00e4nder an die Reicheren. Es geht auch immer wieder um Zusammenarbeit, etwa beim Transfer von Knowhow aus dem reichen globalen Norden in den S\u00fcden.<\/p>\n<p>Deutschland ist derzeit gr\u00f6\u00dfter Geldgeber beim UNDP<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Seit <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/un-index-krisen-machen-entwicklungsfortschritte-der-menschheit-zunichte\/a-63052389\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" data-ylk=\"slk:1965 gibt es diese Organisation, deren Chef bis 2025 der Deutsch-Brasilianer Achim Steiner war.;elm:context_link;itc:0;sec:content-canvas\" class=\"link \">1965 gibt es diese Organisation, deren Chef bis 2025 der Deutsch-Brasilianer Achim Steiner war.<\/a> Eine stete Achillesferse des UNDP ist (wie bei anderen UN-Organisationen auch), dass es sich ausschlie\u00dflich aus freiwilligen Beitr\u00e4gen von UN-Staaten finanziert, zuletzt waren das rund 5,6 Milliarden Euro.<\/p>\n<p><img alt=\"Von 2017 bis 2025 leitete Achim Steiner, der die deutsche und die brasilianische Staatsb\u00fcrgerschaft besitzt, das UNDP&lt;span class=&quot;copyright&quot;&gt;Kyodo\/IMAGO&lt;\/span&gt;\" loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" class=\"rounded-lg\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/533961f978ce8dd19e5f26a8a9b057ea.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Von 2017 bis 2025 leitete Achim Steiner, der die deutsche und die brasilianische Staatsb\u00fcrgerschaft besitzt, das UNDPKyodo\/IMAGO<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Deutschland ist einer der gr\u00f6\u00dften Geldgeber, w\u00e4hrend Donald Trump angek\u00fcndigt hat, sich aus vielen wichtigen UN-Organisationen zur\u00fcckziehen zu wollen.<\/p>\n<p>Bonn: vom Regierungssitz Deutschlands zum Sitz der Vereinten Nationen<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Der Bonner UN-Standort z\u00e4hlt zu den wichtigsten Zentren der Vereinten Nationen weltweit. Am Anfang war die Ansiedlung vor allem als Ausgleich daf\u00fcr gedacht, dass die Stadt am Rhein ihre Rolle als Sitz von Regierung und Parlament in Deutschland nach dem Fall der Mauer und der deutschen Einheit an Berlin verlor: Am 20. Juni 1991 beschloss der Bundestag, dass Berlin k\u00fcnftig die Hauptstadt Deutschland sein sollte, dass das Land von dort aus regiert und das Parlament seinen Sitz im alten Reichstagsgeb\u00e4ude haben w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Aber der von vielen Bonnern bef\u00fcrchtete Abstieg der Stadt blieb aus. Immer noch gibt es viele Mitarbeiter der Bundesregierung am Standort Bonn, und die Stadt beherbergt heute 27 UN-Einrichtungen mit rund 1200 Mitarbeitenden. Jetzt kommen noch einmal rund 300 Stellen dazu. Mit der Ansiedlung wird das UNDP k\u00fcnftig das zweitgr\u00f6\u00dfte UN-B\u00fcro in Bonn sein.<\/p>\n<p><img alt=\"Deutschland will mehr Einfluss bei den UN: Au\u00dfenminister Johann Wadephul (li.) zu Gast bei UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres in New York (13. Januar 2026)&lt;span class=&quot;copyright&quot;&gt;Dominik Butzmann\/photothek.de\/AA\/picture alliance&lt;\/span&gt;\" loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" class=\"rounded-lg\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/8b527a0addfab8fe7bd4f1fa4052c22e.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Deutschland will mehr Einfluss bei den UN: Au\u00dfenminister Johann Wadephul (li.) zu Gast bei UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres in New York (13. Januar 2026)Dominik Butzmann\/photothek.de\/AA\/picture alliance<\/p>\n<p>Wunsch nach gr\u00f6\u00dferer Rolle Deutschlands in den UN<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Mehr Einfluss f\u00fcr Deutschland in den Vereinten Nationen war auch ein Thema der j\u00fcngsten Reise des deutschen Au\u00dfenministers Johann Wadephul in die USA in der vergangenen Woche. Nach einem Treffen mit UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres in New York sagte der oberste deutsche Diplomat, Deutschland werde sich zwar weiter f\u00fcr die UN engagieren, auch wenn nicht alle W\u00fcnsche erf\u00fcllt w\u00fcrden, aber: &#8222;Die deutsche personelle Vertretung in den Vereinten Nationen ist nicht ausreichend&#8220; und werde dem Gewicht und der Bedeutung Deutschlands nicht gerecht. &#8222;F\u00fcr die Zukunft muss klar sein: Deutschland will seinen Platz auch am Tisch der Vereinten Nationen haben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"mb-4 text-lg md:leading-8 break-words\">Schon l\u00e4nger ist klar, dass sich die neue Bundesregierung aus Konservativen und Sozialdemokraten um einen der nicht-st\u00e4ndigen Sitze im einflussreichen Sicherheitsrat der UN bewerben will, und damit einer Initiative der Vorg\u00e4ngerregierung folgt. Da passen die vielen neuen UN-Mitarbeiter am Rhein gut ins Bild.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf den ersten Blick ist es nur eine administrative Entscheidung innerhalb des komplexen Geflechts der UN-Organisationen. 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