{"id":738272,"date":"2026-01-22T14:33:19","date_gmt":"2026-01-22T14:33:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/738272\/"},"modified":"2026-01-22T14:33:19","modified_gmt":"2026-01-22T14:33:19","slug":"pflegeheime-die-eigenanteile-schnueren-die-luft-ab-warum-hamburgs-heimplaetze-immer-teurer-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/738272\/","title":{"rendered":"Pflegeheime: \u201eDie Eigenanteile schn\u00fcren die Luft ab\u201c \u2013 warum Hamburgs Heimpl\u00e4tze immer teurer werden"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr viele Menschen wird Pflege im Heim immer teurer. W\u00e4hrend die Belastung in einigen Bundesl\u00e4ndern deutlich niedriger ist, w\u00e4chst in Hamburg der Druck auf Pflegebed\u00fcrftige und ihre Familien. Verb\u00e4nde werfen der Politik deshalb vor, zentrale Finanzierungsaufgaben zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Eigenanteil f\u00fcr einen Platz in Pflegeheimen in Hamburg ist insbesondere wegen h\u00f6herer Personalkosten in der Pflege erneut  gestiegen. Seit dem 1. Januar sind im ersten Jahr im Heim pro Monat 3.284 Euro f\u00e4llig, wie eine Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) ergab. Das sind monatlich 105 Euro mehr als zum 1. Juli 2025 und 342 Euro mehr als Anfang vergangenen Jahres, wie die der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Daten zeigen. Der zu zahlende Eigenanteil sei damit innerhalb eines Jahres um fast zw\u00f6lf Prozent gestiegen. Hamburg liege leicht \u00fcber dem Bundesdurchschnitt.<\/p>\n<p>In den Summen ist der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6971a030568b91954b0eabb7\/pflegeversicherung-heimplatz-kostet-erstmals-mehr-als-5000-euro-eigenanteile-steigen-deutlich.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6971a030568b91954b0eabb7\/pflegeversicherung-heimplatz-kostet-erstmals-mehr-als-5000-euro-eigenanteile-steigen-deutlich.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eigenanteil<\/a> f\u00fcr die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung tr\u00e4gt \u2013 anders als die Krankenversicherung \u2013 nur einen Teil der Kosten. F\u00fcr Heimbewohnerinnen und -bewohner kommen noch Zahlungen f\u00fcr Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Umlagen f\u00fcr Ausbildungskosten hinzu.<\/p>\n<p>Regional gibt es gro\u00dfe Unterschiede. Im L\u00e4ndervergleich am teuersten ist die Pflege im ersten Jahr im Heim aktuell in Bremen mit durchschnittlich 3.637 Euro im Monat und im Saarland mit 3.601 Euro. Am niedrigsten ist die monatliche Belastung im ersten Jahr im Heim nun in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit je 2.903 Euro. Im bundesweiten Schnitt sind 3.245 Euro pro Monat <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/nrw\/article68f0c1bddbad4b72062af338\/pflegeheim-das-system-mit-dieser-einzelzimmerquote-koennen-wir-uns-nicht-mehr-leisten.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/nrw\/article68f0c1bddbad4b72062af338\/pflegeheim-das-system-mit-dieser-einzelzimmerquote-koennen-wir-uns-nicht-mehr-leisten.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00e4llig<\/a>. <\/p>\n<p>Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte, es brauche eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, die Pflegebed\u00fcrftige in Heimen deutlich entlaste. Sie m\u00fcssten f\u00fcr Investitions- und Ausbildungskosten aufkommen, die Sache des Staates seien. \u201eWir fordern die Bundesl\u00e4nder auf, diese Kosten endlich zu \u00fcbernehmen\u201c, sagte Elsner. Die schwarz-rote Koalition peilt in diesem Jahr eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung an. <\/p>\n<p>Kritik auch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz<\/p>\n<p>Die Leiterin der Hamburger vdek-Landesvertretung, Kathrin Herbst, betonte: \u201eDass das <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article6905e3c5820970cd3cb122ac\/pflege-nirgendwo-verdienen-pflegekraefte-so-viel-wie-in-hamburg.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article6905e3c5820970cd3cb122ac\/pflege-nirgendwo-verdienen-pflegekraefte-so-viel-wie-in-hamburg.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pflegepersonal<\/a> gut bezahlt wird, ist eine richtige Entwicklung, die wir begr\u00fc\u00dfen.\u201c Falsch sei aber, dass die Pflegebed\u00fcrftigen den Lohnzuwachs zu einem Gro\u00dfteil allein schultern m\u00fcssten. \u201eWir brauchen eine nachhaltige Reform der Pflegefinanzierung, die Pflegebed\u00fcrftige in Pflegeheimen signifikant entlastet\u201c, forderte Herbst. Sie f\u00fcgte hinzu: \u201eW\u00fcrde das Bundesland Hamburg sein politisches Versprechen einl\u00f6sen und die Investitionskosten \u00fcbernehmen, k\u00f6nnten Pflegebed\u00fcrftige 571 Euro im Monat sparen.\u201c Die \u00dcbernahme der Ausbildungskosten w\u00fcrde Pflegebed\u00fcrftige um weitere 195 Euro entlasten.<\/p>\n<p>Kritik kam ferner von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. \u201eDie unkontrolliert davon galoppierenden Eigenanteile schn\u00fcren den rund 14.000 Pflegeheimbewohnern in Hamburg die Luft ab\u201c, sagte Vorstand Eugen Brysch. Denn trotz Erh\u00f6hung der Zusch\u00fcsse 2024 seien die Kosten seitdem in den ersten zw\u00f6lf Monaten nach Pflegeheimeinzug um rund 38 Prozent gestiegen. Deshalb d\u00fcrfe sich der rot-gr\u00fcne Senat bei der Finanzierungspflicht \u201enicht l\u00e4nger aus der Verantwortung stehlen\u201c. Nur f\u00fcr Unterbringung, Verpflegung und \u00fcberdurchschnittlichen Komfort sollte weiter jeder selbst zahlen. <\/p>\n<p>Bei den Gesamtbelastungen kommt es auf die Aufenthaltsdauer im Heim an. Danach richten sich Entlastungszuschl\u00e4ge, die Pflegebed\u00fcrftige von den Pflegekassen erhalten. Der Eigenanteil f\u00fcr die reine Pflege wird damit im ersten Jahr im Heim um 15 Prozent gedr\u00fcckt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. <\/p>\n<p>Ausgewertet wurden Verg\u00fctungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen L\u00e4ndern. Zum Ersatzkassenverband geh\u00f6ren etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.<\/p>\n<p>dpa\/epd\/jaw<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr viele Menschen wird Pflege im Heim immer teurer. 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