{"id":737214,"date":"2026-01-22T04:29:20","date_gmt":"2026-01-22T04:29:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/737214\/"},"modified":"2026-01-22T04:29:20","modified_gmt":"2026-01-22T04:29:20","slug":"aelteste-kunst-hoehlenbild-in-indonesien-bricht-altersrekord","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/737214\/","title":{"rendered":"\u00c4lteste Kunst: H\u00f6hlenbild in Indonesien bricht Altersrekord"},"content":{"rendered":"<p>\u00c4lteste Kunst: H\u00f6hlenbild in Indonesien bricht Altersrekord &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>\u00c4lteste Kunst der Menschheit: H\u00f6hlenbild in Indonesien bricht Altersrekord<\/p>\n<p>Die bisher \u00e4lteste bekannte Felskunst der Welt ziert eine H\u00f6hle bei Sulawesi\u00a0\u2013 entstanden vor 67\u00a0800\u00a0Jahren. Sie verr\u00e4t auch, wo und wann sich moderne Menschen den Weg nach Australien bahnten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine Person mit Helm und Stirnlampe untersucht eine H\u00f6hlenwand. Sie zeigt auf eine Stelle, die von der Lampe beleuchtet wird. Die Umgebung ist dunkel und felsig, mit unregelm\u00e4\u00dfigen Oberfl\u00e4chen und Schatten. Die Szene vermittelt den Eindruck einer wissenschaftlichen Erkundung oder arch\u00e4ologischen Untersuchung in einer H\u00f6hle.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Dr_Adhi_Agus_Oktaviana__6_.JPG\" title=\"Eine Person mit Helm und Stirnlampe untersucht eine H\u00f6hlenwand. Sie zeigt auf eine Stelle, die von der Lampe beleuchtet wird. Die Umgebung ist dunkel und felsig, mit unregelm\u00e4\u00dfigen Oberfl\u00e4chen und Schatten. Die Szene vermittelt den Eindruck einer wissenschaftlichen Erkundung oder arch\u00e4ologischen Untersuchung in einer H\u00f6hle.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Maxime Aubert, Griffith University (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Der Arch\u00e4ologe Adhi Agus Oktaviana entdeckte die uralten Bilder auf der Insel Muna. Hier untersucht er Handnegative in einer H\u00f6hle auf Sulawesi. <\/p>\n<p>Fachleute haben in Indonesien die \u00e4lteste H\u00f6hlenkunst der Welt ausfindig gemacht. Es handelt sich um ein kaum sichtbares Handnegativ, das Menschen vor mindestens 67\u00a0800\u00a0Jahren mit dem Mund an eine H\u00f6hlenwand auf der Insel Muna gespr\u00fcht hatten. Damit ist es etwa 16\u00a0600\u00a0Jahre \u00e4lter <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/indonesien-die-aelteste-kunst-der-welt-ist-noch-aelter\/2221640\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">als der bisherige Rekordhalter, ein Felsbild<\/a>, das sich auf der gr\u00f6\u00dferen Nachbarinsel Sulawesi befindet. Wie Fachleute um Maxime Aubert von der australischen Griffith University <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-025-09968-y\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">in \u00bbNature\u00ab berichten<\/a>, breche das Handnegativ nicht nur einen Altersrekord, sondern sei auch das \u00e4lteste arch\u00e4ologische Zeugnis f\u00fcr die Anwesenheit von Homo sapiens in der Region Wallacea. Es liefere zudem neue Hinweise auf die Migrationsroute der ersten modernen Menschen Richtung Australien. <\/p>\n<p>Aubert und sein Team kennen auf Sulawesi inzwischen <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/indonesien-die-aelteste-kunst-der-welt-broeckelt\/2201174\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">fast zwei Dutzend H\u00f6hlenbilder<\/a>, die sie in den Zeitraum von vor 52\u00a0100\u00a0bis vor 17\u00a0000\u00a0Jahren verorten. Die Malereien zieren Felsw\u00e4nde im Karstgebiet Maros-Pangkep auf dem s\u00fcdwestlichen Arm der Insel. <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/das-aelteste-bild-der-menschheit\/1606848\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Ein Bild ist auch von Borneo bekannt<\/a>. Seit 2019\u00a0richtet die Gruppe ihren Blick auf den S\u00fcdosten Sulawesis, wo auch die Insel Muna liegt. Elf Motive in H\u00f6hlen der Insel datierten die Wissenschaftler mithilfe der <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/geowissenschaften\/thorium-uran-datierung\/16607\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Uran-Thorium-Methode<\/a>, mit der sie bereits seit vielen Jahren arbeiten.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr untersuchen sie die Kalkschichten, die sich im Lauf der Zeit \u00fcber den Malereien abgelagert haben. In Proben dieser Kalziumkarbonat-Lagen bestimmen sie das Mengenverh\u00e4ltnis eines radioaktiven Uranisotops und von dessen Zerfallsprodukten. Daraus l\u00e4sst sich das ungef\u00e4hre Alter der Kalkschichten ableiten, das zugleich ein Mindestalter f\u00fcr die Bilder liefert. Seit 2024\u00a0nutzen die Forscher <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/indonesien-die-aelteste-kunst-der-welt-ist-noch-aelter\/2221640\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">eine pr\u00e4zisere Version ihrer Methode<\/a>, die es erm\u00f6glicht, exakt jene Ablagerungen zu identifizieren, die direkt auf den Darstellungen haften. Damit l\u00e4sst sich deren Alter noch genauer bestimmen.<\/p>\n<p>Auf diesem Weg erwies sich ein Handnegativ in der H\u00f6hle Liang Metanduno auf Muna als verbl\u00fcffend alt: mindestens 67\u00a0800\u00a0Jahre. Neben diesem Abdruck \u00fcberlagern sich zwei weitere verwitterte Motive, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden waren: vor mindestens 60\u00a0900\u00a0Jahren und vor h\u00f6chstens 32\u00a0800\u00a0Jahren. Menschen hatten offenbar im Verlauf von etwa 35\u00a0000\u00a0Jahren immer wieder die W\u00e4nde verziert. Und vielleicht noch danach: Das Bild eines Haushuhns k\u00f6nnte nur wenige Jahrtausende alt sein. <\/p>\n<p> \u00a9 Maxime Aubert, Griffith University (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Handnegativ | Der 67\u00a0800\u00a0Jahre alte Handumriss ist fast nicht zu erkennen. Die hellen Fingerkonturen liegen rechts der Farbkarte und sind umgeben von Ocker. Die dunkelbraunen Motive unten und oben rechts sind j\u00fcnger. <\/p>\n<p>Klauen statt H\u00e4nde<\/p>\n<p>Bei den Handabdr\u00fccken gaben die Eiszeitk\u00fcnstler die Finger verl\u00e4ngert wieder, wahrscheinlich indem sie beim Spr\u00fchen ihre Hand verschoben oder zus\u00e4tzlich Farbe auftrugen. Die genaue Bedeutung sei zwar bislang unklar, m\u00f6glicherweise sollte aber eine enge Verbindung von Mensch und Tier symbolisiert werden. \u00bbEtwas, das wir vermutlich auch in den sehr fr\u00fchen Malereien auf Sulawesi sehen\u00ab, erkl\u00e4rt Co-Autor Adam Brumm von der Griffith University in einer Pressemitteilung. \u00bbDort gibt es mindestens ein Beispiel f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/indonesien-die-aelteste-kunst-der-welt-ist-noch-aelter\/2221640\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">eine Szene mit Figuren<\/a>, die wir als Darstellungen teils menschlicher, teils tierischer Wesen interpretieren.\u00ab So kunstfertig und durchdacht zu arbeiten, dazu seien einzig anatomisch moderne Menschen in der Lage.<\/p>\n<p>Nach Ausweis arch\u00e4ologischer Funde hatte Homo sapiens vor circa 65\u00a0000\u00a0Jahren australischen Boden betreten. Zuvor muss er durch die Region Wallacea gekommen sein, das \u00dcbergangsgebiet der Faunen- und Florengrenze zu Australien. Das neue Handnegativ aus Muna best\u00e4rke nun die Ankunft moderner Menschen zu jener Zeit.<\/p>\n<p>Sie \u00fcberquerten damals\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/wallace-linie-warum-es-keine-kaengurus-auf-bali-gibt\/2157708\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">die Wallace-Linie<\/a>, die als tiefer Meeresgraben zwischen den Inseln Sulawesi und Borneo sowie Lombok und Bali verl\u00e4uft. Welche Route sie dabei w\u00e4hlten, ist bisher arch\u00e4ologisch nicht gesichert. Als am wahrscheinlichsten gilt der Weg \u00fcber Borneo, doch die Route \u00fcber Java w\u00e4re ebenfalls denkbar. Nun zeigt sich: Die Fundpl\u00e4tze der fr\u00fchesten Kunstwerke der Menschheit liegen entlang der Borneo-Sulawesi-Route und machen momentan diesen Weg wahrscheinlich.<\/p>\n<p>Das Forscherteam will sich daher weiter auf die Suche nach sehr alter Kunst machen. \u00bbWenn die Menschen von West nach Ost gewandert sind, dann w\u00fcrde es naheliegen, dass sie Borneo vor Sulawesi erreichten, und die Felskunst auf Borneo m\u00fcsste dann noch \u00e4lter sein\u00ab, erkl\u00e4rt Aubert in einer Pressekonferenz. <\/p>\n<p> \u00a9 Ahdi Agus Oktaviana, Griffith University (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Klauen | An einer H\u00f6hlenwand auf Sulawesi haben die Forscher ebenfalls Handumrisse entdeckt, die \u00e4hnlich gestaltet sind wie der Fund auf Muna. Der K\u00fcnstler hatte die Finger verl\u00e4ngert dargestellt, vielleicht um sie tier\u00e4hnlich zu machen. <\/p>\n<p>Homo erectus war schon eher da<\/p>\n<p>Die H\u00f6hlenk\u00fcnstler waren jedoch nicht die ersten Menschen, die den Sprung \u00fcber die Wallace-Linie gewagt hatten. Steinger\u00e4te aus Sulawesi bezeugen, dass vor mindestens 1,04\u00a0Millionen Jahren, wenn nicht sogar schon vor 1,48\u00a0Millionen Jahren <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/suedostasien-mysterioese-menschenform-war-die-erste-in-wallacea\/2281377\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Fr\u00fchmenschen, wahrscheinlich\u00a0Homo erectus,<\/a> auf die Insel gelangt waren.<\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist promovierte Arch\u00e4ologin und Redakteurin f\u00fcr Arch\u00e4ologie, Geschichte und Anthropologie. <\/p>\n<ul class=\"columns kiosk__bar__categories medium-3 no-bullet small-12\">\n<li class=\"active kiosk__bar__category__digital\">Digitalausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__print\">Printausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__topseller\">Topseller <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__bundle show-for-medium\">Bundles<\/li>\n<\/ul>\n<p> Oktaviana, A.A. et al., Nature 10.1038\/s41586\u2013025\u201309968-y, 2026 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0cf80677c9c3412886be21a02aba62b6.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00c4lteste Kunst: H\u00f6hlenbild in Indonesien bricht Altersrekord &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum Inhalt\u00c4lteste Kunst der Menschheit: H\u00f6hlenbild in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":737215,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,6425,3364,29,169002,30,169005,13,169001,10883,80,14,15,12,163951,169003,169004],"class_list":{"0":"post-737214","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-archaeologie","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-felsmalerei","14":"tag-germany","15":"tag-handnegativ","16":"tag-headlines","17":"tag-hoehlenmalerei","18":"tag-indonesien","19":"tag-kultur","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-steinzeit","24":"tag-sulawesi","25":"tag-uran-thorium"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115936871484017153","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/737214","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=737214"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/737214\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/737215"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=737214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=737214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=737214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}