{"id":741697,"date":"2026-01-23T22:11:14","date_gmt":"2026-01-23T22:11:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/741697\/"},"modified":"2026-01-23T22:11:14","modified_gmt":"2026-01-23T22:11:14","slug":"glasfaser-strategiewechsel-der-telekom-auf-dem-land-ist-die-action","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/741697\/","title":{"rendered":"Glasfaser-Strategiewechsel der Telekom: Auf dem Land ist die Action"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Glasfaser-Strategiewechsel der Telekom: Auf dem Land ist die Action<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Deutsche Telekom steht in ihrem Heimatmarkt unter Druck: Lange Zeit hatten die Bonner den Glasfaser-Ausbau eher damit vorangetrieben, B\u00fcrgersteige statt B\u00fcrger mit Leitungen zu versorgen. Doch damit soll jetzt Schluss sein: Eine Million Glasfaseranschl\u00fcsse will die Deutsche Telekom 2027 mit ihren Partnern bis in die Haushalte legen. Und daf\u00fcr sieht sie sich auf Kurs: 25 Millionen Glasfaseranschl\u00fcsse bis 2030 seien weiterhin das Ziel, setzt der seit M\u00e4rz 2025 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Vertrag-von-Telekom-Chef-Hoettges-verlaengert-10258249.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00fcr Deutschland zust\u00e4ndige Vorstand Rodrigo Diehl<\/a> die Marke fest.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Damit sei nicht nur \u201eHomes Passed\u201c gemeint, also Glasfaser am B\u00fcrgersteig, versichern gleich mehrere Vertreter des Konzerns. Und auch nicht einfach nur \u201eFibre to the building\u201c (FTTB), also Hausstich und Netzabschlusspunkt im Keller. Sondern wirklich bis zum Endkunden verf\u00fcgbare Glasfaser \u2013 in Mehrfamilienh\u00e4usern also auch mit der notwendigen Verkabelung im Haus, die Netzebene 4 (NE4).<\/p>\n<p>Aus 12,5 Millionen Haushalten, an denen 870.000 Kilometer Telekom-Glasfaser vorbeif\u00fchren, soll also absehbar mehr als die H\u00e4lfte aller deutschen Haushalte werden. Damit leitet der geb\u00fcrtige Argentinier Diehl einen Strategiewechsel ein. Diehl will die verschiedenen Ziele, die sich die Telekom \u00fcber die Jahre gesetzt hat, nun auch tats\u00e4chlich erreichen.<\/p>\n<p>Take-Up-Rate soll deutlich steigen<\/p>\n<p>Rein freiwillig geschieht das nicht: Immer gr\u00f6\u00dfer wird der Druck, dass das DSL-Netz in einem geordneten Prozess abgeschaltet werden soll. Die EU-Kommission will diese <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Netz-Regulierung-EU-Kommission-legt-Entwurf-fuer-Digital-Networks-Act-vor-11149389.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eKupfer-Glas-Migration\u201c bis sp\u00e4testens 2035<\/a> europaweit erreicht haben. Die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Regulierer-Kupfernetze-bei-80-Prozent-FTTH-abschalten-11146624.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesnetzagentur hat als zust\u00e4ndige Regulierungsbeh\u00f6rde dazu in dieser Woche ein Konzept<\/a> vorgestellt.<\/p>\n<p>Die Festnetzanschl\u00fcsse sind f\u00fcr das Deutschlandgesch\u00e4ft der Telekom mit zwei Dritteln der Ums\u00e4tze das Brot-und-Butter-Gesch\u00e4ft. Sie hat ihre Infrastruktur in den vergangenen Jahren bereits deutlich ausgebaut, auch wenn in der Branche \u00fcber die genaue Investitionsh\u00f6he sehr unterschiedliche Rechnungen existieren.<\/p>\n<p>Die Kunden sehen bislang meist wenig Grund, auf Glasfaser zu wechseln: zu hohe Preise f\u00fcr Produkte, deren Leistungsf\u00e4higkeit den Bedarf vieler Nutzer \u00fcbersteigt. Das ist ein Problem \u2013 wenn auch bislang weniger f\u00fcr die Telekom als f\u00fcr ihre Konkurrenten, die von der DSL-Nutzung nicht profitieren. Die sogenannte Take-Up-Rate, das Verh\u00e4ltnis zwischen vorhandenen und auch tats\u00e4chlich gebuchten Anschl\u00fcssen, war bislang ausgesprochen schlecht. Im vergangenen Jahr berichtete der Konzern von mageren 16 Prozent.<\/p>\n<p>Doch auch die Telekom muss weg von der alten Technik. W\u00e4hrend die Ausbaukosten in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen sind \u2013 laut Telekom seit 2020 um 46 Prozent \u2013 halten die Verbraucherpreise nicht Schritt. Doch der Anbieter steht vor dem Dilemma: Entweder baut er selbst aus und schlie\u00dft an \u2013 oder er verliert Kunden dauerhaft an die Konkurrenz. Deshalb hei\u00dft das Ziel jetzt: Die Kunden sollen Glasfaser buchen und das am besten bei der Telekom selbst.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Der H\u00e4userkampf geht weiter<\/p>\n<p>Bei Einfamilienh\u00e4usern sei die Take-Up-Rate gut, schildert Diehl, bei Mehrfamilienh\u00e4usern jedoch weiterhin ausbauf\u00e4hig. Das ist der derzeitige Haupt-Flaschenhals f\u00fcr schnelleren Glasfaserausbau: Deutschland ist Mieterland, von 39,3 Millionen Haushalten leben \u00fcber die H\u00e4lfte zur Miete.<\/p>\n<p>Dazu kommt ein starkes Stadt-Land-Gef\u00e4lle: Gerade in den Ballungszentren, dort, wo die Telekom bereits viel Glasfaser im Stra\u00dfenland liegen hat, ist die Zahl der Mietwohnungen hoch. Doch der Ausbau in den H\u00e4usern, die sogenannte Netzebene 4, ist technisch schwierig und organisatorisch aufw\u00e4ndig. \u201eMit 10 Prozent Auslastung fliegt kein Business Case\u201c, sagt Diehl in Berlin. Die 90 Prozent ohne Vertrag seien aber immerhin die Chance auf ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Insbesondere <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/ratgeber\/Immobilienkonzern-verhindert-Glasfaseranschluss-9668644.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Abstimmung mit den Vermietern<\/a> f\u00fcr den Ausbau ist neben veralteten Vorschriften f\u00fcr die Verlegung auf Netzeben 4 und 5 schwierig. Doch auch wenn Telekom und Konkurrenz immer wieder betonen, sie seien mit der Wohnungswirtschaft im Gespr\u00e4ch: Bislang <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Verbraucherschuetzer-Kosten-fuer-Inhaus-Glasfaser-Ausbau-fair-verteilen-10626461.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">passiert hier wenig<\/a>.<\/p>\n<p>Vermieter profitieren von den schnelleren Infrastrukturen nicht direkt. Ob es ein \u201eRecht auf Vollausbau\u201c f\u00fcr die Glasfaseranbieter geben soll, ist derzeit <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Jede-Wohnung-einzeln-Kampf-um-Vollausbaurecht-fuer-Glasfaser-10510721.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gegenstand der politischen Diskussion<\/a>. Dann w\u00fcrde f\u00fcr alle Kunden ausgebaut, sobald ein einziger Anschluss gebucht wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr Diehl ist das der Schl\u00fcssel: In der Vergangenheit sei die Telekom f\u00fcr jeden einzelnen Vertrag neu in die Mehrfamilienh\u00e4user gegangen, um den Ausbau bis zum Endkunden vorzunehmen, sagt er. Das sei zu teuer, damit solle nun Schluss sein: Vollausbau sei der einzig sinnvolle Weg.<\/p>\n<p>Hauptgegner Fernsehkabel<\/p>\n<p>Der Telekom-Hauptgegner im Glasfaser-H\u00e4userkampf bleibt aber eine eigentlich uralte Technologie. \u201eTV-Kabelnetze sind auch Kupfernetze\u201c, sagt Diehl. Es brauche Klarheit, dass nur Glasfasernetze die Zukunft seien, f\u00fchrt er aus. Und eben nicht Begriffe \u201egigabitf\u00e4hige Netze\u201c, mit denen die Kabelnetzbetreiber operieren. Keine ganz neue Forderung, aber eine, die f\u00fcr die Telekom entscheidend ist.<\/p>\n<p>\u201eWir sind gegen eine Zwangsmigration\u201c, sagt Diehl. Aber \u00fcber Regeln f\u00fcr die DSL-Abschaltung zu sprechen, ist offenbar nicht mehr v\u00f6llig tabu. Die Telekom will sich hier offener zeigen als in der Vergangenheit, als sie darauf beharrte, dass allein sie \u00fcber ihr Kupfernetz entscheide. Sie spare auch keinen Cent an der Instandhaltung ihrer Kupfernetze, solange diese betrieben w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Und auch zu offeneren Zugangsmodellen f\u00fcr Wettbewerber zeigte sich Diehl durchaus bereit \u2013 wenn denn Open Access f\u00fcr alle am Markt verpflichtend w\u00fcrde. Das w\u00fcrde der Telekom auch aus anderen Gr\u00fcnden durchaus in die Karten spielen: Im Skalengesch\u00e4ft Telekommunikation hat die Telekom eine gute Ausgangsposition.<\/p>\n<p>Diehl will aufs Land \u2013 und \u00fcberbauen<\/p>\n<p>Das wiederum h\u00e4ngt mit der vielleicht folgenreichsten \u00c4nderung an der Telekomstrategie zusammen: W\u00e4hrend die Mehrfamilienhaus-Gro\u00dfst\u00e4dte umk\u00e4mpft bleiben, will Diehl die unmittelbare Konkurrenz nun dort angreifen, wo die bislang mit Glasfaser noch allein ist. \u201eUnsere Wettbewerber haben haupts\u00e4chlich in l\u00e4ndlichen Gebieten ausgebaut\u201c, sagt Diehl. Dort sei die Action. Das bedeute unter anderem: Einfamilienh\u00e4user. Die buchen besonders h\u00e4ufig Glasfaseranschl\u00fcsse \u2013 auch, weil das den Wert der Immobilie steigert.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend die Telekom bislang stark darum bem\u00fcht war, den Eindruck einer direkten Konkurrenz mit anderen Glasfaseranbietern zu vermeiden, klingt das nun deutlich anders: Gerade einmal drei Prozent der Gebiete w\u00e4ren in Deutschland \u00dcberbaugebiete. Spanien etwa habe 70 Prozent mehrfach ausgebaute Gebiete, das sei also kein Problem, schildert Diehl.<\/p>\n<p>Man darf das als Kampfansage deuten \u2013 die von den Mitbewerbern aufmerksam verfolgt wird. Der kapitalgetriebene Glasfaserausbaumarkt steht derzeit gewaltig unter Druck, seitdem die Zinskosten angestiegen sind. \u00dcbernahmeger\u00fcchte geh\u00f6ren derzeit zum Tagesgesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>\u201eWir werden viel mehr in l\u00e4ndlichen Gebieten bauen\u201c, erl\u00e4utert der Deutschland-Vorstand der Telekom. Und meint damit auch den \u00dcberbau: K\u00fcnftig k\u00f6nnten mehrere Glasfaseranbieter mit ihren physischen Leitungen einem Kunden ihre Dienste anbieten.<\/p>\n<p>Der Bonner Konzern hat neben dem DSL-Netz einen weiteren entscheidenden Vorteil: Das Unternehmen ist weniger stark von den Zinskosten abh\u00e4ngig, kann den Ausbau weitgehend aus Eigenmitteln stemmen. Viele der Glasfaseranbieter h\u00e4tten ihre Gesch\u00e4ftsmodelle mit h\u00f6heren Einnahmen pro Nutzer berechnet, rechnet Rodrigo Diehl vor.<\/p>\n<p>Wenn nun auch noch die Deutsche Telekom in die bereits von der Konkurrenz erschlossenen Gebiete geht, d\u00fcrfte das f\u00fcr manche den wirtschaftlichen Todessto\u00df bedeuten. Dass die Telekom andere Netze \u00fcbernimmt, schlie\u00dft Diehl nicht kategorisch aus, d\u00e4mpft aber die Erwartungen: Nur wenn ein Netz auch technologisch dem Telekomstandard ann\u00e4hernd entspreche, k\u00e4me eine Kooperation \u00fcberhaupt infrage. Und nat\u00fcrlich w\u00fcrde auch das Kartellrecht eine wichtige Rolle spielen \u2013 und etwa eine \u00dcbernahme in der Gr\u00f6\u00dfenordnung der \u201eDeutsche Giganetz\u201c von vornherein unm\u00f6glich machen. Die Investoren werden es geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>()<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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