{"id":742361,"date":"2026-01-24T04:30:20","date_gmt":"2026-01-24T04:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/742361\/"},"modified":"2026-01-24T04:30:20","modified_gmt":"2026-01-24T04:30:20","slug":"illegale-werbung-auf-facebook-spielbank-stuttgart-will-rechtlich-gegen-meta-konzern-vorgehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/742361\/","title":{"rendered":"Illegale Werbung auf Facebook: Spielbank Stuttgart will rechtlich gegen Meta-Konzern vorgehen"},"content":{"rendered":"<p>Facebooks Meta-Konzern macht erheblichen Umsatz mit illegaler Werbung. Die Spielbank Stuttgart will nun juristisch gegen die illegale Nutzung ihres Namens vorgehen.<\/p>\n<p>Das Internet ist voll von Anzeigen, die einem versprechen, schnell reich zu werden. Ein Anbieter mit dem Namen \u201eGl\u00fccklicher Tag\u201c nutzt auf <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Facebook\" title=\"Facebook\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Facebook<\/a> eine besonders perfide Methode, um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu gewinnen. Abgebildet sind Vor-und Nachnamen von Personen, die zu den gro\u00dfen Gewinnern eines erfolgversprechenden Gl\u00fccksspiels geh\u00f6ren sollen. <\/p>\n<p>\u00dcber allem prangert der Name \u201eSpielbank <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>\u201c. Klickt man den Link der Anzeige an, gelangt man entweder auf die Seite eines illegalen Online-Casinos oder eines angeblichen Touristik-Dienstleisters aus Stuttgart. Nur hat die Spielbank Stuttgart nie die Erlaubnis gegeben, dass ihr Name f\u00fcr Werbung dieser Art verwendet wird. Sie wehrt sich seit L\u00e4ngerem dagegen, doch tauchen die Anzeigen immer wieder auf.<\/p>\n<p>Zehn Prozent des Einkommens \u00fcber illegale Werbung <\/p>\n<p>Illegale Werbung dieser Art ist ein extrem erfolgreiches Gesch\u00e4ftsmodell, von dem sowohl der Facebook-Konzern <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Meta\" title=\"Meta\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meta<\/a> profitieriert als auch die vielen Anbieter illegaler Online-Casinos. Laut <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/investigations\/meta-is-earning-fortune-deluge-fraudulent-ads-documents-show-2025-11-06\/?ref=platformer.news\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eines Berichts des Nachrichtenportals Reuters<\/a> aus dem Jahr 2025 hat Meta im Jahr 2024 zehn Prozent seines weltweiten Einkommens durch illegale Anzeigen, Werbung und \u00e4hnliche Betrugsmaschen generiert. Laut einer Untersuchung des Gl\u00fccksspiel-Anbieters Tipico gibt es in Deutschland 75.000 Kampagnen f\u00fcr illegales Gl\u00fccksspiel. Monatlich w\u00fcrden dem Staat dadurch 20 Millionen Euro an Steuergeldern entgehen. Das sei mehr als das, was der Staat mit legalem Gl\u00fccksspiel einnehme.<\/p>\n<p>Tobias Wald ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Baden-W\u00fcrttembergischen Spielbanken. Neben Stuttgart betreibt die landeseigene Gesellschaft <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.croupi-re-im-casino-konstanz-arbeitsplatz-in-mondaener-kulisse-hier-soll-keiner-seine-existenz-verspielen.512e250c-4ea8-4f29-8ed9-063f055c263b.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Casinos in Konstanz<\/a> und Baden-Baden. Wald sagt, dass sich seine Casinos schon seit L\u00e4ngerem gegen die missbr\u00e4uchliche Nutzung ihres Namens in illegaler Online-Werbung wehren w\u00fcrden. \u201eUnser <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Casino\" title=\"Casino\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Casino<\/a> in Baden-Baden geh\u00f6rt zu den bekanntesten in Europa\u201c, sagt Wald. Deswegen werde der Name h\u00e4ufig von illegalen Anbietern f\u00fcr Werbezwecke missbraucht.<\/p>\n<p>\u201eWir betreiben kein Online-Casino\u201c, sagt Wald. Dennoch erweckten illegale Plattformen genau diesen Eindruck. In einem besonders dreisten Fall sei sogar vor dem Casino in Baden-Baden ein Werbevideo f\u00fcr eine illegale Plattform gedreht worden. Hinweise auf solche Anzeigen k\u00e4men teilweise auch von G\u00e4sten. Jeder Hinweis auf illegale Werbung werde bei Meta gemeldet. Bislang jedoch mit d\u00fcrftigem Erfolg.<\/p>\n<p>Anfangs h\u00e4tten die Verantwortlichen bei Meta auf Hinweise kaum reagiert. Zwar w\u00fcrden entsprechende Accounts laut Meta inzwischen h\u00e4ufiger gesperrt, aus Sicht der Spielbank reiche dies jedoch nicht aus. \u201eWir haben mehrere F\u00e4lle dokumentiert und werden gemeinsam mit dem Deutschen Spielbankenverband rechtliche Schritte gegen Meta einleiten\u201c, k\u00fcndigt Wald an. Dieses Vorgehen sei in Deutschland bislang neu. In Frankreich war eine Casinogruppe mit \u00e4hnlichem Vorgehen bereits erfolgreich. Die Gruppe Barr\u00e8re Group hatte Meta zum Einlenken gezwungen.<\/p>\n<p> Bis zu 600 Millionen Euro Marktvolumen <\/p>\n<p>Online-Gl\u00fccksspiel ist <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.baden-wuerttemberg-gluecksspielstaatsvertrag-abgesegnet-spielhallen-fuerchten-kahlschlag.734948a6-d5e7-4e63-91de-062a46017f7b.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2021 auch vom Gesetzgeber streng reglementiert worden<\/a>. Die Gemeinsame Gl\u00fccksspielbeh\u00f6rde der L\u00e4nder (GGL) achtet darauf, dass ihre Regeln eingehalten werden und erteilt Genehmigungen f\u00fcr legale Anbieter. Sie warnt jedoch auch davor, dass gerade illegale Gl\u00fccksspielanbieter keinerlei staatlicher Kontrolle unterliegen und insbesondere die Standards im Jugend- und Verbraucherschutz nicht einhielten. Auch k\u00f6nne man sie nicht daf\u00fcr sanktionieren, wenn sie beispielsweise Gewinne nicht auszahlen. F\u00fcr 2024 hat die GGL laut ihres T\u00e4tigkeitsberichts 858 deutschsprachige illegale Gl\u00fccksspielseiten registriert, die ein Marktvolumen von 500 bis 600 Millionen Euro haben. Die Werbung f\u00fcr diese Anbieter ist auf Facebook weit verbreitet.<\/p>\n<p>Auf Nachfrage betont Meta, dass der Konzern verschiedene Ma\u00dfnahmen ergreife, um <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Betrug\" title=\"Betrug\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Betrug<\/a> jeder Art auf ihren Plattformen zu erkennen und verbannen. \u201eWir erlauben keine Inhalte, die andere bewusst betr\u00fcgen oder in die Irre f\u00fchren\u201c, sagt ein Sprecher. Sobald Meta auf problematische Werbung aufmerksam gemacht werde, w\u00fcrde man diese wieder entfernen. <\/p>\n<p>Zudem betont der Sprecher, dass es nicht ganz zutreffe, dass Meta zehn Prozent seiner Einnahmen aus illegaler Werbung beziehe. \u201eDie Zahl war eine grobe und weit gefasste Sch\u00e4tzung und keine definitive Zahl\u201c, so der Sprecher. Viele der erfassten Anzeigen h\u00e4tten gar nicht gegen die Richtlinien des Konzerns versto\u00dfen. Das Problem sei zudem, dass manchen illegalen Machenschaften schwer zu erkennen seien, da die Anzeigen nicht angeben w\u00fcrden, auf was f\u00fcr eine Seite man letztlich geleitet werde. Diese Masche wir als Cloaking bezeichnet. <\/p>\n<p> Legale von illegalen Casinos trennen <\/p>\n<p>Auch Tobias Wald von der Spielbank Stuttgart betont das Ausma\u00df des Problems illegaler Online-Casinos. Viele Anbieter verf\u00fcgten lediglich \u00fcber ausl\u00e4ndische Lizenzen und umgingen damit deutsche Gesetze. Hier m\u00fcsse Meta deutlich konsequenter gegen rechtswidrige Werbung vorgehen. Auch ein Sprecher von Tipico sagt, dass Meta die illegale Werbung deutlich mehr einschr\u00e4nken k\u00f6nnte, wenn es die Ambition dazu h\u00e4tte. Doch es lohne sich, mehr juristische Anzeigen in Kauf zu nehmen, statt auf die zus\u00e4tzlichen Einnahmen zu verzichten. Deutschland m\u00fcsse daher einen legalen Rahmen schaffen, der es Nutzern erm\u00f6gliche, legal von <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/illegal\" title=\"illegal\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">illegal<\/a> zu unterscheiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Facebooks Meta-Konzern macht erheblichen Umsatz mit illegaler Werbung. 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