{"id":742803,"date":"2026-01-24T08:37:12","date_gmt":"2026-01-24T08:37:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/742803\/"},"modified":"2026-01-24T08:37:12","modified_gmt":"2026-01-24T08:37:12","slug":"preistraeger-beim-47-bayerischen-filmpreis-filmschaffende-in-elf-kategorien-geehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/742803\/","title":{"rendered":"Preistr\u00e4ger beim 47. Bayerischen Filmpreis \/ Filmschaffende in elf Kategorien geehrt"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"696\" height=\"466\" class=\"entry-thumb\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/filmpreis_-696x466.jpg\"   alt=\"Preistr\u00e4ger beim 47. Bayerischen Filmpreis \/ Filmschaffende in elf Kategorien geehrt\" title=\"Preistr\u00e4ger beim 47. Bayerischen Filmpreis \/ Filmschaffende in elf Kategorien geehrt\"\/>Symbolbild<\/p>\n<p>Bei der heutigen 47. Verleihung des Bayerischen Filmpreises in M\u00fcnchen wurden in insgesamt elf Kategorien Filmschaffende mit dem begehrten \u201ePierrot\u201c ausgezeichnet. Den Preis als <strong>Beste Darstellerin<\/strong> erhielt in diesem Jahr <strong>Leonie Benesch<\/strong> f\u00fcr ihre Rolle in \u201eHeldin\u201c. <strong>Rainer Bock<\/strong> wurde als <strong>Bester Darsteller<\/strong> f\u00fcr seine Rolle in \u201eKarla\u201c geehrt.<\/p>\n<p>Der <strong>Preis des Ministerpr\u00e4sidenten<\/strong> ging an Florian David Fitz.<\/p>\n<p><strong>Ministerpr\u00e4sident Dr. Markus S\u00f6der:<\/strong> \u201eFlorian David Fitz ber\u00fchrt und begeistert Millionen Fans. Als Schauspieler, Autor und Regisseur schafft er Werke voller Humor, Herz und Tiefgang. Der M\u00fcnchner ist ein echter Leinwand-Star. Mit Filmen wie \u201eVincent will Meer\u201c, \u201eWillkommen bei den Hartmanns\u201c, \u201eOskars Kleid\u201c und \u201eDer Vorname\u201c pr\u00e4gt er die Kinoleinwand und bereichert die deutsche Filmkultur. Immer authentisch schafft er vielschichtige Charaktere und h\u00e4lt uns und der Gesellschaft immer wieder charmant den Spiegel vor. Und noch dazu \u00fcbernimmt Florian David Fitz durch sein soziales Engagement gesellschaftliche Verantwortung f\u00fcr Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Alles Gute und auf viele weitere Filme! Ich schaue immer wieder sehr gerne zu.\u201c<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung zum Preis des Ministerpr\u00e4sidenten an Florian David Fitz:<\/p>\n<p>Florian David Fitz, geboren in M\u00fcnchen, entdeckte fr\u00fch seine Leidenschaft f\u00fcr das Schauspiel. Nach seinem Abschluss in Schauspiel und Gesang in Boston und ersten B\u00fchnenerfahrungen \u2013 unter anderem am M\u00fcnchner Volkstheater \u2013 begann Fitz seine Karriere zun\u00e4chst im Fernsehen. Er spielte in erfolgreichen Formaten wie \u201ePolizeiruf 110\u201c, \u201eDer Bulle von T\u00f6lz\u201c und \u201eBerlin, Berlin\u201c. Seinen Durchbruch im Kino feierte er 2009 mit der Ensemble-Kom\u00f6die \u201eM\u00e4nnerherzen\u201c. Ein Jahr sp\u00e4ter folgte \u201eVincent will Meer\u201c, f\u00fcr das er nicht nur die Hauptrolle \u00fcbernahm, sondern auch das Drehbuch schrieb. Mit \u201eDie Vermessung der Welt\u201c bewies er seine Vielseitigkeit, bevor er mit \u201eJesus liebt mich\u201c sein Regie-Deb\u00fct gab. 2016 folgte die Tragikom\u00f6die \u201eDer geilste Tag\u201c, die er selbst schrieb und inszenierte. Im selben Jahr spielte er in der gesellschaftskritischen Kom\u00f6die \u201eWillkommen bei den Hartmanns\u201c. F\u00fcr seine Mitwirkung in \u201eOskars Kleid\u201c und \u201eWochenendrebellen\u201c bekam Fitz den Bayerischen Filmpreis als \u201eBester Darsteller\u201c. \u201eDas perfekte Geheimnis\u201c, \u201eEingeschlossene Gesellschaft\u201c, \u201eDer Vorname\u201c, aktuell \u201eNo Hit Wonder\u201c und zahlreiche TV- und Kinofilme mehr \u2013 Fitz spielte sich in die Herzen eines Millionenpublikums.<\/p>\n<p>Sein bisheriges k\u00fcnstlerisches Schaffen zeigt eindrucksvoll, wie Florian David Fitz Humor, Tiefgang und gesellschaftliche Relevanz miteinander verbindet \u2013 als Schauspieler, Autor und Regisseur. Seine F\u00e4higkeit, komplexe Emotionen mit Leichtigkeit und Charme auf die Leinwand zu bringen, macht ihn zu einem Ausnahmetalent. Ob in TV-Produktionen, gro\u00dfen Kinokom\u00f6dien oder ambitionierten Regiearbeiten \u2013 Fitz beweist als ein Meister die Vielseitigkeit wie kaum ein anderer und immer wieder, dass Kreativit\u00e4t keine Grenzen kennt. Sein Schaffen ist gepr\u00e4gt von Authentizit\u00e4t, Innovationskraft und dem unerm\u00fcdlichen Streben nach Qualit\u00e4t. Florian David Fitz ist nicht nur ein K\u00fcnstler, sondern ein Impulsgeber, der die Zuschauer begeistert und zugleich die deutsche Filmkultur nachhaltig bereichert und inspiriert. Konsequent ist auch sein soziales Engagement: Mit Benefizauftritten und Spenden zeigt er, dass ihm gesellschaftliche Verantwortung f\u00fcr Menschen in schwierigen Lebenssituationen ebenso wichtig ist wie seine k\u00fcnstlerische Arbeit. Der Preis des Ministerpr\u00e4sidenten beim Bayerischen Filmpreis geht an Florian David Fitz, weil er als Schauspieler, Drehbuchautor, Filmregisseur und Pers\u00f6nlichkeit des \u00f6ffentlichen Lebens gleicherma\u00dfen beeindruckt.<\/p>\n<p>Die Auszeichnung als \u201e<strong>Erfolgreichster Film<\/strong>\u201c erhielt <strong>Michael Bully Herbig<\/strong> f\u00fcr \u201eDas Kanu des Manitu\u201c<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Jury:<\/p>\n<p>Mit \u201eDas Kanu des Manitu\u201c setzt Michael Bully Herbig die Erfolgsgeschichte fort, die er mit \u201eDer Schuh des Manitu\u201c begr\u00fcndet hat. Bereits der erste Teil gilt als Meilenstein der deutschen Kinokom\u00f6die und hat gezeigt, wie Humor, Originalit\u00e4t und handwerkliche Qualit\u00e4t ein breites Publikum begeistern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der aktuelle Film kn\u00fcpft nahtlos an diesen Kultstatus an und \u00fcberzeugt durch eine gelungene Mischung aus pointiertem Witz, visueller Raffinesse und erz\u00e4hlerischer Leichtigkeit. Herbig beweist erneut seine au\u00dfergew\u00f6hnliche Vielseitigkeit: Als Autor, Regisseur und Produzent vereint er kreative Vision und unternehmerisches Geschick in einer Person.<\/p>\n<p>\u201eDas Kanu des Manitu\u201c ist nicht nur ein kommerzieller Erfolg, sondern auch ein Werk, das die Bedeutung des deutschen Films im internationalen Vergleich unterstreicht. Die Jury w\u00fcrdigt damit die kontinuierliche Leistung eines K\u00fcnstlers, der das deutsche Kino nachhaltig gepr\u00e4gt hat und mit seinem unverwechselbaren Stil ein Millionenpublikum erreicht.<\/p>\n<p>Der Preis in der Kategorie <strong>Bester Kinderfilm<\/strong> (dotiert mit jeweils 5.000 Euro) ging an <strong>Julia Lemke und Anna Koch<\/strong> f\u00fcr den Film \u201eZirkuskind\u201c.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Jury:<\/p>\n<p>Der Bayerische Filmpreis zeichnet einen Kinderfilm aus, der weit \u00fcber sein Genre hinausreicht. ZIRKUSKIND von Julia Lemke und Anna Koch ist ein Film, der jungen Zuschauerinnen und Zuschauern nicht nur die Welt erkl\u00e4rt, sondern sie ernst nimmt und ihnen auf Augenh\u00f6he begegnet.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt steht Santino, ein Junge, der im Circus Arena aufw\u00e4chst \u2013 in einer Familie, deren Geschichte von Mut, Belastbarkeit und tiefer Zusammengeh\u00f6rigkeit gepr\u00e4gt ist. Der Film f\u00fchrt uns in eine Lebenswelt, die viele von uns nur aus Klischees kennen, und zeigt uns, wie vielschichtig, wie verletzlich und wie kraftvoll sie wirklich ist.<\/p>\n<p>ZIRKUSKIND \u00f6ffnet unseren Blick. Er stellt scheinbare Gewissheiten \u00fcber Familie, Herkunft und das Leben auf der Stra\u00dfe behutsam in Frage und zeigt, wie viel man voneinander lernen kann, wenn man bereit ist, hinzusehen. Dieser Film bewegt \u2013 Kinder wie Erwachsene.<\/p>\n<p>Die Jury des Bayerischen Filmpreises gratuliert von Herzen dem Filmverleih Across Nations, den Regisseurinnen Julia Lemke und Anna Koch sowie der gesamten Produktion zu einem Werk, das uns reicher aus dem Kino entl\u00e4sst, als wir hineingekommen sind.<\/p>\n<p>Als <strong>Beste Darstellerin<\/strong> (dotiert mit 10.000 Euro) wurde in diesem Jahr <strong>Leonie Benesch <\/strong>f\u00fcr ihre Rolle in \u201eHeldin\u201c ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Jury:<\/p>\n<p>Filme lassen uns in eine andere Welt eintauchen. Wir werden unterhalten, lachen, weinen, freuen und \u00e4rgern uns. Manchmal aber schafft es eine Figur uns so intensiv auf ihre Reise mitzunehmen, dass wir uns nach dem Film, wenn wir im Flur eines Krankenhauses dem Pflegepersonal begegnen, dem\u00fctig verbeugen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Leonie Benesch verk\u00f6rpert in \u201eHELDIN\u201c mit herausragender Schauspielkraft, die unter die Haut geht, eine engagierte, aber auch fehlbare und \u00fcberforderte Krankenschwester.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einer Nachtschicht wird die extreme Belastung dieses Berufes erz\u00e4hlt, und der Zuschauer ist \u201elive\u201c dabei, denn Leonie Benesch l\u00e4sst uns mit jeder Faser ihres schauspielerischen K\u00f6nnens Teil des Charakters werden und mitf\u00fchlen. Durch eine Kombination aus Entschlossenheit, Empathie und scheinbar emotionslosen, subtilen Gesten, versucht sie pausenlos, die Herausforderungen der Nacht zu meistern, auch wenn diese an die Grenzen der Belastbarkeit sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Danke, dass wir durch die Glanzleistung dieser Figur wieder zu mehr Demut, Menschlichkeit und Dankbarkeit zur\u00fcckfinden konnten.<\/p>\n<p>Mit dem Preis als <strong>Bester Darsteller<\/strong> (dotiert mit 10.000 Euro) wurde <strong>Rainer Bock<\/strong> f\u00fcr seine Rolle in \u201eKarla\u201c geehrt.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Jury: <\/p>\n<p>Es gibt Schauspieler, die dominieren jede Rolle mit ihrer unverwechselbaren, sehr speziellen Pr\u00e4senz. Und es gibt Schauspieler, die unfassbar vielseitig sind und auf beinahe schon unheimliche Weise v\u00f6llig in die Charaktere hineinschl\u00fcpfen, die ein Drehbuch ihnen bietet.<\/p>\n<p>Rainer Bock, geb\u00fcrtiger Kieler in der bayerischen Diaspora, ist genau dieser Typ Schauspieler, der aus jeder Figur eine weitere Rolle seines \u2013 und zum Gl\u00fcck auch unseres \u2013 Lebens macht. Diese Rollen alle aufzuz\u00e4hlen, w\u00fcrde bei inzwischen allein mehr als 120 Kino- und TV-Produktionen den knapp bemessenen Zeitrahmen des Abends sprengen. Doch unvergesslich in ihrer pointierten, oft ganz stillen Kraft und Intelligenz waren seine Auftritte alle, von \u201eIm Winter ein Jahr\u201c \u00fcber \u201eDas wei\u00dfe Band\u201c bis \u201eDie Ermittlung\u201c, von \u201eHinter blinden Fenstern\u201c \u00fcber \u201eDer K\u00f6nig von K\u00f6ln\u201c bis \u201eHallo Spencer\u201c.<\/p>\n<p>In dem best\u00fcrzenden Spielfilm \u201eKarla\u201c von Christina Tournatz\u00e9s beeindruckt Rainer Bock ein weiteres Mal durch sein nuancenreiches, kluges Spiel. Er gibt dem Richter, an den sich das missbrauchte M\u00e4dchen Karla, eindrucksvoll verk\u00f6rpert von Elise Krieps, wendet, ohne \u00fcberfl\u00fcssige Worte eine klare und gleichzeitig hoch emotionale Stimme. In einer Zeit, in der auf Gef\u00fchle wenig R\u00fccksicht genommen wurde, verhilft dieser Mann ruhig und besonnen einem Kind zu seinem Recht. Dabei zuzusehen, wie Rainer Bock dieser einsamen Seele immer deutlichere Konturen verleiht, r\u00fchrt zu Herzen.<\/p>\n<p>Den <strong>Newcomer-Regiepreis<\/strong> (dotiert mit 10.000 Euro) erhielt <strong>Michael Kofler<\/strong> f\u00fcr \u201eZweitland\u201c.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Jury: <\/p>\n<p>Heimat. Wie pr\u00e4gt sie dich, wie zerrt sie an dir? Fragen, die sich Regisseur Michael Kofler in seinem Kinodeb\u00fct \u201eZweitland\u201c stellt. Er stammt aus S\u00fcdtirol, eine Region, die wir heute als wohlhabenden Touristenmagnet kennen und als Musterbild des Zusammenlebens von Deutschen und Italienern. Doch vor der Autonomie stand ein erbittert gef\u00fchrter Kampf um Freiheit und Identit\u00e4t, eine Zeit, die bis heute viele Narben in S\u00fcdtiroler Familien hinterlassen hat und nie richtig aufgearbeitet wurde \u2013 auch filmisch nicht. Jahrelang hat Michael Kofler an seinem Herzens-Projekt \u201eZweitland\u201c gearbeitet. Das Ergebnis: ein kraftvolles, authentisches Werk, mit einem einf\u00fchlsam gef\u00fchrten Schauspiel-Ensemble, das in nat\u00fcrlicher Weise auf Italienisch und im S\u00fcdtiroler Dialekt spielt. Michael Kofler ist ein \u201eHeimatfilm\u201c gelungen, der in jeder Szene den Wert dieser Heimat und der dazugeh\u00f6rigen Identit\u00e4t hinterfragt. Dabei verzichtet er auf S\u00fcdtiroler Postkartenmotive, sondern zeigt eine Landschaft, rau, abgr\u00fcndig, faszinierend, so wie seine Figuren, die im Dilemma stecken zwischen Loyalit\u00e4t zur Familie und der Sehnsucht nach einer eigenen Identit\u00e4t. \u201eZweitland\u201c erz\u00e4hlt vom Strudel aus Gewalt und Willk\u00fcr, der sich in die Familien hineinfrisst, aber auch von der Hoffnung, dass ein friedliches Zusammenleben \u2013 trotz aller Gegens\u00e4tze \u2013 m\u00f6glich ist. F\u00fcr ein Regiedeb\u00fct eine gro\u00dfe, reife Leistung.\u00a0<\/p>\n<p>Den Preis <strong>Bildgestaltung<\/strong> (dotiert mit 10.000 Euro) erhielt <strong>Fabian Gamper <\/strong>f\u00fcr \u201eIn die Sonne schauen\u201c.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Jury:<\/p>\n<p>In \u201eIn die Sonne schauen\u201c gelingt Kameramann Fabian Gamper eine seltene Balance zwischen N\u00e4he und Distanz, zwischen Beobachtung und Empfindung. Sein Blick auf die Figuren ist zugleich forschend und z\u00e4rtlich, nie distanziert, aber immer pr\u00e4zise. Er entwirft ein visuelles Konzept, das Licht nicht als blo\u00dfe Helligkeit versteht, sondern als seelischen Zustand.<\/p>\n<p>Gamper findet f\u00fcr diesen Film eine Bildsprache, die gleicherma\u00dfen klar wie geheimnisvoll ist. Sein Licht tastet, sucht, enth\u00fcllt \u2013 und l\u00e4sst doch R\u00e4ume f\u00fcr das Unsichtbare. Es ist eine Kamera, die nicht vorf\u00fchrt, sondern begleitet; die in Gesichtern liest, ohne sie zu entbl\u00f6\u00dfen. Sie wei\u00df, dass das Wesentliche oft im \u00dcbergang liegt: zwischen Hell und Dunkel, zwischen Bewegung und Stillstand, zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir nur f\u00fchlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Seine Bilder riskieren den Blick in die \u00dcberbelichtung, ins Ungewisse. In der Strahlkraft des Lichts liegen Sch\u00f6nheit und Schmerz zugleich. So verwandelt er Allt\u00e4gliches in etwas Magisches, Banales in Bedeutsames. Jeder Bildausschnitt, jede Kamerabewegung ist getragen von einem tiefen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Rhythmus, Atmosph\u00e4re und emotionale Wahrhaftigkeit.<\/p>\n<p>Fabian Gamper gelingt es, das Innerste seiner Figuren nach au\u00dfen zu kehren \u2013 durch eine visuelle Sprache, die nicht erkl\u00e4rt, sondern sp\u00fcren l\u00e4sst. Er komponiert Bilder, die sich einbrennen, weil sie von Menschen erz\u00e4hlen, nicht von Technik.<\/p>\n<p>Die Jury des Bayerischen Filmpreises zeichnet Fabian Gamper mit dem Preis f\u00fcr die Beste Bildgestaltung aus \u2013 f\u00fcr eine Kameraarbeit von seltener poetischer Kraft, die das Sehen selbst zum Erlebnis macht und uns daran erinnert, dass im Kino nicht nur erz\u00e4hlt, sondern gef\u00fchlt wird.<\/p>\n<p>Der <strong>Regiepreis<\/strong> (dotiert mit 10.000 Euro) ging an <strong>Mascha Schilinski<\/strong>, ebenfalls f\u00fcr den Film \u201eIn die Sonne schauen\u201c.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Jury:<\/p>\n<p>Mascha Schilinski \u00fcberzeugt mit einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Regiearbeit, die unsere Sehgewohnheiten spielerisch und pr\u00e4zise herausfordert. Mit Blicken durchs Schl\u00fcsselloch er\u00f6ffnet sie neue Perspektiven und l\u00e4sst Zeit, Raum und K\u00f6rper aus Kinderaugen zu einer eigenen Welt verschmelzen. Ohne klassische Plotstruktur, sondern durch eindrucksvolle Bilder und die Poesie der Kamera (Fabian Gamper), erleben wir vier M\u00e4dchen aus verschiedenen Epochen auf einem Vierseitenhof, deren Erlebnisse und Sehns\u00fcchte sich \u00fcber Generationen hinweg spiegeln.<\/p>\n<p>Schilinski inszeniert mit gro\u00dfer Intensit\u00e4t und Sensibilit\u00e4t die K\u00e4lte, Einsamkeit und das Ausgeliefertsein der Kinder, aber auch die Freude und Leichtigkeit ihrer Sommer. Die Regisseurin vertraut auf die Kraft des Erz\u00e4hlens und der Assoziation, nutzt geschickt die Verbindung von Bild und Ton und l\u00e4dt das Publikum ein, eigene Kindheitserinnerungen und Unsicherheiten zu reflektieren. Sie h\u00e4lt uns nicht einfach einen Schl\u00fcssel hin, sondern schenkt uns das Licht der Sonne \u2013 und damit Hoffnung und W\u00e4rme, die \u00fcber den Film hinauswirken.<\/p>\n<p>Mit dem <strong>Dokumentarfilmpreis<\/strong> wurde <strong>Daniel Abma<\/strong> (10.000 Euro) f\u00fcr \u201eIm Prinzip Familie\u201c ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Jury: <\/p>\n<p>Kinder kommen unfreiwillig auf die Welt. Sie w\u00e4hlen weder ihre Eltern noch ihre Herkunft oder ihren Zustand. Und doch sind sie da: einzigartig, verletzlich, individuell.<\/p>\n<p>Aber die Kinder haben eine gemeinsame Sehnsucht: gl\u00fccklich zu sein.<\/p>\n<p>Der Preistr\u00e4ger-Dokumentarfilm f\u00fchrt uns in ein Haus, in dem Erwachsene keine leiblichen Eltern der Kinder sind und doch N\u00e4he, Vertrauen und Geborgenheit schenken. Mit feinem Gesp\u00fcr und gro\u00dfer Sensibilit\u00e4t begleitet der Film ihren Alltag, gepr\u00e4gt von Geduld, Verantwortung und F\u00fcrsorge. Wir erleben Erzieherinnen und Erzieher, die weit mehr leisten, als nur ihren Beruf auszu\u00fcben: Sie schenken ein St\u00fcck Gl\u00fcck, geben R\u00fcckhalt und Mut.<\/p>\n<p>Der Film er\u00f6ffnet einen ber\u00fchrenden Blick auf Menschen in unserer Gesellschaft, die trotz Schmerz, Machtlosigkeit, Traumata und Ungerechtigkeit Empathie, Hoffnung und Menschlichkeit entstehen lassen:\u00a0F\u00fcr die Kinder von heute und die Erwachsenen von morgen.<\/p>\n<p>Den <strong>Drehbuchpreis<\/strong> (dotiert mit 10.000 Euro) erh\u00e4lt <strong>Yvonne G\u00f6rlach<\/strong> f\u00fcr \u201eKarla\u201c.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung der Jury: <\/p>\n<p>Vor 13 Jahren\u00a0entschloss sich\u00a0die Drehbuchautorin Yvonne G\u00f6rlach, dass diese\u00a0Geschichte erz\u00e4hlt werden muss. \u201eDenn Karla\u201c, das 12-j\u00e4hrige M\u00e4dchen, das im gleichnamigen Debut unter der Regie von Christina\u00a0Tournatz\u00e9s\u00a0unbeirrt um seine W\u00fcrde und f\u00fcr Gerechtigkeit k\u00e4mpft, \u201ek\u00f6nne mit ihrer St\u00e4rke und Willenskraft auch heute noch viel bewirken\u201c, so die Autorin.\u00a0<\/p>\n<p>Von da an recherchierte sie unerm\u00fcdlich\u00a0die Hintergr\u00fcnde dieser wahren Geschichte und verdichtete das Gefundene zu einer zeitlosen, universellen und trotz der Schwere des Themas poetischen Geschichte. In ihrem eindrucksvollen Drehbuch ersetzen\u00a0Gesten und Bilder die Worte, die der Heldin fehlen. So schenkt Richter Lamy Karla eine Stimmgabel, die sie jedes Mal erklingen lassen kann, wenn die Schilderung der Details\u00a0f\u00fcr sie\u00a0zu schmerzhaft w\u00e4re.<\/p>\n<p>Auf die Frage des Richters, wie oft sie den sexuellen Missbrauch durch ihren Vater erdulden\u00a0musste\u00a0\u2013\u00a0das Gericht brauche eine Zahl als\u00a0Ma\u00df daf\u00fcr, wie \u201aschlimm\u2018 es gewesen sei, erwidert das M\u00e4dchen:\u00a0\u201eAber wieviel ist \u201aschlimm\u2018?\u201c.\u00a0\u2014<br \/>Das ist auch heute noch dr\u00e4ngend und aktuell \u2013 vielleicht mehr denn je.<\/p>\n<p>Der Bayerische Filmpreis wird seit 1979 vergeben. Er z\u00e4hlt zu den renommiertesten und bestdotierten Auszeichnungen in der deutschen Filmbranche. Der Bayerische Filmpreis ist mit Preisgeldern von insgesamt 300.000 Euro dotiert und wird in elf Kategorien auf Vorschlag einer zehnk\u00f6pfigen Fachjury vergeben.<\/p>\n<p>Mitglieder der Jury 2025 sind: Mychael Berg, Daniel Curio (Vorsitz), Dr. Ulrike Frick, Michael Hilscher, Narges Kalhor, Prof. Michaela Kezele, Christian Pfeil, Prof. Bettina Reitz, Bettina Ricklefs, Prof. Jochen Sch\u00f6lch.<\/p>\n<p><strong>47. Bayerischer Filmpreis: \u201eAmrum\u201c als Bester Film ausgezeichnet \/ Entdeckung geht an Til Schindler und Heike Hanold-Lynch f\u00fcr \u201eScham\u201c<br \/><\/strong><\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Bei der 47. Verleihung des Bayerischen Filmpreises in M\u00fcnchen wurde <strong>bombero international GmbH &amp; Co KG <\/strong>f\u00fcr \u201eAmrum\u201c in der Kategorie <strong>Bester Film<\/strong> ausgezeichnet (dotiert mit 100.000 Euro). Der Film war nominiert zusammen mit den beiden Filmen \u201eHeldin\u201c (MMC Zodiac) und \u201e22 Bahnen\u201c (BerghausW\u00f6bke Filmproduktion GmbH), die jeweils 50.000 Euro erhalten. <strong>Til Schindler und Heike Hanold-Lynch<\/strong> wurden in der Kategorie <strong>Entdeckung <\/strong>f\u00fcr \u201eScham\u201c ausgezeichnet (dotiert mit jeweils 5.000 Euro).<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Begr\u00fcndung der Jury in der Kategorie Bester Film:<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Es fallen Bomben, es geht um menschliche W\u00fcrde, es geht auch um Leib und Leben \u2013 und dennoch ist \u201eAmrum\u201c ein stiller, leiser Film, der die Zeit um die Kapitulation Nazi-Deutschlands durch die Augen eines 12j\u00e4hrigen Jungen in der nur scheinbar abgelegenen Welt einer nordfriesischen Insel verfolgt.<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Der junge Nanning, tats\u00e4chlich die filmische Widerspiegelung eines jugendlichen Hark Bohm, j\u00fcngst verstorbener Drehbuchautor und Filmemacher, muss sich neu zurechtfinden in einer Zeit des radikalen Umbruchs. Eine Coming-of-Age-Geschichte im Spannungsfeld zwischen dem verzweifelten Verlangen nach Pflichterf\u00fcllung, verk\u00f6rpert durch seine geliebte Mutter, einer gl\u00fchenden Nationalsozialistin, und der unter der Inselbev\u00f6lkerung aufkeimenden Hoffnung auf Frieden.<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Regisseur Fatih Akin ist ein \u00e4sthetisch, atmosph\u00e4risch und inhaltlich sehr reicher und dichter Film gelungen, der trotz seiner historisch klaren und ziel- wie zeitgenauen Anbindung den Bogen in die j\u00fcngere Gegenwart schl\u00e4gt. Einer Gegenwart, in der Flucht und Vertreibung wieder ihren Schrecken verbreiten, und in der die Auseinandersetzung mit alter wie neuer menschenfeindlicher Ideologie zwingend geworden ist.<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Die diesem Film eigene Magie entfaltet sich durch das unmittelbare Erleben dessen, was auf der Leinwand geschieht, und zus\u00e4tzlich durch das Wissen um die ganz besondere Geschichte dieses Films: dass Fatih Akin die Geschichte seines Mentors und Freundes Hark Bohm an dessen Stelle und mit seiner Unterst\u00fctzung verfilmt hat \u2013 mit gro\u00dfem Erfolg bei der Kritik und ganz besonders auch beim Publikum, einem Erfolg, den Hark Bohm noch erleben durfte, bevor er nunmehr f\u00fcr immer von uns gegangen ist.<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Wir verneigen uns im Gedenken an einen gro\u00dfen K\u00fcnstler, dessen filmisches Erbe von Fatih Akin mit \u201eAmrum\u201c weitergetragen wurde.<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Begr\u00fcndung der Jury in der Kategorie Entdeckung:<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">\u201eScham\u201c ist eine intensive Auseinandersetzung zwischen Mutter und Sohn \u00fcber die gemeinsame Vergangenheit. Ein Film voller wechselseitiger Verletzungen und immer getragen von dem Wunsch, gesehen und geliebt zu werden.<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Der Regisseur und Autor Lukas R\u00f6der kommt mit wenigen Drehorten aus, arbeitet minimalistisch mit Handykameras und Splitscreen. Das ist an sich schon ein spannender Ansatz, der umso faszinierender ist, da das niemals wie ein \u00e4sthetischer Gimmick wirkt, sondern mit einer gro\u00dfen Konsequenz durchgehalten wird.<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Trotz dieses vermeintlich kleinen Formats ist \u201eScham\u201c, produziert von Philip Gr\u00f6ning, eine seltene Perle, die einen fasziniert zuschauen lassen l\u00e4sst. Das Zusammenspiel zwischen Heike Hanold-Lynch und Till Schindler schafft eine unglaublich dichte und authentische Atmosph\u00e4re, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann. Die beiden schaffen es, dass wir als Zuschauende glauben, der Auseinandersetzung zwischen Mutter und Sohn wirklich beizuwohnen. Das Zusammenspiel ist von einer Einfachheit, einer lustmachenden Uneitelkeit und trotzdem emotionalen Tiefe, die einen mitnimmt und bewegt.<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Und so bekommt der Filmtitel \u201eScham\u201c eine zweite Bedeutung. Fast sch\u00e4mt man sich ein wenig f\u00fcr den voyeuristischen Blick und die Neugier, diese zutiefst pers\u00f6nliche Auseinandersetzung zwischen Mutter und Sohn heimlich beobachten zu wollen.<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Heike Hanold-Lynch und Till Schindler werden daher f\u00fcr ihr ungew\u00f6hnlich intensives Zusammenspiel mit dem bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.<\/p>\n<p style=\"line-height: 21.0pt;\">Der Bayerische Filmpreis wird seit 1979 vergeben. Er z\u00e4hlt zu den renommiertesten und bestdotierten Auszeichnungen in der deutschen Filmbranche. Der Bayerische Filmpreis ist mit Preisgeldern von insgesamt 300.000 Euro dotiert und wird in elf Kategorien auf Vorschlag einer zehnk\u00f6pfigen Fachjury vergeben.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Symbolbild Bei der heutigen 47. 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