{"id":737923,"date":"2026-01-22T11:21:11","date_gmt":"2026-01-22T11:21:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/737923\/"},"modified":"2026-01-22T11:21:11","modified_gmt":"2026-01-22T11:21:11","slug":"sex-und-kuessen-so-veraendert-sich-das-sexualleben-junger-deutscher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/737923\/","title":{"rendered":"Sex und K\u00fcssen: So ver\u00e4ndert sich das Sexualleben junger Deutscher"},"content":{"rendered":"<p>Eine Studie beleuchtet das Sexualleben Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. Auff\u00e4llige Ver\u00e4nderungen stellen die Forscher beim Zeitpunkt erster Erfahrungen mit Geschlechtsverkehr und K\u00fcssen fest. Das hat mit einem neuen \u201eRisikoverhalten\u201c zu tun.<\/p>\n<p data-external=\"Article.FirstParagraph\">\u201eJunge Menschen lassen sich heute generell mehr Zeit und treffen bewusste Entscheidungen, wenn es um Sexualit\u00e4t geht\u201c: So fasst Mechthild Paul, stellvertretende Leiterin des Bundesinstituts f\u00fcr \u00d6ffentliche Gesundheit, den zentralen Befund der neuen Jugendsexualit\u00e4tsstudie zusammen. Das sei kein Zufall \u2013 sondern auf qualitative Aufkl\u00e4rung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Es ist die zehnte solche repr\u00e4sentative Befragung der ehemaligen Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung. In der Befragung werden 14- bis 17-J\u00e4hrige als \u201eJugendliche\u201c und 18- bis 25-J\u00e4hrige als \u201ejunge Erwachsene\u201c definiert.<\/p>\n<p>Im Vergleich zur vorherigen Studie aus dem Jahr 2019 geben aktuell nur noch 18 Prozent der 14- bis 17-J\u00e4hrigen an, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/partnerschaft\/plus68d932ad88300c7476b9a25b\/sexualitaet-warum-immer-mehr-junge-maenner-die-lust-verlieren-und-was-hilft.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/partnerschaft\/plus68d932ad88300c7476b9a25b\/sexualitaet-warum-immer-mehr-junge-maenner-die-lust-verlieren-und-was-hilft.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">schon Sex gehabt zu haben<\/a>. Das entspricht einem R\u00fcckgang um zehn Prozent. Eine \u00e4hnliche Entwicklung l\u00e4sst sich auch in den anderen befragten Altersgruppen beobachten. <\/p>\n<p>Die Gruppe der 17- bis 20-J\u00e4hrigen ist besonders stark betroffen: Waren 2019 noch 61 Prozent der 17-J\u00e4hrigen sexuell aktiv gewesen, sind es aktuell nur noch 40 Prozent. Als Grund daf\u00fcr nennt etwa die H\u00e4lfte der Jugendlichen (51 Prozent) und jungen Erwachsenen (53 Prozent) das Fehlen eines passenden Partners. Au\u00dferdem geben 41 Prozent der Jugendlichen an, sich f\u00fcr \u201ezu jung\u201c f\u00fcr Geschlechtsverkehr zu halten \u2013\u00a0und 37 Prozent erkl\u00e4ren sich f\u00fcr \u201ezu sch\u00fcchtern\u201c. Mehrfachnennungen waren m\u00f6glich.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr immer sp\u00e4tere erste sexuelle Erfahrungen erkl\u00e4rt die Psychologin Sara Scharmanski, Referentin des Bundesinstituts, so: \u201eEin Grund ist bestimmt ein ver\u00e4ndertes Freizeit- und Kommunikationsverhalten. Es fehlt jungen Menschen h\u00e4ufiger an Gelegenheiten, Partner kennenzulernen. Die Freizeit ist sehr strukturiert, sehr durchgetaktet, auch ein ver\u00e4ndertes Gesundheits- und Sicherheitsbed\u00fcrfnis, beispielsweise Risikoverhaltensweisen wie <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus692ec1f21b3201955317e7ef\/soft-clubbing-am-tag-nuechtern-und-mit-sport-die-gen-z-hat-das-feiern-verlernt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus692ec1f21b3201955317e7ef\/soft-clubbing-am-tag-nuechtern-und-mit-sport-die-gen-z-hat-das-feiern-verlernt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Alkoholkonsum<\/a>, gehen deutlich zur\u00fcck. Ich glaube, Corona ist nicht die alleinige Ursache, Corona hat eher als eine Art Katalysator dieser Entwicklung fungiert.\u201c<\/p>\n<p>Eine Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt an, mit dem ersten Sexualpartner in einer festen Beziehung gewesen zu sein. 65 Prozent der weiblichen und 53 Prozent der m\u00e4nnlichen Befragten \u00e4u\u00dfern sich entsprechend (2019: 64 beziehungsweise 50 Prozent). <\/p>\n<p>Ein Viertel der weiblichen und 31 Prozent der m\u00e4nnlichen Befragten waren jeweils mit dem ersten Sexualpartner nach eigener Angabe \u201egut bekannt\u201c (2019: 27 beziehungsweise 30 Prozent). Bei den m\u00e4nnlichen Befragten hat die Zahl derer, die mit ihrer ersten Sexualpartnerin nur \u201efl\u00fcchtig\u201c (elf Prozent) oder \u201enicht bekannt\u201c (vier Prozent) waren, abgenommen: 2019 waren es 15 beziehungsweise f\u00fcnf Prozent. Bei den weiblichen Befragten blieben diese zwei Werte konstant (acht beziehungsweise zwei Prozent). Gleichbleibend zu 2019 sagen 65 Prozent aller Befragten, ihr erstes Mal habe \u201egenau zum richtigen Zeitpunkt\u201c stattgefunden.<\/p>\n<p>Von jenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nach eigener Angabe schon sexuelle Erfahrungen gesammelt haben, verzichteten nach eigener Angabe nur sechs Prozent beim ersten Mal auf Verh\u00fctung, Frauen seltener als M\u00e4nner (vier beziehungsweise acht Prozent). Das Mittel der Wahl war beim ersten Mal mit 76 Prozent nahezu unver\u00e4ndert (2019: 77) das Kondom.<\/p>\n<p>Die Pille kam beim ersten Mal demnach mit 34 Prozent zwar seltener als das Kondom, aber h\u00e4ufiger als 2019 (30 Prozent) zum Einsatz. Von den \u201emehrfach sexuell aktiven\u201c Jugendlichen nutzten hingegen weniger, n\u00e4mlich die H\u00e4lfte (2019: 53 Prozent), die Pille; \u00e4hnlich sieht es bei den jungen Erwachsenen (48 Prozent im Vergleich zu 59 im Jahr 2019) aus. Andere Verh\u00fctungsmethoden wie die Hormon- oder Kupferspirale spielen eine untergeordnete Rolle. Mehrfachnennungen waren m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Nur ein Drittel der 14-J\u00e4hrigen hat Kuss-Erfahrung<\/p>\n<p>Auch gek\u00fcsst wird mittlerweile sp\u00e4ter: Vor sechs Jahren hatte mehr als die H\u00e4lfte (53 Prozent) der 14-J\u00e4hrigen schon Erfahrungen damit gemacht. Heute sind es 20 Prozentpunkte weniger und dementsprechend nur noch ein Drittel. Je \u00e4lter die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der Befragung waren, desto geringer waren die Abweichungen im Vergleich zu 2019 \u2013 einen Abfall gab es aber in jeder Alterskategorie.<\/p>\n<p>Der Schulunterricht wird als Hauptquelle f\u00fcr Sexualaufkl\u00e4rung offenbar wichtiger: Mit 78 Prozent der Jugendlichen gaben beinahe zehn Prozentpunkte mehr an, an der Schule \u00fcber Sexualit\u00e4t und Verh\u00fctung aufgekl\u00e4rt worden zu sein (2019: 69 Prozent). Lehrer spielen ebenso eine wachsende Rolle als Ansprechpartner (2019: 36 Prozent \u2013\u00a02025: 45 Prozent), ebenso wie <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/service\/plus689317f14684785761525e4b\/Pubertaet-Viele-Eltern-reden-ueber-alles-nur-nicht-ueber-Sexualitaet.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/service\/plus689317f14684785761525e4b\/Pubertaet-Viele-Eltern-reden-ueber-alles-nur-nicht-ueber-Sexualitaet.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Eltern<\/a> (56 gegen\u00fcber 64 Prozent). Gleichaltrige hingegen verloren<b> <\/b>als Gespr\u00e4chspartner an Bedeutung (54 Prozent im Vergleich zu 2019: 65 Prozent). <\/p>\n<p>Auch das Internet wird offenbar das erste Mal seit Beginn des Jahrtausends weniger wichtig, wenn es um Fragen von Sexualit\u00e4t und Verh\u00fctung geht: 2019 gaben noch 59 Prozent der Befragten das Web als Informationsquelle an, 2025 noch 53 Prozent. Mehrfachnennungen waren auch hier m\u00f6glich.<\/p>\n<p><b>Politikredakteurin <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/uma-sostmann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/uma-sostmann\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>Uma Sostmann<\/b><\/a><b> schreibt \u00fcber gesellschaftspolitische Themen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Studie beleuchtet das Sexualleben Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. 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