{"id":738963,"date":"2026-01-22T20:51:26","date_gmt":"2026-01-22T20:51:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/738963\/"},"modified":"2026-01-22T20:51:26","modified_gmt":"2026-01-22T20:51:26","slug":"drillingsgeburt-in-moers-happy-end-nach-fruehchen-drama","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/738963\/","title":{"rendered":"Drillingsgeburt in Moers: Happy End nach Fr\u00fchchen\u2011Drama"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">  130 Tage: So lange hat es f\u00fcr drei kleine Menschen gedauert, sich ins Leben zu k\u00e4mpfen. Am Ende haben es Eslem, Ikra und Hafsa geschafft: Sie leben, und sie sind gesund. Aber der Reihe nach.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als die mit Drillingen schwangere Zerrin Mintas am 26. August 2025 in der 25. Schwangerschaftswoche (SSW) station\u00e4r im Moerser Bethanien aufgenommen wird, brechen aufregende und teils auch aufreibende Tage an \u2013 f\u00fcr die werdende Mutter, ihren Mann H\u00fcseyin Mintas und das pflegerische und \u00e4rztliche Team. Zu diesem Zeitpunkt ahnen die jungen Eltern noch nicht, dass ihre Kinder das Krankenhaus erst nach mehr als vier Monaten werden verlassen k\u00f6nnen. Am 6. Januar 2026 durften die Drillinge endlich nach Hause ziehen.<\/p>\n<p>Experten f\u00fcr Mehrlingsgeburten      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eBis zur etwa 25. SSW verlief die Schwangerschaft meiner Frau reibungslos, wir wurden engmaschig betreut\u201c, berichtet Vater H\u00fcseyin Mintas jetzt in einer Mitteilung des Krankenhauses. Im August vergangenen Jahres bemerkt Zerrin Mintas jedoch, dass irgendetwas nicht stimmt. Ihre Gyn\u00e4kologin stellt bei einer Untersuchung fest, dass die Kinder es eilig haben und eine Fr\u00fchgeburt droht. Sofort wird Zerrin Mintas station\u00e4r aufgenommen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als Perinatalzentrum Level 1, also einer Einrichtung der h\u00f6chsten Versorgungsstufe f\u00fcr Fr\u00fchgeborene, sind die Geburtsklinik und die Kinderklinik des Bethanien Moers auf Risikoschwangerschaften beziehungsweise -geburten spezialisiert. F\u00fcr solche F\u00e4lle h\u00e4lt das Krankenhaus ein multiprofessionelles Team vor, das speziell ausgebildet ist.<\/p>\n<p>Hoch qualifizierte Fachkr\u00e4fte      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die besondere Herausforderung liege unter anderem darin, das n\u00f6tige Personal in Pflege und Medizin vorzuhalten, sagen die beiden verantwortlichen Chef\u00e4rzte G\u00fcnd\u00fcz Selcan (Klinik f\u00fcr Kinder- &amp; Jugendmedizin) und Peter T\u00f6nnies (Klinik f\u00fcr Gyn\u00e4kologie, Geburtshilfe, Gyn\u00e4kologische Onkologie &amp; Senologie). Denn bei einer Hochrisikoentbindung wie einer extrem fr\u00fchen Drillingsfr\u00fchgeburt per Kaiserschnitt werden pro Baby mindestens zwei \u00c4rzte und zwei Intensivfachpflegefachkr\u00e4fte neben einer Hebamme, zwei \u00e4rztlichen Geburtshelfern, einem An\u00e4sthesisten, einer An\u00e4sthesiekraft und zwei OP-Pflegekr\u00e4ften ben\u00f6tigt. Das seien mindestens 15 hoch qualifizierte Fachkr\u00e4fte, die notfalls 24\/7 bereitstehen m\u00fcssen, so die Chef\u00e4rzte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eine enge Absprache zwischen allen Beteiligten findet laut Bethanien bereits vorher statt. Jeden Tag werde dazu neu geschaut, wie der Gesundheitszustand von Mutter und Kindern sei, hei\u00dft es. Da sich dieser bei Zerrin Mintas zunehmend verschlechtert, muss wenige Tage nach der station\u00e4ren Aufnahme gehandelt werden.<\/p>\n<p>Entscheidung f\u00fcr Kaiserschnitt      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am 30. August 2025 f\u00e4llt die Entscheidung, die Babys per Kaiserschnitt zu holen. \u201eMan ist dann immer etwas in der Bredouille. Selbst, wenn Mehrlingsschwangerschaften generell k\u00fcrzer verlaufen, versucht man im Idealfall bis zur 35. SSW zu kommen. Man w\u00e4gt ab: Wie geht es der Mutter, wie geht es den Kindern? Am Ende geht es hier um das Leben von insgesamt vier Personen\u201c, sagt Selcan.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als Leitende Ober\u00e4rztin der Klinik f\u00fcr Gyn\u00e4kologie, Geburtshilfe, Gyn\u00e4kologische Onkologie &amp; Senologie ist Almut Raabe als Geburtshelferin an der Abw\u00e4gung entscheidend beteiligt. \u201eEs ist immer unser gemeinsames Bestreben, die Kinder so lange wie m\u00f6glich, und nat\u00fcrlich medizinisch vertretbar, im Mutterleib zu behalten\u201c, sagt sie. \u201eMan k\u00e4mpft um jeden Tag, um lange und weit zu kommen. Das war auch bei Familie Mintas der Fall. Trotz der verschiedensten H\u00fcrden gelang es uns, dann doch noch bis zur 26. Schwangerschaftswoche zu kommen.\u201c<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAls feststand, dass Ikra, Eslem und Hafsa am 30. August per Kaiserschnitt geholt werden sollten, war es unglaublich, zu sehen, wie viele Menschen im OP standen\u201c, erz\u00e4hlt Zerrin Mintas. \u201eZwischen 19 Uhr, als das Ganze festgelegt wurde, und 23 Uhr, als es dann losging, sind so viele zusammengekommen. Einer der \u00c4rzte hatte an dem Tag sogar Geburtstag und ist extra l\u00e4nger geblieben. Das alles hat uns sehr beeindruckt.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Katharina Luczak und Sabine Labus, Ober\u00e4rztinnen der Klinik f\u00fcr Kinder- &amp; Jugendmedizin, beschreiben die damalige Situation so: \u201eIn solchen Momenten steht man als Team zusammen. Dazu haben viele Kolleginnen und Kollegen alles stehen und liegen gelassen, sind von zu Hause oder aus dem Dienstfrei gekommen. Man fiebert immer mit und freut sich dann, dass alle drei Babys gut auf die Welt gekommen sind.\u201c<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Beatmung und Herzprobleme      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Mediziner wissen allerdings: Die sogenannten Krisen treten bei Extremfr\u00fchgeborenen meist erst sp\u00e4ter auf. So ist es auch bei Eslem, Ikra und Hafsa. \u201eZun\u00e4chst haben alle drei selbstst\u00e4ndig geatmet\u201c, erinnert sich G\u00fcnd\u00fcz Selcan. \u201eIm Verlauf mussten zwei der Babys k\u00fcnstlich beatmet werden. Eines der M\u00e4dchen wog gerade einmal 530 Gramm. Au\u00dferdem trat bei einem Fr\u00fchgeborenen eine Lungenkomplikation auf. So etwas muss schnellstm\u00f6glich behandelt werden.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Hinzu kommen bei allen drei Babys Probleme mit dem Herzen, die sich nur mit einer Operation behandeln lassen. \u201eDas war auf jeden Fall f\u00fcr alle ein einschneidendes Erlebnis\u201c, berichtet Sabine Labus. \u201eZeitgleich wurden die Babys aufgrund ihrer unterschiedlichen gesundheitlichen Situation an verschiedenen Orten wegen ihrer Herzprobleme behandelt: Ein Baby blieb bei uns, eines wurde per Helikopter in eine Klinik nach Bonn geflogen und eines kam in das Herzzentrum nach Duisburg, wo die Eingriffe innerhalb eines Tages beziehungsweise wenige Tage sp\u00e4ter durchgef\u00fchrt wurden.\u201c<\/p>\n<p>Extremsituation f\u00fcr alle      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr die jungen Eltern ist das eine Extremsituation. \u201eW\u00e4hrend der Zeit, als die Eingriffe an den Herzen stattgefunden haben, haben wir rund 3000 Kilometer mit dem Auto zur\u00fcckgelegt, um alle drei zu besuchen und sehen zu k\u00f6nnen\u201c, erinnert sich H\u00fcseyin Mintas. Vater und Mutter wollen allen drei Kindern gleich gerecht werden. Um das zu schaffen, h\u00e4tten beide wirklich einen Spagat hingelegt, sagt auch Petra H\u00fcbbers, Leitung der Fr\u00fchgeborenenstation am Krankenhaus Bethanien: \u201eSie waren Tag und Nacht f\u00fcr die drei da und haben teilweise erstaunliche Strecken auf sich genommen.\u201c<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie enorm gro\u00df das Gl\u00fcck in diesem Fall wirklich ist, betont G\u00fcnd\u00fcz Selcan: Bei dieser Geschichte sei es wahrlich ein Wunder, dass keines der Babys eine Hirnblutung gehabt hat, sagt der Chefarzt. \u201eDiese kommen in solchen F\u00e4llen leider nicht selten vor und haben einen entscheidenden Einfluss auf die sp\u00e4tere Entwicklung der Kinder.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein gro\u00dfes Lob an die Drillingseltern f\u00fcgt Hebamme Corinna Skowronek noch hinzu: \u201eIch finde es bemerkenswert, dass die Mutter alle drei Babys stillt beziehungsweise stillen kann \u2013 und ihnen damit eine Teilern\u00e4hrung mit Muttermilch erm\u00f6glicht\u201c, sagt sie. \u201eDas ist aus verschiedensten Gr\u00fcnden gar nicht immer selbstverst\u00e4ndlich. Ebenso eindrucksvoll war es f\u00fcr uns als Hebammenteam zu sehen, wie motiviert und mit gef\u00fchlt stets guter Laune die Eltern Tag und Nacht f\u00fcr ihre Kinder da waren.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auf jeden Fall: Alles Bangen und Hoffen zahlt sich am Ende aus. In den Wochen nach den Operationen wachsen und genesen alle drei Babys \u2013 nach und nach, Schritt f\u00fcr Schritt. Das Team des Krankenhauses Bethanien macht das stolz. Es sei ein tolles Gef\u00fchl, zu sehen, dass die Babys nach Hause entlassen werden k\u00f6nnen; dass man es geschafft und die Geschichte ein gl\u00fcckliches Ende genommen habe, hei\u00dft es.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch die Drillingseltern sind sich einig: \u201eWir haben uns in dieser durchaus sehr belastenden Zeit an den positiven Dingen festgehalten\u201c, sagt H\u00fcseyin Mintas. \u201eAls eines der drei M\u00e4dchen f\u00fcr die Herz-OP nach Bonn geflogen wurde, haben wir uns beispielsweise gesagt, wie toll es ist, dass sie so jung schon einen Helikopterflug erlebt. Wir haben in diesen rund 130 Tagen sehr viele sehr nette Menschen kennengelernt, das ist fast schon wie eine Familie. Auch bei dem extremen Stress, der hier manchmal herrscht, hat man sich immer Zeit f\u00fcr uns und unsere Fragen genommen.\u201c Und Mutter Zerrin Mintas erg\u00e4nzt: \u201eWir sind allen hier unsagbar dankbar. So ein gro\u00dfes Team hat so viel gegeben, damit es uns heute so gut geht.\u201c<\/p>\n<p>Tipps f\u00fcr Eltern in \u00e4hnlichen Situationen      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Angesprochen auf Tipps f\u00fcr Eltern, die sich in einer \u00e4hnlichen Situation befinden, erkl\u00e4ren die Moerser: \u201eWichtig ist, dass man auch in so einer Situation nicht alleine ist. Man darf sich bewusst machen, dass man Unterst\u00fctzung braucht und diese auch annehmen. Man braucht jemanden, der oder die zuh\u00f6rt. Unsere Familie war immer f\u00fcr uns erreichbar und hat uns unter die Arme gegriffen. Wir freuen uns jetzt auf unser Zuhause und darauf, mit unseren Kindern alles nachzuholen, was in den letzten Wochen vielleicht zu kurzgekommen ist.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"130 Tage: So lange hat es f\u00fcr drei kleine Menschen gedauert, sich ins Leben zu k\u00e4mpfen. 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