{"id":73754,"date":"2025-04-30T17:33:08","date_gmt":"2025-04-30T17:33:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/73754\/"},"modified":"2025-04-30T17:33:08","modified_gmt":"2025-04-30T17:33:08","slug":"duesseldorf-schueler-schreiben-texte-zu-80-jahre-kriegsende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/73754\/","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf Sch\u00fcler schreiben Texte zu 80 Jahre Kriegsende"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eSie sagen, es ist vorbei. Aber Auschwitz steht noch. Dachau. Buchenwald. Die Z\u00e4une sind offen, die Wacht\u00fcrme leer, doch der Schmerz, der bleibt. Brennt sich ein. In die Haut, in die Seele, l\u00e4sst nicht los, bis nicht mehr bleibt. Befreit. Ein sch\u00f6nes Wort. Aber was ist Freiheit, wenn du nicht mehr wei\u00dft, wohin du gehen sollst? Wenn deine Schritte leicht sind, aber dein Herz schwer? Wenn du dein Spiegelbild ansiehst und dich nicht mehr erkennst? Wenn du zu lange nur eine Nummer warst? Unbeachtet.\u201c Diese Worte und noch einige mehr fand Emilie Bollack-Kirazkaya im Benrather Schloss bei einer Veranstaltung in der Reihe \u201eD\u00fcsseldorf erinnert\u00a0\u2013 80\u00a0Jahre Kriegsende und Befreiung\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eSeit dem 27.\u00a0Januar, an dem Tag, an dem vor genau 80\u00a0Jahren das NS-Vernichtungslager Auschwitz von den Alliierten befreit wurde, l\u00e4uft mit weit mehr als 70\u00a0Veranstaltungen die Gedenkreihe in D\u00fcsseldorf\u201c, erl\u00e4uterte der wissenschaftliche Vorstand der Stiftung Schloss und Park Benrath, Stefan Schweizer: \u201eIn Benrath haben wir eine Arbeitsgruppe gegr\u00fcndet und die Idee entwickelt, Jugendliche um ihren eigenen, unverf\u00e4lschten Blick auf die Geschehnisse rund um das Ende des zweiten Weltkriegs zu bitten.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Sch\u00fcler setzten sich mit der Geschichte ihres Heimatortes, mit der Historie des Stadtviertels, in dem sie leben, auseinander. Oft sogar mit der Geschichte der eigenen Schule und ihrer Familie sowie ihrer Herkunft. Herausgekommen ist der History-Slam, bei dem Sch\u00fcler der achten bis elften Klasse des Schlo\u00df- und des Annette-von-Droste-H\u00fclshoff-Gymnasiums ihre Gedanken vortrugen. \u201eDer Krieg und die Nazi-Zeit haben auch in Benrath massiv Spuren hinterlassen, die heute kaum noch jemand kennt\u201c, sagte  Schweizer: \u201eDie Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen sollten ihren ganz eigenen Zugang zu den Geschehnissen finden.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Entstanden sind beeindruckende, bewegende, gef\u00fchlvolle, reflektierte, mahnende, empathische, besorgte, lyrische und prosaische Texte. So hatte sich Fatimah (neunte\u00a0Klasse, Schlo\u00df-Gymnasium) dazu entschieden, aus der Ich-Perspektive zu erz\u00e4hlen, obwohl sie keine direkte Verbindung zum Geschehen vor 80\u00a0Jahren hat. \u201eEs sollte kein Sachtext werden, ich wollte Gef\u00fchle transportieren, deshalb habe ich aus der Sicht eines M\u00e4dchens geschrieben, das die Entrechtung der Juden, die Verfolgungen, den Bombenhagel und alle Kriegsgr\u00e4uel, die alles erlebt hat, geschrieben\u201c, erl\u00e4utert die 16-J\u00e4hrige. Sie versetzt sich in ein M\u00e4dchen, das erst sp\u00e4t begreift, was in Nazi-Deutschland los gewesen ist und dennoch nichts dagegen unternimmt. Sie hofft darauf, dass die Menschen aus der Geschichte lernen und endet mit einem Appell: \u201eHeute, 80 Jahre sp\u00e4ter, frage ich euch: Was tut ihr, wenn euch jemand erz\u00e4hlt, eine Gruppe sei weniger wert? Was tut ihr, wenn andere ausgeschlossen, beleidigt bedroht werden\u00a0\u2013 wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Sprache? Eure Generation hat die Chance, es besser zu machen. Vergesst nie, was war und sorgt daf\u00fcr, dass es nie wieder wird.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Emilie gew\u00e4hrte tiefe Einblicke ins Seelenleben der damals lebenden Deutschen. \u201eDie Schuld bleibt auch. Sie haftet an den W\u00e4nden, liegt in den Tr\u00fcmmern, steht in den Blicken, die sich abwenden, wenn jemand fragt: Wusstet ihr es? Alle wussten es, irgendwie. Aber Schweigen ist einfacher als die Schuld einzugestehen. 8.\u00a0Mai 1945. Der Krieg ist vorbei, sagen sie. Aber vorbei\u00a0\u2013 das ist nicht genug. Vorbei ist nicht Frieden. Vorbei ist nur der Anfang von etwas Neuem, das erst wachsen muss.\u201c Alle History-Slammer im Ostfl\u00fcgel waren sich einig: Nie wieder ist nicht nur jetzt, sondern f\u00fcr immer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eSie sagen, es ist vorbei. Aber Auschwitz steht noch. Dachau. Buchenwald. 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