{"id":742607,"date":"2026-01-24T06:47:13","date_gmt":"2026-01-24T06:47:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/742607\/"},"modified":"2026-01-24T06:47:13","modified_gmt":"2026-01-24T06:47:13","slug":"oesterreichs-veto-haelt-eugh-muss-pruefen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/742607\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreichs Veto h\u00e4lt, EuGH muss pr\u00fcfen"},"content":{"rendered":"<p>Das EU-Parlament hat eine \u00dcberpr\u00fcfung des Handelsvertrags durch den Europ\u00e4ischen Gerichtshof erzwungen, was das Verfahren auf Eis legt. \u00d6sterreich h\u00e4lt unterdessen an seinem Veto fest.<\/p>\n<p>Das EU-Mercosur-Handelsabkommen steckt erneut fest. Das EU-Parlament hat beschlossen, den Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) einzuschalten. Damit blockiert es das Ratifizierungsverfahren vorerst und gibt den Kritikern des umstrittenen Pakts neuen Auftrieb. \u00d6sterreich h\u00e4lt unterdessen an seinem Veto fest \u2013 gebunden an einen Parlamentsbeschluss von 2019.<\/p>\n<p>Parlament erzwingt EuGH-Gutachten<\/p>\n<p>Mit knapper Mehrheit stimmten die Abgeordneten daf\u00fcr, ein Gutachten des EuGH einzuholen. Dieses soll kl\u00e4ren, ob der Vertrag mit den s\u00fcdamerikanischen Mercosur-Staaten mit den EU-Vertr\u00e4gen vereinbar ist. Das Verfahren wird dadurch auf unbestimmte Zeit verz\u00f6gert. F\u00fcr die Bef\u00fcrworter ist das ein herber R\u00fcckschlag. Die EU-Kommission k\u00f6nnte zwar theoretisch den Handelsteil vorl\u00e4ufig anwenden. Das politische Signal aus Stra\u00dfburg ist jedoch klar: Die Widerst\u00e4nde sind massiv.<\/p>\n<p>\u00d6sterreichs Zwickm\u00fchle: Wirtschaft vs. Landwirtschaft<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich prallen die Interessen unvers\u00f6hnlich aufeinander. Die heimische Position ist tief gespalten.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die Wirtschaft dr\u00e4ngt:<\/strong> Die <strong>Industriellenvereinigung (IV)<\/strong> und die <strong>Wirtschaftskammer (WK\u00d6)<\/strong> sehen enorme Chancen. Sie argumentieren mit Wachstum, Jobs und sicheren Rohstofflieferungen in einen Markt mit \u00fcber 700 Millionen Menschen. Die EU-Kommission sch\u00e4tzt, dass die Exporte dorthin um bis zu 39 Prozent steigen k\u00f6nnten.<\/li>\n<li><strong>Bauern und Umwelt schlagen Alarm:<\/strong> Landwirte f\u00fcrchten billige Konkurrenz bei Rindfleisch, Zucker und Ethanol. Umweltorganisationen wie <strong>Greenpeace<\/strong> warnen vor weiterer Abholzung des Amazonas f\u00fcr Agrarfl\u00e4chen. Ihre Kritik: Die Nachhaltigkeitsregeln im Vertrag sind zu schwach und kaum durchsetzbar.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Regierung an historischen Beschluss gefesselt<\/p>\n<p>Die \u00f6sterreichische Bundesregierung hat kaum Spielraum. Ein fast einstimmiger Parlamentsbeschluss aus dem Jahr 2019 verpflichtet sie zum Nein. Diesen Beschluss trugen damals alle Parteien au\u00dfer den NEOS. Trotz Druck von EU-Partnern wie Deutschland h\u00e4lt Wien an dieser Linie fest.<\/p>\n<p>Im EU-Ministerrat wurde \u00d6sterreich k\u00fcrzlich \u00fcberstimmt. M\u00f6glich machte das ein umstrittener Schritt der EU-Kommission: Sie spaltete das Abkommen auf, um die eigentlich n\u00f6tige Einstimmigkeit zu umgehen. Kritiker sprechen von einem \u201cVerfahrenstrick\u201d.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>EU-Unternehmen und H\u00e4ndler sollten jetzt pr\u00fcfen, ob sie von der neuen Entwaldungsverordnung betroffen sind. Ein kostenloses E\u2011Book erkl\u00e4rt die neuen Sorgfaltspflichten, zeigt, welche Rohstoffe jetzt strenger \u00fcberwacht werden (z. B. Soja, Rindfleisch) und bietet eine praktische Checkliste, mit der Sie Sanktionen vermeiden k\u00f6nnen. Besonders relevant f\u00fcr Firmen mit Handelsbeziehungen nach S\u00fcdamerika. <strong><a href=\"https:\/\/www.zoll-und-export-aktuell.de\/ebooks\/entwaldungsverordnung-eu\/?af=KOOP_MFW_LOG_DNV_YES_ENTWALDUNGSVERORDNUNG-EU_X-CWAHN-BGPID_727915\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Jetzt kostenlosen Entwaldungs-Guide &amp; Checkliste herunterladen<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die politischen Reaktionen auf die j\u00fcngste Blockade fallen erwartungsgem\u00e4\u00df aus:<br \/>*   \u00d6VP-Wirtschaftsvertreter bedauern eine vertane Chance.<br \/>*   Gr\u00fcne und FP\u00d6 begr\u00fc\u00dfen die EuGH-Pr\u00fcfung.<br \/>*   Die NEOS dr\u00e4ngen weiter auf eine Ratifizierung.<\/p>\n<p>Mehr als nur Handel: Ein geopolitischer Streit<\/p>\n<p>Hinter dem technischen Streit um Z\u00f6lle und Quoten tobt ein grunds\u00e4tzlicher Konflikt. Soll europ\u00e4ische Handelspolitik vor allem neue M\u00e4rkte erschlie\u00dfen und strategische Partnerschaften schmieden? Oder muss sie heimische Standards und Klimaziele absolut priorisieren?<\/p>\n<p>Bef\u00fcrworter betonen die geopolitische Notwendigkeit, um unabh\u00e4ngiger von China zu werden. Kritiker f\u00fcrchten einen Ausverkauf von Umwelt- und Sozialstandards. Die massiven Bauernproteste in Frankreich und Deutschland zeigen, wie explosiv das Thema in ganz Europa ist.<\/p>\n<p>Was kommt als n\u00e4chstes?<\/p>\n<p>Jetzt liegt der Ball beim EuGH. Dessen Pr\u00fcfung kann Monate, vielleicht sogar Jahre dauern. In dieser Zeit wird der politische Druck auf \u00d6sterreich nicht nachlassen. Die einen werden auf ein Umdenken dr\u00e4ngen, die anderen das Veto weiter st\u00fctzen. Die Entscheidung der Luxemburger Richter k\u00f6nnte nicht nur \u00fcber das Mercosur-Abkommen entscheiden, sondern die Spielregeln f\u00fcr alle k\u00fcnftigen EU-Handelsvertr\u00e4ge neu definieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das EU-Parlament hat eine \u00dcberpr\u00fcfung des Handelsvertrags durch den Europ\u00e4ischen Gerichtshof erzwungen, was das Verfahren auf Eis legt.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":742608,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,13676,548,151906,941,30963,663,158,30326,3934,3935,156223,169854,13,14,15,12,16476,114618],"class_list":{"0":"post-742607","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eis","11":"tag-eu","12":"tag-eu-mercosur-abkommen","13":"tag-eu-parlament","14":"tag-eugh","15":"tag-europa","16":"tag-europaeische-union","17":"tag-europaeischen","18":"tag-europe","19":"tag-european-union","20":"tag-gerichtshof","21":"tag-handelsvertrags","22":"tag-headlines","23":"tag-nachrichten","24":"tag-news","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-verfahren","27":"tag-veto"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115948738673415276","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/742607","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=742607"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/742607\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/742608"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=742607"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=742607"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=742607"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}