{"id":733727,"date":"2026-01-20T20:07:11","date_gmt":"2026-01-20T20:07:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/733727\/"},"modified":"2026-01-20T20:07:11","modified_gmt":"2026-01-20T20:07:11","slug":"digitale-souveraenitaet-eu-blaest-zum-halali-auf-hochrisiko-anbieter-wie-huawei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/733727\/","title":{"rendered":"Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t: EU bl\u00e4st zum Halali auf \u201eHochrisiko-Anbieter\u201c wie Huawei"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>               Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t: EU bl\u00e4st zum Halali auf \u201eHochrisiko-Anbieter\u201c wie Huawei<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>In Stra\u00dfburg hat die EU-Kommission Dienstag eine Z\u00e4sur f\u00fcr den europ\u00e4ischen IT-Markt eingeleitet. Ihr Entwurf f\u00fcr den Cybersecurity Act 2 sucht L\u00f6sungen f\u00fcr eine \u00c4ra, in der digitale Infrastrukturen zum Schauplatz geopolitischer Machtk\u00e4mpfe geworden sind. Die Kommission verl\u00e4sst damit den Pfad unverbindlicher Empfehlungen und will eine Rechtsgrundlage schaffen, um Anbieter mit kritischem Risikoprofil wie Huawei oder ZTE aus China konsequent aus europ\u00e4ischer Infrastruktur verdr\u00e4ngen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>\u201eFestung Europa\u201c<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_26_105\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Sto\u00dfrichtung des Gesetzespakets<\/a> ist unmissverst\u00e4ndlich: Die EU will ihre Abh\u00e4ngigkeit von Drittstaaten-Ausr\u00fcstern beenden, die im Ernstfall als verl\u00e4ngerter Arm ausl\u00e4ndischer Regierungen fungieren k\u00f6nnten. Was bisher vor allem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/5G-Sicherheit-EU-Kommission-sieht-noch-Handlungsbedarf-4852378.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr 5G-Netze im Rahmen einer \u201eToolbox\u201c galt<\/a>, soll nun <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Bericht-EU-will-ZTE-und-Huawei-bei-Netzwerken-und-Solar-verbannen-11145232.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">auf insgesamt 18 kritische Sektoren ausgedehnt werden<\/a>. Die Kommission macht deutlich: Es geht nicht mehr nur darum, ob ein Router eine Hintert\u00fcr hat. Vielmehr gelte es zu beachten, wer so ein Ger\u00e4t gebaut hat und welchen Gesetzen dieser Hersteller in seiner Heimat unterliegt. Ziel ist eine \u201eFestung Europa\u201c im digitalen Raum.<\/p>\n<p>\u201eSicherheit ist kein optionales Extra, sondern das Fundament unserer digitalen Souver\u00e4nit\u00e4t und die Voraussetzung f\u00fcr eine krisenfeste Wettbewerbsf\u00e4higkeit in einer instabilen Welt\u201c, sagte Henna Virkkunen, die f\u00fcr Technik-Souver\u00e4nit\u00e4t zust\u00e4ndige Kommissionsvizepr\u00e4sidentin, am Dienstag. IT-Sicherheit m\u00fcsse von der reinen IT-Aufgabe zum zentralen Element der nationalen Sicherheitspolitik aufgewertet werden.<\/p>\n<p>Wie erwartet, enth\u00e4lt der Entwurf keine Liste von Staaten oder Unternehmen, von denen nach Ansicht der Kommission erh\u00f6htes Risiko ausgeht. Diese EInsch\u00e4tzung kann sich ja rahsc \u00e4ndern. Die EU-Staaten sollen vielmehr gemeinsam Risiken in Lieferketten erkennen und minimieren. Dabei sollen sie explizit wirtschaftliche Auswirkungen ber\u00fccksichtigen, um Versorgungsengp\u00e4sse bei Komponenten wie Chips zu verhindern.<\/p>\n<p>Beschleunigte Zertifizierung als Wettbewerbsvorteil<\/p>\n<p>Um den Ausschluss problematischer Anbieter wirtschaftlich abzufedern, setzt die Kommission auf einen Ausbau von Zertifizierung. Der neue Europ\u00e4ische Rahmen f\u00fcr die Cybersicherheitszertifizierung (ECCF) soll sicherstellen, dass Produkte nach dem Prinzip \u201eSecurity by Design\u201c entwickelt werden. Und das mit Tempo: Neue Zertifizierungsschemata sollen k\u00fcnftig standardm\u00e4\u00dfig innerhalb von nur zw\u00f6lf Monaten entwickelt werden. Bisher hinkte die Regulierung der technischen Entwicklung oft hinterher. F\u00fcr Firmen in der EU soll das zum Wettbewerbsvorteil werden: Wer zertifiziert ist, weist nach, dass er die strengen EU-Sicherheitsvorgaben erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Im Fokus stehen dabei kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die oft unter der Last der B\u00fcrokratie st\u00f6hnen. Hier greift die Kommission korrigierend ein: Rund 28.700 Unternehmen sollen durch Vereinfachungen entlastet werden. Eine neue Kategorie f\u00fcr \u201eMidcap-Unternehmen\u201c soll die Compliance-Kosten f\u00fcr zehntausende Firmen senken, ohne dass dabei Abstriche bei der Sicherheit gemacht werden. Erg\u00e4nzt wird dies durch einen zentralen Meldeweg f\u00fcr Sicherheitsvorf\u00e4lle (Single Entry Point), der die Reaktionsgeschwindigkeit bei Ransomware-Attacken massiv erh\u00f6hen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Enisa als Knotenpunkt der Verteidigung<\/p>\n<p>Ein zentraler Pfeiler der neuen Sicherheitsarchitektur ist die EU-Cybersicherheitsagentur Enisa. Ihr Mandat wird nicht nur verstetigt, sondern ausgebaut. Die Agentur r\u00fcckt ins Zentrum der europ\u00e4ischen Verteidigungslinie: Sie soll Fr\u00fchwarnsysteme betreiben, die Zusammenarbeit mit Europol koordinieren und Unternehmen aktiv dabei unterst\u00fctzen, sich nach Angriffen wieder aufzurappeln. Mit einer neuen, bei der Enisa angesiedelten Akademie f\u00fcr Cybersicherheitskompetenzen und EU-weiten Zertifikaten f\u00fcr IT-Sicherheitspersonal will die Kommission die personelle Basis f\u00fcr den Betrieb sicherer Netze schaffen.<\/p>\n<p>Mit dem Aufschlag beginnt das Gesetzgebungsverfahren im Parlament und im Rat der EU. Stimmen diese zu, tritt die Verordnung unmittelbar in Kraft. F\u00fcr die nationalen Regierungen bedeutet das Paket auch, dass sie innerhalb eines Jahres flankierende \u00c4nderungen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/NIS2-Umsetzung-Rechnungshof-geht-mit-Regierung-beim-Kritis-Schutz-zu-Gericht-10666605.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der NIS2-Richtlinie<\/a> umsetzen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Gr\u00f6\u00dfen wie Huawei, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/5G-Netze-Bund-und-Netzbetreiber-einigen-sich-auf-Ausschluss-von-Huawei-9798672.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dessen Mobilfunktechnik in Deutschland schon schrittweise zur\u00fcckgebaut wird<\/a>, tickt damit die Uhr: Die Zeit, in der sie trotz Sicherheitsbedenken tragende Rollen bei europ\u00e4ischer Infrastruktur spielen konnten, neigt sich dem Ende zu. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich bereits klar positioniert, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Bundeskanzler-Merz-Werden-keine-Komponenten-aus-China-im-6G-Netz-zulassen-11079939.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">keine Komponenten von chinesischen Herstellern in deutschen 6G-Netzen<\/a> zulassen zu wollen.<\/p>\n<p>Doch reicht das Vorhaben der EU weit \u00fcber den Mobilfunk hinaus: Auch in anderen kritischen Bereichen wie bei der Bahn, dem Energiesektor oder in st\u00e4dtischen Netzen ist seit Jahren Technik chinesischer Hersteller im Einsatz. Und Huawei ist Weltmarktf\u00fchrer bei Wechselrichtern f\u00fcr Solaranlagen.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:vbr@heise.de\" title=\"Volker Briegleb\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vbr<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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