{"id":737209,"date":"2026-01-22T04:26:15","date_gmt":"2026-01-22T04:26:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/737209\/"},"modified":"2026-01-22T04:26:15","modified_gmt":"2026-01-22T04:26:15","slug":"make-europe-small-again-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/737209\/","title":{"rendered":"Make Europe Small Again \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Der Vorwurf der Weltfremdheit, der in sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit dem <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/europaparlament\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" europe=\"\" small=\"\" again=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europaparlament<\/a> gemacht wird, ist so alt wie das Hohe Haus Europas selbst. Immer wieder wurde die in Stra\u00dfburg beheimatete Institution f\u00fcr den Verve kritisiert, mit der sie sich in Randthemen verbei\u00dft, immer wieder wurden ihre Vertreter als Traumm\u00e4nnlein und -weiblein verspottet \u2013 und immer wieder r\u00fcckte \u201eDie Presse\u201c aus, um den Sachverhalt ins rechte Licht zu r\u00fccken und das <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/eu\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" europe=\"\" small=\"\" again=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a>-Parlament mit allen seinen Eigenheiten und Defiziten als unverzichtbaren Bestandteil der europ\u00e4ischen Realpolitik zu bewerten. <\/p>\n<p>So kann man sich t\u00e4uschen. Was das Plenum des Europaparlaments am Mittwoch abgeliefert hat, kann man unterschiedlich benennen \u2013 nur nicht als politisch oder real. Ganz im Gegenteil: Das Votum gegen das Freihandelsabkommen mit dem s\u00fcdamerikanischen Staatenblock <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/mercosur\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" europe=\"\" small=\"\" again=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mercosur<\/a> hat mit der au\u00dferhalb der Stra\u00dfburger Mauern gelebten Wirklichkeit so viel zu tun wie <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/picasso\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" europe=\"\" small=\"\" again=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pablo Picasso<\/a> mit Fotorealismus. Fand es doch just am selben Tag statt, an dem Donald Trump in Davos angeritten kam, um die Europ\u00e4er auf die Knie zu zwingen und ihnen die Zustimmung zur Annexion Gr\u00f6nlands durch die USA abzupressen. <\/p>\n<p>Es h\u00e4tte keinen besseren Tag gegeben, um dem MAGA-Mann, der seinen Job augenscheinlich so anlegt wie <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/charlie-chaplin\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" europe=\"\" small=\"\" again=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Charlie Chaplin<\/a> seine Hauptrolle im Film \u201eDer gro\u00dfe Diktator\u201c, endlich eine Grenze aufzuzeigen. Um zu demonstrieren, dass sich Europa in der Stunde der globalen Not seiner Verantwortung bewusst ist. Um einen Weg in ein postamerikanisches Zeitalter zu weisen und jenen die Hoffnung zu geben, die sich vor lauter Hiobsbotschaften vor der Zukunft f\u00fcrchten. Und was bekamen wir stattdessen an diesem denkw\u00fcrdigen Tag? Einen \u00d6VP-Abgeordneten Alexander Bernhuber, der \u201eunsere Bauern\u201c nicht f\u00fcr \u201efragw\u00fcrdige Handelsdeals wie mit den Mercosur-Staaten\u201c opfern wollte. <\/p>\n<p>Bravo. Jene 99.000 Tonnen Rindfleisch, die pro Jahr aus S\u00fcdamerika nach Europa zollfrei h\u00e4tten eingef\u00fchrt werden d\u00fcrfen, h\u00e4tten also unsere Bauern ruiniert. Jene zehn bis 25 Prozent Z\u00f6lle, die Trump auf europ\u00e4ische Ausfuhren in die USA verh\u00e4ngen will, wenn wir ihm nicht ein Filetst\u00fcck von D\u00e4nemark auf den Servierteller pr\u00e4sentieren, sind f\u00fcr den wackeren K\u00e4mpfer f\u00fcr \u201eunsere Bauern\u201c offenbar eine Petitesse. Machen die \u00f6sterreichischen Ausfuhren in die USA und die heimischen Beitr\u00e4ge zu anderen europ\u00e4ischen Exporten in die USA blo\u00df l\u00e4cherlich geringe drei Prozent der \u00f6sterreichischen Wertsch\u00f6pfung aus, w\u00e4hrend die gesamte \u00f6sterreichische Landwirtschaft f\u00fcr riesig gro\u00dfe 1,4 Prozent verantwortlich ist. Nicht der Rede wert, oder?<\/p>\n<p>Dass neben Bernhuber auch die \u00f6sterreichischen Gr\u00fcnen <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/lena-schilling\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" europe=\"\" small=\"\" again=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lena Schilling<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/thomas-waitz\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" europe=\"\" small=\"\" again=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Thomas Waitz<\/a> f\u00fcr den Verweis des Mercosur-Abkommens an den Europ\u00e4ischen Gerichtshof votiert haben, war einerseits erwartbar, ist andererseits ein w\u00fcrdiger Schlussstrich unter die gr\u00fcnen Bem\u00fchungen, sich als eine Partei zu positionieren, die den geopolitischen Ernst der Lage verstanden hat. Hat sie nicht. Man kann nicht, wie der deutsche Gr\u00fcne Rasmus Andresen es tat, zu Mittag gegen Mercosur stimmen und am Nachmittag einen europ\u00e4ischen Finanzboykott gegen die USA fordern. Und das Traurigste an dieser traurigen Episode? Andresen ist die Widerspr\u00fcchlichkeit seiner politischen Handlungen nicht einmal bewusst. <\/p>\n<p>H\u00e4tten sich neben Bernhuber, Waitz, Schilling und Andresen noch zwei weitere EU-Abgeordnete der Verantwortung gestellt, w\u00e4re die Abstimmung anders ausgegangen \u2013 und die gr\u00f6\u00dfte Freihandelszone der Welt h\u00e4tte den Schaden, den die USA unter Trump anrichten, zumindest ein St\u00fcck weit kompensieren k\u00f6nnen. Stattdessen bleiben wir gefangen im Land der Gartenzwerge, in dem die Wiesen saftig, die K\u00fche gl\u00fccklich, die Bauern satt sind \u2013 und alles B\u00f6se hinter sieben Bergen bleibt, w\u00e4hrend im Minimundus der Neinsager die Zeit stillsteht.<\/p>\n<p>Die Verz\u00f6gerung eines Abkommens, \u00fcber das 25 Jahre lang verhandelt und gefeilscht wurde, ist f\u00fcr die EU ein Armutszeugnis \u2013 selbst f\u00fcr den wahrscheinlichen Fall, dass der EuGH schlussendlich nichts auszusetzen hat. Sie gibt China, Russland und den USA die Gelegenheit, in der Zwischenzeit einen Keil zwischen Europa und S\u00fcdamerika zu treiben. Sie macht alle Bem\u00fchungen um strategische Autonomie l\u00e4cherlich. Und sie best\u00e4tigt Trump darin, noch mehr Druck auszu\u00fcben. <\/p>\n<p>Und das alles wegen 99.000 Tonnen Rindfleisch. <\/p>\n<p>E-Mails an: <strong>michael.laczynski@diepresse.<b class=\"email-obfuscated\">obfuscation<\/b>com<\/strong><\/p>\n<blockquote class=\"fm-quote flexmodule flexmodule--quote\"><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Vorwurf der Weltfremdheit, der in sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit dem Europaparlament gemacht wird, ist so alt wie das Hohe&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":737210,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,73469,14,15,12],"class_list":["post-737209","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-headlines","tag-leitartikel","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115936859982154882","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/737209","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=737209"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/737209\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/737210"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=737209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=737209"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=737209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}