{"id":738288,"date":"2026-01-22T14:41:12","date_gmt":"2026-01-22T14:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/738288\/"},"modified":"2026-01-22T14:41:12","modified_gmt":"2026-01-22T14:41:12","slug":"architektur-warum-2026-ein-grosses-museumsjahr-wird-und-ein-schwieriges","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/738288\/","title":{"rendered":"Architektur: Warum 2026 ein gro\u00dfes Museumsjahr wird \u2013 und ein schwieriges"},"content":{"rendered":"<p>Weltweit er\u00f6ffnen 2026 neue Museumsbauten \u2013 von Rotterdam bis Abu Dhabi, von London bis Los Angeles. Die spektakul\u00e4re Architektur verspricht kulturelle Relevanz, steht aber auch f\u00fcr astronomische Kosten und Konflikte.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Seit dem Jahr 2006 ist das Guggenheim-Museum in Abu Dhabi im Werden. Frank Gehry, der kanadisch-amerikanische Stararchitekt, entwarf das Geb\u00e4ude, das im Juni 2026 nach vielen Verz\u00f6gerungen nun tats\u00e4chlich er\u00f6ffnet werden soll. Vor zwanzig Jahren befand sich Gehry auf dem H\u00f6hepunkt seines Ruhms, die Kulturwelt vertraute noch auf den Export des Bilbao-Effekts, den sein ber\u00fchmtes Guggenheim-Museum der baskischen Industriestadt beschert hatte. Die Er\u00f6ffnung erlebt er nicht mehr: <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article6933d49a11f914c89b8549bb\/frank-gehry-ein-nachruf-der-architekt-der-die-regeln-zerknuellte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article6933d49a11f914c89b8549bb\/frank-gehry-ein-nachruf-der-architekt-der-die-regeln-zerknuellte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gehry ist im Dezember 2025 im Alter von 96 Jahren gestorben.<\/a> Und die \u00c4sthetik seiner Architektur wirkt heute v\u00f6llig aus der Zeit gefallen.<\/p>\n<p>Als h\u00e4tte ein Gigant Modelle aus dem Fundus architektonischer Grundk\u00f6rper fallen lassen und zu einem flachen H\u00fcgel mit rund 30.000 Quadratmetern Nutzfl\u00e4che zusammengeschoben, liegen die Einzelteile des k\u00fcnftigen Museums auf einer Landzunge der Insel Saadiyat im Persischen Golf. Die Insel ist das Herzst\u00fcck der kulturellen Ambitionen des Emirats Abu Dhabi. Den Auftakt zum Museumseiland machte der Architekt Jean Nouvel 2017 mit einer spektakul\u00e4ren <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/kunst-und-architektur\/article170413401\/Umstrittenes-Museum-Doch-der-Louvre-in-Abu-Dhabi-zeigt-auch-Nackte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/kunst-und-architektur\/article170413401\/Umstrittenes-Museum-Doch-der-Louvre-in-Abu-Dhabi-zeigt-auch-Nackte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dependance des Louvre<\/a>, zuletzt er\u00f6ffnete das Zayed National Museum, entworfen von Norman Foster.<\/p>\n<p>Die Er\u00f6ffnung des Guggenheim Abu Dhabi wird nun vielleicht weniger wegen seiner Gestalt mit Spannung erwartet als wegen seiner Sammlung. Die deutsche Direktorin Stephanie Rosenthal d\u00fcrfte in den vergangenen Jahren \u00fcber ein gro\u00dfz\u00fcgiges Budget verf\u00fcgt haben, um f\u00fcr das neue Haus einzukaufen. In den Golfstaaten ist ein <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus256389722\/Kulturimperialismus-Noch-nie-wurde-die-Kunstwelt-so-strategisch-unterwandert-wie-von-Katar.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus256389722\/Kulturimperialismus-Noch-nie-wurde-die-Kunstwelt-so-strategisch-unterwandert-wie-von-Katar.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wettbewerb um kulturelle Soft Power<\/a> entbrannt; besonders die Emirate, Katar und Saudi-Arabien konkurrieren um internationale Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Und mit spektakul\u00e4ren \u2013 nicht selten spektakul\u00e4r kostspieligen \u2013 Kulturbauten gewinnt man weltweit Sichtbarkeit. So wird es 2026 nicht beim auf rund eine Milliarde Dollar Baukosten gesch\u00e4tzten Guggenheim Abu Dhabi bleiben. In Los Angeles buhlen gleich zwei neue Museen um Publikum: das Lucas Museum of Narrative Art und die David Geffen Galleries des LACMA. <\/p>\n<p>In Gro\u00dfbritannien wird das Imperium des Victoria and Albert Museum mit dem V&amp;A East vergr\u00f6\u00dfert. In New York wird das noch junge New Museum erweitert. Auch das Centre Pompidou, dessen Pariser Zentrale wegen Sanierung auf Jahre geschlossen ist, expandiert weiter \u2013 nach Br\u00fcssel. Und Rotterdam festigt seinen Ruf als wohl <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/architektur\/article234702076\/Visionaere-Architektur-Silberne-Salatschuessel-fuer-150-000-Kunstwerke.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/architektur\/article234702076\/Visionaere-Architektur-Silberne-Salatschuessel-fuer-150-000-Kunstwerke.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vielseitigster Museumsstandort<\/a> der Benelux-Staaten.<\/p>\n<p>Dort geht es bereits im Februar 2026 los mit dem neuen Nederlands Fotomuseum \u2013 und weitaus zeitgem\u00e4\u00dfer als anderswo. In der progressiven Architekturszene geht es l\u00e4ngst nicht mehr darum, wer den aufsehenerregendsten Neubau errichtet, sondern um Bauen im Bestand und die Umnutzung historischer Geb\u00e4ude. Erst 2025 er\u00f6ffnete in Rotterdam das <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus688749139b0ba028671f6212\/Rotterdam-Migration-im-Museum-Aber-wenn-du-hinausblickst-siehst-du-die-Niederlande.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus688749139b0ba028671f6212\/Rotterdam-Migration-im-Museum-Aber-wenn-du-hinausblickst-siehst-du-die-Niederlande.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Migrationsmuseum Fenix<\/a> in einem ehemaligen Lagerhaus, inklusive einer verspiegelten Treppenskulptur auf dem Dach. <\/p>\n<p>F\u00fcr das neue Fotomuseum hat nun das Hamburger B\u00fcro RHZW Architekten ein denkmalgesch\u00fctztes Speichergeb\u00e4ude von 1901 umgebaut. Weithin sichtbar wird es durch ein transparentes Metalldach, das dem Backsteinbau wie eine Krone aufgesetzt ist. Die findet am 7. Februar 2026 statt.<\/p>\n<p>In der historischen Citro\u00ebn-Werkstatt in Br\u00fcssel wird seit Jahren eine Filiale des Centre Pompidou geplant. Centre Pompidou \u2013 Kanal soll im November 2026 mit rund 40.000 Quadratmetern Fl\u00e4che er\u00f6ffnen \u2013 gr\u00f6\u00dfer als das Guggenheim in Bilbao oder das Palais de Tokyo in Paris. Die Zusammenarbeit mit der Pariser Institution ist zun\u00e4chst auf f\u00fcnf Jahre befristet und Gegenstand kulturpolitischer Debatten. So <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2025\/nov\/28\/brussels-political-paralysis-threatens-ambitious-kanal-arts-complex\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2025\/nov\/28\/brussels-political-paralysis-threatens-ambitious-kanal-arts-complex&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u00e4tzte etwa der belgische Kurator Chris Dercon<\/a>: \u201eWarum brauchen wir die Sammlung des Centre Pompidou in Br\u00fcssel, wenn wir hier in Belgien einige der besten Privatsammlungen Europas haben?\u201c<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/chris-dercon\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/chris-dercon\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dercon<\/a> selbst ist nach Stationen in London, Paris und Berlin inzwischen Direktor der privaten Fondation Cartier, die im vergangenen Jahr einen von Jean Nouvel umgebauten Haussmann-Block gegen\u00fcber dem Louvre bezogen hat. F\u00fcr den Umbau des Br\u00fcsseler Industriekomplexes haben sich noAarchitecten (Br\u00fcssel), EM2N (Z\u00fcrich) und Sergison Bates (London) zum Atelier Kanal zusammengeschlossen. Auch die Finanzierung sorgte f\u00fcr Streit; die Gesamtkosten inklusive Betrieb bis 2028 wurden auf rund 400 Millionen Euro veranschlagt.<\/p>\n<p>Seit dem Amtsantritt von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article179069708\/Tristram-Hunt-vom-Victoria-and-Albert-ueber-den-Brexit.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article179069708\/Tristram-Hunt-vom-Victoria-and-Albert-ueber-den-Brexit.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tristram Hunt<\/a> als Direktor des britischen Universalmuseums haben mehrere Dependancen unter dem Namen V&amp;A er\u00f6ffnet: 2018 das Museum in Dundee, das Young V&amp;A sowie das V&amp;A East Storehouse in London, das unter anderem das David-Bowie-Archiv beherbergt. Nun folgt das V&amp;A East Museum als weiterer Standort im Londoner Osten (Gesamtbudget rund 300 Millionen Pfund). <\/p>\n<p>Mit der Expansion der Geb\u00e4ude erweitert sich auch der Museumsbegriff. W\u00e4hrend Bildung stets im Zentrum der V&amp;A-Ideologie stand, geht es nun st\u00e4rker um Zug\u00e4nglichkeit und neue Publika. Die Architektur des Neubaus soll dazu beitragen. Der spanische Modedesigner Crist\u00f3bal <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/cristobal-balenciaga\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/cristobal-balenciaga\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Balenciaga<\/a> habe einen wichtigen Einfluss auf den Entwurf des B\u00fcros O\u2019Donnell &amp; Tuomey gehabt. Die kantige Fassade wirke wie ein \u201egefaltetes Kleid\u201c, so die irischen Architekten.<\/p>\n<p>Die Erweiterung des New Museum in New York stellte das niederl\u00e4ndische <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/rem-koolhaas\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/rem-koolhaas\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00fcro OMA<\/a> vor besondere Herausforderungen. Das bestehende Geb\u00e4ude wurde vom japanischen B\u00fcro SANAA entworfen und ist erst gut zwanzig Jahre alt. Der Neubau musste sich mit einem schmalen Grundst\u00fcck begn\u00fcgen und zugleich auf die markante W\u00fcrfeloptik des Bestands reagieren. <\/p>\n<p>OMA antwortet mit einer Art selbstbewusster Unterordnung: W\u00e4hrend sich das Hauptgeb\u00e4ude rechtwinklig auft\u00fcrmt, bezieht der niedrigere Erweiterungsbau seine Spannung aus diagonalen Knicken, schr\u00e4gen Fensterb\u00e4ndern und dreieckigen Loggien. Die Kosten liegen bei rund 80 Millionen Dollar und wurden \u00fcberwiegend privat finanziert. Die Er\u00f6ffnung ist f\u00fcr M\u00e4rz 2026 angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Die beiden mit gr\u00f6\u00dfter Spannung erwarteten Museumsneubauten entstehen jedoch in Los Angeles. Wie die Schaumstoffsohle eines gigantischen Sneakers liegt das Lucas Museum of Narrative Art am Rand des Exposition Park. Das futuristische, \u201eparametrische\u201c Design stammt vom chinesischen Architekten Ma Yansong (MAD Architects). <\/p>\n<p>Gr\u00fcnder, Finanzier und Bauherr ist der Filmproduzent und \u201eStar Wars\u201c-Sch\u00f6pfer <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/george-lucas\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/george-lucas\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">George Lucas<\/a>, der hier vor allem seine Sammlung von mehr als 40.000 Objekten \u2013 Comics, Filmrequisiten, Fotografien und Werke erz\u00e4hlerischer Kunst \u2013 zeigen m\u00f6chte. Die Bau- und Betriebskosten sollen \u00fcber eine Milliarde Dollar liegen. Der Grundstein wurde 2018 gelegt; nach mehreren Verz\u00f6gerungen ist die Er\u00f6ffnung nun f\u00fcr den 22. September 2026 vorgesehen.<\/p>\n<p>Der Schweizer Architekt Peter Zumthor gilt als Bauherrenschreck, der l\u00e4nger \u00fcber die Atmosph\u00e4re eines Raums oder die Gestaltung eines Handlaufs nachdenken kann, als es Budgets und Nerven seiner Kunden zulassen. Die Ergebnisse sind archaische Kunstwerke eigener Arur \u2013 wie die Therme Vals oder das Kolumba-Museum in K\u00f6ln. <\/p>\n<p>Der Auftrag, das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) zu erweitern, l\u00e4uft seit 2013. Auch hier wurde die Geduld der Beteiligten strapaziert: Es gab massive Kritik an Funktionalit\u00e4t und \u00c4sthetik des Entwurfs sowie jahrelange politische Debatten \u00fcber \u00f6ffentliche Mittel. Zuletzt wurden die Kosten mit rund 720 Millionen Dollar angegeben.<\/p>\n<p>Mit LACMA-Direktor Michael Govan scheint Zumthor einen Partner auf Augenh\u00f6he zu haben. Bei einer Veranstaltung in der Fondation Beyeler bei Basel, deren Erweiterung ebenfalls von Zumthor geplant wird, gab der Architekt Einblicke in ihr Verh\u00e4ltnis: \u201eIch habe manchmal Angst, dass das, was ich will, nicht umgesetzt wird\u201c, sagte Zumthor, \u201ebin ich paranoid?\u201c Alle K\u00fcnstler seien paranoid, habe Govan geantwortet: \u201eIch behandle dich wie einen K\u00fcnstler. Ich kritisiere dich \u2013 aber du tr\u00e4gst die Verantwortung.\u201c <\/p>\n<p>Zumthor bedankte sich und sagte, sein Entwurf sei eine Hommage an Oscar Niemeyer und jene Architekten, die gro\u00dfe Gesten wagen konnten. Die sogenannten David Geffen Galleries sollen im April 2026 er\u00f6ffnen \u2013 ein riesiges gekr\u00fcmmtes Geb\u00e4ude auf einer Ebene, das sich \u00fcber seine durchgehende Fensterfront gleichsam selbst betrachtet. Oder, wie Govan schw\u00e4rmte: \u201eein Wohnzimmer f\u00fcr Los Angeles\u201c.<\/p>\n<p>Was all diese Projekte verbindet, ist weniger ihre architektonische Qualit\u00e4t als die Frage, die sie aufwerfen: Wie tragf\u00e4hig ist das Museum als Institution in einer Zeit, in der Vertrauen in Kultur und gesellschaftlicher Konsens schwinden? Und ob Museen Orte der Orientierung bleiben k\u00f6nnen \u2013 oder selbst zu Symbolen einer \u00fcberforderten Gegenwart werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Weltweit er\u00f6ffnen 2026 neue Museumsbauten \u2013 von Rotterdam bis Abu Dhabi, von London bis Los Angeles. 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