{"id":73812,"date":"2025-04-30T18:04:14","date_gmt":"2025-04-30T18:04:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/73812\/"},"modified":"2025-04-30T18:04:14","modified_gmt":"2025-04-30T18:04:14","slug":"neue-wirtschaftsministerin-katherina-reiche-einst-konservative-hardlinerin-privat-deutlich-entspannter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/73812\/","title":{"rendered":"Neue Wirtschaftsministerin: Katherina Reiche: Einst konservative Hardlinerin, privat deutlich entspannter"},"content":{"rendered":"<p>                    Neue Wirtschaftsministerin<br \/>\n                Katherina Reiche: Einst konservative Hardlinerin, privat deutlich entspannter<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tVon Maurice Prior<br \/>\n\t\t\t\t              30.04.2025, 18:11 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die meisten ist die k\u00fcnftige Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ein unbeschriebenes Blatt. Doch in ihrem ersten Leben als Politikerin fiel sie durchaus auf. Als kenntnisreich, wirtschaftsnah und stramm konservativ. Au\u00dfer im Privatleben.<\/strong><\/p>\n<p>In der \u00d6ffentlichkeit gibt es viel Lob f\u00fcr Katherina Reiche, die neue Bundeswirtschaftsministerin werden soll. Eine Managerin, fr\u00fcher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Verbands kommunaler Unternehmen, jetzt Chefin des Energiekonzerns Westenergie, die zugleich politische Erfahrung mitbringt. Was will man mehr? Von 1998 bis 2015 geh\u00f6rte sie f\u00fcr die Brandenburger CDU dem Deutschen Bundestag an. Als Politikerin hat sie immer wieder stark polarisiert, besonders beim Thema gleichgeschlechtliche Ehe &#8211; damals ein zentraler Streitpunkt.<\/p>\n<p>Als aktive Politikerin war Reiche lange f\u00fcr die Familienpolitik zust\u00e4ndig. Der damalige Kanzlerkandidat Edmund Stoiber von der CSU hatte sie f\u00fcr den Fall eines Wahlsieges 2002 als Familienministerin vorgesehen. Nach dem knappen Sieg von SPD und Gr\u00fcnen wurde daraus bekanntlich nichts. Reiche verk\u00f6rperte ein streng konservatives Familienbild. Hervor stach ihre Ablehnung der Ehe f\u00fcr alle, die sie \u00fcber ein Jahrzehnt lang bek\u00e4mpfte.<\/p>\n<p>Die konservative Hardlinerin <\/p>\n<p>Als die rot-gr\u00fcne Regierung 2001 mit dem Lebenspartnerschaftsgesetz erstmals einen ersten Schritt f\u00fcr die rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren unternahm, war Reiche emp\u00f6rt. Einen &#8222;Angriff auf Ehe und Familie&#8220; nannte sie das Gesetz, obwohl es von einer Ehe f\u00fcr zwei M\u00e4nner oder zwei Frauen noch meilenweit entfernt war. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Bundestag-beschliesst-Ehe-fuer-alle-Merkel-stimmt-dagegen-article19913631.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Das ist erst seit 2017 m\u00f6glich<\/a>. Ihre Haltung leitete Reiche vor allem aus ihrem Glauben ab. Noch heute tr\u00e4gt die evangelische Christin h\u00e4ufig eine Kette mit silbernem Kreuz.<\/p>\n<p>  <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Auch-in-der-ZDF-Sendung-Maybrit-Illner-warb-Reiche-2012-dafur-homosexuelle-Paaren-anders-zu-behandel.jpeg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Auch in der ZDF-Sendung &quot;Maybrit Illner&quot; warb Reiche 2012 daf\u00fcr, homosexuelle Paare anders zu behandeln als verschiedengeschlechtliche.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Auch-in-der-ZDF-Sendung-Maybrit-Illner-warb-Reiche-2012-dafur-homosexuelle-Paaren-anders-zu-behandel.jpeg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Auch in der ZDF-Sendung &#8222;Maybrit Illner&#8220; warb Reiche 2012 daf\u00fcr, homosexuelle Paare anders zu behandeln als verschiedengeschlechtliche.<\/p>\n<p class=\"article__aside__copy\">(Foto: imago stock&amp;people)<\/p>\n<p>In der &#8222;Bild&#8220;-Zeitung stellte sie 2012 einen Zusammenhang zwischen der niedrigen Geburtenrate in Deutschland und der rechtlichen Gleichstellung Homosexueller her: &#8222;Unsere Zukunft liegt in der Hand der Familien, nicht in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Neben der Euro-Krise ist die demografische Entwicklung die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung unseres Wohlstands.&#8220; Homosexuelle dr\u00e4ngte sie gleich komplett aus der gesellschaftlichen Mitte heraus: &#8222;Die Gesellschaft wird nicht von kleinen Gruppen zusammengehalten, sondern von der stabilen Mitte.&#8220; In Talkshows bezeichnete sie homosexuelle Paare als &#8222;nicht normal&#8220;. <\/p>\n<p>Wie sie heute dar\u00fcber denkt, ist unklar. Obwohl sie hier an der Grenze zum Reaktion\u00e4ren entlangschrammte, handelte sie sich damals mit ihrer liberalen Einstellung zur Stammzellenforschung auch Kritik von Konservativen ein &#8211; auch von Friedrich Merz.<\/p>\n<p>Typ Politiker-Beziehung<\/p>\n<p>Privat lebte Reiche selbst nicht nach streng konservativem Lehrbuch. Ihre ersten zwei Kinder brachte sie als unverheiratete Frau zur Welt. Weil sie gleichzeitig f\u00fcr Stoiber das Aush\u00e4ngeschild der Unions-Familienpolitik war, murrte die katholische Kirche. Die Deutsche Bischofskonferenz versuchte sogar, ihren Einfluss in der Union zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. <\/p>\n<p>Erst ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter 2002 heiratete sie ihren Lebensgef\u00e4hrten Sven Petke. Eine echte Politiker-Beziehung, denn auch Petke war in der brandenburgischen CDU aktiv: Reiche sa\u00df im Bundestag, Petke im brandenburgischen Landtag. Zu den ersten zwei Kindern kam noch ein drittes hinzu. Die Ehe ging aber in die Br\u00fcche. Reiche lebt mittlerweile mit einem neuen Partner zusammen.<\/p>\n<p>Und auch der hat eine politische Vergangenheit: Karl-Theodor zu Guttenberg. Der ehemalige Politiker war Bundesverteidigungsminister, bevor er 2011 nach Plagiatsvorw\u00fcrfen in seiner Doktorarbeit zur\u00fccktreten musste. Gemeinsam gesehen wurde das Paar erstmals an Silvester zum Jahreswechsel 2023\/24. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Karl-Theodor-zu-Guttenberg-und-Katherina-Reiche-sind-ein-Paar-article25732792.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">\u00d6ffentlich best\u00e4tigt haben Reiche und zu Guttenberg ihre Beziehung am Dienstag<\/a>, als sie \u00fcber einen Anwalt wissen lie\u00dfen: Es sei richtig, dass sie bereits vor geraumer Zeit eine Beziehung eingegangen seien.<\/p>\n<p>Die Dreht\u00fcr-Lobbyistin<\/p>\n<p>Gemeinsam haben Reiche und zu Guttenberg, dass beide nach ihrer aktiven Zeit in der Politik in der freien Wirtschaft gearbeitet haben. Reiches Wechsel war so nahtlos, dass er eine Welle von Kritik ausl\u00f6ste. Zuvor war Reiche 2009 zur parlamentarischen Staatssekret\u00e4rin aufgestiegen, zun\u00e4chst im Umweltministerium, dann im Verkehrsministerium. <\/p>\n<p>2015 wechselte sie aus ihrem Amt in der Bundesregierung zum Verband kommunaler Unternehmen, der die Interessen zahlreicher Betriebe, vor allem kommunaler Energieversorger und Stadtwerke, vertritt. Einmal Lobbyismus und zur\u00fcck, so nun der Vorwurf. Gr\u00fcnen-Chef Felix Banaszak <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/magazine\/fruehstart\/Merz-will-Flanke-ins-konservative-Lager-schliessen-article25733791.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">forderte Reiche am Dienstag zur Transparenz auf<\/a>: &#8222;Wem sieht man sich eigentlich verpflichtet? Welches Adressbuch nimmt man mit?&#8220;, fragte er im ntv-Fr\u00fchstart. Andere sehen in Reiches Erfahrungen in Privatunternehmen einen Vorteil, etwa CDU-Chef Merz. &#8222;Sie hat erfolgreich in der Wirtschaft einige Zeit gearbeitet, auch als Vorstandsvorsitzende eines gro\u00dfen Unternehmens&#8220;, sagte er bei ihrer <a href=\"https:\/\/n-tv.de\/politik\/CDU-Minister-Bei-ihr-faellt-Merz-in-die-90er-Jahre-zurueck-article25733049.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Vorstellung auf dem kleinen Parteitag der CDU<\/a> am Montag. <\/p>\n<p>Ihr damaliger Wechsel sorgte als Negativ-Beispiel jedenfalls mit daf\u00fcr, dass der Bundestag im Juli 2015 <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/889458\/ec06ebad8f03d2622b336c2f2464a450\/WD-3-012-22-pdf-data.pdf\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Karenzzeiten f\u00fcr den Wechsel von Amtstr\u00e4gern in neue Besch\u00e4ftigungen einf\u00fchrte<\/a>. Reiches Jobwechsel w\u00e4re nach der heutigen Rechtslage nicht mehr ohne Weiteres m\u00f6glich. In der Regel m\u00fcssen zwischen Ausscheiden aus einem Minister- oder Staatssekret\u00e4rsamt in der Bundesregierung und einer T\u00e4tigkeit in der freien Wirtschaft nun mindestens zw\u00f6lf Monate liegen.<\/p>\n<p>In ihrem neuen Amt wird Reiche sich um die Wirtschafts- und Energiepolitik k\u00fcmmern. Pragmatisch, konservativ, strukturiert, kenntnisreich, wirtschaftsnah. Das ist Katherina Reiches Profil zum Start als Bundesministerin. Ihr Vorg\u00e4nger hat gezeigt, dass sich das im Laufe der Amtszeit stark ver\u00e4ndern kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Einst konservative Hardlinerin, privat deutlich entspannter Von Maurice Prior 30.04.2025, 18:11 Uhr Artikel anh\u00f6ren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":73813,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[31,13,30427,14,15,16,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-73812","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-cdu","9":"tag-headlines","10":"tag-katherina-reiche","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-politik","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114428239642332125","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73812","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73812"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73812\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/73813"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73812"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73812"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73812"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}