{"id":738636,"date":"2026-01-22T17:52:11","date_gmt":"2026-01-22T17:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/738636\/"},"modified":"2026-01-22T17:52:11","modified_gmt":"2026-01-22T17:52:11","slug":"die-letzte-apotheke-in-beyenburg-schliesst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/738636\/","title":{"rendered":"Die letzte Apotheke in Beyenburg schlie\u00dft"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine \u00c4ra geht zu Ende. Am Mittwoch ist der letzte Kunde durch die T\u00fcr zur L\u00f6wen-Apotheke geschritten, nun sind Betriebsferien bis zum 31. Januar. Dem Tag, an dem die Apotheke nach fast 30 Jahren ihre Pforten f\u00fcr immer schlie\u00dft.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eEs war der letzte Tag mit Kundenverkehr. Es war eigenartig und unwirklich\u201c, berichtet Inhaber Wolfgang Biehl. 1997 \u00fcbernahmen er und seine Frau Petra die Apotheke und machten sich selbstst\u00e4ndig. Nun hei\u00dft es Abschied nehmen, f\u00fcr ihn, aber auch f\u00fcr die Menschen in Beyenburg. Mit der L\u00f6wen-Apotheke hat die letzte Apotheke im Stadtteil geschlossen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Nachricht verbreitete sich rasant und bereits Wochen zuvor haben sich die Menschen von Wolfgang Biehl verabschiedet. Viele kleine Abschiede, die zeigen, wie gern die Beyenburger die L\u00f6wen-Apotheke hatten. \u201eDie Kunden kamen mit Karten, mit Briefen, mit Tr\u00e4nen in den Augen\u201c, berichtet Biehl. \u201eDie Menschen waren unheimlich herzlich. Ich war richtiggehend \u00fcberw\u00e4ltigt.\u201c Die gro\u00dfe Anteilnahme unterstreicht das gute Verh\u00e4ltnis, das Wolfgang Biehl und sein Team in fast drei Jahrzehnten zu ihren Kunden aufgebaut haben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dennoch sei es kein leichter Weg gewesen. Anstatt einer 40-Stunden-Woche habe Wolfgang Biehl eher 60 Stunden die Woche gearbeitet, sei an zahlreichen Samstagen im Dienst gewesen, dazu kamen Notdienste. Dabei kommt die Begeisterung f\u00fcr die Materie nicht von ungef\u00e4hr: Schon seine Eltern waren Apotheker. Aber das Arbeitspensum war f\u00fcr den leidenschaftlichen Apotheker nicht der Grund, den Laden zu schlie\u00dfen. \u201eIch komme langsam ins Rentenalter\u201c, sagt er. \u201eUnd wir h\u00e4tten eine gr\u00f6\u00dfere Investition vornehmen m\u00fcssen, um unsere Computer-Systeme zu erneuern.\u201c Das Geld daf\u00fcr h\u00e4tte die Apotheke in den anderthalb Jahren bis zu seinem Renteneintritt realistisch nicht wieder erwirtschaftet. Daher sei gen Ende 2025 entschieden worden, die Apotheke zu schlie\u00dfen. Einen Nachfolger gibt es nicht. \u201eDie Situation der Apotheken ist nicht rosig\u201c, sagt Biehl. Daher gebe es nun schon seit einigen Jahren das bundesweite Apothekensterben. Drei wesentliche Faktoren sorgen daf\u00fcr, dass aktuell Sand im Getriebe ist.<\/p>\n<p>Die hohe Arbeitsbelastung <br \/>macht Job unattraktiv      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eEs ist eine hohe Arbeitsbelastung, vor allem, wenn man selbstst\u00e4ndig ist\u201c, erkl\u00e4rt der Apotheker, der urspr\u00fcnglich aus Bonn stammt. \u201eDazu kommt die \u00fcbergeordnete B\u00fcrokratie, die viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Zeit, die der eigentlich wichtigen Arbeit fehlt.\u201c Und dar\u00fcber hinaus? \u201eDie Verg\u00fctung ist nicht gut. Kosten, auch Personalkosten, steigen immer weiter, genauso wie der Arbeitsaufwand.\u201c Da sei der Weg des selbstst\u00e4ndigen Apothekers nicht mehr so attraktiv. Grunds\u00e4tzlich gebe es noch viele Apotheker, aber: \u201eIn einem Angestelltenverh\u00e4ltnis verdienen die im Schnitt 20 Prozent mehr und arbeiten nur 40 Stunden.\u201c Die Verh\u00e4ltnisse stimmen also nicht. Und doch sind es zahllose kleine Dinge, die die Zeit in und mit der L\u00f6wen-Apotheke in Beyenburg besonders gemacht haben. \u201eWir hatten richtig viel Spa\u00df mit den Kunden und haben immer viel gelacht. Das wird mir fehlen\u201c, sagt Wolfgang Biehl. Das Vertrauen und die pers\u00f6nlichen Bindungen bauten sich \u00fcber die Jahre und Jahrzehnte auf. \u201eWir konnten die Kunden in Ruhe beraten, es gab keinen Stress, keine ungeduldigen Schlangen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wolfgang Biehl wird nicht sofort in Rente gehen. \u201eDa ich nicht von 100 auf 0 gehen wollte, arbeite ich noch in der Schwelmer Apotheke zehn Stunden die Woche.\u201c Das Geb\u00e4ude geh\u00f6rt seiner Frau Petra, das Ladenlokal wird zun\u00e4chst leer stehen. Allerdings gebe es bereits Interessenten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine \u00c4ra geht zu Ende. 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