{"id":733625,"date":"2026-01-20T19:10:13","date_gmt":"2026-01-20T19:10:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/733625\/"},"modified":"2026-01-20T19:10:13","modified_gmt":"2026-01-20T19:10:13","slug":"stuttgarter-traditionslokal-leiser-abschied-vom-vetter-nach-mehr-als-drei-jahrzehnten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/733625\/","title":{"rendered":"Stuttgarter Traditionslokal: Leiser Abschied vom Vetter \u2013 nach mehr als drei Jahrzehnten"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Stuttgarter Traditionslokal: Leiser Abschied vom Vetter \u2013 nach mehr als drei Jahrzehnten\" title=\"Stuttgarter Traditionslokal: Leiser Abschied vom Vetter \u2013 nach mehr als drei Jahrzehnten\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.1e2288ee-906c-451e-9dcd-629bed10a083.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tDas Vetter hat mit Pablo Fernandez einen neuen Wirt, ein Markenzeichen der alten Betreiber war die von Hand geschriebene Speisekarte.\u00a0Foto: Michael Weier\/Kathrin Haasis\t\t\t<\/p>\n<p>Claudia Kiebele und Georg Bayer haben ihr Restaurant im Heusteigviertel abgegeben. Zwar gibt es l\u00e4ngst keinen Vetter mehr, aber der Name \u00fcberdauert die Betreiber.<\/p>\n<p>Nicht einmal leise haben sie Servus gesagt: Sang- und klanglos beendeten Claudia Kiebele und Georg Bayer am 23.\u2009Dezember ihre \u00c4ra im Restaurant Das Vetter, bekannter unter Weinstube Vetter. Dabei pr\u00e4gten die beiden mit ihrem Stil und ihrer K\u00fcche \u00fcber mehr als drei Jahrzehnte hinweg die lokale Gastronomie. Wenn Journalisten in die Stadt kamen, wurden sie von der Marketinggesellschaft meistens zu ihnen geschickt. Noch im September lobte ein Vertreter der \u201eNeuen Z\u00fcrcher Zeitung\u201c, dass das Lokal \u201ebeispielhaft f\u00fcr eine in der Tradition verhaftete, aber auch neugierige K\u00fcche der Stuttgarter\u201c stehe. Seit 2012 war es durchgehend <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.gourmetlokale-in-der-region-stuttgart-23-adressen-fuer-ganz-normale-geniesser-page1.f0c08818-d308-4edf-9721-83ae63d2e4dd.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">mit einem Bib Gourmand f\u00fcr \u201ebestes Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis\u201c vom Guide Michelin<\/a> ausgezeichnet gewesen. Ohne Reservierung war im Vetter praktisch kein Tisch zu bekommen. Aber es gibt einen Grund f\u00fcr den lautlosen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Abschied\" title=\"Abschied\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Abschied<\/a> \u2013 und der hei\u00dft Vetter. Das Restaurant hat n\u00e4mlich seit 17. Januar wieder ge\u00f6ffnet und der neue Wirt will \u201ealles beim Alten\u201c belassen. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.af7ea337-8306-4af7-bb74-a5b28f47301b.original1024.media.jpeg\"\/>     Sie war die Gastgeberin, Georg Bayer immer in der K\u00fcche der Koch.    Foto: Lichtgut    <\/p>\n<p>Ein paar Zeichen hatten auf ein nahendes Ende hingedeutet: Im Juli tauchte das Lokal am Mozartplatz als \u201echarmantes Restaurant im Herzen des Heusteigviertels\u201c auf der Plattform Immoscout zur Vermietung auf, im September wunderte sich ein Stammkunde auf Trip Advisor \u00fcber die Abwesenheit der Chefin und dass das Personal nicht wusste, \u201eob es \u00fcber 2025 hinaus weiter geht\u201c. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/nhalt.stuttgarter-gastronomie-im-lockdown-wirtin-im-frustmodus-wir-arbeiten-fuer-die-eigene-seele.c9594e9f-aafb-4643-8029-3e3c3b21ce1a.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Claudia Kiebele <\/a>musste sich aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden fr\u00fcher aus dem Gesch\u00e4ft zur\u00fcckziehen, Georg Bayer machte mit seinem Sous-Chef Sascha Teschner weiter, der seit mehr als zwei Jahrzehnten in der K\u00fcche vom Vetter steht. Die handgeschriebene Speisekarte war bis zuletzt ein Markenzeichen des Lokals, die je nach dem Ergebnis des Einkaufs verfasst wurde. Badische Sch\u00e4ufele mit Kartoffel-Gurken-Salat und Meerrettich, Kalbszunge mit Schnittlauchso\u00dfe oder Zanderfilet in Butter gebraten standen diesen Herbst darauf. <\/p>\n<p>Auf immer Weinstube Vetter, obwohl l\u00e4ngst ein Restaurant <\/p>\n<p>Trotz der gehobenen K\u00fcche blieb das Vetter im Volksmund aber stets eine Weinstube wie seit vermutlich 1894, als das Haus in der Bopserstra\u00dfe fertig gestellt wurde. Rustikal soll sie gewesen sein, mit Butzenfenstern und \u201eSzenen aus weinseligen Zeiten\u201c an den W\u00e4nden schrieb ein Autor dieser Zeitung 1992 zur \u00dcbernahme durch Claudia Kiebele und Georg Bayer. Das \u201ezarte Kalbsz\u00fcngle in Schnittlauchsauce mit Reis und Gem\u00fcse\u201c \u00fcberzeugte seine \u201eGeschmacksnerven\u201c schon damals. Mangels Lagerraum m\u00fcsse sie alle Zutaten t\u00e4glich frisch einkaufen, verriet ihm Claudia Kiebele auf die Frage, warum \u201eeigentlich alles lecker\u201c sei. <\/p>\n<p>Damals verirrten sich allerdings noch wenige G\u00e4ste ins Vetter: \u201eDer Anfang war hart\u201c, erz\u00e4hlte sie 20 Jahre sp\u00e4ter f\u00fcr einen Artikel \u00fcber den Mozartplatz. Die Ecke war eine Durchfahrtsstra\u00dfe f\u00fcr den Freiersuchverkehr, der Rotlichtbezirk reichte bis ins Heusteigviertel. Ihren Erfolg erkl\u00e4rten die Kompagnons 27 Jahre sp\u00e4ter mit ihren jeweiligen Qualit\u00e4ten. \u201eGeorg ist sehr innovativ\u201c, befand Claudia Kiebele in einem Sonderheft vom Stadtmagazin \u201eLift\u201c, \u201eer l\u00e4sst sich immer etwas Neues einfallen.\u201c Die acht Quadratmeter gro\u00dfe K\u00fcche war sein Reich, das er sich mit Sous-Chef Sascha Teschner teilte. \u201eOhne ihn geht nichts\u201c, betonten beide seine wichtige Rolle. Zwar sei die Salatso\u00dfe immer die gleiche geblieben, sagte Claudia Kiebele damals, ansonsten \u201egab es bei uns nie Stillstand\u201c. Sie nahm die Reservierungen entgegen. begr\u00fc\u00dfte die G\u00e4ste, war f\u00fcr den Service und die Hintergrundarbeit verantwortlich. \u201eClaudia ist die Seele des Betriebs\u201c, sagte Georg Bayer 2019, sie sei \u201emultifunktional\u201c. <\/p>\n<p>Traditionsbewusste Hauseigent\u00fcmer, die bei Vetter bleiben wollen <\/p>\n<p>Viele Anfragen gingen bei Carsten Scharlemann ein, als er das Lokal zur Vermietung inserierte. Der Verp\u00e4chter suchte dennoch lange nach einem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Nachfolger\" title=\"Nachfolger\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nachfolger<\/a>. \u201eIch wollte es beibehalten und nicht etwas anderes daraus machen\u201c, sagt er \u00fcber das Vetter. Dass die Weinstube diesen Namen tr\u00e4gt, geht auf das Traditionsbewusstsein seiner Familie und die Anf\u00e4nge der Weinstube zur\u00fcck, weil dort einst Tropfen von einem Weingut Vetter ausgeschenkt wurden. \u00dcber die Urspr\u00fcnge ist ihm zwar nicht viel mehr bekannt, sein Vater erwarb das Geb\u00e4ude erst in den 1970er Jahren. Dennoch hielten die Scharlemanns immer an dem Namen fest. \u201eVielleicht bin ich altmodisch\u201c, erkl\u00e4rt Carsten Scharlemann, \u201eaber beim Stammpublikum hat er sicher einen hohen Wiedererkennungswert.\u201c Denn Claudia Kiebele und Georg Bayer h\u00e4tten ihre Aufgabe hervorragend gemeistert. Nun freue er sich auf die n\u00e4chsten 30 Jahre mit ihrem Nachfolger, erl\u00e4utert der Eigent\u00fcmer sein Konzept f\u00fcr das Restaurant. <\/p>\n<p> Tats\u00e4chlich m\u00fcssen sich die G\u00e4ste kaum umstellen: \u201eIch mache eins zu eins weiter\u201c, verspricht der neue Wirt und schickt zur Betonung hinterher, dass \u201ewirklich alles beim Alten\u201c bleibe. Pablo Fernandez betreibt in Waiblingen das Restaurant Untere Apotheke \u2013 und hat sich daf\u00fcr vom Vetter einiges abgeschaut. Zwischen den Speisekarten sieht er Parallelen, den Testern des Guide Michelin hat es bei dem 39-J\u00e4hrigen ebenfalls geschmeckt. F\u00fcr Kontinuit\u00e4t sorgt au\u00dferdem Sascha Teschner, der seine Position in der kleinen K\u00fcche beh\u00e4lt. F\u00fcr Georg Bayer kommt Dennis Sudholt, der bisher bei Feinkost B\u00f6hm unter Russell Pirrit, dem fr\u00fcheren Sternekoch vom Restaurant 5, gearbeitet hat. \u201eDas Vetter ist eine Institution\u201c, wei\u00df Pablo Fernandez um die Erwartungen, die mit dem Namen des Lokals verbunden sind. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Vetter hat mit Pablo Fernandez einen neuen Wirt, ein Markenzeichen der alten Betreiber war die von Hand&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":733626,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[7576,1634,3364,29,3593,101690,30,3773,1441,42376,96222],"class_list":["post-733625","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-abschied","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-deutschland","tag-gastro","tag-gastro-stuttgart","tag-germany","tag-nachfolger","tag-stuttgart","tag-vetter","tag-weinstube"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115929011114150450","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/733625","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=733625"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/733625\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/733626"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=733625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=733625"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=733625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}