{"id":736501,"date":"2026-01-21T21:42:12","date_gmt":"2026-01-21T21:42:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/736501\/"},"modified":"2026-01-21T21:42:12","modified_gmt":"2026-01-21T21:42:12","slug":"die-rede-von-trump-in-davos-im-faktencheck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/736501\/","title":{"rendered":"Die Rede von Trump in Davos im Faktencheck"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/topthema-tagesschau-davos-100.jpg\" alt=\"Donald Trump\" title=\"Donald Trump | Reuters\/Denis Balibouse\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>faktenfinder<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 21.01.2026 22:02 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Trump gut eine Stunde lang geredet. Dabei stellte er viele Falschbehauptungen auf, allen voran \u00fcber Gr\u00f6nland und die NATO. Auch einige \u00e4ltere Falschaussagen w\u00e4rmte er wieder auf.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In seiner Rede in Davos hat US-Pr\u00e4sident Donald Trump gleich mehrere Falschbehauptungen aufgestellt. Einige der Relevantesten davon betrafen die aktuelle Diskussion um Gr\u00f6nland, die Energiepolitik Deutschlands und Chinas sowie die NATO.<\/p>\n<p>    Gr\u00f6nland geh\u00f6rte nicht zu den USA<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">An mehreren Stellen bezog sich Trump auf die Pr\u00e4senz des US-Milit\u00e4rs in Gr\u00f6nland im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg. So sagte er beispielsweise: &#8222;Wir haben f\u00fcr D\u00e4nemark gek\u00e4mpft. Wir haben f\u00fcr niemanden sonst gek\u00e4mpft. Wir haben gek\u00e4mpft, um es zu retten. (&#8230;) Alles, was die Vereinigten Staaten verlangen, ist ein Ort namens Gr\u00f6nland, den wir bereits als Treuh\u00e4nder hatten, aber vor nicht allzu langer Zeit, nachdem wir die Deutschen, Japaner, Italiener und andere im Zweiten Weltkrieg besiegt hatten, respektvoll an D\u00e4nemark zur\u00fcckgegeben haben. Wir haben es ihnen zur\u00fcckgegeben.&#8220; Diese Aussage ist irref\u00fchrend.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die USA <a href=\"https:\/\/govinfo.gov\/content\/pkg\/STATUTE-55\/pdf\/STATUTE-55-Pg1245.pdf\" title=\"Gov Info\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">verteidigten Gr\u00f6nland<\/a> w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs, aber sie besa\u00dfen das Land nie und konnten es daher auch nicht zur\u00fcckgeben. Die Vereinigten Staaten k\u00e4mpften weder als unabh\u00e4ngige Milit\u00e4rmacht f\u00fcr D\u00e4nemark noch &#8222;retteten&#8220; sie es im Sinne einer Befreiung von der deutschen Besatzung. D\u00e4nemark wurde im April 1940 von Nazi-Deutschland besetzt, wodurch Gr\u00f6nland vom d\u00e4nischen Staat abgeschnitten wurde. <a href=\"https:\/\/www.nato.int\/content\/dam\/nato\/webready\/documents\/finance\/def-exp-2025-en.pdf\" title=\"NATO\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Um zu verhindern<\/a>, dass Deutschland Zugang zu Gr\u00f6nlands strategisch g\u00fcnstiger Lage und seinen wertvollen Kryolithminen (die f\u00fcr die Aluminiumproduktion f\u00fcr Flugzeuge genutzt werden) erhielt, schalteten sich die Vereinigten Staaten ein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Zustimmung des d\u00e4nischen Botschafters in Washington &#8211; <a href=\"https:\/\/www.govinfo.gov\/content\/pkg\/STATUTE-55\/pdf\/STATUTE-55-Pg1245.pdf\" title=\"Gov Info\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">der unabh\u00e4ngig handelte, da D\u00e4nemark besetzt war<\/a> &#8211; erkl\u00e4rten sich die USA bereit, Gr\u00f6nland zu verteidigen. Die US-amerikanischen Streitkr\u00e4fte errichteten Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte, Wetterstationen und Flugpl\u00e4tze und sch\u00fctzten die Insel so wirksam vor der deutschen Kontrolle, ohne ihre rechtliche Souver\u00e4nit\u00e4t zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Obwohl es zu <a href=\"https:\/\/www.military.com\/feature\/2025\/10\/13\/when-us-troops-fought-nazis-arctic-forgotten-battle-greenland.html\" title=\"Military.com\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">vereinzelten Zusammenst\u00f6\u00dfen<\/a> zwischen der deutschen Armee und d\u00e4nisch gef\u00fchrten Inselpatrouillen kam, wurde Gr\u00f6nland nie von Nazi-Deutschland besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Gr\u00f6nland Teil des K\u00f6nigreichs D\u00e4nemark, obwohl das milit\u00e4rische Engagement der USA w\u00e4hrend des Kalten Krieges fortgesetzt wurde, <a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/topic\/Pituffik-Space-Base\" title=\"Britannica\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">insbesondere mit dem Bau der Thule Air Base<\/a>. Es handelte sich jedoch nicht um eine \u00dcbertragung des Eigentums.<\/p>\n<p>    USA sind verpflichtet, Gr\u00f6nland zu verteidigen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch sagte Trump, &#8222;alles, was wir verlangen, ist, Gr\u00f6nland zu bekommen, einschlie\u00dflich der Eigentumsrechte, denn man braucht das Eigentumsrecht, um es verteidigen zu k\u00f6nnen&#8220;. Mit einem Pachtvertrag k\u00f6nne man es nicht verteidigen, das sei rechtlich gesehen nicht vertretbar &#8211; &#8222;\u00fcberhaupt nicht&#8220;. Diese Aussage ist irref\u00fchrend.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die USA sind verpflichtet, Gr\u00f6nland zu verteidigen. <a href=\"https:\/\/avalon.law.yale.edu\/20th_century\/den001.asp\" title=\"Defense Arrangement\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Die Verteidigungsvereinbarungen<\/a> beruhen auf Abkommen zwischen D\u00e4nemark und den Vereinigten Staaten sowie den Verpflichtungen innerhalb der NATO. <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/news\/en\/press-room\/20260113IPR32390\/ep-group-leaders-unequivocally-support-greenland-and-denmark\" title=\"Gr\u00f6nland geh\u00f6rt zu D\u00e4nemark\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Gr\u00f6nland ist Teil des K\u00f6nigreichs D\u00e4nemark<\/a> und f\u00e4llt unter die kollektive Beistandsverpflichtung der NATO gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/gemeinsam-entscheiden-artikel-4-und-5-des-nato-vertrages-5572746\" title=\"NATO Artikel 5\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Artikel 5<\/a>, der besagt, dass ein Angriff auf einen Verb\u00fcndeten als Angriff auf alle Verb\u00fcndeten gilt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dar\u00fcber hinaus unterhalten die USA Verteidigungsvereinbarungen in Gr\u00f6nland auf Grundlage eines bilateralen Abkommens mit D\u00e4nemark. Dieses erlaubt es US-amerikanischen Streitkr\u00e4ften, dort zu operieren, ohne dass damit eine \u00dcbertragung von Souver\u00e4nit\u00e4t verbunden ist. Grunds\u00e4tzlich ist der Besitz eines Territoriums rechtlich nicht erforderlich, um dessen Verteidigung zu \u00fcbernehmen, sofern die Regierung des betreffenden Gebiets einer milit\u00e4rischen Zusammenarbeit zustimmt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Viele Staaten, darunter auch die USA, schlie\u00dfen Pacht- oder St\u00fctzpunktabkommen mit anderen L\u00e4ndern, die milit\u00e4rische Pr\u00e4senz erm\u00f6glichen, ohne Hoheitsrechte zu \u00fcbertragen. Laut einem <a href=\"https:\/\/sgp.fas.org\/crs\/natsec\/R48123.pdf\" title=\"Bericht\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Bericht des Congressional Research Service<\/a> aus dem Jahr 2024 verwaltet oder nutzt das US-Verteidigungsministerium mehr als <a href=\"https:\/\/www.congress.gov\/crs-product\/R48123\" title=\"US Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">128 Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte in mindestens 51 L\u00e4ndern<\/a>. Eine Studie des Quincy Institute for Responsible Statecraft aus dem Jahr 2021 geht sogar von bis zu <a href=\"https:\/\/quincyinst.org\/research\/drawdown-improving-u-s-and-global-security-through-military-base-closures-abroad\/\" title=\"US Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">750 milit\u00e4rischen Einrichtungen in rund 80 L\u00e4ndern und Gebieten<\/a> aus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Beispiel daf\u00fcr sind die Philippinen: Dort unterhielten die Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg auf Grundlage langfristiger Abkommen Milit\u00e4rbasen wie die <a href=\"https:\/\/history.state.gov\/historicaldocuments\/frus1955-57v22\/d411\" title=\"Clark Air Base\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Clark Air Base und den Marinest\u00fctzpunkt Subic Bay<\/a>. Diese Vereinbarungen erm\u00f6glichten es den USA, bedeutende Verteidigungsinfrastrukturen zu betreiben, ohne Eigentum am Territorium zu besitzen &#8211; und unter Wahrung der philippinischen Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p>    NATO-B\u00fcndnisfall nach Terroranschlag am 11. September<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcber die NATO lie\u00df sich Trump in seiner Rede gleich mehrfach aus. So behauptete der US-Pr\u00e4sident, die USA h\u00e4tten niemals etwas von der NATO bekommen, obwohl sie f\u00fcr die NATO bezahlt h\u00e4tten. Doch das ist falsch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn die Behauptung, die USA h\u00e4tten nicht von der NATO profitiert, unterschl\u00e4gt die Tatsache, dass nach den Anschl\u00e4gen vom 11. September 2001 viele NATO-Mitgliedsstaaten der USA im Kampf gegen den Terror milit\u00e4risch und finanziell zur Seite standen. Tats\u00e4chlich wurde der B\u00fcndnisfall, der im f\u00fcr den Nordatlantikvertrag zentralen Artikel f\u00fcnf, als Reaktion auf die Terroranschl\u00e4ge am darauffolgenden Tag, dem 12. September 2001, zum ersten und bisher einzigen Mal in der Geschichte der NATO ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mehrere NATO-Staaten beteiligten sich in der Folge an den internationalen Milit\u00e4r-Eins\u00e4tzen &#8222;International Security Assistance Force&#8220; (ISAF), &#8222;Operation Enduring Freedom&#8220; (OEF) und an der &#8222;Resolute Support Mission&#8220; in Afghanistan und am erweiterten Einsatz gegen die Taliban, an der sogenannten Operation Enduring Freedom, <a href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/afghanistan-debatte-politische-und-militaerische-lehren-ziehen-5225388\" title=\"BMVG\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">darunter auch Deutschland<\/a>. Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan dauerte rund 20 Jahre und kostete nach Angaben der Bundesregierung bis zum August 2021 rund 12,3 Milliarden Euro. Insgesamt 59 Bundeswehrsoldaten kamen in Afghanistan ums Leben.<\/p>\n<p>    R\u00fcstungsausgaben der NATO-Staaten seit Trump gestiegen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trumps Behauptung, er habe mehr f\u00fcr die NATO getan als jeder andere Pr\u00e4sident, l\u00e4sst sich nicht direkt in Zahlen belegen oder widerlegen. Klar ist aber, dass seine Drohungen und Andeutungen, das B\u00fcndnis zu verlassen oder im B\u00fcndnisfall nicht f\u00fcr andere NATO-Staaten einzustehen, dazu beigetragen haben, dass viele NATO-Mitgliedsstaaten ihre Ausgaben f\u00fcr das Milit\u00e4rb\u00fcndnis deutlich erh\u00f6ht haben. Bereits w\u00e4hrend Trumps erster Amtszeit stiegen <a href=\"https:\/\/www.nato.int\/content\/dam\/nato\/webready\/documents\/finance\/def-exp-2025-en.pdf\" title=\"NATO\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">die Verteidigungsausgaben der europ\u00e4ischen NATO-Staaten und Kanada<\/a> deutlich, um sechs Prozent im Jahr 2017 und um 18,6 Prozent im Jahr 2024.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Zahl der Staaten, die das urspr\u00fcnglich anvisierte Ziel von 2 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung investieren, stieg schon im Jahr 2024 von 10 auf 18 Staaten im Vergleich zum Vorjahr, und um weitere 13 Staaten im Jahr 2025, sodass mittlerweile alle 31 NATO-Mitgliedsstaaten das 2-Prozent-Ziel einhalten. Die USA sind zwar nach wie vor der gr\u00f6\u00dfte Geldgeber der NATO, aber die anderen Staaten des B\u00fcndnisses haben mittlerweile deutlich aufgeholt. Die Ausgaben der USA f\u00fcr die NATO im Jahr vor Trumps erster Amtszeit bei zwar sehr hohen 70 Prozent &#8211; 100 Prozent, wie von Trump behauptet, waren es aber nicht.<\/p>\n<p>    Strompreise in Deutschland deutlich weniger gestiegen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Blick auf die Energiepolitik in Deutschland sagte Trump, dass Deutschland heute 22 Prozent weniger Strom erzeuge als im Jahr 2017. Zudem sagte er, dass die Strompreise um 64 Prozent gestiegen seien. Schuld daran seien die Vorg\u00e4nger von Bundeskanzler Friedrich Merz, so Trump. Doch auch wenn Deutschland im Vergleich zu 2017 wirklich etwa 22 Prozent weniger Bruttostrom erzeugt, ist die Aussage zu den Strompreisen falsch, sofern sich Trump auf das Jahr 2017 bezieht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Jahr 2017 lag der durchschnittliche Strompreis f\u00fcr Haushalte <a href=\"https:\/\/www.bdew.de\/service\/daten-und-grafiken\/bdew-strompreisanalyse\/\" title=\"BDEW\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)<\/a> bei 30,4 Cent pro Kilowattstunde (ct\/kWh). Im Jahr 2025 lag er bei 39,3 ct\/kWh. Das entspricht einem Anstieg von etwa 29 Prozent &#8211; deutlich weniger als die 64 Prozent, die Trump genannt hat. Im Jahr 2026 ist der durchschnittliche Strompreis f\u00fcr Haushalte bislang gesunken &#8211; auf 37,2 ct\/kWh.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch mit Blick auf den durchschnittlichen Strompreis bei Neuabschl\u00fcssen f\u00fcr kleine bis mittlere Industriebetriebe sind Trumps Angaben nicht haltbar. Hier lag der Preis im Jahr 2017 bei 17,1 ct\/kWh. Im Jahr 2025 war der Wert mit 17,6 ct\/kWh nur marginal h\u00f6her. In diesem Jahr ist er bislang auf 16,0 ct\/kWh gesunken.<\/p>\n<p>    Falschaussage \u00fcber Chinas Windenergie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch \u00fcber Windenergie lie\u00df Trump sich in seiner Rede aus. Dabei behauptete er unter anderem, &#8222;dass ein Land umso mehr Geld verliert und umso schlechter es ihm geht, je mehr Windr\u00e4der es hat&#8220;. Weiter sagte er: &#8222;China stellt fast alle Windr\u00e4der her. Und doch habe ich in China keine Windparks gefunden.&#8220; China sei sehr klug, weil es Windr\u00e4der an dumme Leute verkaufen w\u00fcrde und selbst keine nutzen w\u00fcrde. Das ist falsch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In China wird in absoluten Zahlen so viel Windenergie erzeugt wie in keinem anderen Land der Welt. Nach <a href=\"https:\/\/ember-energy.org\/app\/uploads\/2025\/04\/Report-Global-Electricity-Review-2025.pdf\" title=\"Ember Energy\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Angaben des Thinktanks Ember Energy<\/a> belief sich Chinas Winderzeugung im Jahr 2024 auf 992 Terawattstunden (TWh), was etwa 40 Prozent der weltweiten Windenergieerzeugung ausmachte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach <a href=\"https:\/\/globalenergymonitor.org\/de\/press-release\/chinas-renewables-reach-new-heights-as-offshore-wind-takes-off\/\" title=\"Global Energy Monitor\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Angaben der Nichtregierungsorganisation Global Energy Monitor<\/a> baut China zudem &#8222;in Rekordtempo Solar- und Windenergie aus&#8220;. Demnach baut China derzeit 510 Gigawatt (GW) an Solar- und Windkraftkapazit\u00e4t im Versorgungsma\u00dfstab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Blick auf den Strommix liegt China momentan jedoch noch deutlich hinter anderen L\u00e4ndern, was den Anteil erneuerbarer Energien angeht. So betrug der Anteil von Windenergie am Strommix im ersten Halbjahr 2025 nach Angaben von Ember Energy insgesamt zw\u00f6lf Prozent. Insgesamt machten erneuerbare Energien etwa 23 Prozent des Stommixes in China aus, Kohle 56 Prozent. Zum Vergleich: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2025\/12\/PD25_436_43312.html\" title=\"Destatis\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">In Deutschland<\/a> machen erneuerbare Energien etwa 64 Prozent des Stromanteils aus, Windenergie alleine knapp 27 Prozent.<\/p>\n<p>    Inflationsrate in den USA nahezu unver\u00e4ndert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trump sagte, dass es nach dem ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit praktisch keine Inflation mehr gebe. Als er das Amt \u00fcbernommen habe, sei die Inflation &#8222;rasant hoch&#8220; gewesen. Die USA habe zuvor die gr\u00f6\u00dfte Inflation in der Geschichte seit 48 Jahren gehabt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Inflationsrate der USA liegt im Januar 2026 bei 2,7 Prozent, im Januar 2025 zu Trumps zweiten Amtsantritt lag sie bei 3,0 Prozent, wie <a href=\"https:\/\/www.bls.gov\/charts\/consumer-price-index\/consumer-price-index-by-category-line-chart.htm\" title=\"US BLS\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Zahlen des US Bureau of Labor Statistics<\/a> zeigen. Zum Vergleich: Im letzten Monat der Biden-Regierung lag sie bei 2,9 Prozent und befand sich seit Mitte 2023 zwischen 3,7 und 2,4 Prozent. Die aktuelle Inflationsrate liegt immer noch \u00fcber dem <a href=\"https:\/\/www.federalreserve.gov\/monetarypolicy\/files\/FOMC_LongerRunGoals.pdf\" title=\"Federal Reserve\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Zielwert der Federal Reserve<\/a> von zwei Prozent.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es stimmt, dass die j\u00e4hrliche Inflationsrate in den USA w\u00e4hrend der Biden-Regierung im Juni 2022 mit 9,1 Prozent einen 40-Jahres-H\u00f6chststand erreichte. Allerdings war dies mehr als zwei Jahre vor Trumps R\u00fcckkehr und die Inflation ist bereits vor Trumps Amtseinf\u00fchrung stark gesunken.<\/p>\n<p>    Nicht die gr\u00f6\u00dften Steuersenkungen in der US-amerikanischen Geschichte<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trump behauptete, dass er im Juli die gr\u00f6\u00dften Steuersenkungen in der US-amerikanischen Geschichte verabschiedet habe. Das ist jedoch nicht richtig. Trump bezieht sich auf das im Juli 2025 unterzeichnete Gesetzespaket, bekannt als <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/usa-trump-bill-steuerpaket-senat-100.html\" title=\"US-Senat verabschiedet mit knapper Mehrheit Trumps Steuerpaket\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">One Big Beautiful Bill Act (OBBB)<\/a>, das verschiedene Steuersenkungen und -\u00e4nderungen enth\u00e4lt und bestehende Steuers\u00e4tze verl\u00e4ngert. Diese sind zwar erheblich, aber nicht die gr\u00f6\u00dften Steuersenkungen der Geschichte der USA.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die US-amerikanische <a href=\"https:\/\/www.politifact.com\/factchecks\/2025\/aug\/22\/jd-vance\/big-beautiful-bill-biggest-tax-cut-history\/#sources\" title=\"PolitiFact\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Faktencheckseite PolitiFact<\/a> kommt in einer Analyse zu dem Ergebnis, dass es seit 1980 das drittgr\u00f6\u00dfte Steuersenkungsgesetz ist. An Platz eins stehen Reformen aus dem Jahr 1981 unter Ronald Reagan, gefolgt von Steuererleichterungen, die 2012 unter Barack Obama eingef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei dieser Rechnung werden Steuersenkungen hinzugez\u00e4hlt, die bereits 2017 eingef\u00fchrt wurden und in diesem Jahr verl\u00e4ngert wurden. Das bedeutet: Der tats\u00e4chliche Effekt auf die individuelle Steuerlast vieler US-Amerikaner ab dem Steuerjahr 2026 d\u00fcrfte vergleichsweise gering ausfallen, weil viele der niedrigen S\u00e4tze bereits durch die vorherigen Gesetze gelten. Die haupts\u00e4chlichen sp\u00fcrbaren \u00c4nderungen betreffen unter anderem geringf\u00fcgige Erh\u00f6hungen des Standard- und Kinderfreibetrags sowie neue Erleichterungen, etwa f\u00fcr Eink\u00fcnfte aus Trinkgeldern und \u00dcberstunden oder zus\u00e4tzliche Abz\u00fcge f\u00fcr \u00e4ltere Steuerzahler.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Betrachtet man nur die neuen Steuersenkungen des OBBB ohne die Verl\u00e4ngerung der 2017er Ma\u00dfnahmen, f\u00e4llt es sogar weiter zur\u00fcck und l\u00e4ge etwa gleichauf mit dem sechstgr\u00f6\u00dften Steuersenkungsgesetz seit 1980.<\/p>\n<p>    Wiederholung der &#8222;gestohlenen&#8220; Pr\u00e4sidentenwahl<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine weitere Falschbehauptung, die Trump seit Jahren regelm\u00e4\u00dfig verbreitet und die auch in der seiner Rede in Davos auftaucht, ist die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/trump-wahlbetrug-107.html\" title=\"Trump, Twitter und der angebliche Wahlbetrug\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der angeblich &#8222;gestohlenen&#8220; Pr\u00e4sidentenwahl 2020<\/a>. F\u00fcr diese Behauptung, die auch von weiteren Mitgliedern von Trumps Regierung immer wieder vorgebracht wird, gibt es auch f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter keine Beweise.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In seiner Rede wiederholt Trump au\u00dferdem seinen Anspruch, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/kontext\/russland-ukraine-usa-trump-friedensstifter-100.html\" title=\"Wie viel tr\u00e4gt US-Pr\u00e4sident Trump wirklich zum Weltfrieden bei? \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">seit Beginn seiner zweiten Amtszeit acht Kriege beendet zu haben<\/a>. Zwar hat Trump durchaus Einfluss auf verschiedene Kriege und Konflikte ausge\u00fcbt. Allerdings sind nicht alle Kriege, die das Wei\u00dfe Haus auf Nachfrage genannt hat, tats\u00e4chlich beigelegt. In einem anderen Fall f\u00fchrt das Wei\u00dfe Haus einen Konflikt auf, bei dem bisher zwar zu Spannungen zwischen Staaten, nicht aber zu kriegerischen Auseinandersetzungen gekommen ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hinweis: Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation der ARD Faktenchecker von ARD-faktenfinder und DW Fact check.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faktenfinder Stand: 21.01.2026 22:02 Uhr Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Trump gut eine Stunde lang geredet. 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