{"id":738746,"date":"2026-01-22T18:53:11","date_gmt":"2026-01-22T18:53:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/738746\/"},"modified":"2026-01-22T18:53:11","modified_gmt":"2026-01-22T18:53:11","slug":"kasachstan-hat-die-gravierendsten-stoerungen-deutschlands-neues-oel-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/738746\/","title":{"rendered":"\u201eKasachstan hat die gravierendsten St\u00f6rungen\u201c \u2013 Deutschlands neues \u00d6l-Problem"},"content":{"rendered":"<p>Kasachstan, der drittgr\u00f6\u00dfte \u00d6lversorger der EU, hat gro\u00dfe Lieferschwierigkeiten. Nach der Besch\u00e4digung eines wichtigen Pipelineterminals sind auch noch Br\u00e4nde auf dem gr\u00f6\u00dften \u00d6lfeld des Landes ausgebrochen. Davon sind bereits deutsche Raffinerien betroffen, vor allem in einer Region.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nach den Sanktionen gegen <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/russlands-oelpreis-schock-trumps-sanktionen-fuehren-zu-verwerfungen\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/russlands-oelpreis-schock-trumps-sanktionen-fuehren-zu-verwerfungen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Russland<\/a> hat sich Kasachstan zum drittwichtigsten \u00d6llieferanten der Europ\u00e4ischen Union entwickelt: Der Zentralasiatische Staat lieferte im vergangenen Jahr fast so viel Roh\u00f6l wie die beiden f\u00fchrenden Exporteure USA und Norwegen. Doch mit der Entfernung wachsen offenbar auch die Unsicherheiten. <\/p>\n<p>Denn das gr\u00f6\u00dfte Binnenland der Erde hat aktuell Schwierigkeiten, das Schwarze Gold au\u00dfer Landes zu bringen: Zu Beginn der Woche brachen zwei Br\u00e4nde auf dem gr\u00f6\u00dften \u00d6lfeld des Landes \u201eTengiz\u201c aus. Der Betreiber, US-Energiemulti Chevron, legte die Produktion komplett still und setzte die Exporte aus. Wann die Lieferungen wieder aufgenommen werden k\u00f6nnen, wurde auch am Dienstag nicht mitgeteilt. Das Feld \u201eTengiz\u201c produziert rund 40 Prozent der Exportmengen Kasachstans.<\/p>\n<p>\u00d6l aus Kasachstan flie\u00dft auch nach Deutschland: Der unter Treuhand stehende russische Energiekonzern Rosneft Deutschland importiert das Roh\u00f6l aus Zentralasien, um es in seiner Raffinerien PCK in Schwedt an der Oder zu verarbeiten. Die Versorgung Nordost-Deutschlands, einschlie\u00dflich Berlins und des Hauptstadtflughafens BER h\u00e4ngen von den Benzin- und Kerosinlieferungen der PCK zu 90 Prozent ab. <\/p>\n<p>Ukrainische Drohne besch\u00e4digt Exportterminal<\/p>\n<p>Auf Nachfrage erkl\u00e4rte ein Sprecher von Rosneft Deutschland, die PCK-Lieferungen seien von den Problemen in Kasachstan kaum betroffen: Man beziehe den Brennstoff vor allem aus dem \u201eKarachaganak Field\u201c im Westen Kasachstans. <\/p>\n<p>Allerdings geh\u00f6ren auch die Raffinerien Bayernoil und Miro Karlsruhe zu den Importeuren. Das Roh\u00f6l aus Kasachstan wird normalerweise vom \u201eCaspian Pipeline Consortium\u201c \u00fcber die CPC-Leitung um das Kaspische Meer herum an die russische Schwarzmeerk\u00fcste transportiert und dort auf Tanker verladen. Die Ladung wird im italienischen Hafen Triest gel\u00f6scht und \u00fcber die \u201eTransalpine \u00d6lleitung\u201c (TAL) Richtung Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg geschickt.<\/p>\n<p>Diese Route war allerdings schon im Dezember unter Druck gekommen, als ein ukrainischer Drohnen-Angriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Noworossiysk auch die dortigen Terminalanlagen Kasachstans zum Teil zerst\u00f6rte. <\/p>\n<p>Auch Anfang Januar waren die Liefermengen aus Zentralasien erneut zur\u00fcckgegangen. Jetzt kommt auch noch das Produktions-Aus des gr\u00f6\u00dften \u00d6lfeldes hinzu. Die Lage in Kasachstan entwickle sich von \u201eschlecht\u201c in Richtung \u201eschlechter\u201c, kommentierte Javier Blas, f\u00fchrender Energieexperte der Agentur Bloomberg die Entwicklung. Insgesamt w\u00fcrde die Produktion um 900.000 Barrel (Fass mit 159 Litern) einbrechen.  <\/p>\n<p>Eine Minderversorgung der s\u00fcddeutschen Raffinerien k\u00f6nnte zu regionalen Preissteigerungen f\u00fchren. Aktuell ist der internationale Roh\u00f6lmarkt zwar <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/oelpreis-koennte-bis-2027-um-50-prozent-fallen\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/oelpreis-koennte-bis-2027-um-50-prozent-fallen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">sehr gut versorgt<\/a>, doch sind Raffinerien in der Regel technisch auf die Verarbeitung einer bestimmten Roh\u00f6lsorte eingestellt. Es bedeutet einen zeitlichen Aufwand und Kosten, die Anlagen auf andere Qualit\u00e4ten umzustellen, \u201e\u00fcber Nacht\u201c ist dies nicht m\u00f6glich. Eine Sprecherin des Bayerischen Wirtschaftsministeriums erkl\u00e4rte, die Lage pr\u00fcfen zu lassen. <\/p>\n<p>Die regionalen \u00d6lpreise in Europa sind bereits betroffen, berichtet die Agentur Bloomberg. Ausschlaggebend daf\u00fcr seien die geringeren F\u00f6rdermengen der kasachischen CPC-Sorte. Produktionsausf\u00e4lle in Libyen und in einigen Nordseefeldern h\u00e4tten ebenfalls dazu beigetragen. \u201eWTI Midland, eine wichtige Sorte f\u00fcr die Festlegung des globalen Referenzpreises Dated Brent, wurde am Dienstag mit einem Aufschlag von 2,90 US-Dollar gehandelt \u2013 dem h\u00f6chsten Wert seit \u00fcber einem Jahr\u201c, meldet Boomberg. Auch der Preis f\u00fcr Azeri Light, eine beliebte Sorte bei Raffinerien im Mittelmeerraum, erreichte ein Einjahreshoch.<\/p>\n<p>\u201eW\u00e4hrend die \u00d6lm\u00e4rkte zu Jahresbeginn von Versorgungsrisiken infolge der Unruhen im Iran und in Venezuela dominiert wurden, hat Kasachstan die gravierendsten kurzfristigen St\u00f6rungen zu verzeichnen\u201c, hei\u00dft es bei Bloomberg. Die K\u00fcrzungen dort seien \u201emengenm\u00e4\u00dfig erheblich \u2013 die Verladungen sind in diesem Monat gegen\u00fcber dem urspr\u00fcnglichen Plan um fast die H\u00e4lfte zur\u00fcckgegangen.\u201c<\/p>\n<p>Die Bedeutung Kasachstans f\u00fcr die deutsche Energieversorgung hatte zuletzt  deutlich zugenommen, meldet auch der Fachdienst der Agentur Reuters: Nach Angaben des Pipeline-Betreibers Kaztransoil flossen 2025 \u00fcber \u2060die russische Druschba-Pipeline 2,146 \u2060Millionen Tonnen kasachisches \u00d6l in die Bundesrepublik. Dies entspreche einem Anstieg von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Russland stellt Kasachstan diese Pipeline zur Durchleitung zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzcenter von WELT und \u201e<\/b><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.businessinsider.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>Business Insider Deutschland<\/b><\/a><b>\u201c erstellt.<\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-wetzel\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-wetzel\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>Daniel Wetzel<\/b><\/a><b> ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet \u00fcber Energiewirtschaft und Klimapolitik. Er wurde 2007 vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit dem Robert-Mayer-Preis ausgezeichnet und vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universit\u00e4t K\u00f6ln 2009 mit dem Theodor-Wessels-Preis.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kasachstan, der drittgr\u00f6\u00dfte \u00d6lversorger der EU, hat gro\u00dfe Lieferschwierigkeiten. 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