{"id":740317,"date":"2026-01-23T09:39:14","date_gmt":"2026-01-23T09:39:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/740317\/"},"modified":"2026-01-23T09:39:14","modified_gmt":"2026-01-23T09:39:14","slug":"mieten-notstand-in-muenchen-so-will-die-linke-dagegen-angehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/740317\/","title":{"rendered":"Mieten-Notstand in M\u00fcnchen: So will die Linke dagegen angehen"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Seit 2014 sind die Mieten in M\u00fcnchen um 60 Prozent gestiegen\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/person\/stefan-jagel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stefan Jagel<\/a>, Fraktionschef und OB-Kandidat der Linken. &#8222;Wir wollen deshalb, dass der n\u00e4chste Stadtrat das Mietenthema ganz nach oben priorisiert.\u201c<\/p>\n<p>Um dem mehr Nachdruck nicht nur aus dem Stadtrat, sondern auch aus der Zivilgesellschaft zu verleihen, sammelt die Linke derzeit 15.000 Unterschriften f\u00fcr einen sogenannten B\u00fcrgerantrag. In diesem wird gefordert, den Mieten-Notstand in M\u00fcnchen zu erkl\u00e4ren und Sofortma\u00dfnahmen dagegen zu ergreifen.<\/p>\n<p>Dazu hat man f\u00fcnf Punkte ausgearbeitet, die zugleich die dringendsten Probleme beim Thema Mieten in M\u00fcnchen spiegeln: Bezahlbaren Wohnraum schaffen, illegale Wuchermieten bek\u00e4mpfen, m\u00f6bliertes Wohnen unterbinden, Leerstand beenden und \u00fcberteuerte Heizkosten verhindern.<\/p>\n<p>Dass ein Mieten-Notstand in M\u00fcnchen herrscht, steht f\u00fcr die Linke au\u00dfer Frage. Viele Menschen m\u00fcssten mittlerweile an die 50 Prozent des Einkommens f\u00fcr die Miete ausgeben, hei\u00dft es. &#8222;Das Grundrecht auf angemessenes Wohnen wird in M\u00fcnchen l\u00e4ngst nicht mehr gew\u00e4hrleistet\u201c, sagt Stadtratskandidatin Liliana Parente.<\/p>\n<p>&#8222;Das darf in einer Stadt wie M\u00fcnchen einfach nicht sein&#8220;<\/p>\n<p>Wie die genannten Missst\u00e4nde B\u00fcrger konkret betreffen, berichtet etwa Stephanie Wasser, Mieterin der M\u00fcnchner Wohnen im Harthof. Seit drei Jahren hatten sich die Heizkosten f\u00fcr die Mieter dort verdreifacht. Die Folge: hohe Nachzahlungen von teils mehreren Tausend Euro (<a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/muenchen\/fast-2000-euro-nebenkostenabrechnung-frustriert-mieter-in-muenchen-art-954565\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\" title=\"Nebenkostenabrechnung frustriert Mieter in M\u00fcnchen: &quot;Fast 2000 Euro!&quot;\">AZ berichtete<\/a>). <br \/>In der Siedlung lebten viele Rentner und wirtschaftlich schwache Menschen, so Wasser. &#8222;Die Leute waren verzweifelt, die haben keine solchen R\u00fccklagen. Viele sch\u00e4mten sich auch&#8220;, sagt sie. &#8222;Das ist schon krass, wenn man vor dem Ruin steht, oder f\u00fcrchtet, die Wohnung zu verlieren, nur weil man die Heizung anmacht. Das darf in Deutschland und einer reichen Stadt wie M\u00fcnchen einfach nicht sein.\u201c<\/p>\n<p>Ursache, so die Linke, sei die Anwendung von b\u00f6rsennotierten Indizes bei der Berechnung des Fernw\u00e4rmepreises der <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/stadtwerke-muenchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtwerke M\u00fcnchen<\/a> und bei Vertr\u00e4gen f\u00fcr Gaszentralheizungen. Dies m\u00fcsse verboten werden, so eine Forderung.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1649541_linke-protest007_artikelbild-100proz_1FsDzR_hdl5B8.jpg\" alt=\"Stephanie Wasser ist Mieterin der M\u00fcnchner Wohnen im Harthof. Hier waren viele mit enorm gestiegenen Heizkosten konfrontiert.\" title=\"Stephanie Wasser ist Mieterin der M\u00fcnchner Wohnen im Harthof. Hier waren viele mit enorm gestiegenen Heizkosten konfrontiert.\" width=\"812\" height=\"541\"\/><\/p>\n<p>      Stephanie Wasser ist Mieterin der M\u00fcnchner Wohnen im Harthof. Hier waren viele mit enorm gestiegenen Heizkosten konfrontiert.<br \/>\n      \u00a9 Daniel von Loeper<\/p>\n<p>    Stephanie Wasser ist Mieterin der M\u00fcnchner Wohnen im Harthof. Hier waren viele mit enorm gestiegenen Heizkosten konfrontiert.<\/p>\n<p>von Daniel von Loeper <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>M\u00f6bliertes Wohnen hebelt Erhaltungssatzungen aus<\/p>\n<p>Ein weiteres Riesen-Thema in der Stadt: m\u00f6blierte Wohnungen. &#8222;Fast jede dritte Wohnung im Wohnungsmarkt wird m\u00f6bliert angeboten\u201c, sagt Liliana Parente. &#8222;Das mag manchmal ok sein, in den meisten F\u00e4llen ist es aber profitgesteuert.\u201c Man k\u00f6nne leicht ein paar billige M\u00f6bel in eine Wohnung stellen und schon gelten keinerlei Regeln und Begrenzungen mehr. Gerade in Erhaltungssatzungsgebieten w\u00fcrden die Regeln zum Mieterschutz so unterwandert.<\/p>\n<p>Constanze Ziegler von der Mietergemeinschaft Herzogstra\u00dfe 86 erlebt das seit Jahren am eigenen Leib. Ihr Wohnhaus, in dem sie in einer Wohngemeinschaft lebt, wurde nach dem Tod der Vermieterin 2021 an zwei Unternehmen verkauft. <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/muenchen\/verzweifelte-mieter-in-muenchen-wenden-sich-an-stadt-schwabinger-zunichtegemacht-art-987688\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\" title=\"Verzweifelte Mieter in M\u00fcnchen wenden sich an Stadt: &quot;Schwabinger Charakter zunichtegemacht&quot;\">Seitdem wurden Wohnungen und Zimmer in dem unsanierten Altbau mit Bad und K\u00fcche auf dem Flur zun\u00e4chst nicht mehr vermietet und standen jahrelang leer<\/a>. Dann wurden Umbaupl\u00e4ne bekannt. Erst seit dem vergangenen Sommer werden wieder Wohnungen vergeben, so Ziegler, aber m\u00f6bliert, zum doppelten Preis und immer sehr kurz befristet, so Ziegler. Dabei gelte auch dort eine Erhaltungssatzung.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Linke w\u00e4re eine L\u00f6sung gegen derlei Praktiken, eine Genehmigungspflicht f\u00fcr m\u00f6bliertes Wohnen auf Zeit und ein grunds\u00e4tzliches Verbot, etwa bei Boardingh\u00e4usern einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1649542_linke-protest006_artikelbild-100proz_1FsDzT_BheTHv.jpg\" alt=\"Constanze Ziegler engagiert sich in der Mietergemeinschaft Herzogstra\u00dfe 86.\" title=\"Constanze Ziegler engagiert sich in der Mietergemeinschaft Herzogstra\u00dfe 86.\" width=\"812\" height=\"541\"\/><\/p>\n<p>      Constanze Ziegler engagiert sich in der Mietergemeinschaft Herzogstra\u00dfe 86.<br \/>\n      \u00a9 Daniel von Loeper<\/p>\n<p>    Constanze Ziegler engagiert sich in der Mietergemeinschaft Herzogstra\u00dfe 86.<\/p>\n<p>von Daniel von Loeper <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>&#8222;Wie im Wilden Westen&#8220;<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Problemfeld: Wuchermieten. Die Schwierigkeit dabei sei, dass Mieter in der Beweispflicht sind. Obwohl es sich um eine Straftat handele, trauten sich daher viele nicht, sich gegen Mietwucher zu wehren. Was wenig verwunderlich sei, &#8222;wenn man sonst nichts anderes findet, und ich riskiere, obdachlos zu werden&#8220;, so Liliana Parente. &#8222;In M\u00fcnchen haben wir aber eine Situation wie im Wilden Westen. Investoren k\u00f6nnen nicht einfach verlangen, so viel sie wollen.\u201c <br \/>Was es deshalb brauche, sei eine umfassend ausgestattete st\u00e4dtische Meldestelle, wie es sie in Frankfurt bereits gebe, die Betroffene unterst\u00fctzt, ber\u00e4t und gegebenenfalls auch die Staatsanwaltschaft kontaktiert.<\/p>\n<p>Und dann ist da trotzdem noch der Leerstand: 22.000 Wohnungen stehen laut Zensus in M\u00fcnchen langfristig leer, so Christian Schwarzenberger, ebenfalls Stadtratskandidat. Anders als oft behauptet, k\u00f6nne die Stadt hier sehr wohl etwas tun, n\u00e4mlich eine kommunale Leerstandsabgabe einf\u00fchren, f\u00fcr Wohnimmobilien, die l\u00e4nger als sechs Monate leer stehen. In \u00d6sterreich gebe es das bereits, so Christian Schwarzenberger.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1649543_linke-protest008_artikelbild-100proz_1FsDzU_O45pcP.jpg\" alt=\"Sabine Herrmann ist Beraterin beim Mietsh\u00e4usersyndikat M\u00fcnchen. Sie warnt: &quot;Ohne F\u00f6rderung kommt der soziale Wohnungsbau zum erliegen.&quot;\" title=\"Sabine Herrmann ist Beraterin beim Mietsh\u00e4usersyndikat M\u00fcnchen. Sie warnt: &quot;Ohne F\u00f6rderung kommt der soziale Wohnungsbau zum erliegen.&quot;\" width=\"812\" height=\"1219\"\/><\/p>\n<p>      Sabine Herrmann ist Beraterin beim Mietsh\u00e4usersyndikat M\u00fcnchen. Sie warnt: &#8222;Ohne F\u00f6rderung kommt der soziale Wohnungsbau zum erliegen.&#8220;<br \/>\n      \u00a9 Daniel von Loeper<\/p>\n<p>    Sabine Herrmann ist Beraterin beim Mietsh\u00e4usersyndikat M\u00fcnchen. Sie warnt: &#8222;Ohne F\u00f6rderung kommt der soziale Wohnungsbau zum erliegen.&#8220;<\/p>\n<p>von Daniel von Loeper <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Die Bek\u00e4mpfung von Leerstand w\u00e4re auch f\u00fcr Projekte wie das Mietsh\u00e4usersyndikat eine Alternative zum Neubau, sagt Sabine Herrmann, Beraterin beim M\u00fcnchner Mietsh\u00e4usersyndikat. Denn: auch beim gef\u00f6rderten Wohnungsbau muss etwas geschehen. Durch die Streichung vieler F\u00f6rderungen, k\u00f6nnten Genossenschaften oder gemeinwohlorientierte Wohnungsbaugesellschaften Projekte, die zuletzt ohnehin nur noch dank F\u00f6rdergeldern m\u00f6glich waren, nun gar nicht mehr umsetzen, erkl\u00e4rt Herrmann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/die-linke\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Linke<\/a> fordert daher Investitionen von mindestens einer Milliarde Euro und ein Ankaufprogramm f\u00fcr Grund sowie Bestandsimmobilien, um diese in \u00f6ffentliche Hand zu bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Seit 2014 sind die Mieten in M\u00fcnchen um 60 Prozent gestiegen\u201c, sagt Stefan Jagel, Fraktionschef und OB-Kandidat der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":740318,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,536,35173,30,15626,10917,8677,169505,169506,30745,1268,8,1463,2192],"class_list":{"0":"post-740317","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-die-linke","11":"tag-genossenschaften","12":"tag-germany","13":"tag-heizkosten","14":"tag-kommunalwahl","15":"tag-leerstand","16":"tag-mieten-mieter","17":"tag-mietshaeusersyndikat","18":"tag-mietwucher","19":"tag-muenchen","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-wohnen","22":"tag-wohnungsbau"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115943752792789619","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/740317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=740317"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/740317\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/740318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=740317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=740317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=740317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}