{"id":737776,"date":"2026-01-22T09:58:13","date_gmt":"2026-01-22T09:58:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/737776\/"},"modified":"2026-01-22T09:58:13","modified_gmt":"2026-01-22T09:58:13","slug":"wohnungskrise-wer-ist-am-staerksten-vom-mangel-an-bezahlbarem-wohnraum-in-europa-betroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/737776\/","title":{"rendered":"Wohnungskrise: Wer ist am st\u00e4rksten vom Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Europa betroffen?"},"content":{"rendered":"<p>Europa steckt in einer Wohnungskrise. Seit 2010 sind die durchschnittlichen Verkaufspreise f\u00fcr H\u00e4user in der EU um 55,4 Prozent gestiegen, die Mieten um 26,7 Prozent. Damit haben sie das Einkommenswachstum vieler Menschen \u00fcbertroffen.<\/p>\n<p>Besonders angespannt ist die Lage in Portugal. Die <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/business\/2025\/10\/16\/35-prozent-zu-hoch-immobilien-in-portugal-gehoren-zu-den-uberteuertesten-in-europa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europ\u00e4ische Kommission<\/a> sch\u00e4tzt, dass Immobilien dort Ende 2025 im Schnitt rund 35 Prozent \u00fcberbewertet sind \u2013 st\u00e4rker als in anderen EU-M\u00e4rkten.<\/p>\n<p>Die Krise trifft junge Menschen besonders hart, vor allem 18- bis 29-J\u00e4hrige. Laut einem aktuellen Bericht von Eurofound geraten sie h\u00e4ufiger mit Miete, Nebenkosten oder Rechnungen in R\u00fcckstand. Eurofound ist eine Stiftung, die sich mit der Verbesserung von Lebens- und Arbeitsbedingungen befasst.<\/p>\n<p>Viele Junge suchen Wohnungen in St\u00e4dten, weil dort die meisten Jobs entstehen. Gleichzeitig ist dort die L\u00fccke zwischen Nachfrage und Angebot am gr\u00f6\u00dften.<\/p>\n<p>\u201eEuropas junge Menschen sind in einer entscheidenden Lebensphase mit dieser Krise konfrontiert\u201c, hei\u00dft es in dem Bericht. Viele w\u00fcrden dadurch in Wohnformen gedr\u00e4ngt, die sie sonst nicht w\u00e4hlen w\u00fcrden \u2013 etwa bei Eltern oder Verwandten. Das f\u00fchrt oft zu \u00dcberbelegung, weil bezahlbarer Wohnraum fehlt.<\/p>\n<p>2024 war \u00dcberbelegung besonders h\u00e4ufig in Rum\u00e4nien (41 Prozent), Lettland (39 Prozent) und Bulgarien (34 Prozent). Am seltensten war sie in Zypern (2 Prozent), Malta (4 Prozent) und den Niederlanden (5 Prozent).<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr junge Menschen, die unabh\u00e4ngig wohnen, bleibt die Lage schwierig. Sie geben deutlich mehr von ihrem Einkommen f\u00fcrs Wohnen aus als andere Altersgruppen. Zudem f\u00fchlen sie sich h\u00e4ufiger von Wohnkosten \u00fcberfordert.<\/p>\n<p>Welche EU-L\u00e4nder investieren in den Wohnungsbau?<\/p>\n<p>In Bulgarien, Irland, Polen, Portugal und Spanien sowie in Teilen \u00d6sterreichs und Italiens sind Mieten vielerorts kaum noch bezahlbar. In zahlreichen Regionen w\u00fcrden f\u00fcr eine Standard-Zweizimmerwohnung mehr als 80 Prozent des mittleren Einkommens f\u00e4llig.<\/p>\n<p>Einige L\u00e4nder investieren daher st\u00e4rker in den Wohnungsbau, um die Folgen der Krise abzufedern. Nach aktuellen Eurostat-Daten flossen 2024 EU-weit 5,3 Prozent des BIP in den Wohnungsbau.<\/p>\n<p>Zypern investierte mit acht Prozent am meisten. Es folgen Italien (6,8 Prozent) und <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/07\/10\/deutschland-baukrise-baupreise-inflation-immobilien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland <\/a>(6,2 Prozent). Am unteren Ende liegt Polen mit 2,2 Prozent, danach Lettland (2,5 Prozent) und Griechenland (2,6 Prozent).<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr legte die Europ\u00e4ische Kommission erstmals einen Plan f\u00fcr bezahlbaren Wohnraum vor. Er soll helfen, die Wohnungskrise in der EU zu bek\u00e4mpfen. Vorgesehen sind unter anderem Ma\u00dfnahmen, um spekulatives Verhalten zu erkennen und mehr Fairness auf dem Wohnungsmarkt zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Die EU will daf\u00fcr mindestens 11,5 Milliarden Euro aus ihrem Mehrjahreshaushalt mobilisieren. Hinzu kommen 43 Milliarden Euro, die bereits f\u00fcr sozialen, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zugesagt sind. Nationale und regionale F\u00f6rderbanken und Institute sollen bis 2029 voraussichtlich weitere 375 Milliarden Euro investieren.<\/p>\n<p>Unerf\u00fcllte Wohnw\u00fcnsche haben oft weitreichende Folgen. Dazu z\u00e4hlen ein verz\u00f6gerter Start in ein unabh\u00e4ngiges Leben, eingeschr\u00e4nkte Berufsm\u00f6glichkeiten und Belastungen f\u00fcr die psychische Gesundheit. Auch Entscheidungen \u00fcber Familiengr\u00fcndung und Kinderwunsch werden dadurch beeinflusst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europa steckt in einer Wohnungskrise. 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