{"id":734658,"date":"2026-01-21T04:48:30","date_gmt":"2026-01-21T04:48:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/734658\/"},"modified":"2026-01-21T04:48:30","modified_gmt":"2026-01-21T04:48:30","slug":"boyens-medien-wie-ist-der-anstieg-der-arbeitslosenquote-zu-bewerten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/734658\/","title":{"rendered":"Boyens Medien &#8211; Wie ist der Anstieg der Arbeitslosenquote zu bewerten?"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg (dpa\/lno) &#8211;  Die Arbeitslosenquote in Hamburg ist in den vergangenen drei Jahren bundesweit am zweitst\u00e4rksten gestiegen. Die Quote nahm seit Dezember 2022 um 1,3 Prozentpunkte zu. Sie lag zum vergangenen Dezember bei 8,2 Prozent, wie aus der Statistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit hervorgeht.\u00a0<\/p>\n<p>Wie ist die Entwicklung zu bewerten? Der langj\u00e4hrige Leiter der Hamburger Agentur f\u00fcr Arbeit, S\u00f6nke Fock, ordnet sie ein.\u00a0<\/p>\n<p>Warum ist Arbeitslosenquote in Hamburg deutlich gestiegen?<\/p>\n<p>Fock verweist auf die langanhaltende Konjunkturschw\u00e4che Deutschlands &#8211; vor allem die Schw\u00e4che der Industrie. Wenn die Industrie krisele, treffe das nicht allein Bundesl\u00e4nder wie Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg, sondern auch Hamburg. \u00abDer Hamburger Hafen ist schlie\u00dflich das gr\u00f6\u00dfte innerst\u00e4dtische Industriegebiet Deutschlands\u00bb, sagt Fock.\u00a0<\/p>\n<p>In anderen Bereichen der Hamburger Wirtschaft f\u00fchre die von der KI getriebene digitale Transformation dazu, dass sich Arbeitsabl\u00e4ufe ver\u00e4nderten, berichtet er. In einigen Feldern w\u00fcrden T\u00e4tigkeiten wegfallen. \u00abSo haben es Berufsanf\u00e4nger in der Informations- und Kommunikationstechnologie derzeit besonders schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fu\u00df zu fassen.\u00bb<\/p>\n<p>Gibt es au\u00dfer Konjunkturschw\u00e4che und KI weitere Ursachen?<\/p>\n<p>Fock weist au\u00dferdem auf das anhaltende Bev\u00f6lkerungswachstum Hamburgs hin, zu dem auch Fl\u00fcchtlinge und Migranten beitragen. Die hohe Attraktivit\u00e4t der Stadt versch\u00e4rfe den Wettbewerb um Arbeitspl\u00e4tze. \u00abLangj\u00e4hrige Hamburger, Pendler aus dem Umland und Zugezogene konkurrieren um Stellen.\u00bb<\/p>\n<p>Letztlich gebe es einen zunehmenden Anteil an ungelernten Arbeitslosen, der mittlerweile bei 55,9 Prozent liege, berichtet er. Das seien beispielsweise Fl\u00fcchtlinge, die w\u00e4hrend der Corona-Pandemie ihre Arbeit verloren h\u00e4tten, sowie etwa Deutsche, die die Schule vorzeitig verlie\u00dfen. Firmen suchten \u00fcberwiegend Fachkr\u00e4fte &#8211; nicht Ungelernte. \u00abMismatch\u00bb, nennt er das.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abQualifizierte Pendler und Zuwanderer haben nach wie vor gute Chancen am Arbeitsmarkt in Hamburg\u00bb, sagt er. Anders sei die Situation der Arbeitslosen ohne Deutschkenntnisse und Berufsqualifikation.<\/p>\n<p>Welche Arbeitnehmer sind entlassen worden?<\/p>\n<p>Entlassungen haben im Betrachtungszeitraum am h\u00e4ufigsten Leiharbeiter getroffen. Also Menschen, die f\u00fcr Personalvermittler arbeiteten. \u00abIn Wachstumsphasen federn Unternehmen Auftragsspitzen \u00fcber Personaldienstleister ab\u00bb, sagt Fock. \u00abIn schwachen Zeiten werden diese Arbeitnehmer zuerst entlassen.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Nach j\u00fcngeren Zahlen betraf der Stellenabbau abgesehen von den Leiharbeitern den Bereich Information und Kommunikation, in dem etwa Informatiker und Mediengestalter arbeiten, und die Industrie. Einen gr\u00f6\u00dferen Personalaufbau gab es dagegen im Handel, Gesundheits- und Sozialwesen.<\/p>\n<p>Wie steht es um den Hamburger Arbeitsmarkt insgesamt?<\/p>\n<p>Fock sagt: \u00abDer Hamburger Arbeitsmarkt ist trotz Konjunkturschw\u00e4che und Transformation in der Wirtschaft aufnahmef\u00e4hig und dynamisch.\u00bb Mit ann\u00e4hernd 1,1 Millionen Arbeitnehmern wurde im Oktober 2025 ein H\u00f6chstwert erreicht. Um die Qualit\u00e4t eines Arbeitsmarkts zu beurteilen, m\u00fcsse auf Ab- und Zug\u00e4nge geschaut werden. Gut sei, wenn es Bewegung gebe.\u00a0<\/p>\n<p>Wie f\u00e4ngt die Hamburger Agentur die zus\u00e4tzliche Arbeit auf?<\/p>\n<p>Wenn es mehr Arbeitssuchende gibt, bedeutet das f\u00fcr die Arbeitsagentur, dass mehr Antr\u00e4ge abgearbeitet werden m\u00fcssen. Eine nennenswerte Zahl an Neueinstellungen habe es in der Beh\u00f6rde in den vergangenen Jahren dennoch nicht gegeben, berichtet Fock. Das sei nicht finanzierbar, weil der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung nicht erh\u00f6ht werden solle.\u00a0<\/p>\n<p>Die Arbeitsagentur setzt auf Automatisierung, um die zus\u00e4tzliche Arbeitslast zu bew\u00e4ltigen. \u00dcber die Website der Agentur k\u00f6nnen Kunden etwa das Arbeitslosengeld digital beantragen, was auch die Beh\u00f6rde entlastet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg (dpa\/lno) &#8211; Die Arbeitslosenquote in Hamburg ist in den vergangenen drei Jahren bundesweit am zweitst\u00e4rksten gestiegen. Die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":734659,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[5401,620,7443,29,84593,30,692,924],"class_list":{"0":"post-734658","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-arbeitslosigkeit","9":"tag-arbeitsmarkt","10":"tag-behoerden","11":"tag-deutschland","12":"tag-fragen-antworten","13":"tag-germany","14":"tag-hamburg","15":"tag-statistik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115931283735528835","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/734658","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=734658"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/734658\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/734659"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=734658"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=734658"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=734658"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}